H&K P9S Puffergehäuse, Teil 2

Es ist soweit, die ersten Puffergehäuse der HK P9S sind fertig!

Zu sehen sind neben den jeweiligen Originalteilen die beiden noch unbrünierten Versionen der Kaliber 9mm und .45ACP (.45 Auto). Wer vom Fach ist, mag erkennen, dass die äußeren Flächen gefräst sind. Die Tasche für den Elastomerpuffer wurde hingegen funken-erodiert. Einige weitere Teile – dann komplett brüniert – erhalte ich in den kommenden Tagen.

An einer Lösung zur Nachfertigung der Elastomerpuffer wird aktuell ebenfalls gearbeitet. Es mögen bei diversen Händlern vielleicht noch ausreichend auf Lager sein (das weiss ich aktuell leider nicht), aber wer bei Wikipedia mal recherchiert, wann die Produktion der Pistole eingestellt wurde, kann auch sehr schnell errechnen, wie alt die noch verfügbaren Puffer heute sein dürften. Selbst, wenn die Puffer noch 10 Jahre nach Produktionsstopp als Ersatzteile für die Pistole hergestellt wurden, sind sie heute denkbar alt und irgendwann wohl auch „überlagert“. Das ist zumindest mein Kenntnisstand aus dem Bereich der Hydraulik und deren Dichtungen.

Wer also Interesse an den Puffergehäusen hat, möge das Kontaktformular nutzen (siehe „Produkte“) oder mir eine Mail schreiben (siehe „Impressum“).

Wichtig:

Zuallererst wird die Testphase an den Waffen beider Kaliber abgeschlossen, aktuell sind also nur Reservierungen möglich.

International customers are welcome! Please note, that prior to any shipping, the test phases for pistols of both calibers have to be completed successfully. Use the contact form (see “Produkte”) or my e-mail (see “Impressum”) to get in contact with me.

H&K P9S Puffergehäuse

Das Hintergrundbild der H&K P9S stammt von Wikipedia, die genaue Quellenangaben stehen in den folgenden beiden Absätzen.

Von Rizuan (talk) – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9086956

https://de.wikipedia.org/wiki/HK_P9S#/media/Datei:HK_P9S_PDRM.jpg

Der ehemalige Besitzer meines zweiten (jetzt bei einem Händler eingelagerten) AG42B Ljungman ist ebenso Besitzer einer Pistole P9S von Heckler & Koch. Da er nicht nur eine flüchtige Bekanntschaft im Rahmen des Ankaufs ist, hatte ich während des Projekts AG42B und insbesondere während der Entstehung dessen Ersatzteile häufiger Kontakt zu ihm. Das brachte ihn auf die Idee, die mittlerweile sehr raren und somit leider auch teuren Puffergehäuse für die P9S bei mir als Nachfertigung anzufragen. Leider brechen diese Teile nicht selten im Gebrauch, insbesondere, wenn sich der innenliegende Elastomerpuffer zerlegt und man diesen Umstand nicht gleich bemerkt. Sämtliche Kräfte des Repetiervorgangs wirken dann ungebremst auf die konkave Geometrie auf der Oberseite des Puffergehäuses ein, die unter dieser Belastung abbricht.

Das Vorhaben einer Nachfertigung wurde mit H&K abgestimmt. Da die Produktion dieser Pistole aber bereits im Jahr 1995 eingestellt wurde, spielen Patente (20 Jahre) und Gebrauchsmuster (10 Jahre) rechtlich gesehen zudem keine Rolle mehr. Die Puffergehäuse werden sowohl für das Kaliber 9mm, als auch für das Kaliber .45 ACP / .45 Auto. verfügbar sein. Den Elastomerpuffer möchte ich bei dieser Gelegenheit auch noch angehen, aber alles zu seiner Zeit.

Aktuell sind bereits Teile in der Anfertigung, ich rechne damit, dass die Erprobungsphase dann spätestens Mitte Mai 2021 beginnt – ich werde weiterhin berichten!

Stahl selbst brünieren

Im Rahmen meines Projekts „Taktischer Schaft für den AG42B“ habe ich mich mal selbst daran versucht, Stahlteile zu brünieren. Die Gelegenheit, das gerade jetzt auszuprobieren war günstig, denn ich hatte einige Teile, die später nach der Montage nicht wirklich im sichtbaren Bereich sein werden. Trotzdem sollten sie mit der Zeit nicht rosten und so habe ich kurzerhand versucht, sie mit einer Schnellbrünierung aufzuhübschen und gleichzeitig zu konservieren. Ich habe es mir einfach gemacht und mal beim großen Online-Versandhändler nach dem Schlagwort „Brünieren“ gesucht. Es dauerte nicht lange und ich habe die nachfolgende Schnellbrünierung von Ballistol gefunden, die mit knapp über 270 Bewertungen durchweg gut weggekommen ist und für unter 11 Euro zu haben war.

Hier ist ein kurzer Bericht zu meiner Vorgehensweise und den Resultaten meiner Arbeit.

Sicherheitsvorkehrungen

Das Zeug ist alles andere als gesund! Arbeitet an einem Ort, an dem Ihr von der Brünierung auch etwas verschütten könnt, ohne dass der Untergrund für immer verschandelt ist, denn ätzend ist sie auch noch. Gummihandschuhe sind sehr empfohlen, ich hatte glücklicherweise dünne aus Nytrilkautschuk, mit denen hat man noch viel Feingefühl beim Arbeiten. Falls möglich, sorgt für ausreichend Belüftung.

Vorarbeit am Bauteil

Das ist schnell erklärt: Durch irgendeine Bearbeitung ist ein Stahlteil nun an einer Stelle blank. Wenn diese Stelle später wieder schön aussehen soll, empfehle ich, sie mit Schleifpapier von 400er Körnung vorzubehandeln.

Mindestens die Stelle, wenn nicht das ganze Bauteil, sollte vor dem Brünieren auch mit Waschbenzin sorgfältig entfettet werden. Ich habe dazu eine kleine Espresso-Tasse geopfert und kurzerhand einige Teile darin versenkt. Die Schrauben auf dem unteren Bild wurden alle gekürzt und teilweise noch am Kopfdurchmesser abgedreht.

Aufgetragen habe ich die Brünierung mit einem Wattestäbchen. Man kann erstaunlich viel Fläche auf diese Art und Weise bestreichen, die Flasche wird bei mir wohl ewig halten! Was mich sehr gewundert hat, war, dass die Brünierung sofort mit dem Stahl reagiert hat. Er ist fast schlagartig geschwärz worden. Eine etwas längere Schraube habe ich am Schaft mit dem Kopf zuerst in die Flasche getunkt. Auf einem Blatt Papier wollte ich die überflüssige Brünierung dann loswerden und habe die Schraube aufgesetzt, allerdings hat es fast keinen Abdruck gegeben…

Die Teile habe ich nach der ersten Anwendung 25 Minuten ruhen lassen und so sehen sie danach aus:

Was auch immer sich da für eine Schicht gebildet hat, ich habe sie mit etwas Poliervlies leicht abgerieben. Die Prozedur des Brünierens habe ich dann ohne erneutes Entfetten wiederholt und nach weiteren 25 Minuten diesmal mit einem weichen alten T-Shirt abgerieben. Das Ergebnis ist überraschend gut! Zum Vergleich habe ich zwei weitere noch nicht brünierte Schrauben dazu gelegt.

Nachbehandlung

Nachträgliches Abreiben scheint erstmal nicht zu reichen. Die Brünierung ist wohl auch weiterhin am wirken, so hat sich auf den Bauteilen am nächsten Tag stellenweise wieder eine leichte Oxidschicht gebildet. Nach dem nochmaligen Abreiben mit einem ölgetränktem Stück Stoff war es dann aber schließlich erledigt und der chemische Prozess war am nächsten Tag beendet. Bauteile, die direkt noch am Tag der Brünierung mit Öl abgewischt wurden, haben am Folgetag trotzdem noch eine neue Oxidschicht gebildet – das war allerdings nur sehr wenig. Nach erneutem Abwischen mit Öl war dann auch hier ab dem zweiten Tag alles gut.

Wheels and Tracks 2019

Vom 17.-18. August 2019 fand die Veranstaltung Wheels and Tracks in Laubus-Eschbach bei Weilmünster statt, die ich am zweiten Veranstaltungstag besucht habe. Das Gelände umschloß neben einem Festplatz und Wiesen auch das dort befindliche Motocross-Gelände sowie einen benachbarter Acker. Das Treffen richtet sich vor allem an Fans von historischen Militärfahrzeugen, aber auch solche der Reenactment-Szene kommen auf Ihre Kosten. Das Programm wurde zudem mit einem Militaria-Flohmarkt, diversen Verpflegungsständen und einem Festzelt abgerundet, in dem am Abend des ersten Tages eine Band auftrat, die Lieder der entsprechenden Epoche spielte.

Das für mich größte Highlight der Veranstaltung war aber, selbst in diesen Militärfahrzeugen mitfahren zu dürfen. Als großer Fan vom NSU Kettenkrad und von Halbkettenfahrzeugen allgemein, bin ich hier voll auf meine Kosten gekommen! Die Mitfahrgelegenheiten waren einfach organisiert: Wertmarken für die kleine oder große Fahrzeugkategorie kaufen (5€/10€), anstellen und einsteigen.

 

Erste Eindrücke beim Betreten des Geländes:

 

Reenactment:

 

Leichte Fahrzeuge auf der Motocross-Bahn und dem Festgelände:

Einige leichte Fahrzeuge fuhren auch später auf dem weitläufigen Acker, wo die schweren Fahrzeuge zu finden waren.

 

Abstellplatz für Militärfahrzeuge (nicht öffentlicher Bereich):

Nur eine kleine Auswahl meiner Bilder…

 

Die Reservistenkameradschaft Weilmünster:

 

Der Acker der Glückseligkeit:

 

… und einige Videos: