Neue Ladedaten .308 Win. (200gr. HPBT)

Savage 10 BA 8

Rechtzeitig vor meinem nächsten Longrange-Shooting-Event habe ich es noch zum Händler meines Vertrauens geschafft und einige Komponenten für eine 200gr.-Laborierung im Kaliber .308 Win. gekauft, deren Entstehung ich kurz vorstellen möchte. Da es demnächst auf dem Truppenübungsplatz gilt, mit meiner Savage 10 BA endlich die 1000m-Marke zu knacken, wollte ich ein schwereres Geschoss als bisher verwenden, um die Empfindlichkeit gegenüber Seitenwind zu verringern. Dem Wind entsprechend – wie bisher – einfach weiter vorhalten geht natürlich auch, allerdings bedingt Seitenwind auch eine Höhenstreuung der Geschosse und ich hoffe so einfach schneller meine Klickwerte für die Drop-Chart ermitteln zu können.

Ausgesucht habe ich mir für die neue Patrone das Sierra-Matchgeschoss #2230, 200gr.  HPBT. Das von mir bevorzugte Pulver ist ja bekanntlich Lovex S060, die Ladedaten vom Hersteller (Explosia) wurden also erst mal zu Rate gezogen. Anschließend bin ich von der Ladeempfehlung etwas abgewichen und habe mit Hilfe eines Schützenkollegen und seiner Software „Quickload“ verschiedene Ladungen berechnet, diese sind:

Achtung, es wird keine Garantie für die Richtigkeit der Ladedaten übernommen!

Wiederlader handeln auf eigenes Risiko!

1.

  • Hülse: Hornady Match, Kailber .308 Win
  • Zündhütchen: Federal Ammunition FA 210
  • Pulver: LOVEX S060
  • Menge: 36,0 gr.
  • Geschoss: Sierra Matchking  HPBT #2230, 200gr.
  • OAL: 70,0mm
  • Crimp: keiner
  • V0: 708 m/s (berechnet)
  • Pmax: 3400 bar (berechnet)
  • Ladevolumen ca. 90%

 

2.

  • Hülse: Hornady Match, Kailber .308 Win
  • Zündhütchen: Federal Ammunition FA 210
  • Pulver: LOVEX S060
  • Menge: 36,5 gr.
  • Geschoss: Sierra Matchking  HPBT #2230, 200gr.
  • OAL: 70,0mm
  • Crimp: keiner
  • V0: 716 m/s (berechnet)
  • Pmax: 3534 bar (berechnet)

3.

  • Hülse: Hornady Match, Kailber .308 Win
  • Zündhütchen: Federal Ammunition FA 210
  • Pulver: LOVEX S060
  • Menge: 37,0 gr.
  • Geschoss: Sierra Matchking  HPBT #2230, 200gr.
  • OAL: 70,0mm
  • Crimp: keiner
  • V0: 724 m/s (berechnet)
  • Pmax: 3669 bar (berechnet)

Ich empfehle, eine Pulvermenge von 38,5 gr. (V0 748 m/s, Pmax 4105 bar) nicht zu überschreiten.

Zum Vergleich meine Standardlaborierung:

  • Hülse: Lapua Match, Kailber .308 Win
  • Zündhütchen: Federal Ammunition FA 210
  • Pulver: LOVEX S060
  • Menge: 39,3 gr.
  • Geschoss: Sierra Matchking  HPBT #2200, 168gr.
  • OAL: 71,7mm
  • Crimp: keiner
  • V0: 772 m/s (berechnet)
  • Pmax: 3219 bar (berechnet)

 

Die Schiessbahn war in diesem Fall eine Indoor-Halle, geschossen wurden jeweils 5er-Gruppen sitzend aufgelegt auf eine Entfernung von 100m mit Zweibein und Sandsack am Hinterschaft. Hilfreich beim Auswerten war dabei eine Durchmesser-Schablone aus Studienzeiten, ein Messschieber tut es aber auch, diesen sollte eigentlich jeder Wiederlader haben.

.308 Win. 200gr. BTHP 10

Erwähnenswert wäre noch, dass die Schussgruppen unabhängig von der Laborierung mit der Zeit enger geworden sind, ich bin wohl etwas zur Ruhe gekommen. Glücklicherweise habe ich mit zunehmender Pulvermenge zunächst immer nur auf das linke Schusspflaster angehalten. Im zweiten Durchgang war dann jeweils das rechte dran und man kann bei jeder einzelnen Pulvermenge eine Verbesserung erkennen – ansonsten wäre die 36,0-Grain-Laborierung wohl gleich wegen der anfänglichen Aufregung rausgefallen. Da ich noch keine Klickwerte für 100m und 200gr.-Geschosse hatte, liegen die ersten Schussgruppen auch noch unterhalb des Pflasters.

36,0 Grain

Streukreis 36mm (19mm) und 18mm

 

36,5 Grain

Streukreis 27mm und 17mm

 

37,0 Grain

Streukreis 22mm und 19mm

 

Meine Wahl fiel schließlich auf die Laborierung mit 37,0 Grain Pulver. Im Vergleich zur Laborierung mit 36,5 Grain (und dem engsten Streukreis) hat sie zwar einen etwas größeren Streukreis, diesem Umstand messe ich jetzt aber nicht allzu viel Bedeutung bei. Ausschlag gebend für die Wahl war ein gleich guter Streukreis bei höherer Mündungsgeschwindigkeit. Künftig wird diese Laborierung dann auch wieder in eine Hülse von Lapua geladen. In einem anderen Beitrag hatte ich bereits erwähnt, dass meine 168gr.-Standardlaborierung bei 1200m wieder die Schallgrenze erreicht. Da das 200gr.-Geschoss die Mündung im Vergleich schon mit weniger Geschwindigkeit verlässt, wird sich noch zeigen, ob die verringerte Seitenwindempfindlichkeit der einzige Vorteil ist und dass Geschoss möglicherweise nur noch schlapp auf 1000m ankommt (oder vielleicht gar nicht). Ich werde noch berichten, wie sich die Patrone auf lange Distanzen bewährt hat.

 

Nachtrag:

Mittlerweile bin ich vom Truppenübungsplatz zurück und kann sagen, dass die 168-Grain-Laborierung gerade so für Distanzen bis 1000m ausreicht. Sicherlich würde das Geschoss noch weiter fliegen, aber ab dieser Distanz ist der sog. „Bullet-Trace“ leider nur noch schlecht zu erkennen. Das bedeutet aber im Umkehrschluss auch, dass das Geschoss bei dieser Entfernung scheinbar in den Unterschallbereich kommt. Die theoretisch berechneten Werte sagen das zwar erst für eine Distanz von 1200m voraus aber ok, sie sind halt eben doch nur berechnet.

Nur auf den ersten Blick ist es überraschend, dass die 200-Grain-Laborierung aber bis zu einer Entfernung von 740m mithalten kann und zuverlässige Klickwerte für´s ZF liefert. Bei Betrachtung der obigen Ladedaten sieht man aber, dass die 168-Grain-Laborierung nicht gerade stark geladen ist und dadurch ihre Grenze für wiederholgenaue Entfernungen selbst setzt. Rückblickend betrachtet bot der Einsatz der schweren Geschosse keinen merklichen Vorteil, was die Empfindlichkeit gegen Seitenwind angeht. Ich werde sie aus diesem Grund für das Long-Range-Schießen verwerfen.

Wer sich für die aktuelle Drop-Chart interessiert, findet sie im Bereich Downloads.

Ein Kommentar zu “Neue Ladedaten .308 Win. (200gr. HPBT)

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