Taktischer Schaft für Schwedenmauser, Teil 1

Haenel RS 9_1

 

Für den letzten zweitägigen Besuch eines Truppenübungsplatzes habe ich mir vorgenommen, meine Savage 10 BA  – ggf. mit der dafür neuen Laborierung 200 gr. HPBT – auf eine Distanz von 1000m zu schießen und eine Drop-Chart für mein AR-15 von Hera Arms zu erstellen.

Erstes hat leider nicht wirklich geklappt, dafür habe ich die Munition leider zu zaghaft laboriert, letzteres lief dafür umso besser. Jedenfalls hat sich gegen Ende des Events für mich noch die Gelegenheit ergeben, auch einige Waffen von Schützenkollegen auszuprobieren. Das hat für mich einige überraschende Erkenntnisse gebracht und somit den Grundstein für mein nächstes – und bisher aufwändigstes – Projekt gelegt: Den M63 Long Range Sniper im Kaliber 6,5×55 Schwede.

Über den Fortschritt werde ich in den nächsten Wochen, vielleicht sogar Monaten, weiter berichten.

Ausschlag gebend war ein Vergleich zwischen Haenel RS9 im Kaliber .338 Lapua Magnum (dem neuen Scharfschützengewehr der Bundeswehr), einem alten Schwedenmauser von 1912 im Zubehörschaft (Hogue, glaube ich) und einer Tikka T3, ebenfalls im Kaliber 6,5×55 Schwede, jedoch mit nur 60cm langem Lauf.

Anvisiert wurde mit allen Gewehren ein Ziel in 1200m Entfernung bei ca. 2m/s Seitenwind aus ca. 9 Uhr. Die ersten Schüsse wurden aus dem Haenel RS9 abgefeuert, der Besitzer hatte das ZF bereits korrekt eingestellt. Haltepunkt war ca. 0,8m links vom Ziel. Auf den ordentlichen Rückstoss folgte wie erwartet ein Treffer.

 

Wechsel zum Schwedenmauser: Hier wurde die Systemhülse vom Besitzer in einen neuen Schaft gebettet (leider kein Pistolengriff) und ein Zielfernrohr mit seitlicher Montage verwendet. Bei gleichen Windverhältnissen hat sich schnell heraus gestellt, dass der Haltepunkt lediglich ca. 0,3m links vom Ziel sein musste. Auf den Rückstoss, vergleichbar mit dem Kaliber .308 Win., folgte bei recht gestreckter Flugbahn des Geschosses dann der Treffer.

Was zum…?

Echt jetzt?

Das hatte ich nicht erwartet und hat mich schon ein wenig sprachlos gemacht: Dieses Gewehr ist Long-Range tauglich? Nicht zu fassen! Tja, aber das kommt davon, wenn man sich nicht richtig mit den Dingen befasst und leichtfertig abtut. Die Unempfindlichkeit gegen Wind bzw. Seitenwind ist einfach bemerkenswert, das kann man natürlich nicht erfahren, wenn man das Gewehr nur auf Entfernungen von 100-300m und dann ggf. noch disziplinen-konform mit Diopter, einsetzt.

Laut Besitzer des Schwedenmausers war das Gewehr eine reine Low-Budget-Sache: Für weniger als 500 Euro wurde das Gewehr selbst, ein neuer Schaft und ein günstiges ZF gekauft. Schwierig würde es mit dem Treffen angeblich erst ab einer Distanz von ca. 1600m werden!

 

Bliebe da noch die Tikka T3, der ich wegen des kurzen Laufs von nur 60cm eigentlich nicht zugetraut habe, auch auf 1200m  zu treffen, aber auch hier wurde ich eines Besseren belehrt. Der alte Haltepunkt konnte sogar beibehalten werden.

Was das Kaliber 6,5×55 Schwede zu leisten vermag, hat mich an diesem Tag schwer beeindruckt! Und so habe ich in den darauf folgenden Tagen angefangen, nach für mich passenden Schäften mit Pistolengriff zu suchen, um mir ebenfalls ein günstiges Long-Range-Gewehr zusammenzustellen – doch leider ohne Erfolg. Hätte ich auf den Pistolengriff verzichten wollen, wäre da schon was zu finden, allerdings leider nichts mit taktischem Aussehen. Alternativ hätte man sich ebenfalls eine Tikka T3 in 6,5×55 Schwede kaufen können, dann wäre die Sache mit einem Schlag erledigt gewesen, genau so, wie dann auch ca. 1300-1400 Euro (ohne ZF) weg gewesen wären.

Ein Schützenkollege, dem ich davon erzählt habe und der mit seiner kürzlich gekauften Remington 700 in .308 Win. nicht 100%ig zufrieden war, war da eher kurzentschlossen und hat schließlich vorgeschlagen, ganz einfach selbst einen Schaft zu entwickeln. Ausschlag gebend dafür war, dass der Kollege mir glaubhaft versichert hat, dass eine Systembettung nun auch kein Hexenwerk sei. Hinzu kommt, dass die auf dem Markt für den Schwedenmauser verfügbaren Zubehörschäfte weder einen Pistolengriff, noch ein taktisches Aussehen haben. Die Idee war somit geboren und so haben wir uns auf die Suche nach zwei Schwedenmausern gemacht…

 

Hier geht es zum zweiten Teil der Serie…

 

Christensen Arms CR-10

Christensen Arms CR-10 01

 

Vor einiger Zeit hatte ich die Gelegenheit, ein AR-10 (Kaliber .308 Win.) von Christensen Arms schießen zu dürfen. Laut Besitzer ist es in Deutschland recht selten zu finden, weil die Herstellerfirma kaum Exemplare hierher ausliefert. Ich hab´ die Gelegenheit daher gleich genutzt und noch einige Bilder gemacht. Dazu habe ich noch einen Artikel aus dem DWJ erhalten, der jeweils AR-10 und AR-15 aus dem Hause Christensen Arms beschreibt (dort CR-10 und CR-15 genannt). Ich wollte mich daher in diesem Beitrag kurz halten und hier das entsprechende PDF zur Verfügung stellen, DWJ hat mir aber leider keine Freigabe zur Veröffentlichung deren Artikel erteilt und daran halte ich mich lieber. Wer sich für den DWJ-Artikel interessiert, findet ihn in der Ausgabe 05/2015.

 

Zu einigen wenigen Punkten will ich aber doch noch etwas schreiben: Das AR-10 ist dank seiner Karbonteile bemerkenswert leicht, der Rückstoss ist aber vergleichsweise härter als z.B. bei meiner Savage 10 BA. Das rührt wohl daher, dass dem System weniger Masse als Dämpfung zur Verfügung steht, der Mündungsfeuerdämpfer (übrigens aus Titan) kann das nicht komplett kompensieren. Dass die Karbonteile eine Gewichtsersparnis bringen, liegt auf der Hand. Der Lauf ist hingegen – laut Aussage des Besitzers – nur mit Karbon ummantelt, weil dieser dadurch eine gute Wärmeabfuhr erfahren soll. Das AR kommt ab Werk schon mit einem Matchabzug, an dem es absolut nichts auszusetzen gibt: Er ist leichtgängig ohne Kratzen und Haken bis zum Druckpunkt und bricht sauber nach Überwinden des Abzugsgewichts. Letzteres ist mir leider nicht bekannt, ich schätze es aber im Bereich um die 1600 g. ein. Jedenfalls gibt es keinerlei Notwendigkeit, hieran noch etwas zu ändern.

Sehr erwähnenswert ist noch die auf den Bildern zu sehende  Zieloptik, es handelt sich dabei um ein Vortex Razor HD Gen. II 1-6×24. Mir persönlich sind solche schwächer vergrößernden Optiken einfach zu wenig, aber neben dem wirklich guten Bild hat mich besonders die Tatsache beeindruckt, dass das Aluminiumgehäuse am Objektiv sehr dünn ausgefallen ist. Schaut man hier durch das ZF, dann ist die Möglichkeit, das Gefechtsfeld weiter zu beobachten nahezu hervorragend!!! Ich hatte tatsächlich den Eindruck, durch eine Art Monokel zu blicken – die Aluminiumfassung der Austrittslinse wurde fast nicht wahrgenommen, so dünn ist sie. Am Glas selbst gibt es dazu noch einen (optional montierbaren) Klemmring mit einer abstehenden Nocke, die eine bequeme Verstellung der Vergrößerung mit nur einem Finger ermöglicht.

Nach der ersten Gelegenheit, das CR-10 auf 50m zu schießen, ergab sich für mich einige Wochen später eine weitere, es auch auf Distanzen von 100m und 300m zu schießen. Hierfür hat der Besitzer das Vortex Razor HD Gen. II 1-6×24 gegen ein Vortex Razor HD Gen. II 4,5-27×56 getauscht, man gönnt sich ja sonst nichts…

Für diese Distanzen war das für mein Empfinden eine gute Entscheidung. Die Güte der Zieloptik war und ist einfach sehr gut und das Absehen war angenehm, weil nur wenig vom Sichtfeld verdeckt wurde und nicht zu viel Informationsflut darin enthalten war. Zum Einschießen des ZFs wurden vorsorglich nochmal alle Schrauben angezogen, hierbei ist mir dann aber aufgefallen, dass man das bei einer Picatinny-Rail aus Karbon schon mit Bedacht tun muss!

Gekauft wurde das CR-10 bei Arms 24 zu einem Preis von 4000 Euro (ohne Zubehör).

 

 

Hera Arms The 15th SRB 16,75″

Hera Arms The 15th SRB 03

 

Mein AR-15 mit 18“-Upper von Hera Arms hat mir bisher treue Dienste geleistet, sehr gute Schussgrupen auf 100m, gute Schussgruppen auf 300m geliefert und darüber hinaus in der bisherigen Konfiguration auch noch reproduzierbar Treffer auf Schussweiten bis einschließlich 700m ermöglicht. Aber ein wenig Abwechslung kann ja bekanntlich nicht schaden und wegen der durchweg positiven Erfahrungen, die ich bisher mit meinem AR-15 von Hera Arms gemacht habe, wurde nun noch ein zusätzliches Upper bei diesem Hersteller geordert. Ausschlag gebend war das hohe Gewicht des 18“-Uppers mit Bull-Barrel, das im knienden und stehenden Anschlag nicht leicht zu beherrschen war. So sollte es diesmal eine wahre Leichtversion werden, die später vielleicht sogar für dynamische Disziplinen herhalten sollte.

Neue Konfiguration

Die eine oder andere Hürde auf dem Weg zum neuen Upper galt es aber noch zu nehmen: Da war zum einen die Auswahl des Laufes, Hera hat ja deren viele im Programm. Die kurzen Läufe sind ja hierzulande den Jägern vorbehalten, einen längeren in 18“ habe ich bereits selbst und noch längere Varianten wären am Ziel – auf Fertigkeit zu trainieren oder dynamisch zu schießen – wieder vorbei geschossen. 16,75“ also: Diesmal war ich konsequent und habe das leichteste verfügbare Laufprofil gewählt, den SPB Gen.1. Passend dazu wollte ich einen Mündungsfeuerdämpfer, damit die Standnachbarn auch gleich was davon haben, die Wahl fiel auf den Hera CC. Leichtbau wurde bei der Wahl des Handschutzes auch wieder beherzigt und so sollte es der IRS-Keymod-Vorderschaft sein. Bei der Auswahl dessen Länge hat mich Hera Arms direkt beraten und mir mitgeteilt, dass der 12“-Handschutz gerade noch den Gasblock abdecken wird. Da ich mich nicht damit anfreunden konnte, dass dieser i.V.m. einem 9“-Handschutz (dann keine Keymod-Version mehr) noch vorne heraus schauen würde, legte ich die Länge dann auf 12“ fest. Am Ende der telefonischen Beratung war klar, dass ich mit den gewählten Komponenten das Upper des SRB´s mit einstellbarem Gasblock getroffen habe – die Hera Artikelnummer wurde notiert und mein Waffenhändler Spartac umgehend wegen einer Bestellung informiert.

Hera bietet das SRB auf seinen Katalogseiten übrigens so an:

Hera Arms Katalog 2016 SRB

 

Die Antwort meines Händlers war aber etwas ernüchternd: Die gewünschte Farbe FDE wird von Hera Arms nur noch für Komplettsysteme angeboten! In schwarz wäre die Konfiguration somit kein Problem gewesen. Na toll! Das Projekt habe ich schon platzen sehen – was will ich zum Teufel mit einem schwarzen Upper auf einem Lower in FDE? Und nochmal ´ne Komplettwaffe beantragen? Nee, kein Bock auf den Papierkrieg…

Mir hat´s jedenfalls keine Ruhe gelassen und so habe ich nochmals persönlich bei der Waffenschmiede angerufen. Während Hera Arms mir gegenüber die Verkaufsstrategie aber nochmal bekräftigte, hat sich am Ende des Gesprächs dann doch heraus gestellt, dass noch genau ein 12“ IRS-Keymod-Vorderschaft und noch genau ein HUS-Gehäuse in FDE auf Lager sind – Schwein gehabt, genau die Teile, die ich brauche!!! Die Firma hat sich schließlich bereit erklärt, für mich das Lager zu räumen und so bin ich wohl an das letzte einzelne Upper in der Farbe FDE gekommen. Die vorausgesagte Lieferzeit von ca. 20 Wochen hat zwar nochmal etwas weh getan, aber immerhin ging es weiter, wie ich es mir vorgestellt habe.

Die Wartezeit wurde genutzt, um für das noch vorhandene Zielfernrohr UTG SWAT 3-12×44 etwas höhere Montageringe (22mm) zu besorgen und diese zu lackieren. 8 Wochen später dann die erfreuliche Nachricht: Die Lieferung zum Händler wurde angekündigt und einige Tage später hatte ich dann das neue Upper zu hause. Das Gewicht war deutlich geringer als das des bisherigen Uppers, eine wahre Freude!

Die Komponenten meines Uppers sind:

  • HUS-Gehäuse in FDE
  • 12“ IRS Keymod-Vorderschaft in FDE
  • 16,75“-Lauf, Typ SPB Gen. I
  • Mündungsfeuerdämpfer Hera CC
  • Duralloy Bolt Carrier Group
  • VLTOR BMC Gunfighter Ladehebel „Large“
  • 2 Sets Montageschienen für IRS-Keymod-Vorderschaft in FDE

Preis für die obige Konfiguration inkl. Versand: 1740 Euro – aktuelle Preise sind bitte bei Spartac anzufragen!

Weiteres Zubehör:

Einstellen des AGS-Gasblocks

Nach der Montage des alten ZFs ging es dann sogleich auf den Schießstand, um den Lauf glatt zu schießen und den stufenlos regulierbaren AGS-Gasblock einzustellen. Ein solcher Gasblock hat den Vorteil, dass der Schütze die Menge des rückgeführten Gases auf den Verschlussträger auf ein notwendiges Minimum herunter regulieren kann. Nicht nur bei Wiederladern kann die Waffe so optimal auf die Patrone abgestimmt werden.

 

Hera Arms The 15th SRB AGS Gasblock

 

Für das Einstellen geht man folgendermaßen vor: In der Stirnseite des AGS-Gasblocks befindet sich im oberen Bereich parallel zum Lauf eine kleine Konter-Madenschraube, die mit Hilfe eines 2er Inbusschlüssels komplett herausgedreht wird. Um sie zu finden, schaut ihr von vorne – bestenfalls bei entladenem Gewehr – direkt auf den Gasblock. Dahinter befindet sich koaxial die eigentliche Einstellschraube, für die der gleiche Inbusschlüssel benutzt wird. Das Hineindrehen dieser Einstellschraube bewirkt, dass die Gaszufuhr auf den Verschlussträger gedrosselt wird. Dreht man sie ganz hinein, wird das semi-automatische Nachladen komplett unterbunden. Ab ca. zwei Umdrehungen aus der komplett hinein gedrehten Position heraus, beginnt das System wieder selbsttätig nachzuladen – die Arbeit ist aber keineswegs schon getan: Für die korrekte Einstellung des Gasblocks sollte ein mit stets nur einer Patrone geladenes Magazin zugeführt werden. Die Einstellschraube wird dann nach jedem Schuss mit etwa einer viertel Umdrehung so lange nachjustiert, bis der Verschluss sicher in seiner hintersten Stellung gefangen wird. Hat man diese Einstellung gefunden, sollte die Schraube dann noch einen Ticken weiter gedreht werden, um zu verhindern, dass das System versehentlich grenzwertig eingestellt wird. Anschließend ist die Konter-Madenschraube wieder hinein zu drehen und der Vorgang ist abgeschlossen.

Enges Patronenlager

An dieser Stelle hätte ich gerne das ZF eingeschossen und einige Schussbilder präsentiert, aber ich musste mich noch weiter in Geduld üben. Schuld daran war die Wahl meines Matrizensatzes für meine Mehrstationenpresse XL650 von Dillon. Diesen hätte ich besser in der für Selbstladegewehre empfohlenen Version „Small Base“ gekauft. Eine solche Matrizenversion kalibriert die Hülsen im unteren Toleranzbereich nach SAAMI (weil fast durchweg amerikanische Hersteller), wobei die Schulter etwas zurück gesetzt und deren naher Hülsendurchmesser enger kalibriert wird, damit eine stets einwandfreie Funktion in halbautomatischen Gewehren gewährleistet ist. Das war bei mir und dem neuen Upper leider auffallend oft nicht der Fall und zwar nur in Situationen, in denen der Verschluss mit neuer Patrone wieder nach vorne schnellte. Hier kam es häufig dazu, dass der Verschluss ganz knapp seine vordere Endposition nicht erreichte und eine Schussabgabe dadurch nicht möglich war. Mit Fabrikmunition gab es hingegen überhaupt keine Probleme!

Das war eigentlich ziemlich blauäugig von mir, diesen AR-Matrizensatz nicht zu kaufen aber die mittlerweile knapp 2500 wiedergeladenen Patronen, die problemlos vom 18“-Upper akzeptiert wurden, haben auch nie einen Anlass gegeben, daran etwas zu ändern.

Aufschluss über die Ursache der Fehlladungen lieferte eine mit Edding bemalte Patrone, die nach dem Fehlladen und mühsamen Entladen im 16“-Upper deutliche Kratzspuren im Bereich der Hülsenschulter aufwies. Die Lösung war klar: Der AR-Matrizensatz musste her!

Matrizensatz .223 Rem, Small Base

Vier Tage später hatte ich dann den Matrizensatz, ich habe mich für die Artikelnummer 11107 von RCBS entschieden. Dieser Satz besteht aus einer Vollkalibriermatrize mit Ausstosser für Zündhütchen und einer dazu passenden Tapercrimp-Matrize mit integriertem Geschosssetzer. Letztere hab´ ich in der Kombi so noch nicht gesehen – geil! Fertig geladene Patronen haben aber trotzdem noch für Zuführstörungen gesorgt und ein manuelles Entladen war ohne Schläge auf die Kolbenplatte immer noch nicht möglich. Was für ´ne Enttäuschung…

Ein Anruf bei Hera Arms hat mir leider auch nicht weiter geholfen, obwohl man sich dort wirklich lange mit mir unterhalten und alle Möglichkeiten ausgelotet hat. Schließlich hätte es noch eine Oberflächengüte des Patronenlagers im oberen Toleranzbereich sein können. Wir sind so verblieben, dass ich einfach mal 100-150 Schuss durchbringe und dann schaue, ob sich das System eingelaufen hat. Falls nicht, würde man – für mich kostenlos – für Transport und Nacharbeit aufkommen. Was will man als Kunde mehr? Ich hab´ mich zumindest sehr gut betreut gefühlt!

Aber es sollte ganz anders kommen. Ich hatte vorher schon mal im Internet gestöbert und eine Sache aufgeschnappt, die mein letzter Strohhalm sein sollte: In einem Forum wurde berichtet, dass es manchmal notwendig ist, den Hülsenhalter nachzuarbeiten, weil die Hülse gar nicht mit der vollen Länge in die Kalibriermatrize eintauchen kann. Mehr als die Matrize im oberen Totpunkt der Presse bis auf den Hülsenhalter zu schrauben, geht ja auch erst mal nicht. Soll die Hülse weiter hinein, so bleibt nur noch die Möglichkeit, den Hülsenhalter an der oberen Fläche abzudrehen. Für Ein-Stationenpressen machbar, für die Dillon XL650 schon etwas aufwändig. Statt also an allen 5 Stationen meiner Hülsenaufnahmeplatte tiefer zu fräsen, wurde stattdessen die untere Fläche der Vollkalibriermatrize um 3/10mm abgedreht. Seitdem werden die Hülsenschultern zuverlässig zurück gesetzt und mit einem Durchmesser von 8,95mm brauchbar kalibriert! Das manuelle Entladen geht seitdem butterweich und Zuführstörungen sind seitdem auch nicht mehr aufgetreten. Kleine Ursache, große Wirkung.

SRB 16,75″

Zurück zur Knarre. Endlich…

Die Komponenten des Lowers habe ich ja im ersten Artikel zur Komplettwaffe eingehend beschrieben. Wesentlicher Unterschied zwischen altem und neuem Upper ist hingegen das Gewicht, das im geänderten Lauf und Vorderschaft begründet ist. Die Gewichtsreduktion vom 18“-Upper mit 4,2 kg (inkl. allen Anbauteilen) zu neuem Upper mit 2,6 kg (inkl. allen Anbauteilen) ist deutlich spürbar und verleiht im knienden und stehenden Anschlag einen großen Vorteil (Gesamtgewicht: 5,5 kg zu 3,9 kg, jeweils ohne Magazin). Den Nachteil der fehlenden Massedämpfung gleicht der stufenlos einstellbare AGS-Gasblock gut aus, den Rückstossimpuls habe ich zu keiner Zeit als unangenehm, geschweige denn größer als beim 18“-Upper empfunden.

Der Kompensator arbeitet übrigens sehr effektiv, Schall- und Gasdruck zu beiden Seiten hin sind nicht unerheblich und an einer Wand stehend auf Dauer sogar unangenehm.

 

 

Nach 136 Schuss ist der Bolt Carrier mit AGS Gasblock wesentlich weniger verdreckt, als ohne:

Hera Arms hat in Sachen gewichtsoptimiertem Lauf zudem ganze Arbeit geleistet und erfreut den Käufer mit der Aussicht auf solche Schussbilder:

Geschossen wurden diese 10-Schuss-Gruppen auf eine Distanz von 100m sitzend aufgelegt mit Sandsack am Hinterschaft und Zielfernrohr SWAT Compact 3-12×44 von UTG. Die Ladedaten wurden für das neue Upper nicht verändert:

Achtung, es wird keine Garantie für die Richtigkeit der Ladedaten übernommen !

Wiederlader handeln auf eigenes Risiko !

  • Hülse: Lapua Match, Kailber .223 Rem
  • Zündhütchen: Federal Ammunition FA 205
  • Pulver: LOVEX S060
  • Menge: 23,5 gr.
  • Geschoss: Hornady #2267, 55gr.
  • OAL: 56,6mm
  • Crimp: Taper-Crimp, ca. 1mm ab Hülsenmund

 

 

 

Benelli M4 Super 90, desert

Benelli M4 Super 90 desert 1

Eine schicke Flinte war so ziemlich das Letzte auf meiner Wunschliste, was mir noch fehlte. Ausprobieren durfte ich diverse Modelle von Remington und Benelli auf dem Sicherheitslehrgang des BMDP, wobei sich für mich wieder mal bestätigt hat, dass ich mit herkömmlichen Schäften und Griffen nicht zu recht komme, es musste also wieder etwas mit Pistolengriff her. Meine Wahl fiel auf die M4 Super 90 von Benelli, sie sieht in schwarz mit ihrem Teleskopschaft schon richtig klasse aus, aber ich war (oder bin) halt immer noch auf so ´nem Individualtrip und musste sie deshalb unbedingt in der Farbe desert haben. In dieser Variante ist sie jedoch nur mit einem Festschaft erhältlich – schade! Dachte ich damals, bis mir ein Schützenkollege (mit M4 und Teleskopschaft) versicherte, dass der fest stehende Schaft für dynamische Flintendisziplinen besser geeignet ist, da er für den Nachladezyklus viel handlicher ist. Jetzt ist er nun mal dran und er gefällt mir besser, als zuvor gedacht. Aber so oder so – mit genügend Übung kann man ohnehin jedes Werkzeug meistern!

Zusammenbau, Wartung und Pflege

Die Flinte kam in Einzelteilen und musste erst mal zusammengesetzt werden, war unkomplizierter als gedacht: Verschlussbaugruppe in das Schaftgehäuse einführen, Nachladehebel in die Verschlussbaugruppe einstecken und Verschluss nach hinten ziehen, bis dieser arretiert. Den Lauf mit seinem Führungsring auf das Röhrenmagazin auffädeln und nach unten zur Schaftbaugruppe schieben. Kurz vor dem Einrasten des Laufs werden die Halbschalen für den Handschutz noch eingesetzt und mit dem Lauf ganz nach unten geschoben, bis alles einrastet. Danach wird auf das Röhrenmagazin der Abschlussstopfen aufgeschraubt – er fungiert als Klemmmutter für die Laufbaugruppe, Choke reinschrauben und der Spass kann losgehen!

Die Demontage funktioniert in umgekehrter Reihenfolge, nur eines gibt es bei der Entnahme des Verschlusses zu beachten: Verschluss mit dem Fanghebel ganz nach hinten ziehen, bis er einrastet und der Abzug gespannt wird. Jetzt die Abzugssicherung und danach den Verschlussfangknopf betätigen, der Verschluss fährt jetzt wieder nach vorne. Den Verschlusshebel durch leichtes Drehen und gleichzeitiges Ziehen entfernen und dann die Verschlussbaugruppe nach vorne aus der Schaftbaugruppe entnehmen. Der Verschluss selbst ist leicht zu demontieren.

Die Reinigung erfolgt bei mir durch einen Putzstock mit Messingbürste, wobei ich einen kleinen Stoffrest auf die Messingbürste wickle, diesen öle und dann nur einmalig durchschiebe. Nach 5- bis 6-facher Prozedur ist der Lauf dann wieder spiegelblank, sogar nach 100 abgeschossenen Slugs.

Ansonsten öle ich noch alle Bauteile die irgendwelche Führungs- oder Gleiteigenschaften besitzen, dazu benutze ich FP-10 von Shooters Choice. Einzig die Gasgestänge beidseitig des Laufs sollten nicht geölt werden, das steht auch extra in der Bedienungsanleitung. Die Flinte scheint mir wegen ihrer einfachen Bauart nicht sonderlich anspruchsvoll zu sein, sie muss also sicherlich nicht so intensiv geputzt werden, wie eine Büchse.

 

Erste Eindrücke

Mein erster Eindruck von der Flinte war durchweg positiv, insbesondere hat mich der weiche und saubere Mechanismus´ des Drehkopfverschlusses beeindruckt, er läuft sehr sauber ohne zu hakeln mit kaum Reibungswiderstand. Die Verschlussbaugruppe selbst läuft ebenfalls gut geführt im Schaftgehäuse. Die Patronenkammer ist entweder verchromt oder vernickelt, der Lauf ist auf jeden Fall verchromt – was will man mehr?

Mit im Lieferumfang enthalten sind übrigens ein Universalchoke und der zugehörige Schlüssel, sowie ein kleines Fläschchen Öl (ich finde es zu dünnflüssig und nutze es jetzt zum Reinigen). Die Ghost-Ring-Visierung ist gewöhnungsbedürftig, weil die Visierlinie sehr lang ist, ich habe mit ihr aber schon gute Erfolge erzielen können. Für die Montage von Zieloptiken befindet sich auf 12 Uhr an der Waffe eine Picatinny-Schiene von ca. 150mm länge.

Es gibt bisher nur einige wenige Punkte, die mir an der M4 nicht gefallen: Das sind hier und da etwas unsauber lackierte Stellen, an denen es aussieht, als ob nicht genug Farbe aufgetragen wurde (rund um den Kornträger und an der Laufmündung z.B.). Auch der schwarze Griff passt meiner Meinung nach nicht ganz ins Bild der Tarnlackierung, deshalb habe ich ihn auch mit auf sich selbst haftendem Tarnband von ASMC umwickelt. Ich habe das Zeug vorher noch nicht benutzt und es zuerst komplett unterschätzt. Für eine gute optische Abdeckung benötigt man eine doppelte Lage, das Tarnband lässt sich nach dem Andrücken auch mit größter Reibkraft durch die Hand nicht mehr ablösen oder verrutschen! Schade finde ich auch die im Vergleich zur schwarzen M4 Super 90 begrenzte Magazinkapazität. Dies kommt dadurch, dass die Waffe in 3-Farben-desert auch in einer CQB-Variante mit nur 37cm kurzem Lauf zu haben ist und in der hier zu sehenden „langen“ Variante mit 47cm langem Lauf trotzdem noch irgendwie die Möglichkeit zur Klemmung des selben gewährleistet sein muss. Daher auch die Dummy-Magazinverlängerung in Tarnfarbe. Als letztes wäre der Preis noch erwähnenswert: Mit bis zu 2200 Euro ist die Flinte kein Schnäppchen, bekommt man doch für die Hälfte oder sogar weniger auch schon brauchbare Flinten.

 

Im Einsatz

Im Vergleich zu meinem AR-15 von Hera Arms ist die M4 schön leicht (ok, im Vergleich zu meinem AR ist alles leicht…). Verschlusshebel und Sicherungsknopf lassen sich gut bedienen, bzw. sind sehr leicht erreichbar. Was mich besonders beim Nachladen freut, ist der nicht zu stark gefederte Ladelöffel. Dieser ist zudem so ausgeführt, dass er keine scharfen Kanten besitzt. Mit einem Ladelöffel hatte ich wegen seiner starken Feder beim Sicherheitslehrgang bereits zu kämpfen, kann mich aber nicht mehr an das Modell erinnern, bei dem das der Fall war. Nach 20-25 Schuss in Folge wird der Lauf auch schon merklich heiss, das merkt man genau dann recht schnell, wenn man die Flinte bei dynamischen Disziplinen zum Nachladen umdreht – hier kann ein Handschuh aber leicht für Abhilfe sorgen. Das Nachladen an sich geht gut, weil die Magazinfeder nicht allzu lang ausfällt und sie daher nicht so stark komprimiert wird – logisch bei weniger Magazinkapazität. Für das schnelle Nachladen in den Anfängen kann ich übrigens einen Besuch in Tierfachmärkten empfehlen: Ich habe mir hierzu einen „Leckerlibeutel“ der Marke „Hunter“ gekauft. Der Beutel fasst ca. 30 Slugs und lässt sich mit seinem breiten und sehr stabilen Metallclip leicht und sicher in den Gürtel einhängen oder mit seinen ebenfalls vorhandenen beiden Gürtelschlaufen bei Bedarf noch sicherer auf den Gürtel auffädeln. Die Kordel zum Verschließen benötigt man jetzt nicht gerade, aber unschlagbar ist der verstärkte Rand des Beutels der verhindert, dass er wieder zufällt und man umständlich nach den Patronen graben muss.

Wer dynamische Disziplinen mit der M4 schießen will, punktet mit zunehmender Erfahrung auch eher durch Schnelligkeit beim Nachladen, als durch perfekte Trefferlage. Deshalb wird der Leckerlibeutel anfangs auch eher eine Übergangslösung sein und später wahrscheinlich einem IPSC-Gürtel oder einer entsprechenden Weste weichen. Mit 12-15 Euro Investition für den Beutel ist das auch zu verschmerzen.

Ein kurzer Hinweis noch zur Visierung: Benutzt man die Ghost-Ring-Visierung, so liegt die Wange des Schützen in einer bequemen Haltung an der Schaftbacke an. Bei Verwendung eines Reflexvisiers ist das nicht mehr der Fall, zumindest nicht beim EOTech 512: Die Wange des Schützen liegt frei, unbequem wird´s dadurch aber nicht.

 

Munition und Schussbild (1)

Bisher sind knapp 170 Schuss Brenneke KO Slugs (28,4 gr.) im Kaliber 12/67,5 ohne jegliche Ladehemmung abgeschossen worden. Mit dieser Munition kann man das Röhrenmagazin mit 5 Patronen füllen, eine Patrone liegt natürlich zusätzlich im Patronenlager. Der Rückstoss ist bisweilen heftig und war bisher nur wenige Male schmerzhaft – lag vielleicht aber auch an einer schlechten Haltung von mir. Das folgende Schussbild ergab sich bei aufgelegter Waffe auf eine Distanz von 50m mit einem EOTech 512. Der kaliberbereinigte Streukreis beträgt 92mm. Der Reinigungsaufwand war nach 100 Schuss übrigens bemerkenswert gering!

Benelli M4 Super 90 desert Schussbild 1

 

Munition und Schussbild (2)

Hier ist noch ein Schussbild mit 5 Schuss Brenneke Slugs aus einer Entfernung von 15m mit offener Visierung und stehendem Anschlag (linke obere Ecke auf der Scheibe). Diesen Streukreis habe ich nicht vermessen, schätze ihn kaliberbereinigt aber auf ca. 45mm.

Benelli M4 Super 90 desert Schussbild 2

 

Munition und Schussbild (3)

Ich wollte jedenfalls wissen, ob´s auf einer Distanz von 50m noch besser geht und habe eine Packung Slugs von Geco gekauft, natürlich mit gleichem Geschossgewicht von 28,4 gr. und dem Kaliber 12/67,5. Das Ergebnis auf 50m war schlechter als zuvor mit der Munition von Brenneke. (1. Bild). Also habe ich das Ergebnis anschließend nochmal mit Slugs von Brenneke verifizieren wollen – mit noch schlechterem Ergebnis! (2.Bild).

 

Hm, da liefere ich auf jeden Fall noch was nach, das kann so nicht stehen bleiben!

NACHTRAG:

Die Streukreise sind glücklicherweise wieder so eng wie am Anfang, es hat mich aber einiges an Munition gekostet, herauszufinden, dass die Waffe sehr empfindlich ist, wenn man sie lediglich auflegt und nicht weiter festhält. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass der Rückstoss so gross ist, dass die Flinte einfach hochschlägt, wenn Sie nur am Pistolengriff umfasst wird. Die besten Sterukreise erhalte ich, wenn die Waffe klassisch noch am Vorderschaft gehalten wird – so, wie es eigentlich sein soll. Die M4 einhändig abzufeuern bedarf übrigens einiges an Kraft um die Waffe im Ziel zu halten.

Zubehör

Künftig wird noch ein Mündungsfeuerdämpfer von Benelli an die Flinte montiert. Diesen habe ich bisher in zwei verschiedenen Ausführungen gesehen: Zum Aufschrauben mit einem Choke-Adapter und zum Klemmen an den Lauf. Letzterer erschien mir etwas klobig, des halb habe ich die Variante zum Aufschrauben bestellt. Der MFD kommt in schwarz und wird wahrscheinlich noch in entsprechender Farbe lackiert.

NACHTRAG:

Vor dem Kauf konnte ich den MFD eines Kollegen entleihen und einige Wochen testen. Das Teil sieht richtig geil an der Flinte aus, bringt aber leider gar nichts! Der Rückstoss verändert sich überhaupt nicht, wer das Teil für über 200 Euro kaufen will, sollte wissen, dass es rein kosmetischer Natur ist…

Für mein übrig gebliebenes EOTech 512 habe ich nun endlich auch wieder eine Verwendung gefunden. Ich habe es nach der Lackierung in FDE kurzerhand nochmal mit Textilklebeband von ASMC beklebt. Für einen wirklich festen Sitz empfehle ich die Verwendung der Klemmschraube mit Innensechskant und nicht die Rändelschraube.

Der Spassfaktor darf natürlich auch nicht zu kurz kommen, deshalb habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, auch an diese Waffe eine Kamerahalterung zu montieren. Nach einigem Stöbern habe ich von der Firma Seben den Picatinny-Adapter RSM03 für zöllige Rohre gefunden, der sich mit leichter Nacharbeit perfekt am Magazinrohr festklemmen lässt. Dazu ist einseitig nur etwas Material bis knapp an die Schraubenköpfe abzuschleifen oder abzufeilen. Anschließend lässt sich die bereits vorgestellte Kamerahalterung für Picatinny-Schienen problemlos daran montieren. Herausgekommen ist ein Selfie-Stick der besonderen Art:

 

Am meisten Spass hat das nachfolgende Video mit nach vorn gerichteter Kamera gemacht. Beschossen wurde das erste Ziel von links aus 40m Entfernung, dann das zweite von links aus 20m und schließlich eine Tontaube an der zweiten Latte von rechts und drei weitere im Sandbunker gemeinsam auf 10m. Man beachte die Scheibe der Seilzuganlage ab 1:33.

 

Wer für dynamische Disziplinen gerne das Nachladen trainieren möchte, findet hier eine kurze Anleitung zur Herstellung von Pufferpatronen im Kaliber 12.

Revolver S&W 686 Target Champion

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Da ich mit meiner 1911er im Kaliber .45ACP von Les Baer zum Zeitpunkt des zweiten Antrags einer Kurzwaffe immer noch sehr zufrieden war und ich da noch nicht das Verlangen einer Pistole im Kaliber 9mm Luger hatte, sollte meine zweite Kurzwaffe mal etwas völlig anderes werden und etwas mehr „Bumms“ haben. So entschied ich mich für einen Revolver im Kaliber. 357 Magnum. Ja klar, .44 Magnum hätte das noch getoppt aber ich will das Training beenden, weil es zu Ende ist und nicht, weil mir die Hand schmerzt. Das gilt auch für noch größere Kaliber.

Die Wahl fiel schnell auf das beliebte Modell 686 von Smith & Wesson. Da die Stückzahlen dieses Modells relativ hoch sind, kommt dem Käufer damit ein relativ niedriger Preis sehr entgegen. Da ich mich vorher ausgiebig über die verschiedenen Serien informiert habe, sollte es kein Modell jenseits der Serie 686-4 werden. Bis dahin wurden die Rahmen noch geschmiedet, der Auswerfer der Trommel wurde besser geführt und die Waffen haben noch einen Hammersporn, statt einen Schlagbolzen. Der Sporn nutzt sich zwar schneller ab, lässt sich bei Bedarf aber viel leichter und damit günstiger ersetzen.

Aber zur Waffe wollte ich eigentlich gar nicht so viel schreiben, deshalb füge ich hier nur nochmals meine Wiederladedaten ein, die ich zuvor schon im Bereich Downloads zur Verfügung gestellt habe:

 

Achtung, es wird keine Garantie für die Richtigkeit der Ladedaten übernommen!

Wiederlader handeln auf eigenes Risiko!

Ladedaten .357 Mag.

 

 

Wie auf dem Bild ganz oben ersichtlich, wurde es bei mir das Modell 686-4 Target Champion mit 6″ langem Lauf und Nill Griff. Und damit wären wir beim eigentlichen Grund dieses Artikels: Der Schwachstelle dieses Revolvers, denn der Griff wackelt! Da ich dieses Phänomen auch bei Revolvern von Schützenkollegen beobachtet habe und das wiederholte Festziehen der einzigen (!) Schraube auch nicht half, habe ich ihn kürzlich geöffnet – bereit, ihn mit mehreren Löchern anzubohren und mit weiteren Schrauben und Muttern endlich fest zu bekommen.

Während ich mir noch so meine Gedanken gemacht habe, wie die Griffstücke zum Bohren am besten eingespannt werden, habe ich nebenbei herausgefunden, warum der Griff überhaupt wackelt – doch seht selbst:

 

Danach war die Lösung denkbar einfach: Ich habe die Breite des Rahmens vermessen und entsprechend dünne Streifen Edelstahl-Folie abgeschnitten (geht noch mit einer Haushaltsschere). Die Folie hat eine Dicke von 0,5mm, die Streifenbreite beträgt ca. 8mm.

SW 686 Nill Griff 2

SW 686 Nill Griff 1.2

Diese Streifen werden dann an den gekennzeichneten Stellen eingelegt. Die obere Griffschale wird wieder aufgesetzt und verschraubt und das Thema ist erledigt!

Der Ordnung halber folgt hier noch ein Schussbild (25m) mit dem jetzt fixierten Griff.

Schussbild SW 686