Taktischer Schaft für Schwedenmauser, Teil 1

Haenel RS 9_1

 

Für den letzten zweitägigen Besuch eines Truppenübungsplatzes habe ich mir vorgenommen, meine Savage 10 BA  – ggf. mit der dafür neuen Laborierung 200 gr. HPBT – auf eine Distanz von 1000m zu schießen und eine Drop-Chart für mein AR-15 von Hera Arms zu erstellen.

Erstes hat leider nicht wirklich geklappt, dafür habe ich die Munition leider zu zaghaft laboriert, letzteres lief dafür umso besser. Jedenfalls hat sich gegen Ende des Events für mich noch die Gelegenheit ergeben, auch einige Waffen von Schützenkollegen auszuprobieren. Das hat für mich einige überraschende Erkenntnisse gebracht und somit den Grundstein für mein nächstes – und bisher aufwändigstes – Projekt gelegt: Den M63 Long Range Sniper im Kaliber 6,5×55 Schwede.

Über den Fortschritt werde ich in den nächsten Wochen, vielleicht sogar Monaten, weiter berichten.

Ausschlag gebend war ein Vergleich zwischen Haenel RS9 im Kaliber .338 Lapua Magnum (dem neuen Scharfschützengewehr der Bundeswehr), einem alten Schwedenmauser von 1912 im Zubehörschaft (Hogue, glaube ich) und einer Tikka T3, ebenfalls im Kaliber 6,5×55 Schwede, jedoch mit nur 60cm langem Lauf.

Anvisiert wurde mit allen Gewehren ein Ziel in 1200m Entfernung bei ca. 2m/s Seitenwind aus ca. 9 Uhr. Die ersten Schüsse wurden aus dem Haenel RS9 abgefeuert, der Besitzer hatte das ZF bereits korrekt eingestellt. Haltepunkt war ca. 0,8m links vom Ziel. Auf den ordentlichen Rückstoss folgte wie erwartet ein Treffer.

 

Wechsel zum Schwedenmauser: Hier wurde die Systemhülse vom Besitzer in einen neuen Schaft gebettet (leider kein Pistolengriff) und ein Zielfernrohr mit seitlicher Montage verwendet. Bei gleichen Windverhältnissen hat sich schnell heraus gestellt, dass der Haltepunkt lediglich ca. 0,3m links vom Ziel sein musste. Auf den Rückstoss, vergleichbar mit dem Kaliber .308 Win., folgte bei recht gestreckter Flugbahn des Geschosses dann der Treffer.

Was zum…?

Echt jetzt?

Das hatte ich nicht erwartet und hat mich schon ein wenig sprachlos gemacht: Dieses Gewehr ist Long-Range tauglich? Nicht zu fassen! Tja, aber das kommt davon, wenn man sich nicht richtig mit den Dingen befasst und leichtfertig abtut. Die Unempfindlichkeit gegen Wind bzw. Seitenwind ist einfach bemerkenswert, das kann man natürlich nicht erfahren, wenn man das Gewehr nur auf Entfernungen von 100-300m und dann ggf. noch disziplinen-konform mit Diopter, einsetzt.

Laut Besitzer des Schwedenmausers war das Gewehr eine reine Low-Budget-Sache: Für weniger als 500 Euro wurde das Gewehr selbst, ein neuer Schaft und ein günstiges ZF gekauft. Schwierig würde es mit dem Treffen angeblich erst ab einer Distanz von ca. 1600m werden!

 

Bliebe da noch die Tikka T3, der ich wegen des kurzen Laufs von nur 60cm eigentlich nicht zugetraut habe, auch auf 1200m  zu treffen, aber auch hier wurde ich eines Besseren belehrt. Der alte Haltepunkt konnte sogar beibehalten werden.

Was das Kaliber 6,5×55 Schwede zu leisten vermag, hat mich an diesem Tag schwer beeindruckt! Und so habe ich in den darauf folgenden Tagen angefangen, nach für mich passenden Schäften mit Pistolengriff zu suchen, um mir ebenfalls ein günstiges Long-Range-Gewehr zusammenzustellen – doch leider ohne Erfolg. Hätte ich auf den Pistolengriff verzichten wollen, wäre da schon was zu finden, allerdings leider nichts mit taktischem Aussehen. Alternativ hätte man sich ebenfalls eine Tikka T3 in 6,5×55 Schwede kaufen können, dann wäre die Sache mit einem Schlag erledigt gewesen, genau so, wie dann auch ca. 1300-1400 Euro (ohne ZF) weg gewesen wären.

Ein Schützenkollege, dem ich davon erzählt habe und der mit seiner kürzlich gekauften Remington 700 in .308 Win. nicht 100%ig zufrieden war, war da eher kurzentschlossen und hat schließlich vorgeschlagen, ganz einfach selbst einen Schaft zu entwickeln. Ausschlag gebend dafür war, dass der Kollege mir glaubhaft versichert hat, dass eine Systembettung nun auch kein Hexenwerk sei. Hinzu kommt, dass die auf dem Markt für den Schwedenmauser verfügbaren Zubehörschäfte weder einen Pistolengriff, noch ein taktisches Aussehen haben. Die Idee war somit geboren und so haben wir uns auf die Suche nach zwei Schwedenmausern gemacht…

 

Hier geht es zum zweiten Teil der Serie…

 

3 Kommentare zu „Taktischer Schaft für Schwedenmauser, Teil 1

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