Hera Arms AR-15, Laufwechsel

Hier ist mein Erfahrungsbericht zum Laufwechsel an meinem AR-15 von Hera Arms, der durch entsprechend schlechte Schussbilder notwendig geworden ist. Diese Schussbilder sind nicht erst seit Kurzem so, dass sie mir nicht mehr gefallen haben und trotzdem hat es etwas länger gedauert, bis ich das Thema Laufwechsel überhaupt in Erwägung gezogen habe. Übrigens sind fast alle Schussbilder (damals wie heute) sitzend mit Zweibein und Sandsack am Hinterschaft entstanden, nur in wenigen Fällen habe ich den Sandsack mal probehalber weggelassen.

Rückblick: Schussbild und Laborierung der damaligen Neuwaffe (18“-Lauf, US100)

Gekauft habe ich die Waffe mit dem Upper „US100“, das ist im Wesentlichen der schwarze 18“ Matchlauf von Hera. Die Schussbilder sahen mit der entsprechenden Laborierung damals wie folgt aus:

Für mich kein Grund, irgendwas zu bemängeln…

Hier nochmal die zugehörige Laborierung:

  • Hülse: Lapua Match
  • Pulver: 23,5 gr. Lovex S060
  • Geschoss: Hornady Vollmantel-BT, 55gr.
  • Zünder: Federal Ammunition FA 205
  • OAL: 56,6mm
  • Lauflänge: 18 Zoll

Schussbilder nach 3850 Schuss:

Ich habe fleißig Rohrbuch geführt und kann die Belastung des Laufs daher sehr genau angeben. Wie auf den Bildern zu sehen ist, wurden die Streukreise bei ansonsten gleicher Laborierung mit der Zeit größer. Ich habe daraufhin angefangen, mit anderen Geschosstypen (unter Beibehaltung der OAL und der Pulvermenge) zu experimentieren, die Hinweise nahe der Schussbilder sind „H“ für die alte Laborierung mit 55gr. Hornady VMBT-Geschoss, „M“ für 52gr. Sierra Matchking 1410 HPBT und „G“ für 55gr. Sierra Gameking 1390 HPBT.

Ich habe dazu auch verschiedene Anschlagsarten ausprobiert, sodass ich die Waffe mal mehr und mal weniger in die Schulter gezogen habe – das hat aber auch nichts gebracht, außer der Erkenntnis, dass man die Waffe mit diesem Schaft besser doch in die Schulter zieht. Es gab bei allen Geschosstypen durchaus auch gute Streukreise mit knapp über oder unter 22mm (über die Geschossmitten gemessen), die meisten Streukreise maßen allerdings im Bereich >35mm und viel zu häufig auch um die 45mm bis hin zu 50mm. Im Hinblick auf das, was mal an Streukreisen möglich war, war ich von den Ergebnissen wirklich enttäuscht.

Telefonat mit Hera Arms

Daraufhin habe ich bei Hera Arms angerufen und mich mal erkundigt, was mir als Endverbraucher für Optionen offenstehen. Hera hat sich bereiterklärt, sich der Sache anzunehmen und hat mein Upper durch Overnite für eine Inspektion abholen lassen. Ein Probeschießen und eine Laufinspektion sollten auch erfolgen – das alles bis dahin erstmal kostenlos für mich. Da sich die Firma in den Vorbereitungen für das Steelmatch 2020 befand, hat die Befundung zwar etwas länger gedauert, dafür ging der Laufwechsel ab dem Tag der Entscheidung dafür umso schneller.

Laut Hera Arms konnte man also bereits Abnutzungsspuren im Laufinneren erkennen und das von Hera ermittelte Schussbild wurde für diese Sorte Lauf als „grenzwertig“ angesehen. Das hat mich nicht wirklich beruhigt, denn für mich war die Grenze längst überschritten – aber es hat mich in meiner Entscheidung bekräftigt! Geschossen wurde übrigens mit dem hauseigenen ZF der Marke Vortex (5-30×56, wenn ich mich recht erinnere), eigene Gläser oder sonstiges Zubehör sollten vor Einsendung aufgrund eingeschränkter Gewährleistungsansprüche aber demontiert werden.

Im Beratungsgespräch nach der Befundung habe ich dann mal nach Erfahrungswerten für die Haltbarkeit von Läufen gefragt und das Gespräch kam sehr schnell auf das Thema Laufreinigung, die daran einen großen Anteil haben kann. Eine Schussbelastung von knapp 3800 Schuss ist nun wirklich nicht allzu viel und es kam der Gedanke auf, dass der Lauf vielleicht „kaputtgeputzt“ wurde. Das war mir erst nicht schlüssig, denn alles, womit ich in und an den Lauf gehe, ist definitiv weicher, als der Laufstahl selbst. Sei es nun die Messingdrahtbürste oder jene aus Nylon. Eine Sache ist aber nicht von der Hand zu weisen und ist bei nachträglicher Betrachtung auch schlüssig: Die Tatsache, dass ich ca. alle 200 Schuss die Kupferablagerungen der Geschosse im Lauf mit 25%igem Ammoniak löse, könnte zur frühzeitigen Abnutzung desselben geführt haben.

Ich habe schon öfter von anderen Schützen gehört, dass die Verwendung von Ammoniak generell als schädlich für den Lauf angesehen wird. Allerdings habe ich auch gehört, dass das nur dann der Fall ist, wenn man das Ammoniak im Lauf trocknen lässt und sich dadurch feine Kristallstrukturen auf der Oberfläche bilden, die dann mit dem nachfolgenden Schuss zu Beschädigungen führen. Ich war der Meinung, dass eine nachträgliche gründliche Trocknung mit mehreren Patches und einer ordentlichen Ölung des Laufs im Anschluss an die Behandlung mit Ammoniak aber genau das verhindern sollten. Ich weiss es auch nicht besser und Sagen und Mythen haben natürlich auch ihren Platz im Schießsport, also lassen wir das mal so stehen…

Hera Arms hat mir hingegen erklärt, dass die Einlagerungen von Messing imstande sind, kleinere Unebenheiten (übrigens mikroskopisch klein und in der Werkstoffkunde auch „Pittings“ genannt) zu füllen. Das Entfernen dieser Einlagerungen mit Ammoniak löst diese Füllung aber heraus und gibt die darunter liegende Oberfläche wieder den nachfolgenden Brenngasen preis. Da das Pitting mit einem Schlagloch vergleichbar ist, ist klar, dass es bei regelmäßigem Auswaschen der Füllung mit der Zeit eigentlich nur noch größer werden kann, weil die Angriffsfläche für die Brenngase immer wieder freigelegt wird.

Für mich stand also schnell fest, dass ich einen neuen Lauf haben möchte. Zwei Läufe standen für mich zur Auswahl: Abermals der „alte“ 18-Zöller oder der relativ neue SPB200 Matchlauf mit einer Lauflänge von 16,75“. Mit Letzterem wurden laut Hera in einigen Fällen sogar engere Streukreise geschossen, als mit dem 18“-Lauf. Ich habe auf diese Meinung vertraut und das „Go“ für den Einbau des SPB200 gegeben. Nach nur ca. 1,5 Wochen konnte ich mein Upper dann inkl. allen notwendigen Arbeiten und mitsamt neuem Beschuss auf dem Steelmatch in Philippsburg abholen. Die Kosten für den Laufwechsel mit einmaligem Transport durch Overnite und Neubeschuss beliefen sich auf ca. 320 € – ein super Preis! Der Verschlusskopf war noch in entsprechend gutem Zustand und musste nicht getauscht werden, der Verschlussabstand hat nach dem Laufwechsel ebenfalls noch gestimmt.

Schussbilder mit 23,5 gr. S060 und Lauf SPB200

Ich habe zwar von der alten Munition (23,5 gr. Lovex S060 mit 55gr. Hornady Vollmantel-BT) noch einiges übrig, aber diese Sorte kam erstmal nicht zum Einsatz. Priorität hatte erstmal wieder die Erprobung der „Neuen Geschosse“ 55gr. Siera HPBT Game King und 52gr. Sierra HPBT Matchking. Sie wurden abermals mit der Pulvermenge von 23,5gr. S060 kombiniert und um möglichst gute Bedingungen zu schaffen, habe ich als Zweibein eines von Harris genutzt, statt weiterhin dessen Klon zu verwenden. Das Ergebnis war gar nicht mal so schlecht, hat mich jetzt aber auch nicht wirklich in Begeisterung versetzt. Immerhin besser als vorher…

Schussbilder mit 24,0 gr. S060 und Lauf SPB200

Wo ich schonmal beim Ausprobieren war, habe ich zu den Geschossen „Matchking“ und „Gameking“ natürlich auch mal die Pulvermenge von 23,5 auf 24,0 gr. erhöht – das Ergebnis war genau das, was ich mir erhofft hatte! Wie man auf der Auswertung sehen kann, waren Streukreise („über Mitte“) von 9-14mm auf eine Entfernung von 100m möglich. Klar, man sieht in fast jedem Schussbild noch einen Ausreißer, aber diese habe ich selbst verursacht. Das soll heißen, ich habe im Schuss bereits gemerkt, dass ich das AR meist nicht richtig fixiert habe.

Um sicher zu gehen, ob es notwendig ist, nun dauerhaft auf die relativ teuren Geschosse von Sierra umsteigen, habe ich die 24 gr.-Laborierung natürlich auch mit den „alten“ Geschossen von Hornady (=H) aber auch mit den Gameking (=GK) von Sierra ausprobiert (linkes Bild). Im rechten Bild sieht man eine 9er- und zwei 10er-Schussgruppen mit Hornady VMBT, Sierra Gameking und Sierra Matchking.

Es wurden zwar auch mit den Geschossen von Hornady vereinzelt sehr gute Streukreise geschossen, allerdings war die Tenzend zu besseren Schussbildern eher bei Sierra zu sehen. Preislich unterscheiden sich Gameking und Matchking kaum. Da der Streukreis mit Matchking-Geschoss im letzten Bild allerdings etwas enger ist und der Preis sogar einen Ticken geringer als beim Gameking-Geschoss, ist meine Entscheidung für das Sierra Matchking 1410 52gr. HPBT-Geschoss gefallen. Nebenbei bemerkt, war das ebenfalls jenes Geschoss, mit dem auch Hera Arms in Verbindung mit dem SPB200 die besten Streukreise erzielt hat, dort allerdings mit Fabrikmunition S&B Match oder GGG (beide waren sehr gut getestet, aber nur eines hat das 52gr. Sierra-Geschoss, wenn ich mich recht erinnere).

Der Vollständigkeit halber nochmal die neue Laborierung:

  • Hülse: Lapua Match
  • Pulver: 24,0 gr. Lovex S060
  • Geschoss: Sierra Matchking 1410 HPBT, 52gr.
  • Zünder: Federal Ammunition FA 205
  • OAL: 56,6mm
  • Lauflänge: 16,75 Zoll (Matchlauf)

Schussbild mit 24,0 gr. S060 und SRB-Upper

Wo ich schonmal dabei bin, gehe ich den Weg auch zu Ende und jage meine Laborierungen auch nochmal durch das SRB-Upper von Hera Arms

Schussbild mit 23,5 gr. S060 und SRB-Upper

Wie auf dem Bild ersichtlich, besitzt das SRB ein leistungsschwacheres ZF. Es hat nur einen 12-fachen Zoom, der für die Erprobung voll aufgedreht war und zudem ein Mil-Dot-Absehen mit einem Fadenkreuz, das das Schusspflaster auf 100m schon komplett verdeckt. Unter diesen Bedingungen bin ich mit dem zweiten Schussbild unter Verwendung der alten Laborierung ziemlich zufrieden.

Mein Fazit:

Im SPB200 16,75″ verwendet man besser 24,0 gr. S060, die Sierra-Geschosse Matchking und Gameking sind fast gleich gut.

Im SRB 16,75″ ergibt eine Pulvermenge von nur 23,5gr. S060 die besseren Streukreise. Andere Geschosse als das Hornady 55gr. VMBT-Geschoss wurden bisher noch nicht getestet.

Mit dem 18″-Matchlauf wurden damals sehr gute Streurkreise mit der Laborierung ganz oben (23,5 gr. S060) erzielt. Ob ich vor dem Laufwechsel vielleicht noch etwas mit einer 24 gr.-Laborierung und eventuell einem anderen Geschoss etwas zum Besseren hätte verändern können, werde ich leider nicht mehr erfahren – da war ich zu voreilig…

AG42B Taktischer Schaft, Teil 2

Nach dem Ausschäften habe ich ca. 1,5 Wochen gebraucht, das komplette System maßlich ins CAD zu übertragen. Insbesondere die Maße des Systemkörpers selbst waren recht kompliziert. Die Entwicklung eines neuen Magazins mit dazu passendem Magazinschaft, sowie seiner korrekten Positionsfindung unterhalb der Laderampe entfiel diesmal, weil das Komplettsystem dazu schon alle notwendigen Teile innehatte. Diese Teile habe ich natürlich auch wiederverwendet, lediglich für deren teilweise komplizierte Geometrien musste ich bei der Übertrageung ins CAD Sorgfalt walten lassen. Die zugehörigen Winkel und Übergangsradien waren nicht immer einfach zu ermitteln.

Nebenbei bemerkt sollte man bei der Handhabung mit dem Gewehr wirklich auf den vorgespannten Verschluss achten! In so gut wie jedem Youtube-Video wird vor diesem Mechanismus gewarnt und mir hat er schließlich auch einen Abend in der Notaufnahme beschert. Ich wusste zwar, was man nicht machen sollte, allerdings hat mich das nicht davor bewahrt, beim Vermessen und Hantieren unachtsamerweise hinein zu greifen und den Verschlussfang zu lösen. Wenigstens ging es schnell…

So, eine Runde Mitleid und weiter geht’s!

Ich habe mich bereits nach kurzer Zeit der Konstruktion dazu entschlossen, wesentliche Merkmale des Taktischen Schafts für den Schwedenmauser zu übernehmen. Insbesondere war das aufgrund der beim AG42B vorhanden Verschlussabdeckung notwendig, die leider recht hoch baut. Um das auch für dieses Gewehr geplante ZF am Basisschaft zu befestigen, hätte die Konstruktion aufgrund der beidseitigen „Höcker“ und der massiven Kimme (welche gleichzeitig die Führungsnut für den Ladestreifen darstellt) unnötig breit und hoch ausfallen müssen.

Um das zu umgehen, habe ich mir einen zweiten Verschlussfangdeckel nachgekauft und diesen wie folgt nachgearbeitet:

Zuerst sind die Höcker entfernt worden, indem die Nieten der Blechprägeteile aufgebohrt wurden. Der Prallschutzbügel mit Gummipuffer war am nachgekauften Teil erst gar nicht vorhanden, er wäre aber leicht zu entfernen gewesen, indem einer seiner umgebogenen Drahtbügel wieder zurückgebogen worden wäre. Dann wäre er schon aus seiner Halterung gefallen. Die besagte Halterung wurde auch wieder vernietet, sodass hier abermals die Bohrmaschine zum Einsatz kam. Die Kimme habe ich nur so weit abgeschliffen, dass der auf dem Deckel befindliche Dom nicht seine obere Abdeckplatte einbüßt.

Letztendlich sind unter den Höckern diejenigen Rillen zum Vorschein gekommen, mit dem der Verschlussfangdeckel ursprünglich mal bedient werden sollte (die Höcker waren eine der damaligen Verbesserungsmaßnahmen, soweit ich das recherchiert habe). Mir war das ebenfalls zu wenig und so habe ich im CAD-Modell ausprobiert, was nötig ist, damit man eben diesen Deckel noch betätigen und trotz allem nach hinten an der rechten ZF-Halterungen vorbei entnehmen kann – ich habe schließlich keine Lust, das Gewehr von Vorne und dazu noch mit gespanntem Verschlussdeckel zu putzen. Da wäre der nächste Krankenhausaufenthalt schon vorprogrammiert…

Die Lösung sollte schließlich ein kleines Stück Stabstahl bringen, das auf den Deckel aufgeschweißt wurde. Klar, dass das gesamte Bauteil später nochmal brüniert werden muss.

Im Hinblick auf die Präzision, die ich mir später von dem Gewehr erhoffe, plane ich, die dafür notwendigen Patronen – wie für den Schwedenmauser auch – einzeln wiederzuladen. Dass ich die Hülsen aufgrund des Auswurfmechanismus´ dazu besser auffange, versteht sich von selbst. Aus diesem Grund habe ich mir frühzeitig überlegt, wie ein Hülsenfangsack am Gewehr am besten befestigt werden kann. Für dessen Befestigung wollte ich nicht unbedingt den Alu-Schaft mit von außen sichtbaren Gewindebohrungen versehen. Aus diesem Grund habe ich ein zuvor schon konstruiertes Verbindungsteil zwischen Basisschaft und Vorderschaft so abgeändert, dass es den Hülsenfangsack aufnehmen kann.

Der Hülsenfänger wird nach Vorbild meines Eigenbaus für Picatinny-Schienen entstehen, dazu habe ich nochmals einen Fangsack von UTG beim großen Online-Versandhändler gekauft.

Das fertige CAD-Konzept sieht nach ca. 3 Wochen Arbeit schließlich folgendermaßen aus (das Magazin ist noch nicht dargestellt):

Der komplette Hinterschaft wurde vom „Schwedenmauser“ übernommen, lediglich minimalste Details sind geändert worden. Der Lauf ist abermals freischwingend und das oben verlaufende Gasabnahmerohr wird nicht mehr verdeckt. Das Monopod wird nicht angefertigt, weil es noch vom Schwedenmauser vorhanden ist. Die Reinigung des Laufs kann jetzt erfolgen, indem der Verschlussdeckel den Verschluss spannt und einrastet. Der am Ende sitzende Anschlagblock wird dann nach oben hin entnommen (noch ca. 2mm, bis er an den ZF-Tubus anschlägt), woraufhin der Verschlussdeckel mit Verschluss gänzlich nach hinten entnommen werden kann. Die Wangenauflage wird dann nach unten verstellt und der Putzstock kann verwendet werden.

AG42B Taktischer Schaft, Teil 1

Die Sammler unter Euch müssen jetzt ganz stark sein…

Seit ich das erste Mal die Leistung der Patrone 6,5×55 SE beim Longrange-Schießen erleben konnte, bin ich von diesem Kaliber überzeugt. Neben dem AG42B Ljungmann aus der Fabrik Carl Gustavs ist mir eigentlich kein anderer Halbautomat in diesem Kaliber bekannt. Nachdem ich schließlich das Projekt „Taktischer Schaft für Schwedenmauser“ erfolgreich abgeschlossen hatte, war ich auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Ganze 8 Monate war ich auf der Suche nach einem bezahlbaren Gewehr AG42B und habe es schließlich auch nur durch Zufall mithilfe eines Schützenkollegen gefunden.

Wie zuvor auch, werde ich weitere Beiträge zum Fortschritt dieses Projekts posten.

Da sich das Ausschäften für mich nicht ganz so einfach gestaltet hat, sind hierzu noch einige wenige Bilder zu den Stellen, an denen es knifflig wurde. Vielleicht hilft das dem einen oder anderen ja irgendwann mal weiter.


Das Magazin wird entnommen, der Putzstock wird durch Drehen gelöst und dann einfach herausgezogen.

Danach wird die vordere Gewehrriemenschnalle demontiert, sie wird zunächst noch unterhalb des Vorderschafts durch eine Metallfeder gehalten, kann dann aber über die Mündung abgezogen werden.

Die obere Abdeckung des Vorderschafts wir leicht nach vorne geschoben und dann nach oben abgeklappt und gänzlich entnommen.

Im vorderen Bereich wollte ich die Fixierung des Laufs am Schaftunterteil genauso entnehmen, wie zuvor die Öse für den Gewehrriemen – leider hat der Kornträger das nicht zugelassen… 😦

Ich hab erstmal fleißig an der Kornverstellung geschraubt, in der Hoffnung, etwas bewirken zu können. Fehlanzeige!

Mir ist erst nach einiger Zeit aufgefallen, dass die Mündung außen am Laufmantel eine kleine Bohrung aufweist und dieser Bereich zudem nicht die gleiche Brünierung aufweist, wie der Bereich um den Kompensator herum. Für mich war das ein Hinweis darauf, dass es sich um zwei separate Teile handelt und sich eines davon vielleicht sogar abschrauben lässt. Leider habe ich zu diesem Thema nichts bei Youtube gefunden, dort wurde nur die für das Feld notwendige Teilzerlegung gezeigt. Ich war mutig und habe schließlich einen Schneideisenhalter so angesetzt, dass eine seiner Klemmschrauben (ich musste diese verlängern und habe mit einer Senkschraube improvisiert) in diese Bohrung an der Laufmündung eindringt. Mit etwas Kraft hat sich dann das Bauteil gelöst und ich war erstmal erleichtert, denn es hat sich tatsächlich um eine eingeschraubte Kappe gehandelt.

Nachdem die „Unterlegscheibe“ mit dem Niet entnommen wurde ging es dann weiter – mit dem Drama…

Die Verdrehsicherung des Kornträgers auf dem Lauf wurde anscheinend für die Ewigkeit gemacht. Es handelt sich dabei um eine kleine Bohrung, die sowohl den Träger als auch den Lauf tangiert und in welche ein kleiner Stift eingepresst wurde. Fertigungstechnisch ist das wohl bedacht hinsichtlich des Fertigungsaufwands, aber für mich leider der Horror der Demontage! Nachdem ich mittels Kunststoffklotz und sehr kräftigen Schlägen versucht habe, den Kornträger vom Lauf zu lösen, habe ich hier letztendlich die Säge angesetzt und den Kornträger äußerst vorsichtig entfernt, ohne dem Lauf etwas anzutun. Zum Vorschein ist dann zu allem Übel ein konischer Sicherungstift gekommen, ich mag mir gar nicht ausmalen, wieviel Kraft notwendig gewesen wäre, den Kornträger vom Lauf abzuschlagen oder durch eine Abzieherkralle abzuziehen…

Letztendlich ging dann auch die Öse runter, die den Lauf am Vorderschaft fixiert hat.

Auf der Unterseite des Schafts gibt es schließlich noch drei Schaftschrauben mit geschlitztem Kopf. Die Schraubenköpfe waren jeweils von einer dünnwandigen Blechhülse umgeben, die zur Sicherung der Schrauben um deren Köpfe als Verdrehsicherung teilweise eingeschlagen/umgebogen war. Die Blechhülsen habe ich mit meinem Satz Durchschläge wieder leicht in die andere Richtung gedengelt. Die Schrauben liessen sich dann ohne großen Kraftaufwand lösen und ich konnte anschließend die Abzugsgruppe nach unten und das System nach oben aus dem Schaft entfernen.

Es folgte erstmal eine gründliche Reinigung aller Einzelteile. Als nächstes steht dann das Vermessen der Systemhülse und das Übertragen der Messwerte in CAD-Dateien an. Ich weiß zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, ob ich das Design des taktischen Schafts vom Schwedenmauser auch auf dieses Gewehr übertrage oder ob es ein eigenständiges Design geben wird. Ich werde berichten…

Selbstladeflinte Typhoon F12

Ich hatte kürzlich die Gelegenheit, eine halbautomatische Flinte vom Typ F12 des türkischen Herstellers Typhoon zu schießen –  hier sind meine Eindrücke dazu:

Der erste optische Gesamteindruck ist – verglichen mit meiner Benelli M4 – imposant! Die F12 ist eine halbautomatische Flinte im Kaliber 12 und optisch dem AR-15 nachempfunden. In Verbindung mit dem großen Kompensator und einem großen Magazin ergibt sich damit ein sehr martialisches Äußeres. Wie beim AR auch, finden sich am Gehäuse die Sicherung (beidseitige Bedienung), der Betätiger für den Magazinauswurf an der rechten Gehäuseseite und der Verschlussfanghebel an der linken Gehäusesseite, letzterer wie mit einer Art „Bad Lever“ von Magpul auch von der rechten Seite aus bedienbar gemacht.

 

 

Features

Davon gibt es viele…

Verglichen mit meiner Benelli M4 schaue ich hier neidisch auf eine längenverstellbare Schaftkappe und eine höhenverstellbare Schaftbacke. Der Schaft meiner Benelli passt in der Länge zwar wunderbar, aber eine höhenverstellbare Schaftbacke hätte ich auch gerne! Ich habe es leider verpasst, das Spiel in der Schaftkappe der F12 zu prüfen. Für mich ist es immer ein Zeichen von Qualität, wenn davon möglichst wenig vorhanden ist. Am Ende der „Buffertube“ befindet sich am Gehäuse des „Uppers“ übrigens noch eine Schnalle zur Befestigung eines Gewehrriemens.

Die Waffe besitzt eine für Flinten recht lange Picatinny-Schiene auf der Oberseite des Uppers und eine kürzere „Quad“-Schiene im vorderen Bereich des Handschutzes. Hier gibe es auch ein wenig Punktabzug: Die Abstände der Quad-Picatinny-Schiene sind (aktuell) leider nicht ganz nach Standard gefertigt. Ich kann nur hoffen, dass der Hersteller da künftig nochmal nachbessert. Andererseits: Das am Vorderschaft zu befestigende Zubehör ist meist nicht so groß und ausladend, dass es gleich zwei Prallbolzen besitzt und folglich auch gleich zwei Picatinnynuten in Anspruch nimmt. Falls doch, heißt es feilen…

 

 

Sehr clever gelöst fand ich die Rückstoßdämpfung, diese technische Lösung habe ich so zum ersten Mal gesehen: Da der beim AR zu findende „klassische“ Recoil-Buffer – bestehend aus Feder und Masse – an diesem Gewehr konstruktionsbedingt in der Buffertube fehlt, wurde er kurzerhand in den Bereich des Vorderschafts integriert. Die wirkungsweise wird auf der Homepage des Händlers nochmals anhand eines Videos bei 2:24 sehr deutlich (der Link befindet sich weiter unten, klickt danach einfach auf „Typhoon Defence Industries“). Den Bereich des Vorderschafts kann man freilegen, indem man den Kompensator oder die Schalldämpferattrappe vom Lauf demontiert und anschließend mittels zweiteiligem Werkzeug (im Lieferumfang enthalten) die Kontermutter am Lauf entfernt. Der Vorderschaft kann dann leicht abgenommen werden und gibt den Blick auf den Lauf und zwei Hülsen frei, die zusammen mit der Feder den Rückstoß kompensieren. Die rechte Hülse besitzt zwei Markierungen, eine für schwächere und eine für stärker geladene Munition. Je nach verwendeter Munition wird diese Hülse also um 180° gedreht wieder aufgefädelt. Die linke Hülse verdeckt die darunter liegenden Gaskanalbohrungen, sie muss immer in gezeigter Position montiert werden.

 

 

Die Waffe im Schuss:

Kurz und knapp: Sehr angenehm! Die Rückstoßdämpfung durch das Feder-Masse-System im Vorderschaft leistet ganze Arbeit und ist wesentlich angenehmer, als es bei der Benelli M4 der Fall ist. Ich könnte noch nicht mal sagen, ob der Kompensator unter diesen Bedingungen überhaupt noch notwendig ist. Aber er leistet natürlich auch noch seinen Beitrag zur Rückstoßminderung und außerdem rundet er das Gesamtbild der Flinte natürlich optisch passend ab. Er muss einfach dabei sein…

Ich finde die Waffe alles in allem sehr interessant und würde sie gerne noch ausgiebiger hinsichtlich ihrer Treffgenauigkeit erproben.

 

Händler, Preis und Zubehör:

Gekauft wurde die Waffe zu einem Preis von ca. 1200 Euro bei Paco Guns im Norden der Republik. Dieser Händler bietet die Waffe in zwei unterschiedlichen Bundles an, vom zweiten und umfangreicheren Bundle handelt dieser Beitrag. Darin enthalten sind:

  • Halbautomatische Flinte F12 „Edition Maxi Black“ mit langem Handschutz
  • Kimme und Korn (vom Besitzer demontiert)
  • 2er-Magazin für Jäger
  • 5er-Magazin (auf den Bildern zu sehen)
  • 10er-Magazin
  • Zweiteiliges Werkzeug zur Demontage des Vorderschafts
  • Schalldämpferattrappe
  • Kompensator
  • Verschlussfanghebel für Bedienung m. rechter Hand
  • Vorderschaftgriff mit integriertem Zweibein
  • 6 Stück Wechselchokes
  • Magazintrichter
  • Gewehrriemen
  • Koffer
  • Öl

 

 

Weiteres Zubehör:

Zusätzlich zum Kompensator aus dem Bundle wurden der an der Waffe zu sehende Kompensator (ca. 150 Euro), sowie ein skellettierter Abzug – beide ebenfalls aus dem Hause Typhoon – montiert. Als optische Zielhilfe dient aktuell ein Reddot der Marke Hawke. Ich habe nur wenige Schuss damit gemacht, empfand den Rotpunkt aber als sehr scharf abgebildet. Kein Vergleich mit dem zerfransten Etwas, das ich noch von meinem EOTech 512 kenne! Laut Besitzer gab es mit dem Hawke Reddot nach ca. 400 Schuss Belastung bisher keinerlei Probleme.

 

Typhoon F12_09

 

 

Remington 700 wird ein Bullpup: Teil 7 – Diät für V1 => V2

Bei weiteren Besuchen auf dem Schießstand mit der V1.0 des Remington 700 Bullpup Schaftes zeigten sich einige verbesserungswürdige Punkte:

  1. Gewicht: Reduktion von ca. 11kg auf max. 10kg, lieber in Richtung 8kg, notwendig. Ein Jagdgewehr ist es damit immer noch nicht, aber bei ~5kg für die barreled action auch nicht zu erwarten.
  2. Das „Hülse in Hülse“ Prinzip für die nach vorne Verlagerung des Kammerstengels ist nicht praxistauglich und wurde von einem anderen Schützen auch prompt beim Schließen des Verschlusses abgerissen.
  3. Eine Abwicklung des Kammergriff ist notwendig, der Winkel ist aktuell zu steil.
  4. Die Zielfernrohrmontage ist zu weit hinten und auch zu niedrig, hier muss eine neue her. ca. 70mm zusätzlicher Abstand von der Schaftkappe sind notwendig.
  5. die „Verschlussplatte“ an der Unterseite des Schaftes ist nicht praktikabel, der Schaft allgemein viel zu hoch. Hier muss noch Aluminium verschwinden und wird durch ein Stück Kunststoff aus dem 3D-Drucker ersetzt werden.
  6. Umrüstung vom Einzellader zum Mehrlader.

Für die Gewichtsreduzierung wird das 3D Modell überarbeitet. Bild zeigt V1 im Hintergrund und geplante V2 im Vordergrund.

rem700-V2_0-01

Zu sehen sind darauf, von links nach rechts, folgende Maßnahmen:

  1. Die bag rider Kufe (türkis) musste abspecken. Der Block wog 565 Gramm und nach einer Runde auf der Fräsmaschine liegt er bei 189 Gramm.
  2. Das Aluprofil, an das alles andere angeschraubt wird (gelb) wird in der Höhe stark reduziert. Die darin liegende „Verschlussplatte“ wird durch ein 3D-Druck Teil mit Magazinschacht ersetzt (weiß). Das unter der Verschlussplatte liegende Abzugsgestänge aus Aluminium wird ebenfalls durch ein 3D-Druck Teil ersetzt.
  3. Die äußere Hülse (blau) wird ausgeschnitten (Wandstärke 5mm!) und ein Carbonrohr (hellgrau) eingezogen. die innere Hülse entfällt.
  4. Die ZF-Montageschiene (dunkelgrün) wandert 70mm nach vorne und muss auch noch erhöht werden.
  5. Der Abzugsbügel (orange) erhält geringere Wandstärken.
  6. Der Aluminium Vorderschaft entfällt (894 Gramm!) und wird durch ein Carbonrohr ersetzt (gleiche Dimension wie Punkt 3). Die Aufnahme des bisherigen Vorderschaft wird umgearbeitet und ein Aufnahmeblock für das Carbonrohr mit diesem verbunden (fehlt noch in der Darstellung).

Bilder zum Fortschritt und Details zu den einzelnen Maßnahmen in den nächsten Beiträgen.