Okular-/Objektivkappe an ZF anpassen

Als Fan von Zielfernrohren der Marke Sightron habe ich bereits einige Exemplare davon auf verschiedenen Waffen. Am Zielfernrohr S-Tac 4-20×50 auf meinem AR-15 hat sich aber jüngst eine Schwachstelle an der Objektivkappe gezeigt: Selbige steht beim Öffnen nicht mehr unter der anfänglichen Federspannung. Das wundert mich etwas, denn es handelt sich um das neueste ZF in meinem Besitz.

Vom letzten ZF „Everest“ von Tac Vector Optics hatte ich noch zwei Kappen von Butler Creek übrig, die ich stattdessen verwenden wollte. Jene für das Okular war leider zu groß und die für das Objektiv (D=58mm Außendurchmesser) mit einem Innendurchmesser von 57,2mm leider etwas zu klein.

Mit Gewalt Draufquetschen wäre vielleicht möglich gewesen, habe ich mit Rücksicht auf die nachträgliche Lackierung dann aber doch lieber gelassen. Ich habe stattdessen versucht, den Durchmesser der Objektivkappe zu erweitern – hier ist mein Bericht dazu:

Den Außendurchmesser habe ich am Objektiv wie bereits erwähnt mit 58,0mm ermittelt. Da die Kappe auf jeden Fall stramm sitzen sollte, habe ich dafür einen Aluminiumzylinder mit Durchmesser 57,9mm gedreht. Der Plan war, die Kappe dann langsam auf diesen Durchmesser aufzuweiten. Da sie aus Kunststoff ist, hat es sich bestens angeboten, das mittels Wärmezufuhr zu machen.

Da ich nicht wusste, ob am Ende das gewünschte Resultat herauskommt, habe ich die Kappe soweit möglich noch zerlegt. Es muss ja nicht mehr wegschmelzen, als unbedingt nötig…

Ich habe mir dann überlegt, wie man die Kappe gleichmäßig erhitzen kann, sodass sie Stück für Stück auf den gedrehten Zylinder aufgeschoben werden kann. Ein Backofen kam da in die nähere Auswahl, wobei ich nicht wusste, ob dieser tatsächlich heiß genug werden würde. Man hätte den Zylinder dann mit Kappe in den Ofen stecken können und diese dann von Zeit zu Zeit auf dem Zylinder nachdrücken müssen.

Besser fand ich dann die Idee mit der Drehbank und dem Heißluftfön. Den Aluzylinder habe ich mit der aufgeschobenen Kappe dann kurzerhand wieder eingespannt und eine Geschwindigkeit von 30 U/min gewählt.

Als Heißluftfön habe ich das folgende Fabrikat genutzt:

Wobei das Fabrikat sicherlich zweitrangig ist und es eigentlich eher auf die Leistung/Temperatur ankommen dürfte. Jedenfalls hat es meist nur 3-4 Umdrehungen mit dem Fön auf Stufe 3 (von 6) gedauert, bis man die Kappe Stück für Stück weiter auf den Zylinder schieben konnte. Das ging recht leicht, die Drehbank habe ich dafür immer wieder angehalten.

Die Okularkappe habe ich dann nach dem Abkühlen probehalber mal vom Zylinder abgezogen, das Teil saß aber immer noch relativ stramm. Also habe ich den Fön höhergestellt – diesmal habe ich auf Stufe 5 bei nur ca. 4 Zentimetern Abstand voll auf den Ring gehalten. Den beiden Nasen zur Befestigung der Klappe bin ich dabei immer ausgewichen, bei 30 U/min auf der Drehbank ging das noch ganz gut. Ich hatte anschließend nicht wirklich das Gefühl, dass es noch viel besser geworden ist, habe die Kappe aber wieder zusammengesetzt und probehalber ans ZF montiert. Ich musste immer noch etwas Kraft beim Aufschieben aufwenden. Ca. 5mm vor dem Anschlag der Kappe habe ich der Lackierung zuliebe dann aber aufgehört zu schieben.

Die Okularkappe saß bereits ausreichend fest und wer weiß, wann ich diese mal wieder abnehmen werde – der Lack sollte darunter auf jeden Fall nicht leiden. Sollte ich wieder mal eine Objektivkappe anpassen müssen, werde ich aber einen Aluzylinder mit Sollmaß des Objektivdurchmessers im Außendurchmesser herstellen, das scheint mir in Verbindung mit dem Material der Kappe die bessere Wahl zu sein.

Meopta Meosight 3

Vor einigen Wochen habe ich mir ein neues Rotpunktvisier gekauft, dass ich aufgrund der noch vorherrschenden Beschränkungen durch die Pandemie leider nicht gleich auf einer Schusswaffe testen konnte. Das habe ich mittlerweile aber nachgeholt und ich bin mit dem Ergebnis bisher sehr zufrieden: Das Meopta Meosight 3 ist es geworden.

Da ich vor dem Kauf bereits die Daten einiger anderer Rotpunktvisiere studiert habe und auch einige selbst ausprobieren konnte, möchte ich zu diesem Thema meine Erfahrungen mitteilen und natürlich auch meine Kaufentscheidung begründen. Vielleicht hat der eine oder andere unter Euch ja die gleichen Ansprüche und kann mit den nachfolgenden Infos noch etwas anfangen. Ich reiße die verschiedenen Rotpunktvisiere dabei nur an, detaillierte Informationen finden sich in den aufgeführten Links.

Wesentlichen Einfluss auf meine Kaufentscheidung hatte meine Rot-Grün-Sehschwäche. Sie bedingt, dass – für eben diese zwei Farben – das Farbsehvermögen gemindert ist. In extrem ausgeprägten Fällen ist es sogar möglich, dass man diese Farben kaum noch wahrnehmen kann, das ist bei mir aber glücklicherweise längst nicht der Fall. Es hat sich aber gezeigt, dass ich bei besonders kleinen Punkten (z.B. 2 MOA) oder relativ lichtschwachen Punkten in Verbindung mit Sonneneinstrahlung am Ziel den Punkt oft gar nicht mehr erkennen kann. Die meisten anderen Schützen werden das nicht wirklich nachvollziehen können und orientieren sich höchstwahrscheinlich eher an anderen technischen Daten der Rotpunktvisiere.

Meine Anforderungen an das Rotpunktvisier waren schließlich folgende:

  • Rotpunkt soll größer 2 MOA sein.
  • Montage soll hauptsächlich auf meiner 1911er sein, dort i.V.m. der neu entwickelten Griffschale.
  • Montage soll auf Picatinny-Schiene möglich sein, eine notwendige Adapterplatte wäre akzeptabel, eine Schlittenmontage mit entsprechendem Adapter ist nicht erwünscht.
  • Spätere Montage auf dem AR-15 „SRB“ von Hera Arms ist nicht ausgeschlossen, der Rotpunkt darf deshalb nicht zu groß sein, weil er z.B. auf 100m zu viel vom Ziel verdecken würde.
  • Manuelle Regulierung der Helligkeit ist aufgrund Rot-Grün-Sehschwäche notwendig.
  • Der Preis sollte unterhalb von 300 Euro sein.
  • Der Rotpunkt soll einen scharfen Rand haben. Jaaaa, wer wünscht sich das nicht? Das liegt aber an den eigenen Augen und nicht am Produkt. Astigmatismus nennt sich das Phänomen und bedingt, dass man den Rotpunkt nicht als kreisrund wahrnehmen kann, sondern Ausfransungen sieht.

EOTECH 512

Das Eotech 512 habe ich mal selbst besessen, es war mein erstes Reflexvisier. Ursprünglich für das erste AR-15 gekauft, ist es nachher recht schnell auf meiner Benelli M4 gelandet und wurde danach letztendlich verkauft. Für den Verkauf gab es zwei Gründe: Erstens waren für die entsprechenden Wettkämpfe der SL-Flinte nur offene Visierungen erlaubt und zweitens war der innenliegende Punkt ausgefranst. Dass das an mir liegt, habe ich erst später geschnallt…

Das Eotech war nicht schlecht, allerdings vergleichsweise groß. Die Bedienung war einfach und man konnte die Helligkeit des Absehens bis hin zu einer ordentlichen Leuchtkraft regulieren.

Das Eotech 512 habe ich damals bei Vegaoptics gekauft, der aktuelle Preis liegt immer noch bei über 500 Euro.

https://vegaoptics.de/

Aber kommen wir zu den Rotpunktvisieren, die bei mir wirklich in die nähere Auswahl gekommen sind:

Burris Fastfire III

Da war zuerst das Burris Fastfire III, das ich damals auf der IWA gesehen habe, die ich mit Marvin gemeinsam besucht habe. Er war damals ebenfalls auf der Suche nach einem Rotpunktvisier und wir haben uns gemeinsam verschiedene Hersteller und Modelle angeschaut – für Ihn ist es schließlich dieses geworden. Da er es immer noch besitzt, konnte ich es schließlich eine Zeit lang testen. Obwohl ich es damals auf der IWA durchaus gut fand, hat es nun meine Anforderungen nicht mehr erfüllt.

Hier einige Eckdaten zum Burris Fastfire III:

  • Punkt 3 MOA, rot
  • Fenster 21x15mm
  • Verstellung: Klickverstellung
  • Höhenverstellung 115 MOA
  • Seitenverstellung 86 MOA
  • Helligkeit manuell: 3 Stufen
  • Helligkeit automatisch: ja
  • Picatinny-Montage enthalten: nein
  • Preis ca. 310 Euro

https://vegaoptics.de/burris-fastfire-iii-3-moa-red-dot?c=925

Für mich waren die wenigen Helligkeitsstufen maßgebend, es schließlich nicht zu kaufen.

Docter/Noblex Sight C

Ich weiß nicht, was Docter/Noblex anders macht, als andere Hersteller, aber ich habe noch nie einen derart scharfen Rand an einem Rotpunktvisier gesehen – und das mit meinen Augen, die Punkte ansonsten immer ausgefranst sehen!!! Das gilt sowohl für dieses Modell, als auch die nachfolgend beschriebene Variante „III“. Bliebe noch zu erwähnen, dass es das „Sight C“ und das „Sight III“ jeweils mit verschieden großen Punkten gibt. Das entscheidet man allerdings beim Kauf, umschalten ist leider nicht…

Eckdaten Noblex Sight C:

  • Punkt 7 MOA oder 3,5 MOA, rot (mit 7 MOA getestet)
  • Fenster ?x?mm
  • Verstellung: stufenlos
  • Höhenverstellung 360cm/100m
  • Seitenverstellung 270cm/100m
  • Helligkeit manuell: keine/0 Stufen
  • Helligkeit automatisch: ja
  • Picatinny-Montage enthalten: nein
  • Preis ca. 325 Euro

https://vegaoptics.de/noblex-sight-c-schwarz-3-5-moa?c=925

Das „Sight C“ ist im Vergleich zum „Sight III“ die weniger robuste Variante und sollte niemals auf Pistolenschlitten montiert werden, da dessen Beschleunigungskräfte zum Ausfall des Visiers führen würden. Mich hat beim „Sight C“ die automatische Regulierung der Helligkeit gestört. Für das Schießen in einer Halle war das noch in Ordnung, aber sobald sich die Zielscheibe im Freien befand und ggf. noch von der Sonne angestrahlt wurde, konnte ich den Punkt leider nicht mehr erkennen.

Docter/Noblex Sight III

Diese Variante habe ich mit einem Punkt von 3,5 MOA ausprobiert. Er erschien im Vergleich zum 7-MOA-Punkt heller, war aber durch nur drei vorhandene Helligkeitsstufen leider auch ungenügend für mich. Manuell kann man hier die Helligkeit durch einen in der Schutzkappe integrierten Magneten verändern. Dazu muss die Schutzkappe (mit der Seite des Magneten) kurz an dem Gehäuse entlang gezogen werden.  

Hier die Eckdaten vom Noblex Sight III:

  • Punkt 7 MOA oder 3,5 MOA, rot (mit 3,5 MOA getestet)
  • Fenster 21x15mm
  • Verstellung: stufenlos
  • Höhenverstellung 360cm/100m
  • Seitenverstellung 270cm/100m
  • Helligkeit manuell: 3 Stufen
  • Helligkeit automatisch: ja
  • Picatinny-Montage enthalten: nein
  • Preis ca. 290 Euro

https://vegaoptics.de/noblex-sight-iii-3-5-moa?c=925

Bei diesem Rotpunktvisier waren mir die drei manuell einstellbaren Helligkeitsstufen einfach zu wenig. Auch auf der höchsten Stufe war das Schießen im Freien für mich nicht mehr möglich. Die manuelle Verstellung durch den Magneten hat mich auch nicht überzeugt, ich bin da einfach „oldschool“ und brauche Druckknöpfe!

Holosun HS510C/HS510C-GR/HS510-GR Elite

Bei diesen Visieren habe ich mich etwas länger damit beschäftigt, deren Unterschiede anhand der Produktbeschreibungen zu verstehen. Holosun bietet natürlich eine Vielzahl mehr an Rotpunktvisieren, allerdings habe ich mir mit diesen Modellen gleich eine niedrige Baugröße ausgesucht, das war mir wichtig. Diese Visiere finde ich immer noch sehr interessant, weil es bei den Modellen „GR“ ein grün beleuchtetes Absehen gibt, das ich trotz des kleinen 2MOA-Punktes vielleicht doch besser sehen kann, als jene in rot. Zudem gibt es Varianten in der Gehäusefarbe FDE, das wäre dann wieder stimmig mit meinem AR.

Eckdaten Holosun HS510C:

  • Punkt 2 MOA oder Kreis 65 MOA oder Punkt-Kreis, rot oder Variante „GR“=grün
  • Fenster 32x24mm
  • Verstellung: 0,5 MOA Klickverstellung
  • Höhenverstellung 100 MOA
  • Seitenverstellung 100MOA
  • Helligkeit manuell: 12 Stufen
  • Helligkeit automatisch: nein
  • Picatinny-Montage enthalten: ja, integriert mit QD-Hebel
  • Preis ca. 360 Euro/400 Euro „Elite“

https://vegaoptics.de/holosun-hs510c?c=925

https://vegaoptics.de/holosun-he510c-gr-fde?c=925

https://vegaoptics.de/holosun-he510c-elite?c=925

Vortex Venom/Viper

Neben den o.g. Modellen von Holosun ist das Vortex Viper ein Rotpunktvisier, das ebenfalls in die engere Auswahl gekommen ist. Ein wesentliches Merkmal kann man einfach nicht außer Acht lassen: Vortex gibt auf dieses Produkt eine lebenslange Garantie! Erfahren habe ich das vom Geschäftsführer der Fa. Ritter Optik, bei der ich schließlich mein Meopta Meosight 3 gekauft habe. Das wird in Anbetracht der Beschleunigungskräfte auf Pistolenschlitten schon sehr interessant, denn wer hat nicht schon von Visieren gehört, die dort montiert wurden und nicht lange funktioniert haben?

Eckdaten Vortex Venom/Viper:

  • Punkt 6 MOA oder 3 MOA/Viper nur 6 MOA, rot
  • Fenster 26x16mm
  • Verstellung: Klickverstellung
  • Höhenverstellung 130/120 MOA
  • Seitenverstellung 100/120 MOA
  • Helligkeit manuell: ja, ??? Stufen
  • Helligkeit automatisch: ja
  • Picatinny-Montage enthalten: nein
  • Preis ca. 270/280 Euro

https://www.ritter-optik.com/leuchtpunktvisier-vortex-venom-3moa.html

https://www.ritter-optik.com/leuchtpunktvisier-vortex-venom-6moa.html

https://www.ritter-optik.com/leuchtpunktvisier-vortex-venom-6moa.html

Meopta Meosight 3

Dies ist nun mein erstes Produkt von Meopta und der erste Eindruck ist wirklich gut. An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen und die Sache mit der Haltbarkeit wird sich noch zeigen. Ich erwarte jetzt ehrlich gesagt auch keine bösen Überraschungen, weil das Visier ja nicht auf einem Schlitten montiert wird. Das wäre für jedes Rotpunktvisier der absolute Härtetest! Im Vergleich mit den anderen Rotpunktvisieren möchte ich noch kurz meine Entscheidung begründen, wobei ich schon jetzt sagen kann, dass der Preis von Meopta fast unschlagbar ist:

Burris Fastfire 3: Hat leider nur drei Helligkeitsstufen und fällt dazu noch teurer aus, ist aber immer noch im gesetzten preislichen Rahmen.

Noblex Sight C: Hat einer der schärfsten Punkte, aber leider keine manuellen Helligkeitsstufen. Fällt ebenfalls teurer aus, ist aber auch immer noch im gesetzten preislichen Rahmen. Die 7 MOA-Variante ist für das Gewehr auf >100m ungeeignet.

Noblex Sight III: Hat einer der schärfsten Punkte, aber leider nur drei manuelle Helligkeitsstufen. Fällt ebenfalls teurer aus, ist aber auch immer noch im gesetzten preislichen Rahmen. Die 7 MOA-Variante ist für das Gewehr auf >100m ungeeignet.

Holosun 510C: Die Daten dieses Rot- (bzw. Grün-) Punktvisiers klingen sehr vielversprechend, insbesondere mit grün beleuchtetem Absehen. Leider hat es den gesetzten preislichen Rahmen überschritten, es bleibt aber als geeigneter Kandidat – dann ausschließlich für das AR – im Sinn. Es wird sich dann mit dem Falke 2 NV messen müssen…

Vortex Viper: Die Lebenslange Garantie ist einfach ein riesiger Pluspunkt! Ich habe allerdings nicht ermitteln können, wie viele manuelle (und ob überhaupt) Helligkeitsstufen es hat. Fällt ebenfalls teurer aus, ist aber auch immer noch im gesetzten preislichen Rahmen.

Vortex Venom: Mit einem Punkt von 6 MOA ist es für ein Gewehr auf >100m für mich leider ebenfalls ungeeignet.

Eckdaten Meopta Meosight 3:

  • Punkt 3 MOA, rot
  • Fenster 26x16mm
  • Verstellung: stufenlos
  • Höhenverstellung 130/120 MOA
  • Seitenverstellung 100/120 MOA
  • Helligkeit manuell: 8 Stufen
  • Helligkeit automatisch: ja
  • Picatinny-Montage enthalten: nein

Preis ca. 215 Euro

https://www.ritter-optik.com/reflexvisier-meopta-meosight-III.html

Meosight 3 Zubehör

Das folgende Bild zeigt fast das gesamte Zubehör des Meosight 3. Außerdem enthalten sind noch zwei längere Schrauben M3, die ich dazu verwendet habe, das Visier direkt auf die Picatinny-Montage zu schrauben.

Meosight 3 im Schuss

Am unteres Fensterrand hat das Meosight 3 eine Art Kimme, die es enorm erleichtern kann, den roten Punkt im Sichtfenster zu finden. Das Meosight 3 hat zudem eine stufenlose Verstellung von Höhe und Seite, die ich keineswegs als störend empfinde, im Gegenteil: Ich halte sie für fein genug, sodass sie gegenüber einer Klickverstellung meiner Meinung nach sogar einen Vorteil bietet, denn zwischen den Klicks kann bei Rotpunktvisieren anderer Hersteller ansonsten nichts passieren.

Diese Schussbilder sind beim zweiten Schießtermin entstanden, dank der nachgefeilten Schlüsselweite an der Picatinny-Montage hat sich auch nichts mehr gelockert. Eins vorweg: Sie sind alle mit dem zuletzt entwickelten Anschlagschaft entstanden! Während der ersten drei Schussbilder wurde 2x nachjustiert, beim vierten Schussbild war ich dann zufrieden und beim fünften habe ich den Anschlagschaft demontiert – man sieht deutlich, wie die Waffe wieder hochschlägt.

Zubehör-Montageplatten

Wer zum Rotpunktvisier noch eine geeignete Picatinny-Montage sucht, mag wie ich auch erstmal bei Egun suchen. Ich habe dort eine günstige Variante für ca. 26 Euro gefunden und den Kauf auch schon bereut: Die Picatinny-Montage war zur Aufnahme der Adapterplatte des Meosights vorbereitet und sollte mit dessen Schrauben M3 drauf befestigt werden. Die Bohrungsabstände haben gestimmt, allerdings waren die Gewinde M3 derart grob hineingeschnitten, dass es schon fast Gewinde M4 waren! Die Schraube M3 hat leider keinen Halt gehabt… Ich habe schließlich auf die Adapterplatte im Lieferumfang des Meosights verzichtet und mir durch die Durchgangsbohrungen des Visiers direkt meine Bohrungspositionen für Gewinde M3 auf der Picatinny-Montageplatte angerissen. Danach war die Sache erledigt. Zusätzlich ärgere ich mich über mich selbst, dass ich wider besseren Wissens doch zu einer Montage mit Rändelmutter als Klemmung gegriffen habe. So ein Scheißdreck taugt einfach überhaupt nichts! Obwohl fest angezogen und obwohl keine Montage auf dem hochbeschleunigten Schlitten erfolgt ist, hat sich das Rotpunktvisier beim Schießen gelöst. Zweite Abhilfe war, der Rändelmutter mit der Feile eine Schlüsselweite zu verpassen, damit man sie ordentlich festziehen kann (siehe Einzelbild oben). Wer Zubehör gekauft hat, will nur noch montieren und dann endlich loslegen und nicht erst großartig nacharbeiten. Wer nicht den gleichen Fehler wie ich machen möchte, der sollte sich also gleich etwas Vernünftiges kaufen. Die nachfolgenden Links zu den Montagen sind häufig waffenspezifisch, aber auch für eine generelle Picatinny-Montage. Sie machen jedenfalls einen besseren Eindruck als das, was ich mir gekauft habe.

Montageplatten für Pistolenschlitten:

https://www.ritter-optik.com/montagen-docter-noblex-vortex-burris/leuchtpunktvisier-montagen-kurzwaffen/

Montageplatten für Langwaffen, auch Picatinny:

https://www.ritter-optik.com/montagen-docter-noblex-vortex-burris/leuchtpunktvisier-montagen-langwaffen/

https://vegaoptics.de/utg-super-slim-picatinny-rmr,-trijicon,-montage—niedrig

Irisblenden-Aufkleber

Vor einiger Zeit habe ich beim Stöbern im Online-Shop von Frankonia eine interessante Schießbrille gesehen. Die meisten sehen heutzutage ja taktisch-cool aus, aber diese hatte eine raffinierte Eigenschaft: Eine ihrer Gläser war mit einem Lochmuster gerastert. Sinn und Zweck der gar nicht teuren Brille (ich meine, der Preis lag bei ca. 30 Euro) war, eine Irisblende zu immitieren. Leider war die Brille ausverkauft, sonst hätte ich sie mal ausprobiert. Für diejenigen, die bisher noch nie mit einer Irisblende geschossen haben, eine kurze Info zur Funktionsweise: Für das Auge ist es nicht möglich, beim Schießen sowohl Kimme und Korn, als auch das Ziel scharf zu sehen. Mit einer Irisblende – die nichts Anderes als eine Lochblende ist – gelingt dies aber doch. Einen kleinen Nachteil hat das Ganze dann aber doch noch: Die gewonnene Sehschärfe in der Distanz geht zu Lasten der Helligkeit und wie ich meine gelesen zu haben, auch ein wenig zu Lasten der Farbsehtauglichkeit. Letzteres hat sich bei mir jetzt noch nicht so gezeigt, aber das Manko mit der verminderten Helligkeit kann ich bestätigen.

Nun habe ich mich an einen Schützenkollegen erinnert, der mal erwähnt hat, dass er sich einen Plotter zugelegt hat, es handelt sich übrigens um das Modell „Cameo 4“ der Marke Silhouette. Da lag es auf der Hand, sich von ihm mal eine selbstklebende Rasterfolie für die eigene Schießbrille anfertigen zu lassen.

Bei meiner Schießbrille handelt es sich um das Modell „Alpha“ von DAA, seinerzeit bei sportshooter.de gekauft. Sie kommt im Set mit einigem an Zubehör und zusätzlich 5 verschiedenen Wechselgläsern – da fällt es leicht, ein Wechselglas mal temporär für ein Experiment zu verwenden. Für die Rasterfolie habe ich mir ein kreisrundes Lochmuster und ein lineares Lochmuster ausgesucht, beide jeweils als Variante mit Löchern 1,5mm und 2,0mm im Durchmesser. Beim Abziehen einer der fertigen Folien habe ich beim Durchschauen bereits gemerkt, dass die kleinen Löcher derart eng beieinander lagen, dass ich meine komplette Umgebung sehen konnte und keinesfalls den Effekt einer Lochblende hatte. Also habe ich eine der Folien auf dem Träger geopfert und nur ein kleines Stück herausgeshnitten. Das habe ich dann auf eines der Lochmuster geklebt, damit dort alle geplotteten Löcher beim Abziehen des Aufklebers erhalten bleiben. Lediglich jenes in der Mitte habe ich dann letztendlich entfernt. Ich habe mich zunächst für das kreisrunde Lochmuster mit Löchern im Durchmesser 2mm entschieden.

Das bleibt übrig, wenn man die die Folie einfach so vom Träger abziehen würde:

Ein wesentliches Problem ergibt sich bei der Verwendung einer Klebefolie, denn es ist recht schwierig, die exakte Position der Lochblende, bzw. der Pupille auf dem Brillenglas zu bestimmen. Ich verweise hier mal kurz auf meine klappbare Irisblende von Gehmann, seinerzeit ebenfalls bei Frankonia gekauft. Neben der verstellbaren Irisblende besteht hier zusätzlich die Möglichkeit, die Blende durch einen Exzenter auf die Pupille auszurichten. Mit etwas Geduld kann so eine perfekte Einstellung auf das Auge erfolgen. Hier besteht wiederum der Nachteil, dass genau dieses Modell der Irisblende – einmal auf das Auge justiert – immer exakt an der gleichen Position auf der Brille montiert werden sollte. Bei meiner Brille mit stark gekrümmten Gläsern und einer ordentlichen Schutzkante am oberen Rand ist das ein schwieriges Unterfangen, da ich mich damals für eine Variante mit gefederten Klemmen entschieden habe. das Problem besteht bei einer ausgewiesenen Schießbrille mit fest installierter Irisblende natürlich nicht; der obere Brillensteg ist hier dann quadratisch im Profil, daran kann man jegliches Zubehör mit einer Schraube festklemmen, ohne dass sich etwas löst. Der experimentelle Aufkleber hat jetzt natürlich den Vorteil gegenüber der Version mit Federklemme, dass er an der festgelegten Position fixiert bleibt – aber die für die Pupille korrekte Position zu finden, bleibt erstmal Glück.

Alle nachfolgenden Schussbilder sind mit meiner 1911er von Les Baer auf 25m entstanden, der Haltepunkt war stets Mitte-Mitte.

25 Schuss, 25m indoor

Die Tefferdichte ist gut und dafür, dass ich nicht lange gezielt habe, bin ich damit richtig zufrieden. Ich hätte ein ähnliches Schussbild auch unter normalen Umständen mit Kimme und Korn hingekriegt (da ich mich nicht für den schlechtesten Pistolenschützen halte) aber ich hätte mit Abstand wesentlich länger dafür benötigt. Das Schussbild zeigt mir jedenfalls, dass die Folie Ihren Zweck erfüllt. Ich habe im Anschluss daran versucht, durch Auswahl eines anderen „Gucklochs“ auf der Folie, das Schussbild zu verlagern. Es lag zu hoch und zu weit links, sodass ich das nächstliegende geplottete Loch in genau diese Richtung (Blickrichtung durch die Brille) also links oben freigemacht habe. Jenes in der Mitte wurde mit einem „Reservepunkt“ wieder zugeklebt.

Die zweite Serie ergab dann dieses Schussbild:

25 Schuss, 25m indoor

Ohne weitere Veränderungen an der Brille oder der Folie entstand schließlich noch folgendes Schussbild, diesmal allerdings auf einem Schiessstand bei Tageslicht.

20 Schuss, 25m outdoor

Diese Trefferdichte gefällt mir schon wesentlich besser! Ich werde als Nächstes mal die Postition der Lochblende auf dem Brillenglas vermessen und mir einen weiteren Aufkleber plotten lassen. Dieser neue Aufkleber wird dann nur noch ein einziges Loch besitzen und in seiner äußeren Form kreisrund sein. Wenn der äußere Durchmesser nicht allzu groß wird, kann man ihn auch so auf das gekrümmte Brillenglas kleben, dass keine hässlichen Falten entstehen (siehe oben) und trotzdem genügend vom Sichtfeld abgeklebt wird. Ich werde besagtem Schützenkollegen eine neue Zeichnung zukommen lassen und ihn bitten, mir seine Vektor-Datei zur Verfügung zu stellen. Auf einer DIN A4-Seite sollten dann Kreis- und Linearmuster sowie kleine „Ersatzpunkte“ zum Ermitteln der Pupillenposition enthalten sein, zusätzlich aber auch der finale kreisrunde Aufkleber. Wenn alles klappt, wird die Datei dann hier und in der Rubrik „Downloads“ zur Verfügung stehen.

So, der Aufkleber ist fertig, er wurde gemustert und füllt nun eine komplette DIN A4-Seite.

Um die gewünschte Klebeposition auf dem Brillenglas besser anpeilen zu können, hat der Aufkleber am Rand nun einige Markierungen bekommen. Mir ist allerdings etwas Besseres eingefallen: Ich habe das ehamalige Loch – das es mit neuem Aufkleber auch wieder werden soll – einfach wieder mit einem Punkt zugeklebt, genau an der Spitze des Dental-Werkzeugs.

Der große Aufkleber wurde entfernt, die kleinen Punkte blieben natürlich kleben… Sie wurden – natürlich bis auf den zuletzt aufgeklebten – mit dem Fingernagel einfach abgekratzt und haben dabei leider Schlieren vom Klebstoff hinterlassen. Diese Schlieren konnten mit etwas Spiritus, einem Wattestäbchen und einem Reinigungspatch dann restlos entfernt werden. Übrig blieb ein einzelner Punkt, den ich durch den neuen Aufkleber sehr gut anpeilen konnte.

Dazu habe ich wegen des erhöhten Kontrasts einfach ein Reinigungspatch auf mein Bein gelegt und das Brillenglas darüber platziert. Anschließend hatte ich beide Hände frei, den neuen Aufkleber mit seiner Mitte direkt auf dem Punkt zu platzieren. Der neue Aufkleber wird nur bis zur Hälfte aufgeklebt, denn der Punkt muss ja noch weg. Nochmal Spiritus, Wattestäbchen und Patch und der neue Aufkleber kann ganz angedrück werden. Da er kleiner ist, wirft er auf dem gekrümmten Glas auch keine hässlichen Falten mehr.

Die beiden Plotter-Dateien könnte Ihr direkt hier herunterladen, sie befinden sich im nachfolgenden Zip-Ordner. Der Dateityp ist „.svg“.

Zum Download hier klicken!

Burris FASTFIRE 3 – Adapter für co-witness AR-15 Montage

Mein Burris FASTFIRE 3 sitzt nicht nur auf meiner CZ75, sondern auch auf meinem MR223, da ich, vorerst, zu geizig bin, mir ein zweites Rotpunkt zuzulegen.

Damit das FASTFIRE3 auf M1913 Montage-Schienen (a.k.a. Picatinny) montiert werden kann, liefert Burris freundlicherweise einen entsprechenden Picatinny-Adapter inklusive Montageschrauben mit. Allerdings sitzt das FASTFIRE3 damit mehr oder weniger direkt auf der Montageschiene. Als zusätzliches Zubehör gibt es eine sogenannte co-witness Montage für AR-Typ / -Höhe Kimme und Korn. Mit dem Adapter sitzt der Rotpunkt auf der gleichen Höhe wie Kimme und Korn und kann parallel verwendet werden.

Da der Adapter allerdings noch einmal ca. die Hälfte des Rotpunktvisiers kostet und prinzipiell nur ein Höhen-Adapter zwischen FASTFIRE3 und Picatinny-Montage montiert werden muss, versuche ich mich genau daran. In Sketchup entsteht ein Modell für den Höhen-Adapter mit passenden Bohrungen für die Montageschrauben und Pins bzw. passenden Sacklöchern für die Positionierung des FASTFIRE3 auf dem Picatinny-Adapter.

Der mitgelieferte Adapter kommt, als amerikanisches Produkt, mit nicht-metrischen Schrauben. M3 lassen sich zwar einschrauben, bei festerem Anziehen rutschen die Gewinde jedoch durch.

Da durch das FASTFIRE3 keine M4 Schrauben durch passen, muss in den Picatinny-Adapter ein Gewindeeinsatz eingebracht werden. Dazu werden die Gewindelöcher auf 5mm aufgebohrt, ein Konus von der Unterseite eingebracht und ein passender Gewindeeinsatz aus Edelstahl mit M3 Innengewinde hergestellt.

Alle Bauteile für die Montage des FASTFIRE3 auf einem AR in co-wittness Höhe:

FASTFIRE3-4

Und die Ansicht von der Unterseite, zusammengesetzt. Die Schrauben sind bündig eingekürzt, da sie direkt auf der Picatinny Schiene aufliegen. Die Gewindeeinsätze sind seitlich abgefeilt, da sie sonst mit der Klemmschraube des Picatinny Adapters kollidieren.

FASTFIRE3-8

Das Burris FASTFIRE3 mit Adapter montiert auf einem HK MR223, mit und ohne Schutzhaube.

FASTFIRE3-9

FASTFIRE3-10

Zu guter Letzt noch ein Blick durch Kimme und Korn mit dem Rotpunkt.

FASTFIRE3-3

 

Burris FASTFIRE 3 – Rotpunkt für Pistole und Gewehr

In meinem ersten Artikel auf diesem Blog, habe ich eine günstige, chinesische Hommage an ein hierzulande exorbitant teures, amerikanisches Produkt auf meine CZ75 montiert. Dazu habe ich die mitgelieferte Montage modifiziert und einen Schwalbenschwanz-Adapter für die Schwalbenschwanzfräsung der Kimme angefertigt. Wie zu erwarten, war die Kopie nicht für die Erschütterungen der direkten Schlittenmontage geeignet. Der Rotpunkt hat sich nach 2 Schuss ins Nirvana verabschiedet. Da die Pistole danach die meiste Zeit im Schrank lag, gab es keinen Grund das Rotpunkt gegen ein funktionales zu Tauschen. Wenn geschossen wurde, dann mit dem 6″ Wechselsystem mit Kimme & Korn.

Auf meinem MR223 schieße ich von Beginn an ein Tac-Vector 1-6×24, welches in Ordnung aber nicht weltbewegend ist. Seit längerer Zeit denke ich darüber nach, dieses durch ein 1x vergrößerndes Rotpunktvisier zu ersetzen.

Für den bevorstehenden Besuch auf der IWA 2019 hatte ich mir vorgenommen, Rotpunktvisiere in Augenschein zu nehmen und eine fundierte Kaufentscheidung zu treffen. Angesehen habe ich mir:

  1. Ampoint: Comp M5, M4, M3
  2. Holosun: diverse Modelle
  3. docter / noblex: docter sight 2+, 3
  4. Burris: FASTFIRE 2, 3
  5. Meopta: Meosight 3

Alle diese Rotpunktvisiere waren, von zuvor Durchschauenden,  nach meiner Meinung viel zu hell eingestellt. Der Punkt franste auch bei den teuersten Modellen (Aimpoint Comp M5/ M4) immer extrem aus. Nach einer Nachjustierung, war dies meist in Ordnung. Dennoch fand ich die meisten Punkte immer noch zu „fransig“ und waren mir persönlich die 800-900€ für bspw. ein Aimpoint Comp M5 nicht wert.

Das Rotpunktvisier, dass mir persönlich aus der Auswahl am besten gefallen hat, war das Burris FASTFIRE 3. Der Punkt war sehr klar, bei passend vorausgewählter Leuchtstufe, und die nachgeschaltete, automatische Helligkeitsanpassung hat hervorragend nachgeregelt. Für ca. 300€ ist es auch etwas erträglicher in der Anschaffung.

Natürlich ist ein Burris FASTFIRE 3, als primär für den sportlichen Einsatz auf Faustfeuerwaffen gedachtes Rotpunktvisier, nur bedingt mit den für militärischen Einsatz auf Langwaffen konzipierten Aimpoints etc. zu vergleichen. Da meine Anwendung aber die sportliche ist und das Rotpunktvisier auf Pistole und Gewehr zum Einsatz kommen soll, denke ich hier eine passende Wahl getroffen zu haben. Mehr zum Burris FASTFIRE 3 an sich, der Montage auf dem MR223 und schließlich auch auf der CZ75 in den kommenden Beiträgen.