Zielfernrohr UTG SWAT 3-12×44 Compact

Ich hab mich ´ne Zeit lang dagegen gewehrt, ein ZF auf das AR zu montieren und wollte stattdessen eher an meinem EOTech 512 festhalten, bis ich die Möglichkeit erhielt, Tim´s Glas einfach mal auszuprobieren und die Präzision meines AR-15 zu testen. Das Resultat hat mir derart gut gefallen, dass ich auch eines haben wollte – nur sollte es nicht so viel kosten wie sein Leupold. Und ich hab mich auf das besonnen, was ich ursprünglich wollte: Schießen auf 50 und 100m und auf diese relativ geringen Entfernungen sollten es auch preiswertere Gläser tun. Letzten Endes habe ich Amazon genutzt, um ein Zielfernrohr zu finden, das mich preislich angesprochen und gute Bewertungen erhalten hat: Das SWAT 3-12×44 Compact von UTG mit 1/4 MOA Klickverstellung.

UTG SWAT 3-12x44 Left

Die Gegenprobe auf der amerikanischen Seite ergab über 500 Bewertungen, davon 65% mit 5 von 5 Sternen. Gekauft. Ich war sehr gespannt auf das Glas und bin positiv überrascht worden: Zwei Türme für die Höhen- und Seitenverstellung (mit der Möglichkeit zu Nullen), sowie einer für die Parallaxe sind vorhanden. Der Turm für die Parallaxe weist eine stufenlose Verstellung mit einer Skala in Yards auf. Die dort vorhandenen Markierungen sind 25, 35, 50, 100, 200, 500 Yards und unendlich. Verstellt man die Dioptrien und die Vergrößerung, bleibt der Augenabstand gleich. Mit im Lieferumfang enthalten sind zwei Flip-Caps sowie zwei Montageringe. Letztere finde ich optisch ganz ansprechend, weil sie durch die gefräste Nut auf der Oberseite nicht so langweilig wie manch andere günstige Montagen aussehen – und günstig sind diese auch, da wollen wir uns mal nichts vormachen.Die Flip-Caps wird man auf meinen Bildern nicht finden. Ich habe diese zwar auch lackiert, allerdings sitzen sie so stramm auf dem ZF-Tubus, dass ich befürchtet habe, dort die Farbe abzukratzen, wenn ich sie mal runternehmen will.

UTG SWAT 3-12x44 ISO

Positiv ist die innen an den Montageringen aufgeklebte Schutzfolie – sie hilft, den ZF-Tubus vor Kratzern oder Abdrücken zu schützen. Richtig praktisch ist auch die Möglichkeit, einen der beiden im Lieferumfang enthaltenen Inbus-Schlüssel in eine Durchgangsbohrung an der Flügelmutter für die Schienenklemmung stecken zu können. So lässt sich schonend für die Finger eine hohe Klemmwirkung auf der Picatinny-Schiene erreichen.

UTG SWAT 3-12x44 Right

Das Absehen ist ein Mil-Dot-Absehen, das für meinen Geschmack ruhig etwas dünner in den Strichstärken hätte ausfallen können. Aber das liegt sicherlich daran, dass ich bisher etwas Anderes von meinem Sightron SIII-ZF mit Target-Dot-Absehen gewohnt bin.

UTG SWAT 3-12x44 Reticle

Das Absehen kann auf Knopfdruck beleuchtet werden und wer hier nicht seine Lieblingsfarbe findet, dem ist nicht mehr zu helfen. Ich bin zwar kein Freund von rot, grün als zweite Farbe hätte vollkommen ausgereicht – aber gleich 36 an der Zahl, das nenne ich Spielerei. Der zugehörige Chip sitzt oben auf dem ZF-Tubus unterhalb der Druckknöpfe für die Schnellwahl Rotes Absehen („R“) oder Grünes Absehen („G“). auf dem gleichen Dom befindet sich das Batteriefach, das mit einem O-Ring unterhalb des Schraubdeckels abgedichtet ist. Für den Betrieb des Leuchtabsehens wird eine Knopfbatterie vom Typ CR 2032 benötigt, zwei davon befinden sich beim Kauf im Lieferumfang. Die Einstellung der letzten gewählten Farbe wird beim Ausschalten gespeichert.

UTG SWAT 3-12x44 Top

Hier ist eine kurze Anleitung zur Bedienung des Glases:

  1. Leuchtabsehen ist ausgeschaltet.
  2. Drücken des Knopfes „R“ („G“) schaltet das Leuchtabsehen in der Farbe rot (grün) ein.
  3. Nochmaliges Drücken des Knopfes „R“ („G“) verändert die Intensität des Leuchtabsehen hin zu einem schwächeren Leuchten in der entsprechenden Farbe rot oder grün (Stufe 6 = AUS).
  4. Drücken und Halten des Knopfes „R“ („G“) für min. 1 Sekunde schaltet das Leuchtabsehen aus.
  5. Das Leuchtabsehen schaltet sich nach einer Stunde Inaktivität aus.

Multi-Color:

  1. Leuchtabsehen ist ausgeschaltet.
  2. Drücken des Knopfes „R“ („G“) schaltet das Leuchtabsehen in der Farbe rot (grün) ein.
  3. Gleichzeitiges Drücken des Knopfes „R“ und „G“ für ca. 1 Sekunde wechselt in den Multi-Color-Modus.
  4. Die Auswahl der Farbe folgt nun folgendem Schema:
  5. UTG SWAT 3-12x44 Farbtabelle
  6. Pro Tastendruck auf den „G“-Knopf werden nun die Spalten von links nach rechts geschaltet, z.B. von Magenta-Blue zu Thistle-Skyblue.
  7. Pro Tastendruck auf den „R“-Knopf werden schließlich die Zeilen von oben nach unten geschaltet.
  8. Überspringt man versehentlich eine Spalte oder Zeile, muss „durchgeschaltet“ werden.
  9. Gleichzeitiges Drücken des Knopfes „R“ und „G“ wechselt zurück in den Rot-Grün-Modus.
  10. Die letzte Multi-Color-Einstellung bleibt beim Wechsel zum Rot-Grün-Modus erhalten, auch wenn der Chip für den Umschaltvorgang nochmal kurzzeitig zur nächsten Farbe in der Zeile oder Spalte wechselt.
  11. Drücken und Halten des Knopfes „R“ („G“) für min. 1 Sekunde schaltet das Leuchtabsehen aus.
  12. Das Leuchtabsehen schaltet sich nach einer Stunde Inaktivität aus.
  13. Auch im Multi-Color-Modus kann das Leuchtabsehen jederzeit durch Drücken der Taste „R“ oder „G“ ausgeschaltet werden, je nach Tastendruck ändert sich auch hier nochmal kurzzeitig die Farbe, die ursprünglich eingestellte Farbe bleibt aber abermals erhalten.
  14. Beim nächsten Einschaltvorgang befindet man sich wieder in dem Modus mit der zuletzt gewählten Farbe, in dem man das Leuchtabsehen ausgeschaltet hat. Zum Ausschalten des Absehens aus dem Multi-Color-Modus ist der Schritt 9 also nicht unbedingt notwendig.

So, jetzt könnt Ihr vielleicht nachvollziehen, warum zwei Farben eigentlich reichen …

Nun zu den Schwachpunkten des Glases: Bei niedriger Vergrößerung habe ich eine Unschärfe am Rand festgestellt und das Leuchtabsehen macht seinem Namen bei Dämmerung alle Ehre: Es wird nämlich ordentlich Licht erzeugt und zwar so viel, dass ich hinein blickend schon die Gewindegänge für die Sonnenblende (übrigens nicht im Lieferumfang enthalten) sehen konnte. Dennoch erkennt man alles wunderbar, man wird keinesfalls geblendet! Unglücklich ist auch, dass nach einer gewissen Verstellung die Graduierung auf dem Höhen- und Seitenturm leider nicht mehr zum Rastpunkt der Klickverstellung pass. Alles in allem ist das Zielfernrohr für den Preis von ca. 180 Euro aber eine gute Wahl, besonders im Hinblick auf das mitgelieferte Zubehör. Ein Schussbild damit findet Ihr weiter unten oder in meinem Beitrag zum AR-15 von HERA Arms. Geschossen wurde sowohl auf 100m, als auch auf 300m mit einem AR-15 mit 18“-Match-Lauf, Zweibein, Sandsack und natürlich dem ZF von UTG auf 12-facher Vergrößerung.

100m mit 55gr.-Geschossen in .223 Rem.:

Schussbild HERA Arms the 15th

300m mit 68gr.-Geschossen in .223 Rem.:

Schussbild HERA Arms the 15th_3

Noch einige Tipps zum Lackieren:

Als Farbe habe ich mir RAL 7006 in eine Spraydose füllen lassen. Elektrisches Isolierband ist gut zum Abkleben geeignet, weil es sich nicht mit nasser Farbe vollsaugt. Ein Skalpell oder eine scharfe Klinge vom Cuttermesser sollten auch in Reichweite sein, um Farbe ggf. vorsichtig wieder abzukratzen zu können. Dünne Streifen von Isolierband habe ich überall dort aufgeklebt, wo Skalen zu sehen waren. Wenn man bei den Türmen für das Fadenkreuz die Klemmschrauben für die Nullpunktverstellungen löst, kann man das Isolierband dort sogar ein Stück weit einschieben und letztendlich wieder mit der Schraube klemmen.

Wer mehr über das gezeigte AR-15 wissen möchte, kann hier weiterlesen.

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