Kompensator für Beretta 1301 Tactical

Hier nur ein sehr kurzer Beitrag über eine neue Variante des bisherigen Kompensators für eine Beretta 1301. Abgeleitet vom bisherigen Kompensator für die Benelli M4 und Benelli M3 wurde in diesem Fall nur der Bohrungsdurchmesser der Klemmnabe sowie deren Klemmlänge angepasst.

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Hier noch ein kurzes Video vom Eigentümer des Kompensators in Aktion:

 

 

Berichte zu weitere Kompensatoren finden sich hier:

Benelli M3

Benelli M4

Remington 870

Das Ding steckt fest! – Wenn die Hülse nicht mehr aus der Matrize kommt

Vor einigen Wochen habe ich auf http://bulletin.accurateshooter.com einen Artikel über in der Matrize feststeckende Hülsen gelesen und bei mir gedacht: „Ist dir noch nie passiert, wie doof sind die eigentlich!“

Nachdem ich kurze Zeit später meine Redding Vollkalibriermatrize mit Bushing „in Betrieb genommen“ und für den Schwedenmauser, wie hier angekündigt, mit dem kalibrieren meiner Hülsen begonnen hatte, steckte die 9. Hülse auch direkt so fest, das der Rand, bei dem Versuch, sie mit der Presse herausziehen, ab geschert ist.

Der Artikel gab zwei Weisheiten für den Fall einer feststeckenden Hülse mit auf den Weg:

  1. Nicht mit der Presse dran ziehen!
  2. er geht nur mit der dargestellten Methode raus, alles andere hilft nicht.

Nachdem Nr.1 schon mal gekonnt ignoriert worden war, wurde natürlich mit 2. ähnlich verfahren, die ganze Matrize mit WD40 eingeweicht und dann versucht die Hülse raus zu klopfen. kein Erfolg, wie im Artikel angekündigt.

Kommen wir jetzt zu dem, was der Artikel vorgeschlagen hat und was dann schlussendlich zum Erfolg geführt hat, in der nachfolgenden bebilderten Anleitung.

Notwendige Werkzeuge für diese Aktion:

  1. Windeisen mit Gewindebohrer M6 (bietet sich an für large rifle) und passender Metallbohrer
  2. Distanzhülse, passende Scheiben und eine Maschinenschraube M6 mit Sechskant
  3. professionelles Stück Rollladengurt zum Beschädigungs-freien festhalten der Matrize im Schraubstock
  4. nicht abgebildet: 10er Schlüssel, Rohrzange und Akkuschrauber

Steckhuelse-1

  1. Schritt: einspannen im Schraubstock
  2. Aufbohren / durchbohren der Tasche für das Zündhütchen bzw. des Zündkanals

Steckhuelse-2

3. Schneiden des Gewindes

Steckhuelse-3

4. Probe-einschrauben der Schraube zur Bestimmung des richtigen Abstands, so dass weit genug in die Hülse eingeschraubt werden kann.

Steckhuelse-5

5. Einschrauben mit Distanzhülse, gegen halten an der Matrize mit der Zange, weil man den lee-Adapter dran gelassen hat und sich die Matrize einfach herausschraubt statt die Hülse herzugeben und dann mit dem Schlüssel so lange drehen bis das bushing herausfällt.

Steckhuelse-6

6. sich freuen, dass die Hülse draußen ist!

7. sich ärgern, dass man nicht gleich auf den Artikel gehört hat.

8. die Bügelmessschraube aus der Werkstatt mitnehmen um die Hülsen noch mal zu vermessen und die Maße für die Auswahl des Bushings zu überprüfen.

Dazu mehr im nächsten Artikel.

 

 

Monopod für Schwedenmauser

Es ist ein gutes Gefühl, wenn man mit der Leistung seines Gewehres vollends zufrieden ist! Dann hat man nämlich Zeit für Spielereien und die nächste möchte ich hier kurz vorstellen:

Mein Monopod für den Schwedenmauser.

Möglichst einfach sollte es in der Herstellung sein, deshalb habe ich mehr oder weniger auch nur einen simplen Gewindezapfen konstruiert, auf einen Klappmechanismus habe ich komplett verzichtet. Die Auflagefläche ist am „Fuss“ natürlich etwas größer ausgefallen und das Gewehr steht nun sicher auf drei Beinen. Ich wollte keine zu kleine Gewindestange verwenden und habe mich für eine mit Durchmesser 12mm entschieden. Da ich das Gewehr auch für Wettkämpfe verwenden möchte, sollte die Höhenverstellung fein ausfallen, ich habe deshalb ein (Fein-)Gewinde M12x1,25 gewählt. Eine Gewindestange M12 konnte ich ohne Weiteres leider nicht mehr in der ursprünglichen Bagrider-Kufe unterbringen, weshalb ich eine neue mit größerer Breite konstruiert habe. Der Größenunterschied fällt kaum auf, auf dem folgenden Bild ist die Kufe montiert.

Monopod Schwedenmauser 03

Da ich im oberen Bereich des Gewindeendes auf eine Klemmung oder Konterung verzichten wollte, habe ich ein feines Gewinde mit geringer Steigung gewählt, wodurch dann eine gewisse Selbsthemmung erreicht wird, sodass sich das Monopod während des Schießens nicht mehr selbst verstellen kann. Ob das bei einem „normalen“ Gewinde M12 nun der Fall gewesen wäre, bezweifle ich mittlerweile, aber den Vorteil der feineren Höhenverstellung habe ich nun zumindest.

Monopod Schwedenmauser 02

Da ich noch keine konkrete Vorstellung davon hatte, wie viel Gewindelänge eigentlich nötig ist, um sein Gewehr auch auf Distanzen bis ca. 1200m schießen zu können, habe ich zunächst 140mm gewählt. Das hat sich später als zu lang heraus gestellt, sodass ich davon gleich mal wieder 15mm abgeschnitten habe. Da meine kleinste Schießentfernung 100m ist, reicht es auch, wenn der Gewindebolzen bei dieser Entfernung gerade noch so aus der Bagrider-Kufe heraus schaut – zu diesem Zweck wird das Gewinde nochmals um 10mm gekürzt werden. Um den Schusswinkel zu erhöhen, dreht man das Gewinde ohnehin wieder hinein. Für einen möglichst großen Verstellbereich hin zu weiten Distanzen ist es deshalb vorteilhaft, oberhalb der Bagreider-Kufe einen ausreichenden Freiraum zu haben. Das ist bei mir konstruktiv durch die Schaftstrebe leider begrenzt. Für alle Fälle befinden sich aber nochmals 50mm „Reservegewinde“ im langen Auflagefuss des Monopods.

Monopod Schwedenmauser 04

 

Beim Schießen habe ich dann zwei gravierende Dinge festgestellt:

Der Einschießtisch in unserem Verein besitzt eine filzartige Oberfläche, die sich bei Verwendung eines Monopods als richtig flexibel heraus stellt. Geht man in den Anschlag, lastet natürlich etwas Gewicht auf der Schaftbacke, das überträgt sich nun auf die relativ kleine Auflagefläche des Monopds und verursacht einen größeren Druck auf die Unterlage. Diese gibt nach und infolge dessen darf sehr oft nachjustiert werden. Kein Problem, geht ja sehr schnell, muss aber gemacht werden…

Viel wesentlicher ist der Umstand, dass der Hinterschaft gar nicht mehr so geführt ist, als wenn man einen Sandsack verwendet. Dass ein Sandsack gegenüber einem Monopod durch die Auflage und seitliche Stabilisierung der „Ohren“ präzisere Ergebnisse liefert, war mir vorher schon bekannt. Nur jetzt hab ich es erstmals auch selbst erfahren. Dadurch, dass man die Ohren des Sandsacks gut beidseitig greifen kann, wird der Schaft erheblich besser geführt, was natürlich Ausschlag gebend für ein präzises Trefferbild ist.

Das Monopod ist nach einer Zeit des Trainings also sicherlich gut beherrschbar, ich bleibe aber aktuell noch beim Sandsack. An den bin ich schließlich auch gewöhnt…

Monopod Schwedenmauser 01

Battle of the scales: elektronisch vs. mechanisch

Mit der neuen Errungenschaft V0-Messgerät, genauer einem Magnetospeed Sporter, ist in Teil 6 der Serie „Rettet den Schwedenmauser!“ eine große Abweichung der V0 von Schuss zu Schuss mit der neuen N550 Laborierung für 6,5×55 SW festgestellt worden.

Aus dem dort aufgestellten 3-Punkte-Plan zur Rettung des Schwedenmauser widmen wir uns heute Punkt Nr. 2:

Austausch der genutzten mechanischen Waage gegen eine elektronische Waage

Bisher wird zur Wägung des Treibmittels ein Lee powder measure und eine Lee safety powder scale verwendet. Zum berühmten „trickeln“ der einzelnen Pulverkörnchen in die Waagschale der Waage dient eine kleine dosierflasche mit angeschnittener Spitze, so dass einzelne Körnchen mittels Druck auf den Flaschenkörper hinausgedrückt werden können.

Dabei gibt es drei wesentliche Probleme:

  1. die Waagschale muss zum Befüllen mittels powder measure von der Waage abgenommen und wieder angehängt werden. Das nachfolgende Schwingen führt, trotz magnetischer „Bremse“, zu einem unerwünschten Zeitverzug.
  2. Die Waage ist schlecht ablesbar, auch die aufgeklebte Pfeilspitze verbessert das nur bedingt und die Position der Waage ist nicht ergonomisch. (individuelles Problem des Aufbaus beim Nutzer)
  3. Zu oft kommen aus der Dosierflasche 2 oder mehr Pulverkörnchen und damit zu viele für eine konsistente Pulvermenge. (Ob die Körnchen-genaue Abmessung in Anbetracht der sonstigen Variablen im Gewehr relevant ist, muss jeder für sich entscheiden. Speziell zum Ausschließen als möglicher Auslöser der Probleme wird es hier als notwendig erachtet)

Um 1 und 2 direkt abzustellen, wird eine elektronische Waage mit ausreichender Kapazität und Genauigkeit bestellt und das von einem namhaften, deutschen Hersteller. Die Wahl fällt auf eine Kern EMB 100-3.

Die Funktionalität der Waage beschränkt sich auf ON/OFF und TARA, die Kapazität liegt bei 100 g (Gramm nicht grain) und die Genauigkeit und Wiederholgenauigkeit bei 0,001 g (Herstellerangabe).

Die Genauigkeit und Wiederholgenauigkeit sind wie gefordert, der Funktionsumfang hätte mehr sein dürfen. Bei 150 € statt 300 €+ UVP für dieses Modell und den Preisen für Waagen mit mehr Funktionalität geht das aber in Ordnung.

Für den Vergleichstest werden 20 Pulverchargen mit der bisherigen Methode (powder measure, mechanische Waage und „trickeln“) hergestellt und diese dann mit der elektronischen Waage ausgewogen. Das Ergebnis ist wie folgt:

battle-of-the-scales-1

Es ergeben sich verwirrende bis unangenehme, aber händelbare, Erkenntnisse:

  1. Die Lee Waage scheint nicht mehr akkurat kalibriert zu sein: statt der eingestellten 39,5 gr = 2,56 g ergeben sich im Mittel 2,541 g – Damit kann man umgehen und erklärt, zumindest teilweise, die Differenz von in Quickload errechneten 2.642 fps für diese Laborierung und gemessenen 2.569 fps. Mit der reduzierten Ladung (2,541 g / 39,21 gr) errechnet sich die V0 zu 2.626 fps.
  2. Die max. Abweichung von 12/1000 (!) g bzw. die min./max. Werte der Chargen-Stichprobe von 2,536 g / 2,548 g ergeben rechnerische V0-Differenzen von 11 fps bzw. V0-Werte von 2.621 fps / 2.632 fps. Wenn das tatsächlich die gemessene Differenz wäre, gäbe es nichts zu meckern! Die Realität sind 70 fps.
  3. Die elektronische Waage driftet nach wenigen Wägungen (<10) um ein paar tausendstel Gramm ab. Da das Gewicht der Pulverschale über TARA „genullt“ wird, lässt sich die Abweichung direkt ablesen und abziehen. Ab ca. 10 Wägungen wird dann jeweils mit der Pulverschale neu „genullt“.
  4. Die Wägung der Pulvercharge geht mit der neuen Waage bedeutend schneller und einfacher.
  5. Für das „trickeln“ muss eine Alternative gefunden werden. Vielleicht ist der Eigenbau des Kollegen Ausgangspunkt für eine Weiter- / Eigenentwicklung.

Insgesamt lässt sich sagen, dass der Kauf der elektronischen Waage nicht bereut wird.