AG42B Taktischer Schaft, Teil 3

Vom CAD-Modell bis zum Erhalt aller Bauteile hat es bei diesem Projekt leider richtig lange gedauert, aber am Ende wird ja meistens alles gut…

Hier und da war natürlich auch wieder Nacharbeit angesagt, die war allerdings nicht sehr aufwändig und so gut wie immer mit einer Feile zu erledigen.

Werfen wir nochmal einen Blick auf die wesentlichen Teile des AG42B Ljungmann. Im Vergleich zum Schwedenmauser hat dieser eine relativ komplizierte Geometrie der Systemhülse und besitzt auch keinen Prallschild, in den die Rückstoßkräfte des Schusses eingeleitet werden können. Dafür ist das Ende der Systemhülse sehr massiv ausgeführt und für mich lag nahe, sämtliche Rückstoßkräfte nun über diese Fläche in den Schaft einzuleiten. Die Kunst lag nun darin, die Systemhülse sehr genau zu vermessen, um Abmessung und Toleranz für die Bettung im neuen Alugehäuse festzulegen. Rechts von der Systemhülse kann man auf dem nachfolgenden Bild ein kleines Metallplättchen erkennen, dass ich bei der Montage zusätzlich verwendet habe, um minimalstes Spiel aus dem Zusammenbau zwischen Systemhülse und Aluschaft herauszunehmen: Es handelt sich dabei um Metallfolie von 0,05mm Dicke, auf die sogar die stirnseitig vorhandene Kronenstempelung der Systemhülse aufgeprägt wurde, sobald alle drei Schaftschrauben angezogen waren. Ein Anzeichen dafür, dass das erste Teilziel erreicht wurde.

Systemhülse mit Verschluss und rückwärtiger Sicherung/Verriegelung, sowie Abzugsgruppe mit zwischenliegender Abstandshülse sind noch original. Das erwähnte Metallplättchen, sowie die drei Schaftschrauben (M6x0,75) sind angepasst. Die äußerst rechte Schraube wird zudem durch die Griffaufnahme und eine weitere Abstandshülse, sowie die Abzugsgruppe geführt, bis sie letztendlich mit der Systemhülse verschraubt wird.

Die nächsten Bilder zeigen Details des Schafts:

Da sich der Hinterschaft vom Projekt Schwedenmauser bisher bestens bewährt hat, ist er komplett übernommen worden. Die Schaftbacke stammt noch vom Prototyp des Anschlagschafts für meine 1911er. Sie musste nur um drei weitere Bohrungen ergänzt werden, die später aufgrund von aufgeklebtem Moosgummi nicht mehr sichtbar sind.

Noch ein Blick auf die Unterseite des Schafts. Hier ist die Griffaufnahme bereits durch die letzte Schaftschraube nahe des Abzugszüngels montiert. Rechts davon befindet sich eine Gewindebohrung zur Befestigung des Hogue-Griffes und wiederum rechts daneben eine zweite Schraube, die die Griffaufnahme mit dem Schaft verbindet.

Die Befestigung des Vorderschafts am Basisschaft ist asymmetrisch ausgeführt: Auf der rechten Seite wurde ein speziell gewinkeltes Verbindungsteil angebracht, um dort wiederum den Hülsenfangsack montieren zu können.

Einschränkungen

Wie im zweiten Teil zum Projekt beschrieben, habe ich mir einen zweiten Verschlussdeckel zugelegt, der nachgearbeitet wurde. Die beidseitigen Höcker wurden demontiert und ein kleines Stück Stahl wurde angeschweißt, um den Verschluss noch spannen und das gesamte Konstrukt in seinen Führungen auch noch bewegen zu können. Leider ist der angeschweißte Stab ohne allzu große Krafteinwirkung abgeplatzt und ich habe darauf verzichtet, weitere Schweißversuche zu unternehmen – Umdenken war also angesagt! Ich habe daraufhin den Entschluss gefasst, den originalen Verschlussdeckel des Gewehrs ebenfalls umzuarbeiten, diesmal jedoch nur den linken Höcker zu entfernen. Der rechte noch verbliebene Höcker erfüllt jetzt den gleichen Zweck, den der angeschweißte Stab erfüllen sollte, mit dem Unterschied, dass man den Verschlussdeckel zum Putzen des Gewehrs nun leider nicht mehr nach hinten entnehmen kann. Der Lauf muss fortan also bei gespanntem und nach hinten geschobenem Verschluss von vorne geputzt werden.

Ohne die Möglichkeit zur Entnahme des Sicherungsblocks wäre mir das zu heikel gewesen, denn allzu leicht löst sich der gespannte Verschluss und eine ernsthafte Verletzung wäre nur eine Frage der Zeit. Durch den am Sicherungsblock vorhandenen Pin war es notwendig, die Halterung der Picatinny-Schiene auszusparen. Der Sicherungsblock kann nun angehoben und schräg unterhalb der Picatinny-Schiene entnommen werden (selbige hat auf dem Bild noch nicht die endgültige Länge, es wurde kurzerhand mit einer kürzeren Schiene vom Projekt Schwedenmauser improvisiert).

Alternativ hätte ich auch die rechte hintere Stütze der Picatinny-Schiene entfernen können, um den Lauf wie ursprünglich geplant wieder von hinten putzen zu können. Allerdings erschien mir die Lagerung des Zielfernrohrs – dann allein durch die beiden linken Halterungen gestützt, dafür als nicht stabil genug.

Hier nun das Resultat des Umbaus, bevor es bei nächster Gelegenheit auf die Schießbahn geht. Selbstverständlich folgt noch ein Bericht zum Schussbild mit entsprechend gewählter Laborierung. Eloxiert wird erst ganz zum Schluss…

Stahl selbst brünieren

Im Rahmen meines Projekts „Taktischer Schaft für den AG42B“ habe ich mich mal selbst daran versucht, Stahlteile zu brünieren. Die Gelegenheit, das gerade jetzt auszuprobieren war günstig, denn ich hatte einige Teile, die später nach der Montage nicht wirklich im sichtbaren Bereich sein werden. Trotzdem sollten sie mit der Zeit nicht rosten und so habe ich kurzerhand versucht, sie mit einer Schnellbrünierung aufzuhübschen und gleichzeitig zu konservieren. Ich habe es mir einfach gemacht und mal beim großen Online-Versandhändler nach dem Schlagwort „Brünieren“ gesucht. Es dauerte nicht lange und ich habe die nachfolgende Schnellbrünierung von Ballistol gefunden, die mit knapp über 270 Bewertungen durchweg gut weggekommen ist und für unter 11 Euro zu haben war.

Hier ist ein kurzer Bericht zu meiner Vorgehensweise und den Resultaten meiner Arbeit.

Sicherheitsvorkehrungen

Das Zeug ist alles andere als gesund! Arbeitet an einem Ort, an dem Ihr von der Brünierung auch etwas verschütten könnt, ohne dass der Untergrund für immer verschandelt ist, denn ätzend ist sie auch noch. Gummihandschuhe sind sehr empfohlen, ich hatte glücklicherweise dünne aus Nytrilkautschuk, mit denen hat man noch viel Feingefühl beim Arbeiten. Falls möglich, sorgt für ausreichend Belüftung.

Vorarbeit am Bauteil

Das ist schnell erklärt: Durch irgendeine Bearbeitung ist ein Stahlteil nun an einer Stelle blank. Wenn diese Stelle später wieder schön aussehen soll, empfehle ich, sie mit Schleifpapier von 400er Körnung vorzubehandeln.

Mindestens die Stelle, wenn nicht das ganze Bauteil, sollte vor dem Brünieren auch mit Waschbenzin sorgfältig entfettet werden. Ich habe dazu eine kleine Espresso-Tasse geopfert und kurzerhand einige Teile darin versenkt. Die Schrauben auf dem unteren Bild wurden alle gekürzt und teilweise noch am Kopfdurchmesser abgedreht.

Aufgetragen habe ich die Brünierung mit einem Wattestäbchen. Man kann erstaunlich viel Fläche auf diese Art und Weise bestreichen, die Flasche wird bei mir wohl ewig halten! Was mich sehr gewundert hat, war, dass die Brünierung sofort mit dem Stahl reagiert hat. Er ist fast schlagartig geschwärz worden. Eine etwas längere Schraube habe ich am Schaft mit dem Kopf zuerst in die Flasche getunkt. Auf einem Blatt Papier wollte ich die überflüssige Brünierung dann loswerden und habe die Schraube aufgesetzt, allerdings hat es fast keinen Abdruck gegeben…

Die Teile habe ich nach der ersten Anwendung 25 Minuten ruhen lassen und so sehen sie danach aus:

Was auch immer sich da für eine Schicht gebildet hat, ich habe sie mit etwas Poliervlies leicht abgerieben. Die Prozedur des Brünierens habe ich dann ohne erneutes Entfetten wiederholt und nach weiteren 25 Minuten diesmal mit einem weichen alten T-Shirt abgerieben. Das Ergebnis ist überraschend gut! Zum Vergleich habe ich zwei weitere noch nicht brünierte Schrauben dazu gelegt.

Nachbehandlung

Nachträgliches Abreiben scheint erstmal nicht zu reichen. Die Brünierung ist wohl auch weiterhin am wirken, so hat sich auf den Bauteilen am nächsten Tag stellenweise wieder eine leichte Oxidschicht gebildet. Nach dem nochmaligen Abreiben mit einem ölgetränktem Stück Stoff war es dann aber schließlich erledigt und der chemische Prozess war am nächsten Tag beendet. Bauteile, die direkt noch am Tag der Brünierung mit Öl abgewischt wurden, haben am Folgetag trotzdem noch eine neue Oxidschicht gebildet – das war allerdings nur sehr wenig. Nach erneutem Abwischen mit Öl war dann auch hier ab dem zweiten Tag alles gut.

Okular-/Objektivkappe an ZF anpassen

Als Fan von Zielfernrohren der Marke Sightron habe ich bereits einige Exemplare davon auf verschiedenen Waffen. Am Zielfernrohr S-Tac 4-20×50 auf meinem AR-15 hat sich aber jüngst eine Schwachstelle an der Objektivkappe gezeigt: Selbige steht beim Öffnen nicht mehr unter der anfänglichen Federspannung. Das wundert mich etwas, denn es handelt sich um das neueste ZF in meinem Besitz.

Vom letzten ZF „Everest“ von Tac Vector Optics hatte ich noch zwei Kappen von Butler Creek übrig, die ich stattdessen verwenden wollte. Jene für das Okular war leider zu groß und die für das Objektiv (D=58mm Außendurchmesser) mit einem Innendurchmesser von 57,2mm leider etwas zu klein.

Mit Gewalt Draufquetschen wäre vielleicht möglich gewesen, habe ich mit Rücksicht auf die nachträgliche Lackierung dann aber doch lieber gelassen. Ich habe stattdessen versucht, den Durchmesser der Objektivkappe zu erweitern – hier ist mein Bericht dazu:

Den Außendurchmesser habe ich am Objektiv wie bereits erwähnt mit 58,0mm ermittelt. Da die Kappe auf jeden Fall stramm sitzen sollte, habe ich dafür einen Aluminiumzylinder mit Durchmesser 57,9mm gedreht. Der Plan war, die Kappe dann langsam auf diesen Durchmesser aufzuweiten. Da sie aus Kunststoff ist, hat es sich bestens angeboten, das mittels Wärmezufuhr zu machen.

Da ich nicht wusste, ob am Ende das gewünschte Resultat herauskommt, habe ich die Kappe soweit möglich noch zerlegt. Es muss ja nicht mehr wegschmelzen, als unbedingt nötig…

Ich habe mir dann überlegt, wie man die Kappe gleichmäßig erhitzen kann, sodass sie Stück für Stück auf den gedrehten Zylinder aufgeschoben werden kann. Ein Backofen kam da in die nähere Auswahl, wobei ich nicht wusste, ob dieser tatsächlich heiß genug werden würde. Man hätte den Zylinder dann mit Kappe in den Ofen stecken können und diese dann von Zeit zu Zeit auf dem Zylinder nachdrücken müssen.

Besser fand ich dann die Idee mit der Drehbank und dem Heißluftfön. Den Aluzylinder habe ich mit der aufgeschobenen Kappe dann kurzerhand wieder eingespannt und eine Geschwindigkeit von 30 U/min gewählt.

Als Heißluftfön habe ich das folgende Fabrikat genutzt:

Wobei das Fabrikat sicherlich zweitrangig ist und es eigentlich eher auf die Leistung/Temperatur ankommen dürfte. Jedenfalls hat es meist nur 3-4 Umdrehungen mit dem Fön auf Stufe 3 (von 6) gedauert, bis man die Kappe Stück für Stück weiter auf den Zylinder schieben konnte. Das ging recht leicht, die Drehbank habe ich dafür immer wieder angehalten.

Die Okularkappe habe ich dann nach dem Abkühlen probehalber mal vom Zylinder abgezogen, das Teil saß aber immer noch relativ stramm. Also habe ich den Fön höhergestellt – diesmal habe ich auf Stufe 5 bei nur ca. 4 Zentimetern Abstand voll auf den Ring gehalten. Den beiden Nasen zur Befestigung der Klappe bin ich dabei immer ausgewichen, bei 30 U/min auf der Drehbank ging das noch ganz gut. Ich hatte anschließend nicht wirklich das Gefühl, dass es noch viel besser geworden ist, habe die Kappe aber wieder zusammengesetzt und probehalber ans ZF montiert. Ich musste immer noch etwas Kraft beim Aufschieben aufwenden. Ca. 5mm vor dem Anschlag der Kappe habe ich der Lackierung zuliebe dann aber aufgehört zu schieben.

Die Okularkappe saß bereits ausreichend fest und wer weiß, wann ich diese mal wieder abnehmen werde – der Lack sollte darunter auf jeden Fall nicht leiden. Sollte ich wieder mal eine Objektivkappe anpassen müssen, werde ich aber einen Aluzylinder mit Sollmaß des Objektivdurchmessers im Außendurchmesser herstellen, das scheint mir in Verbindung mit dem Material der Kappe die bessere Wahl zu sein.

Hera Arms AR-15, Laufwechsel

Hier ist mein Erfahrungsbericht zum Laufwechsel an meinem AR-15 von Hera Arms, der durch entsprechend schlechte Schussbilder notwendig geworden ist. Diese Schussbilder sind nicht erst seit Kurzem so, dass sie mir nicht mehr gefallen haben und trotzdem hat es etwas länger gedauert, bis ich das Thema Laufwechsel überhaupt in Erwägung gezogen habe. Übrigens sind fast alle Schussbilder (damals wie heute) sitzend mit Zweibein und Sandsack am Hinterschaft entstanden, nur in wenigen Fällen habe ich den Sandsack mal probehalber weggelassen.

Rückblick: Schussbild und Laborierung der damaligen Neuwaffe (18“-Lauf, US100)

Gekauft habe ich die Waffe mit dem Upper „US100“, das ist im Wesentlichen der schwarze 18“ Matchlauf von Hera. Die Schussbilder sahen mit der entsprechenden Laborierung damals wie folgt aus:

Für mich kein Grund, irgendwas zu bemängeln…

Hier nochmal die zugehörige Laborierung:

  • Hülse: Lapua Match
  • Pulver: 23,5 gr. Lovex S060
  • Geschoss: Hornady Vollmantel-BT, 55gr.
  • Zünder: Federal Ammunition FA 205
  • OAL: 56,6mm
  • Lauflänge: 18 Zoll

Schussbilder nach 3850 Schuss:

Ich habe fleißig Rohrbuch geführt und kann die Belastung des Laufs daher sehr genau angeben. Wie auf den Bildern zu sehen ist, wurden die Streukreise bei ansonsten gleicher Laborierung mit der Zeit größer. Ich habe daraufhin angefangen, mit anderen Geschosstypen (unter Beibehaltung der OAL und der Pulvermenge) zu experimentieren, die Hinweise nahe der Schussbilder sind „H“ für die alte Laborierung mit 55gr. Hornady VMBT-Geschoss, „M“ für 52gr. Sierra Matchking 1410 HPBT und „G“ für 55gr. Sierra Gameking 1390 HPBT.

Ich habe dazu auch verschiedene Anschlagsarten ausprobiert, sodass ich die Waffe mal mehr und mal weniger in die Schulter gezogen habe – das hat aber auch nichts gebracht, außer der Erkenntnis, dass man die Waffe mit diesem Schaft besser doch in die Schulter zieht. Es gab bei allen Geschosstypen durchaus auch gute Streukreise mit knapp über oder unter 22mm (über die Geschossmitten gemessen), die meisten Streukreise maßen allerdings im Bereich >35mm und viel zu häufig auch um die 45mm bis hin zu 50mm. Im Hinblick auf das, was mal an Streukreisen möglich war, war ich von den Ergebnissen wirklich enttäuscht.

Telefonat mit Hera Arms

Daraufhin habe ich bei Hera Arms angerufen und mich mal erkundigt, was mir als Endverbraucher für Optionen offenstehen. Hera hat sich bereiterklärt, sich der Sache anzunehmen und hat mein Upper durch Overnite für eine Inspektion abholen lassen. Ein Probeschießen und eine Laufinspektion sollten auch erfolgen – das alles bis dahin erstmal kostenlos für mich. Da sich die Firma in den Vorbereitungen für das Steelmatch 2020 befand, hat die Befundung zwar etwas länger gedauert, dafür ging der Laufwechsel ab dem Tag der Entscheidung dafür umso schneller.

Laut Hera Arms konnte man also bereits Abnutzungsspuren im Laufinneren erkennen und das von Hera ermittelte Schussbild wurde für diese Sorte Lauf als „grenzwertig“ angesehen. Das hat mich nicht wirklich beruhigt, denn für mich war die Grenze längst überschritten – aber es hat mich in meiner Entscheidung bekräftigt! Geschossen wurde übrigens mit dem hauseigenen ZF der Marke Vortex (5-30×56, wenn ich mich recht erinnere), eigene Gläser oder sonstiges Zubehör sollten vor Einsendung aufgrund eingeschränkter Gewährleistungsansprüche aber demontiert werden.

Im Beratungsgespräch nach der Befundung habe ich dann mal nach Erfahrungswerten für die Haltbarkeit von Läufen gefragt und das Gespräch kam sehr schnell auf das Thema Laufreinigung, die daran einen großen Anteil haben kann. Eine Schussbelastung von knapp 3800 Schuss ist nun wirklich nicht allzu viel und es kam der Gedanke auf, dass der Lauf vielleicht „kaputtgeputzt“ wurde. Das war mir erst nicht schlüssig, denn alles, womit ich in und an den Lauf gehe, ist definitiv weicher, als der Laufstahl selbst. Sei es nun die Messingdrahtbürste oder jene aus Nylon. Eine Sache ist aber nicht von der Hand zu weisen und ist bei nachträglicher Betrachtung auch schlüssig: Die Tatsache, dass ich ca. alle 200 Schuss die Kupferablagerungen der Geschosse im Lauf mit 25%igem Ammoniak löse, könnte zur frühzeitigen Abnutzung desselben geführt haben.

Ich habe schon öfter von anderen Schützen gehört, dass die Verwendung von Ammoniak generell als schädlich für den Lauf angesehen wird. Allerdings habe ich auch gehört, dass das nur dann der Fall ist, wenn man das Ammoniak im Lauf trocknen lässt und sich dadurch feine Kristallstrukturen auf der Oberfläche bilden, die dann mit dem nachfolgenden Schuss zu Beschädigungen führen. Ich war der Meinung, dass eine nachträgliche gründliche Trocknung mit mehreren Patches und einer ordentlichen Ölung des Laufs im Anschluss an die Behandlung mit Ammoniak aber genau das verhindern sollten. Ich weiss es auch nicht besser und Sagen und Mythen haben natürlich auch ihren Platz im Schießsport, also lassen wir das mal so stehen…

Hera Arms hat mir hingegen erklärt, dass die Einlagerungen von Messing imstande sind, kleinere Unebenheiten (übrigens mikroskopisch klein und in der Werkstoffkunde auch „Pittings“ genannt) zu füllen. Das Entfernen dieser Einlagerungen mit Ammoniak löst diese Füllung aber heraus und gibt die darunter liegende Oberfläche wieder den nachfolgenden Brenngasen preis. Da das Pitting mit einem Schlagloch vergleichbar ist, ist klar, dass es bei regelmäßigem Auswaschen der Füllung mit der Zeit eigentlich nur noch größer werden kann, weil die Angriffsfläche für die Brenngase immer wieder freigelegt wird.

Für mich stand also schnell fest, dass ich einen neuen Lauf haben möchte. Zwei Läufe standen für mich zur Auswahl: Abermals der „alte“ 18-Zöller oder der relativ neue SPB200 Matchlauf mit einer Lauflänge von 16,75“. Mit Letzterem wurden laut Hera in einigen Fällen sogar engere Streukreise geschossen, als mit dem 18“-Lauf. Ich habe auf diese Meinung vertraut und das „Go“ für den Einbau des SPB200 gegeben. Nach nur ca. 1,5 Wochen konnte ich mein Upper dann inkl. allen notwendigen Arbeiten und mitsamt neuem Beschuss auf dem Steelmatch in Philippsburg abholen. Die Kosten für den Laufwechsel mit einmaligem Transport durch Overnite und Neubeschuss beliefen sich auf ca. 320 € – ein super Preis! Der Verschlusskopf war noch in entsprechend gutem Zustand und musste nicht getauscht werden, der Verschlussabstand hat nach dem Laufwechsel ebenfalls noch gestimmt.

Schussbilder mit 23,5 gr. S060 und Lauf SPB200

Ich habe zwar von der alten Munition (23,5 gr. Lovex S060 mit 55gr. Hornady Vollmantel-BT) noch einiges übrig, aber diese Sorte kam erstmal nicht zum Einsatz. Priorität hatte erstmal wieder die Erprobung der „Neuen Geschosse“ 55gr. Siera HPBT Game King und 52gr. Sierra HPBT Matchking. Sie wurden abermals mit der Pulvermenge von 23,5gr. S060 kombiniert und um möglichst gute Bedingungen zu schaffen, habe ich als Zweibein eines von Harris genutzt, statt weiterhin dessen Klon zu verwenden. Das Ergebnis war gar nicht mal so schlecht, hat mich jetzt aber auch nicht wirklich in Begeisterung versetzt. Immerhin besser als vorher…

Schussbilder mit 24,0 gr. S060 und Lauf SPB200

Wo ich schonmal beim Ausprobieren war, habe ich zu den Geschossen „Matchking“ und „Gameking“ natürlich auch mal die Pulvermenge von 23,5 auf 24,0 gr. erhöht – das Ergebnis war genau das, was ich mir erhofft hatte! Wie man auf der Auswertung sehen kann, waren Streukreise („über Mitte“) von 9-14mm auf eine Entfernung von 100m möglich. Klar, man sieht in fast jedem Schussbild noch einen Ausreißer, aber diese habe ich selbst verursacht. Das soll heißen, ich habe im Schuss bereits gemerkt, dass ich das AR meist nicht richtig fixiert habe.

Um sicher zu gehen, ob es notwendig ist, nun dauerhaft auf die relativ teuren Geschosse von Sierra umsteigen, habe ich die 24 gr.-Laborierung natürlich auch mit den „alten“ Geschossen von Hornady (=H) aber auch mit den Gameking (=GK) von Sierra ausprobiert (linkes Bild). Im rechten Bild sieht man eine 9er- und zwei 10er-Schussgruppen mit Hornady VMBT, Sierra Gameking und Sierra Matchking.

Es wurden zwar auch mit den Geschossen von Hornady vereinzelt sehr gute Streukreise geschossen, allerdings war die Tenzend zu besseren Schussbildern eher bei Sierra zu sehen. Preislich unterscheiden sich Gameking und Matchking kaum. Da der Streukreis mit Matchking-Geschoss im letzten Bild allerdings etwas enger ist und der Preis sogar einen Ticken geringer als beim Gameking-Geschoss, ist meine Entscheidung für das Sierra Matchking 1410 52gr. HPBT-Geschoss gefallen. Nebenbei bemerkt, war das ebenfalls jenes Geschoss, mit dem auch Hera Arms in Verbindung mit dem SPB200 die besten Streukreise erzielt hat, dort allerdings mit Fabrikmunition S&B Match oder GGG (beide waren sehr gut getestet, aber nur eines hat das 52gr. Sierra-Geschoss, wenn ich mich recht erinnere).

Der Vollständigkeit halber nochmal die neue Laborierung:

  • Hülse: Lapua Match
  • Pulver: 24,0 gr. Lovex S060
  • Geschoss: Sierra Matchking 1410 HPBT, 52gr.
  • Zünder: Federal Ammunition FA 205
  • OAL: 56,6mm
  • Lauflänge: 16,75 Zoll (Matchlauf)

Schussbild mit 24,0 gr. S060 und SRB-Upper

Wo ich schonmal dabei bin, gehe ich den Weg auch zu Ende und jage meine Laborierungen auch nochmal durch das SRB-Upper von Hera Arms

Schussbild mit 23,5 gr. S060 und SRB-Upper

Wie auf dem Bild ersichtlich, besitzt das SRB ein leistungsschwacheres ZF. Es hat nur einen 12-fachen Zoom, der für die Erprobung voll aufgedreht war und zudem ein Mil-Dot-Absehen mit einem Fadenkreuz, das das Schusspflaster auf 100m schon komplett verdeckt. Unter diesen Bedingungen bin ich mit dem zweiten Schussbild unter Verwendung der alten Laborierung ziemlich zufrieden.

Mein Fazit:

Im SPB200 16,75″ verwendet man besser 24,0 gr. S060, die Sierra-Geschosse Matchking und Gameking sind fast gleich gut.

Im SRB 16,75″ ergibt eine Pulvermenge von nur 23,5gr. S060 die besseren Streukreise. Andere Geschosse als das Hornady 55gr. VMBT-Geschoss wurden bisher noch nicht getestet.

Mit dem 18″-Matchlauf wurden damals sehr gute Streurkreise mit der Laborierung ganz oben (23,5 gr. S060) erzielt. Ob ich vor dem Laufwechsel vielleicht noch etwas mit einer 24 gr.-Laborierung und eventuell einem anderen Geschoss etwas zum Besseren hätte verändern können, werde ich leider nicht mehr erfahren – da war ich zu voreilig…

Meopta Meosight 3

Vor einigen Wochen habe ich mir ein neues Rotpunktvisier gekauft, dass ich aufgrund der noch vorherrschenden Beschränkungen durch die Pandemie leider nicht gleich auf einer Schusswaffe testen konnte. Das habe ich mittlerweile aber nachgeholt und ich bin mit dem Ergebnis bisher sehr zufrieden: Das Meopta Meosight 3 ist es geworden.

Da ich vor dem Kauf bereits die Daten einiger anderer Rotpunktvisiere studiert habe und auch einige selbst ausprobieren konnte, möchte ich zu diesem Thema meine Erfahrungen mitteilen und natürlich auch meine Kaufentscheidung begründen. Vielleicht hat der eine oder andere unter Euch ja die gleichen Ansprüche und kann mit den nachfolgenden Infos noch etwas anfangen. Ich reiße die verschiedenen Rotpunktvisiere dabei nur an, detaillierte Informationen finden sich in den aufgeführten Links.

Wesentlichen Einfluss auf meine Kaufentscheidung hatte meine Rot-Grün-Sehschwäche. Sie bedingt, dass – für eben diese zwei Farben – das Farbsehvermögen gemindert ist. In extrem ausgeprägten Fällen ist es sogar möglich, dass man diese Farben kaum noch wahrnehmen kann, das ist bei mir aber glücklicherweise längst nicht der Fall. Es hat sich aber gezeigt, dass ich bei besonders kleinen Punkten (z.B. 2 MOA) oder relativ lichtschwachen Punkten in Verbindung mit Sonneneinstrahlung am Ziel den Punkt oft gar nicht mehr erkennen kann. Die meisten anderen Schützen werden das nicht wirklich nachvollziehen können und orientieren sich höchstwahrscheinlich eher an anderen technischen Daten der Rotpunktvisiere.

Meine Anforderungen an das Rotpunktvisier waren schließlich folgende:

  • Rotpunkt soll größer 2 MOA sein.
  • Montage soll hauptsächlich auf meiner 1911er sein, dort i.V.m. der neu entwickelten Griffschale.
  • Montage soll auf Picatinny-Schiene möglich sein, eine notwendige Adapterplatte wäre akzeptabel, eine Schlittenmontage mit entsprechendem Adapter ist nicht erwünscht.
  • Spätere Montage auf dem AR-15 „SRB“ von Hera Arms ist nicht ausgeschlossen, der Rotpunkt darf deshalb nicht zu groß sein, weil er z.B. auf 100m zu viel vom Ziel verdecken würde.
  • Manuelle Regulierung der Helligkeit ist aufgrund Rot-Grün-Sehschwäche notwendig.
  • Der Preis sollte unterhalb von 300 Euro sein.
  • Der Rotpunkt soll einen scharfen Rand haben. Jaaaa, wer wünscht sich das nicht? Das liegt aber an den eigenen Augen und nicht am Produkt. Astigmatismus nennt sich das Phänomen und bedingt, dass man den Rotpunkt nicht als kreisrund wahrnehmen kann, sondern Ausfransungen sieht.

EOTECH 512

Das Eotech 512 habe ich mal selbst besessen, es war mein erstes Reflexvisier. Ursprünglich für das erste AR-15 gekauft, ist es nachher recht schnell auf meiner Benelli M4 gelandet und wurde danach letztendlich verkauft. Für den Verkauf gab es zwei Gründe: Erstens waren für die entsprechenden Wettkämpfe der SL-Flinte nur offene Visierungen erlaubt und zweitens war der innenliegende Punkt ausgefranst. Dass das an mir liegt, habe ich erst später geschnallt…

Das Eotech war nicht schlecht, allerdings vergleichsweise groß. Die Bedienung war einfach und man konnte die Helligkeit des Absehens bis hin zu einer ordentlichen Leuchtkraft regulieren.

Das Eotech 512 habe ich damals bei Vegaoptics gekauft, der aktuelle Preis liegt immer noch bei über 500 Euro.

https://vegaoptics.de/

Aber kommen wir zu den Rotpunktvisieren, die bei mir wirklich in die nähere Auswahl gekommen sind:

Burris Fastfire III

Da war zuerst das Burris Fastfire III, das ich damals auf der IWA gesehen habe, die ich mit Marvin gemeinsam besucht habe. Er war damals ebenfalls auf der Suche nach einem Rotpunktvisier und wir haben uns gemeinsam verschiedene Hersteller und Modelle angeschaut – für Ihn ist es schließlich dieses geworden. Da er es immer noch besitzt, konnte ich es schließlich eine Zeit lang testen. Obwohl ich es damals auf der IWA durchaus gut fand, hat es nun meine Anforderungen nicht mehr erfüllt.

Hier einige Eckdaten zum Burris Fastfire III:

  • Punkt 3 MOA, rot
  • Fenster 21x15mm
  • Verstellung: Klickverstellung
  • Höhenverstellung 115 MOA
  • Seitenverstellung 86 MOA
  • Helligkeit manuell: 3 Stufen
  • Helligkeit automatisch: ja
  • Picatinny-Montage enthalten: nein
  • Preis ca. 310 Euro

https://vegaoptics.de/burris-fastfire-iii-3-moa-red-dot?c=925

Für mich waren die wenigen Helligkeitsstufen maßgebend, es schließlich nicht zu kaufen.

Docter/Noblex Sight C

Ich weiß nicht, was Docter/Noblex anders macht, als andere Hersteller, aber ich habe noch nie einen derart scharfen Rand an einem Rotpunktvisier gesehen – und das mit meinen Augen, die Punkte ansonsten immer ausgefranst sehen!!! Das gilt sowohl für dieses Modell, als auch die nachfolgend beschriebene Variante „III“. Bliebe noch zu erwähnen, dass es das „Sight C“ und das „Sight III“ jeweils mit verschieden großen Punkten gibt. Das entscheidet man allerdings beim Kauf, umschalten ist leider nicht…

Eckdaten Noblex Sight C:

  • Punkt 7 MOA oder 3,5 MOA, rot (mit 7 MOA getestet)
  • Fenster ?x?mm
  • Verstellung: stufenlos
  • Höhenverstellung 360cm/100m
  • Seitenverstellung 270cm/100m
  • Helligkeit manuell: keine/0 Stufen
  • Helligkeit automatisch: ja
  • Picatinny-Montage enthalten: nein
  • Preis ca. 325 Euro

https://vegaoptics.de/noblex-sight-c-schwarz-3-5-moa?c=925

Das „Sight C“ ist im Vergleich zum „Sight III“ die weniger robuste Variante und sollte niemals auf Pistolenschlitten montiert werden, da dessen Beschleunigungskräfte zum Ausfall des Visiers führen würden. Mich hat beim „Sight C“ die automatische Regulierung der Helligkeit gestört. Für das Schießen in einer Halle war das noch in Ordnung, aber sobald sich die Zielscheibe im Freien befand und ggf. noch von der Sonne angestrahlt wurde, konnte ich den Punkt leider nicht mehr erkennen.

Docter/Noblex Sight III

Diese Variante habe ich mit einem Punkt von 3,5 MOA ausprobiert. Er erschien im Vergleich zum 7-MOA-Punkt heller, war aber durch nur drei vorhandene Helligkeitsstufen leider auch ungenügend für mich. Manuell kann man hier die Helligkeit durch einen in der Schutzkappe integrierten Magneten verändern. Dazu muss die Schutzkappe (mit der Seite des Magneten) kurz an dem Gehäuse entlang gezogen werden.  

Hier die Eckdaten vom Noblex Sight III:

  • Punkt 7 MOA oder 3,5 MOA, rot (mit 3,5 MOA getestet)
  • Fenster 21x15mm
  • Verstellung: stufenlos
  • Höhenverstellung 360cm/100m
  • Seitenverstellung 270cm/100m
  • Helligkeit manuell: 3 Stufen
  • Helligkeit automatisch: ja
  • Picatinny-Montage enthalten: nein
  • Preis ca. 290 Euro

https://vegaoptics.de/noblex-sight-iii-3-5-moa?c=925

Bei diesem Rotpunktvisier waren mir die drei manuell einstellbaren Helligkeitsstufen einfach zu wenig. Auch auf der höchsten Stufe war das Schießen im Freien für mich nicht mehr möglich. Die manuelle Verstellung durch den Magneten hat mich auch nicht überzeugt, ich bin da einfach „oldschool“ und brauche Druckknöpfe!

Holosun HS510C/HS510C-GR/HS510-GR Elite

Bei diesen Visieren habe ich mich etwas länger damit beschäftigt, deren Unterschiede anhand der Produktbeschreibungen zu verstehen. Holosun bietet natürlich eine Vielzahl mehr an Rotpunktvisieren, allerdings habe ich mir mit diesen Modellen gleich eine niedrige Baugröße ausgesucht, das war mir wichtig. Diese Visiere finde ich immer noch sehr interessant, weil es bei den Modellen „GR“ ein grün beleuchtetes Absehen gibt, das ich trotz des kleinen 2MOA-Punktes vielleicht doch besser sehen kann, als jene in rot. Zudem gibt es Varianten in der Gehäusefarbe FDE, das wäre dann wieder stimmig mit meinem AR.

Eckdaten Holosun HS510C:

  • Punkt 2 MOA oder Kreis 65 MOA oder Punkt-Kreis, rot oder Variante „GR“=grün
  • Fenster 32x24mm
  • Verstellung: 0,5 MOA Klickverstellung
  • Höhenverstellung 100 MOA
  • Seitenverstellung 100MOA
  • Helligkeit manuell: 12 Stufen
  • Helligkeit automatisch: nein
  • Picatinny-Montage enthalten: ja, integriert mit QD-Hebel
  • Preis ca. 360 Euro/400 Euro „Elite“

https://vegaoptics.de/holosun-hs510c?c=925

https://vegaoptics.de/holosun-he510c-gr-fde?c=925

https://vegaoptics.de/holosun-he510c-elite?c=925

Vortex Venom/Viper

Neben den o.g. Modellen von Holosun ist das Vortex Viper ein Rotpunktvisier, das ebenfalls in die engere Auswahl gekommen ist. Ein wesentliches Merkmal kann man einfach nicht außer Acht lassen: Vortex gibt auf dieses Produkt eine lebenslange Garantie! Erfahren habe ich das vom Geschäftsführer der Fa. Ritter Optik, bei der ich schließlich mein Meopta Meosight 3 gekauft habe. Das wird in Anbetracht der Beschleunigungskräfte auf Pistolenschlitten schon sehr interessant, denn wer hat nicht schon von Visieren gehört, die dort montiert wurden und nicht lange funktioniert haben?

Eckdaten Vortex Venom/Viper:

  • Punkt 6 MOA oder 3 MOA/Viper nur 6 MOA, rot
  • Fenster 26x16mm
  • Verstellung: Klickverstellung
  • Höhenverstellung 130/120 MOA
  • Seitenverstellung 100/120 MOA
  • Helligkeit manuell: ja, ??? Stufen
  • Helligkeit automatisch: ja
  • Picatinny-Montage enthalten: nein
  • Preis ca. 270/280 Euro

https://www.ritter-optik.com/leuchtpunktvisier-vortex-venom-3moa.html

https://www.ritter-optik.com/leuchtpunktvisier-vortex-venom-6moa.html

https://www.ritter-optik.com/leuchtpunktvisier-vortex-venom-6moa.html

Meopta Meosight 3

Dies ist nun mein erstes Produkt von Meopta und der erste Eindruck ist wirklich gut. An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen und die Sache mit der Haltbarkeit wird sich noch zeigen. Ich erwarte jetzt ehrlich gesagt auch keine bösen Überraschungen, weil das Visier ja nicht auf einem Schlitten montiert wird. Das wäre für jedes Rotpunktvisier der absolute Härtetest! Im Vergleich mit den anderen Rotpunktvisieren möchte ich noch kurz meine Entscheidung begründen, wobei ich schon jetzt sagen kann, dass der Preis von Meopta fast unschlagbar ist:

Burris Fastfire 3: Hat leider nur drei Helligkeitsstufen und fällt dazu noch teurer aus, ist aber immer noch im gesetzten preislichen Rahmen.

Noblex Sight C: Hat einer der schärfsten Punkte, aber leider keine manuellen Helligkeitsstufen. Fällt ebenfalls teurer aus, ist aber auch immer noch im gesetzten preislichen Rahmen. Die 7 MOA-Variante ist für das Gewehr auf >100m ungeeignet.

Noblex Sight III: Hat einer der schärfsten Punkte, aber leider nur drei manuelle Helligkeitsstufen. Fällt ebenfalls teurer aus, ist aber auch immer noch im gesetzten preislichen Rahmen. Die 7 MOA-Variante ist für das Gewehr auf >100m ungeeignet.

Holosun 510C: Die Daten dieses Rot- (bzw. Grün-) Punktvisiers klingen sehr vielversprechend, insbesondere mit grün beleuchtetem Absehen. Leider hat es den gesetzten preislichen Rahmen überschritten, es bleibt aber als geeigneter Kandidat – dann ausschließlich für das AR – im Sinn. Es wird sich dann mit dem Falke 2 NV messen müssen…

Vortex Viper: Die Lebenslange Garantie ist einfach ein riesiger Pluspunkt! Ich habe allerdings nicht ermitteln können, wie viele manuelle (und ob überhaupt) Helligkeitsstufen es hat. Fällt ebenfalls teurer aus, ist aber auch immer noch im gesetzten preislichen Rahmen.

Vortex Venom: Mit einem Punkt von 6 MOA ist es für ein Gewehr auf >100m für mich leider ebenfalls ungeeignet.

Eckdaten Meopta Meosight 3:

  • Punkt 3 MOA, rot
  • Fenster 26x16mm
  • Verstellung: stufenlos
  • Höhenverstellung 130/120 MOA
  • Seitenverstellung 100/120 MOA
  • Helligkeit manuell: 8 Stufen
  • Helligkeit automatisch: ja
  • Picatinny-Montage enthalten: nein

Preis ca. 215 Euro

https://www.ritter-optik.com/reflexvisier-meopta-meosight-III.html

Meosight 3 Zubehör

Das folgende Bild zeigt fast das gesamte Zubehör des Meosight 3. Außerdem enthalten sind noch zwei längere Schrauben M3, die ich dazu verwendet habe, das Visier direkt auf die Picatinny-Montage zu schrauben.

Meosight 3 im Schuss

Am unteres Fensterrand hat das Meosight 3 eine Art Kimme, die es enorm erleichtern kann, den roten Punkt im Sichtfenster zu finden. Das Meosight 3 hat zudem eine stufenlose Verstellung von Höhe und Seite, die ich keineswegs als störend empfinde, im Gegenteil: Ich halte sie für fein genug, sodass sie gegenüber einer Klickverstellung meiner Meinung nach sogar einen Vorteil bietet, denn zwischen den Klicks kann bei Rotpunktvisieren anderer Hersteller ansonsten nichts passieren.

Diese Schussbilder sind beim zweiten Schießtermin entstanden, dank der nachgefeilten Schlüsselweite an der Picatinny-Montage hat sich auch nichts mehr gelockert. Eins vorweg: Sie sind alle mit dem zuletzt entwickelten Anschlagschaft entstanden! Während der ersten drei Schussbilder wurde 2x nachjustiert, beim vierten Schussbild war ich dann zufrieden und beim fünften habe ich den Anschlagschaft demontiert – man sieht deutlich, wie die Waffe wieder hochschlägt.

Zubehör-Montageplatten

Wer zum Rotpunktvisier noch eine geeignete Picatinny-Montage sucht, mag wie ich auch erstmal bei Egun suchen. Ich habe dort eine günstige Variante für ca. 26 Euro gefunden und den Kauf auch schon bereut: Die Picatinny-Montage war zur Aufnahme der Adapterplatte des Meosights vorbereitet und sollte mit dessen Schrauben M3 drauf befestigt werden. Die Bohrungsabstände haben gestimmt, allerdings waren die Gewinde M3 derart grob hineingeschnitten, dass es schon fast Gewinde M4 waren! Die Schraube M3 hat leider keinen Halt gehabt… Ich habe schließlich auf die Adapterplatte im Lieferumfang des Meosights verzichtet und mir durch die Durchgangsbohrungen des Visiers direkt meine Bohrungspositionen für Gewinde M3 auf der Picatinny-Montageplatte angerissen. Danach war die Sache erledigt. Zusätzlich ärgere ich mich über mich selbst, dass ich wider besseren Wissens doch zu einer Montage mit Rändelmutter als Klemmung gegriffen habe. So ein Scheißdreck taugt einfach überhaupt nichts! Obwohl fest angezogen und obwohl keine Montage auf dem hochbeschleunigten Schlitten erfolgt ist, hat sich das Rotpunktvisier beim Schießen gelöst. Zweite Abhilfe war, der Rändelmutter mit der Feile eine Schlüsselweite zu verpassen, damit man sie ordentlich festziehen kann (siehe Einzelbild oben). Wer Zubehör gekauft hat, will nur noch montieren und dann endlich loslegen und nicht erst großartig nacharbeiten. Wer nicht den gleichen Fehler wie ich machen möchte, der sollte sich also gleich etwas Vernünftiges kaufen. Die nachfolgenden Links zu den Montagen sind häufig waffenspezifisch, aber auch für eine generelle Picatinny-Montage. Sie machen jedenfalls einen besseren Eindruck als das, was ich mir gekauft habe.

Montageplatten für Pistolenschlitten:

https://www.ritter-optik.com/montagen-docter-noblex-vortex-burris/leuchtpunktvisier-montagen-kurzwaffen/

Montageplatten für Langwaffen, auch Picatinny:

https://www.ritter-optik.com/montagen-docter-noblex-vortex-burris/leuchtpunktvisier-montagen-langwaffen/

https://vegaoptics.de/utg-super-slim-picatinny-rmr,-trijicon,-montage—niedrig