Okular-/Objektivkappe an ZF anpassen

Als Fan von Zielfernrohren der Marke Sightron habe ich bereits einige Exemplare davon auf verschiedenen Waffen. Am Zielfernrohr S-Tac 4-20×50 auf meinem AR-15 hat sich aber jüngst eine Schwachstelle an der Objektivkappe gezeigt: Selbige steht beim Öffnen nicht mehr unter der anfänglichen Federspannung. Das wundert mich etwas, denn es handelt sich um das neueste ZF in meinem Besitz.

Vom letzten ZF „Everest“ von Tac Vector Optics hatte ich noch zwei Kappen von Butler Creek übrig, die ich stattdessen verwenden wollte. Jene für das Okular war leider zu groß und die für das Objektiv (D=58mm Außendurchmesser) mit einem Innendurchmesser von 57,2mm leider etwas zu klein.

Mit Gewalt Draufquetschen wäre vielleicht möglich gewesen, habe ich mit Rücksicht auf die nachträgliche Lackierung dann aber doch lieber gelassen. Ich habe stattdessen versucht, den Durchmesser der Objektivkappe zu erweitern – hier ist mein Bericht dazu:

Den Außendurchmesser habe ich am Objektiv wie bereits erwähnt mit 58,0mm ermittelt. Da die Kappe auf jeden Fall stramm sitzen sollte, habe ich dafür einen Aluminiumzylinder mit Durchmesser 57,9mm gedreht. Der Plan war, die Kappe dann langsam auf diesen Durchmesser aufzuweiten. Da sie aus Kunststoff ist, hat es sich bestens angeboten, das mittels Wärmezufuhr zu machen.

Da ich nicht wusste, ob am Ende das gewünschte Resultat herauskommt, habe ich die Kappe soweit möglich noch zerlegt. Es muss ja nicht mehr wegschmelzen, als unbedingt nötig…

Ich habe mir dann überlegt, wie man die Kappe gleichmäßig erhitzen kann, sodass sie Stück für Stück auf den gedrehten Zylinder aufgeschoben werden kann. Ein Backofen kam da in die nähere Auswahl, wobei ich nicht wusste, ob dieser tatsächlich heiß genug werden würde. Man hätte den Zylinder dann mit Kappe in den Ofen stecken können und diese dann von Zeit zu Zeit auf dem Zylinder nachdrücken müssen.

Besser fand ich dann die Idee mit der Drehbank und dem Heißluftfön. Den Aluzylinder habe ich mit der aufgeschobenen Kappe dann kurzerhand wieder eingespannt und eine Geschwindigkeit von 30 U/min gewählt.

Als Heißluftfön habe ich das folgende Fabrikat genutzt:

Wobei das Fabrikat sicherlich zweitrangig ist und es eigentlich eher auf die Leistung/Temperatur ankommen dürfte. Jedenfalls hat es meist nur 3-4 Umdrehungen mit dem Fön auf Stufe 3 (von 6) gedauert, bis man die Kappe Stück für Stück weiter auf den Zylinder schieben konnte. Das ging recht leicht, die Drehbank habe ich dafür immer wieder angehalten.

Die Okularkappe habe ich dann nach dem Abkühlen probehalber mal vom Zylinder abgezogen, das Teil saß aber immer noch relativ stramm. Also habe ich den Fön höhergestellt – diesmal habe ich auf Stufe 5 bei nur ca. 4 Zentimetern Abstand voll auf den Ring gehalten. Den beiden Nasen zur Befestigung der Klappe bin ich dabei immer ausgewichen, bei 30 U/min auf der Drehbank ging das noch ganz gut. Ich hatte anschließend nicht wirklich das Gefühl, dass es noch viel besser geworden ist, habe die Kappe aber wieder zusammengesetzt und probehalber ans ZF montiert. Ich musste immer noch etwas Kraft beim Aufschieben aufwenden. Ca. 5mm vor dem Anschlag der Kappe habe ich der Lackierung zuliebe dann aber aufgehört zu schieben.

Die Okularkappe saß bereits ausreichend fest und wer weiß, wann ich diese mal wieder abnehmen werde – der Lack sollte darunter auf jeden Fall nicht leiden. Sollte ich wieder mal eine Objektivkappe anpassen müssen, werde ich aber einen Aluzylinder mit Sollmaß des Objektivdurchmessers im Außendurchmesser herstellen, das scheint mir in Verbindung mit dem Material der Kappe die bessere Wahl zu sein.

Hera Arms AR-15, Laufwechsel

Hier ist mein Erfahrungsbericht zum Laufwechsel an meinem AR-15 von Hera Arms, der durch entsprechend schlechte Schussbilder notwendig geworden ist. Diese Schussbilder sind nicht erst seit Kurzem so, dass sie mir nicht mehr gefallen haben und trotzdem hat es etwas länger gedauert, bis ich das Thema Laufwechsel überhaupt in Erwägung gezogen habe. Übrigens sind fast alle Schussbilder (damals wie heute) sitzend mit Zweibein und Sandsack am Hinterschaft entstanden, nur in wenigen Fällen habe ich den Sandsack mal probehalber weggelassen.

Rückblick: Schussbild und Laborierung der damaligen Neuwaffe (18“-Lauf, US100)

Gekauft habe ich die Waffe mit dem Upper „US100“, das ist im Wesentlichen der schwarze 18“ Matchlauf von Hera. Die Schussbilder sahen mit der entsprechenden Laborierung damals wie folgt aus:

Für mich kein Grund, irgendwas zu bemängeln…

Hier nochmal die zugehörige Laborierung:

  • Hülse: Lapua Match
  • Pulver: 23,5 gr. Lovex S060
  • Geschoss: Hornady Vollmantel-BT, 55gr.
  • Zünder: Federal Ammunition FA 205
  • OAL: 56,6mm
  • Lauflänge: 18 Zoll

Schussbilder nach 3850 Schuss:

Ich habe fleißig Rohrbuch geführt und kann die Belastung des Laufs daher sehr genau angeben. Wie auf den Bildern zu sehen ist, wurden die Streukreise bei ansonsten gleicher Laborierung mit der Zeit größer. Ich habe daraufhin angefangen, mit anderen Geschosstypen (unter Beibehaltung der OAL und der Pulvermenge) zu experimentieren, die Hinweise nahe der Schussbilder sind „H“ für die alte Laborierung mit 55gr. Hornady VMBT-Geschoss, „M“ für 52gr. Sierra Matchking 1410 HPBT und „G“ für 55gr. Sierra Gameking 1390 HPBT.

Ich habe dazu auch verschiedene Anschlagsarten ausprobiert, sodass ich die Waffe mal mehr und mal weniger in die Schulter gezogen habe – das hat aber auch nichts gebracht, außer der Erkenntnis, dass man die Waffe mit diesem Schaft besser doch in die Schulter zieht. Es gab bei allen Geschosstypen durchaus auch gute Streukreise mit knapp über oder unter 22mm (über die Geschossmitten gemessen), die meisten Streukreise maßen allerdings im Bereich >35mm und viel zu häufig auch um die 45mm bis hin zu 50mm. Im Hinblick auf das, was mal an Streukreisen möglich war, war ich von den Ergebnissen wirklich enttäuscht.

Telefonat mit Hera Arms

Daraufhin habe ich bei Hera Arms angerufen und mich mal erkundigt, was mir als Endverbraucher für Optionen offenstehen. Hera hat sich bereiterklärt, sich der Sache anzunehmen und hat mein Upper durch Overnite für eine Inspektion abholen lassen. Ein Probeschießen und eine Laufinspektion sollten auch erfolgen – das alles bis dahin erstmal kostenlos für mich. Da sich die Firma in den Vorbereitungen für das Steelmatch 2020 befand, hat die Befundung zwar etwas länger gedauert, dafür ging der Laufwechsel ab dem Tag der Entscheidung dafür umso schneller.

Laut Hera Arms konnte man also bereits Abnutzungsspuren im Laufinneren erkennen und das von Hera ermittelte Schussbild wurde für diese Sorte Lauf als „grenzwertig“ angesehen. Das hat mich nicht wirklich beruhigt, denn für mich war die Grenze längst überschritten – aber es hat mich in meiner Entscheidung bekräftigt! Geschossen wurde übrigens mit dem hauseigenen ZF der Marke Vortex (5-30×56, wenn ich mich recht erinnere), eigene Gläser oder sonstiges Zubehör sollten vor Einsendung aufgrund eingeschränkter Gewährleistungsansprüche aber demontiert werden.

Im Beratungsgespräch nach der Befundung habe ich dann mal nach Erfahrungswerten für die Haltbarkeit von Läufen gefragt und das Gespräch kam sehr schnell auf das Thema Laufreinigung, die daran einen großen Anteil haben kann. Eine Schussbelastung von knapp 3800 Schuss ist nun wirklich nicht allzu viel und es kam der Gedanke auf, dass der Lauf vielleicht „kaputtgeputzt“ wurde. Das war mir erst nicht schlüssig, denn alles, womit ich in und an den Lauf gehe, ist definitiv weicher, als der Laufstahl selbst. Sei es nun die Messingdrahtbürste oder jene aus Nylon. Eine Sache ist aber nicht von der Hand zu weisen und ist bei nachträglicher Betrachtung auch schlüssig: Die Tatsache, dass ich ca. alle 200 Schuss die Kupferablagerungen der Geschosse im Lauf mit 25%igem Ammoniak löse, könnte zur frühzeitigen Abnutzung desselben geführt haben.

Ich habe schon öfter von anderen Schützen gehört, dass die Verwendung von Ammoniak generell als schädlich für den Lauf angesehen wird. Allerdings habe ich auch gehört, dass das nur dann der Fall ist, wenn man das Ammoniak im Lauf trocknen lässt und sich dadurch feine Kristallstrukturen auf der Oberfläche bilden, die dann mit dem nachfolgenden Schuss zu Beschädigungen führen. Ich war der Meinung, dass eine nachträgliche gründliche Trocknung mit mehreren Patches und einer ordentlichen Ölung des Laufs im Anschluss an die Behandlung mit Ammoniak aber genau das verhindern sollten. Ich weiss es auch nicht besser und Sagen und Mythen haben natürlich auch ihren Platz im Schießsport, also lassen wir das mal so stehen…

Hera Arms hat mir hingegen erklärt, dass die Einlagerungen von Messing imstande sind, kleinere Unebenheiten (übrigens mikroskopisch klein und in der Werkstoffkunde auch „Pittings“ genannt) zu füllen. Das Entfernen dieser Einlagerungen mit Ammoniak löst diese Füllung aber heraus und gibt die darunter liegende Oberfläche wieder den nachfolgenden Brenngasen preis. Da das Pitting mit einem Schlagloch vergleichbar ist, ist klar, dass es bei regelmäßigem Auswaschen der Füllung mit der Zeit eigentlich nur noch größer werden kann, weil die Angriffsfläche für die Brenngase immer wieder freigelegt wird.

Für mich stand also schnell fest, dass ich einen neuen Lauf haben möchte. Zwei Läufe standen für mich zur Auswahl: Abermals der „alte“ 18-Zöller oder der relativ neue SPB200 Matchlauf mit einer Lauflänge von 16,75“. Mit Letzterem wurden laut Hera in einigen Fällen sogar engere Streukreise geschossen, als mit dem 18“-Lauf. Ich habe auf diese Meinung vertraut und das „Go“ für den Einbau des SPB200 gegeben. Nach nur ca. 1,5 Wochen konnte ich mein Upper dann inkl. allen notwendigen Arbeiten und mitsamt neuem Beschuss auf dem Steelmatch in Philippsburg abholen. Die Kosten für den Laufwechsel mit einmaligem Transport durch Overnite und Neubeschuss beliefen sich auf ca. 320 € – ein super Preis! Der Verschlusskopf war noch in entsprechend gutem Zustand und musste nicht getauscht werden, der Verschlussabstand hat nach dem Laufwechsel ebenfalls noch gestimmt.

Schussbilder mit 23,5 gr. S060 und Lauf SPB200

Ich habe zwar von der alten Munition (23,5 gr. Lovex S060 mit 55gr. Hornady Vollmantel-BT) noch einiges übrig, aber diese Sorte kam erstmal nicht zum Einsatz. Priorität hatte erstmal wieder die Erprobung der „Neuen Geschosse“ 55gr. Siera HPBT Game King und 52gr. Sierra HPBT Matchking. Sie wurden abermals mit der Pulvermenge von 23,5gr. S060 kombiniert und um möglichst gute Bedingungen zu schaffen, habe ich als Zweibein eines von Harris genutzt, statt weiterhin dessen Klon zu verwenden. Das Ergebnis war gar nicht mal so schlecht, hat mich jetzt aber auch nicht wirklich in Begeisterung versetzt. Immerhin besser als vorher…

Schussbilder mit 24,0 gr. S060 und Lauf SPB200

Wo ich schonmal beim Ausprobieren war, habe ich zu den Geschossen „Matchking“ und „Gameking“ natürlich auch mal die Pulvermenge von 23,5 auf 24,0 gr. erhöht – das Ergebnis war genau das, was ich mir erhofft hatte! Wie man auf der Auswertung sehen kann, waren Streukreise („über Mitte“) von 9-14mm auf eine Entfernung von 100m möglich. Klar, man sieht in fast jedem Schussbild noch einen Ausreißer, aber diese habe ich selbst verursacht. Das soll heißen, ich habe im Schuss bereits gemerkt, dass ich das AR meist nicht richtig fixiert habe.

Um sicher zu gehen, ob es notwendig ist, nun dauerhaft auf die relativ teuren Geschosse von Sierra umsteigen, habe ich die 24 gr.-Laborierung natürlich auch mit den „alten“ Geschossen von Hornady (=H) aber auch mit den Gameking (=GK) von Sierra ausprobiert (linkes Bild). Im rechten Bild sieht man eine 9er- und zwei 10er-Schussgruppen mit Hornady VMBT, Sierra Gameking und Sierra Matchking.

Es wurden zwar auch mit den Geschossen von Hornady vereinzelt sehr gute Streukreise geschossen, allerdings war die Tenzend zu besseren Schussbildern eher bei Sierra zu sehen. Preislich unterscheiden sich Gameking und Matchking kaum. Da der Streukreis mit Matchking-Geschoss im letzten Bild allerdings etwas enger ist und der Preis sogar einen Ticken geringer als beim Gameking-Geschoss, ist meine Entscheidung für das Sierra Matchking 1410 52gr. HPBT-Geschoss gefallen. Nebenbei bemerkt, war das ebenfalls jenes Geschoss, mit dem auch Hera Arms in Verbindung mit dem SPB200 die besten Streukreise erzielt hat, dort allerdings mit Fabrikmunition S&B Match oder GGG (beide waren sehr gut getestet, aber nur eines hat das 52gr. Sierra-Geschoss, wenn ich mich recht erinnere).

Der Vollständigkeit halber nochmal die neue Laborierung:

  • Hülse: Lapua Match
  • Pulver: 24,0 gr. Lovex S060
  • Geschoss: Sierra Matchking 1410 HPBT, 52gr.
  • Zünder: Federal Ammunition FA 205
  • OAL: 56,6mm
  • Lauflänge: 16,75 Zoll (Matchlauf)

Schussbild mit 24,0 gr. S060 und SRB-Upper

Wo ich schonmal dabei bin, gehe ich den Weg auch zu Ende und jage meine Laborierungen auch nochmal durch das SRB-Upper von Hera Arms

Schussbild mit 23,5 gr. S060 und SRB-Upper

Wie auf dem Bild ersichtlich, besitzt das SRB ein leistungsschwacheres ZF. Es hat nur einen 12-fachen Zoom, der für die Erprobung voll aufgedreht war und zudem ein Mil-Dot-Absehen mit einem Fadenkreuz, das das Schusspflaster auf 100m schon komplett verdeckt. Unter diesen Bedingungen bin ich mit dem zweiten Schussbild unter Verwendung der alten Laborierung ziemlich zufrieden.

Mein Fazit:

Im SPB200 16,75″ verwendet man besser 24,0 gr. S060, die Sierra-Geschosse Matchking und Gameking sind fast gleich gut.

Im SRB 16,75″ ergibt eine Pulvermenge von nur 23,5gr. S060 die besseren Streukreise. Andere Geschosse als das Hornady 55gr. VMBT-Geschoss wurden bisher noch nicht getestet.

Mit dem 18″-Matchlauf wurden damals sehr gute Streurkreise mit der Laborierung ganz oben (23,5 gr. S060) erzielt. Ob ich vor dem Laufwechsel vielleicht noch etwas mit einer 24 gr.-Laborierung und eventuell einem anderen Geschoss etwas zum Besseren hätte verändern können, werde ich leider nicht mehr erfahren – da war ich zu voreilig…

Meopta Meosight 3

Vor einigen Wochen habe ich mir ein neues Rotpunktvisier gekauft, dass ich aufgrund der noch vorherrschenden Beschränkungen durch die Pandemie leider nicht gleich auf einer Schusswaffe testen konnte. Das habe ich mittlerweile aber nachgeholt und ich bin mit dem Ergebnis bisher sehr zufrieden: Das Meopta Meosight 3 ist es geworden.

Da ich vor dem Kauf bereits die Daten einiger anderer Rotpunktvisiere studiert habe und auch einige selbst ausprobieren konnte, möchte ich zu diesem Thema meine Erfahrungen mitteilen und natürlich auch meine Kaufentscheidung begründen. Vielleicht hat der eine oder andere unter Euch ja die gleichen Ansprüche und kann mit den nachfolgenden Infos noch etwas anfangen. Ich reiße die verschiedenen Rotpunktvisiere dabei nur an, detaillierte Informationen finden sich in den aufgeführten Links.

Wesentlichen Einfluss auf meine Kaufentscheidung hatte meine Rot-Grün-Sehschwäche. Sie bedingt, dass – für eben diese zwei Farben – das Farbsehvermögen gemindert ist. In extrem ausgeprägten Fällen ist es sogar möglich, dass man diese Farben kaum noch wahrnehmen kann, das ist bei mir aber glücklicherweise längst nicht der Fall. Es hat sich aber gezeigt, dass ich bei besonders kleinen Punkten (z.B. 2 MOA) oder relativ lichtschwachen Punkten in Verbindung mit Sonneneinstrahlung am Ziel den Punkt oft gar nicht mehr erkennen kann. Die meisten anderen Schützen werden das nicht wirklich nachvollziehen können und orientieren sich höchstwahrscheinlich eher an anderen technischen Daten der Rotpunktvisiere.

Meine Anforderungen an das Rotpunktvisier waren schließlich folgende:

  • Rotpunkt soll größer 2 MOA sein.
  • Montage soll hauptsächlich auf meiner 1911er sein, dort i.V.m. der neu entwickelten Griffschale.
  • Montage soll auf Picatinny-Schiene möglich sein, eine notwendige Adapterplatte wäre akzeptabel, eine Schlittenmontage mit entsprechendem Adapter ist nicht erwünscht.
  • Spätere Montage auf dem AR-15 „SRB“ von Hera Arms ist nicht ausgeschlossen, der Rotpunkt darf deshalb nicht zu groß sein, weil er z.B. auf 100m zu viel vom Ziel verdecken würde.
  • Manuelle Regulierung der Helligkeit ist aufgrund Rot-Grün-Sehschwäche notwendig.
  • Der Preis sollte unterhalb von 300 Euro sein.
  • Der Rotpunkt soll einen scharfen Rand haben. Jaaaa, wer wünscht sich das nicht? Das liegt aber an den eigenen Augen und nicht am Produkt. Astigmatismus nennt sich das Phänomen und bedingt, dass man den Rotpunkt nicht als kreisrund wahrnehmen kann, sondern Ausfransungen sieht.

EOTECH 512

Das Eotech 512 habe ich mal selbst besessen, es war mein erstes Reflexvisier. Ursprünglich für das erste AR-15 gekauft, ist es nachher recht schnell auf meiner Benelli M4 gelandet und wurde danach letztendlich verkauft. Für den Verkauf gab es zwei Gründe: Erstens waren für die entsprechenden Wettkämpfe der SL-Flinte nur offene Visierungen erlaubt und zweitens war der innenliegende Punkt ausgefranst. Dass das an mir liegt, habe ich erst später geschnallt…

Das Eotech war nicht schlecht, allerdings vergleichsweise groß. Die Bedienung war einfach und man konnte die Helligkeit des Absehens bis hin zu einer ordentlichen Leuchtkraft regulieren.

Das Eotech 512 habe ich damals bei Vegaoptics gekauft, der aktuelle Preis liegt immer noch bei über 500 Euro.

https://vegaoptics.de/

Aber kommen wir zu den Rotpunktvisieren, die bei mir wirklich in die nähere Auswahl gekommen sind:

Burris Fastfire III

Da war zuerst das Burris Fastfire III, das ich damals auf der IWA gesehen habe, die ich mit Marvin gemeinsam besucht habe. Er war damals ebenfalls auf der Suche nach einem Rotpunktvisier und wir haben uns gemeinsam verschiedene Hersteller und Modelle angeschaut – für Ihn ist es schließlich dieses geworden. Da er es immer noch besitzt, konnte ich es schließlich eine Zeit lang testen. Obwohl ich es damals auf der IWA durchaus gut fand, hat es nun meine Anforderungen nicht mehr erfüllt.

Hier einige Eckdaten zum Burris Fastfire III:

  • Punkt 3 MOA, rot
  • Fenster 21x15mm
  • Verstellung: Klickverstellung
  • Höhenverstellung 115 MOA
  • Seitenverstellung 86 MOA
  • Helligkeit manuell: 3 Stufen
  • Helligkeit automatisch: ja
  • Picatinny-Montage enthalten: nein
  • Preis ca. 310 Euro

https://vegaoptics.de/burris-fastfire-iii-3-moa-red-dot?c=925

Für mich waren die wenigen Helligkeitsstufen maßgebend, es schließlich nicht zu kaufen.

Docter/Noblex Sight C

Ich weiß nicht, was Docter/Noblex anders macht, als andere Hersteller, aber ich habe noch nie einen derart scharfen Rand an einem Rotpunktvisier gesehen – und das mit meinen Augen, die Punkte ansonsten immer ausgefranst sehen!!! Das gilt sowohl für dieses Modell, als auch die nachfolgend beschriebene Variante „III“. Bliebe noch zu erwähnen, dass es das „Sight C“ und das „Sight III“ jeweils mit verschieden großen Punkten gibt. Das entscheidet man allerdings beim Kauf, umschalten ist leider nicht…

Eckdaten Noblex Sight C:

  • Punkt 7 MOA oder 3,5 MOA, rot (mit 7 MOA getestet)
  • Fenster ?x?mm
  • Verstellung: stufenlos
  • Höhenverstellung 360cm/100m
  • Seitenverstellung 270cm/100m
  • Helligkeit manuell: keine/0 Stufen
  • Helligkeit automatisch: ja
  • Picatinny-Montage enthalten: nein
  • Preis ca. 325 Euro

https://vegaoptics.de/noblex-sight-c-schwarz-3-5-moa?c=925

Das „Sight C“ ist im Vergleich zum „Sight III“ die weniger robuste Variante und sollte niemals auf Pistolenschlitten montiert werden, da dessen Beschleunigungskräfte zum Ausfall des Visiers führen würden. Mich hat beim „Sight C“ die automatische Regulierung der Helligkeit gestört. Für das Schießen in einer Halle war das noch in Ordnung, aber sobald sich die Zielscheibe im Freien befand und ggf. noch von der Sonne angestrahlt wurde, konnte ich den Punkt leider nicht mehr erkennen.

Docter/Noblex Sight III

Diese Variante habe ich mit einem Punkt von 3,5 MOA ausprobiert. Er erschien im Vergleich zum 7-MOA-Punkt heller, war aber durch nur drei vorhandene Helligkeitsstufen leider auch ungenügend für mich. Manuell kann man hier die Helligkeit durch einen in der Schutzkappe integrierten Magneten verändern. Dazu muss die Schutzkappe (mit der Seite des Magneten) kurz an dem Gehäuse entlang gezogen werden.  

Hier die Eckdaten vom Noblex Sight III:

  • Punkt 7 MOA oder 3,5 MOA, rot (mit 3,5 MOA getestet)
  • Fenster 21x15mm
  • Verstellung: stufenlos
  • Höhenverstellung 360cm/100m
  • Seitenverstellung 270cm/100m
  • Helligkeit manuell: 3 Stufen
  • Helligkeit automatisch: ja
  • Picatinny-Montage enthalten: nein
  • Preis ca. 290 Euro

https://vegaoptics.de/noblex-sight-iii-3-5-moa?c=925

Bei diesem Rotpunktvisier waren mir die drei manuell einstellbaren Helligkeitsstufen einfach zu wenig. Auch auf der höchsten Stufe war das Schießen im Freien für mich nicht mehr möglich. Die manuelle Verstellung durch den Magneten hat mich auch nicht überzeugt, ich bin da einfach „oldschool“ und brauche Druckknöpfe!

Holosun HS510C/HS510C-GR/HS510-GR Elite

Bei diesen Visieren habe ich mich etwas länger damit beschäftigt, deren Unterschiede anhand der Produktbeschreibungen zu verstehen. Holosun bietet natürlich eine Vielzahl mehr an Rotpunktvisieren, allerdings habe ich mir mit diesen Modellen gleich eine niedrige Baugröße ausgesucht, das war mir wichtig. Diese Visiere finde ich immer noch sehr interessant, weil es bei den Modellen „GR“ ein grün beleuchtetes Absehen gibt, das ich trotz des kleinen 2MOA-Punktes vielleicht doch besser sehen kann, als jene in rot. Zudem gibt es Varianten in der Gehäusefarbe FDE, das wäre dann wieder stimmig mit meinem AR.

Eckdaten Holosun HS510C:

  • Punkt 2 MOA oder Kreis 65 MOA oder Punkt-Kreis, rot oder Variante „GR“=grün
  • Fenster 32x24mm
  • Verstellung: 0,5 MOA Klickverstellung
  • Höhenverstellung 100 MOA
  • Seitenverstellung 100MOA
  • Helligkeit manuell: 12 Stufen
  • Helligkeit automatisch: nein
  • Picatinny-Montage enthalten: ja, integriert mit QD-Hebel
  • Preis ca. 360 Euro/400 Euro „Elite“

https://vegaoptics.de/holosun-hs510c?c=925

https://vegaoptics.de/holosun-he510c-gr-fde?c=925

https://vegaoptics.de/holosun-he510c-elite?c=925

Vortex Venom/Viper

Neben den o.g. Modellen von Holosun ist das Vortex Viper ein Rotpunktvisier, das ebenfalls in die engere Auswahl gekommen ist. Ein wesentliches Merkmal kann man einfach nicht außer Acht lassen: Vortex gibt auf dieses Produkt eine lebenslange Garantie! Erfahren habe ich das vom Geschäftsführer der Fa. Ritter Optik, bei der ich schließlich mein Meopta Meosight 3 gekauft habe. Das wird in Anbetracht der Beschleunigungskräfte auf Pistolenschlitten schon sehr interessant, denn wer hat nicht schon von Visieren gehört, die dort montiert wurden und nicht lange funktioniert haben?

Eckdaten Vortex Venom/Viper:

  • Punkt 6 MOA oder 3 MOA/Viper nur 6 MOA, rot
  • Fenster 26x16mm
  • Verstellung: Klickverstellung
  • Höhenverstellung 130/120 MOA
  • Seitenverstellung 100/120 MOA
  • Helligkeit manuell: ja, ??? Stufen
  • Helligkeit automatisch: ja
  • Picatinny-Montage enthalten: nein
  • Preis ca. 270/280 Euro

https://www.ritter-optik.com/leuchtpunktvisier-vortex-venom-3moa.html

https://www.ritter-optik.com/leuchtpunktvisier-vortex-venom-6moa.html

https://www.ritter-optik.com/leuchtpunktvisier-vortex-venom-6moa.html

Meopta Meosight 3

Dies ist nun mein erstes Produkt von Meopta und der erste Eindruck ist wirklich gut. An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen und die Sache mit der Haltbarkeit wird sich noch zeigen. Ich erwarte jetzt ehrlich gesagt auch keine bösen Überraschungen, weil das Visier ja nicht auf einem Schlitten montiert wird. Das wäre für jedes Rotpunktvisier der absolute Härtetest! Im Vergleich mit den anderen Rotpunktvisieren möchte ich noch kurz meine Entscheidung begründen, wobei ich schon jetzt sagen kann, dass der Preis von Meopta fast unschlagbar ist:

Burris Fastfire 3: Hat leider nur drei Helligkeitsstufen und fällt dazu noch teurer aus, ist aber immer noch im gesetzten preislichen Rahmen.

Noblex Sight C: Hat einer der schärfsten Punkte, aber leider keine manuellen Helligkeitsstufen. Fällt ebenfalls teurer aus, ist aber auch immer noch im gesetzten preislichen Rahmen. Die 7 MOA-Variante ist für das Gewehr auf >100m ungeeignet.

Noblex Sight III: Hat einer der schärfsten Punkte, aber leider nur drei manuelle Helligkeitsstufen. Fällt ebenfalls teurer aus, ist aber auch immer noch im gesetzten preislichen Rahmen. Die 7 MOA-Variante ist für das Gewehr auf >100m ungeeignet.

Holosun 510C: Die Daten dieses Rot- (bzw. Grün-) Punktvisiers klingen sehr vielversprechend, insbesondere mit grün beleuchtetem Absehen. Leider hat es den gesetzten preislichen Rahmen überschritten, es bleibt aber als geeigneter Kandidat – dann ausschließlich für das AR – im Sinn. Es wird sich dann mit dem Falke 2 NV messen müssen…

Vortex Viper: Die Lebenslange Garantie ist einfach ein riesiger Pluspunkt! Ich habe allerdings nicht ermitteln können, wie viele manuelle (und ob überhaupt) Helligkeitsstufen es hat. Fällt ebenfalls teurer aus, ist aber auch immer noch im gesetzten preislichen Rahmen.

Vortex Venom: Mit einem Punkt von 6 MOA ist es für ein Gewehr auf >100m für mich leider ebenfalls ungeeignet.

Eckdaten Meopta Meosight 3:

  • Punkt 3 MOA, rot
  • Fenster 26x16mm
  • Verstellung: stufenlos
  • Höhenverstellung 130/120 MOA
  • Seitenverstellung 100/120 MOA
  • Helligkeit manuell: 8 Stufen
  • Helligkeit automatisch: ja
  • Picatinny-Montage enthalten: nein

Preis ca. 215 Euro

https://www.ritter-optik.com/reflexvisier-meopta-meosight-III.html

Meosight 3 Zubehör

Das folgende Bild zeigt fast das gesamte Zubehör des Meosight 3. Außerdem enthalten sind noch zwei längere Schrauben M3, die ich dazu verwendet habe, das Visier direkt auf die Picatinny-Montage zu schrauben.

Meosight 3 im Schuss

Am unteres Fensterrand hat das Meosight 3 eine Art Kimme, die es enorm erleichtern kann, den roten Punkt im Sichtfenster zu finden. Das Meosight 3 hat zudem eine stufenlose Verstellung von Höhe und Seite, die ich keineswegs als störend empfinde, im Gegenteil: Ich halte sie für fein genug, sodass sie gegenüber einer Klickverstellung meiner Meinung nach sogar einen Vorteil bietet, denn zwischen den Klicks kann bei Rotpunktvisieren anderer Hersteller ansonsten nichts passieren.

Diese Schussbilder sind beim zweiten Schießtermin entstanden, dank der nachgefeilten Schlüsselweite an der Picatinny-Montage hat sich auch nichts mehr gelockert. Eins vorweg: Sie sind alle mit dem zuletzt entwickelten Anschlagschaft entstanden! Während der ersten drei Schussbilder wurde 2x nachjustiert, beim vierten Schussbild war ich dann zufrieden und beim fünften habe ich den Anschlagschaft demontiert – man sieht deutlich, wie die Waffe wieder hochschlägt.

Zubehör-Montageplatten

Wer zum Rotpunktvisier noch eine geeignete Picatinny-Montage sucht, mag wie ich auch erstmal bei Egun suchen. Ich habe dort eine günstige Variante für ca. 26 Euro gefunden und den Kauf auch schon bereut: Die Picatinny-Montage war zur Aufnahme der Adapterplatte des Meosights vorbereitet und sollte mit dessen Schrauben M3 drauf befestigt werden. Die Bohrungsabstände haben gestimmt, allerdings waren die Gewinde M3 derart grob hineingeschnitten, dass es schon fast Gewinde M4 waren! Die Schraube M3 hat leider keinen Halt gehabt… Ich habe schließlich auf die Adapterplatte im Lieferumfang des Meosights verzichtet und mir durch die Durchgangsbohrungen des Visiers direkt meine Bohrungspositionen für Gewinde M3 auf der Picatinny-Montageplatte angerissen. Danach war die Sache erledigt. Zusätzlich ärgere ich mich über mich selbst, dass ich wider besseren Wissens doch zu einer Montage mit Rändelmutter als Klemmung gegriffen habe. So ein Scheißdreck taugt einfach überhaupt nichts! Obwohl fest angezogen und obwohl keine Montage auf dem hochbeschleunigten Schlitten erfolgt ist, hat sich das Rotpunktvisier beim Schießen gelöst. Zweite Abhilfe war, der Rändelmutter mit der Feile eine Schlüsselweite zu verpassen, damit man sie ordentlich festziehen kann (siehe Einzelbild oben). Wer Zubehör gekauft hat, will nur noch montieren und dann endlich loslegen und nicht erst großartig nacharbeiten. Wer nicht den gleichen Fehler wie ich machen möchte, der sollte sich also gleich etwas Vernünftiges kaufen. Die nachfolgenden Links zu den Montagen sind häufig waffenspezifisch, aber auch für eine generelle Picatinny-Montage. Sie machen jedenfalls einen besseren Eindruck als das, was ich mir gekauft habe.

Montageplatten für Pistolenschlitten:

https://www.ritter-optik.com/montagen-docter-noblex-vortex-burris/leuchtpunktvisier-montagen-kurzwaffen/

Montageplatten für Langwaffen, auch Picatinny:

https://www.ritter-optik.com/montagen-docter-noblex-vortex-burris/leuchtpunktvisier-montagen-langwaffen/

https://vegaoptics.de/utg-super-slim-picatinny-rmr,-trijicon,-montage—niedrig

AG42B Taktischer Schaft, Teil 2

Nach dem Ausschäften habe ich ca. 1,5 Wochen gebraucht, das komplette System maßlich ins CAD zu übertragen. Insbesondere die Maße des Systemkörpers selbst waren recht kompliziert. Die Entwicklung eines neuen Magazins mit dazu passendem Magazinschaft, sowie seiner korrekten Positionsfindung unterhalb der Laderampe entfiel diesmal, weil das Komplettsystem dazu schon alle notwendigen Teile innehatte. Diese Teile habe ich natürlich auch wiederverwendet, lediglich für deren teilweise komplizierte Geometrien musste ich bei der Übertrageung ins CAD Sorgfalt walten lassen. Die zugehörigen Winkel und Übergangsradien waren nicht immer einfach zu ermitteln.

Nebenbei bemerkt sollte man bei der Handhabung mit dem Gewehr wirklich auf den vorgespannten Verschluss achten! In so gut wie jedem Youtube-Video wird vor diesem Mechanismus gewarnt und mir hat er schließlich auch einen Abend in der Notaufnahme beschert. Ich wusste zwar, was man nicht machen sollte, allerdings hat mich das nicht davor bewahrt, beim Vermessen und Hantieren unachtsamerweise hinein zu greifen und den Verschlussfang zu lösen. Wenigstens ging es schnell…

So, eine Runde Mitleid und weiter geht’s!

Ich habe mich bereits nach kurzer Zeit der Konstruktion dazu entschlossen, wesentliche Merkmale des Taktischen Schafts für den Schwedenmauser zu übernehmen. Insbesondere war das aufgrund der beim AG42B vorhanden Verschlussabdeckung notwendig, die leider recht hoch baut. Um das auch für dieses Gewehr geplante ZF am Basisschaft zu befestigen, hätte die Konstruktion aufgrund der beidseitigen „Höcker“ und der massiven Kimme (welche gleichzeitig die Führungsnut für den Ladestreifen darstellt) unnötig breit und hoch ausfallen müssen.

Um das zu umgehen, habe ich mir einen zweiten Verschlussfangdeckel nachgekauft und diesen wie folgt nachgearbeitet:

Zuerst sind die Höcker entfernt worden, indem die Nieten der Blechprägeteile aufgebohrt wurden. Der Prallschutzbügel mit Gummipuffer war am nachgekauften Teil erst gar nicht vorhanden, er wäre aber leicht zu entfernen gewesen, indem einer seiner umgebogenen Drahtbügel wieder zurückgebogen worden wäre. Dann wäre er schon aus seiner Halterung gefallen. Die besagte Halterung wurde auch wieder vernietet, sodass hier abermals die Bohrmaschine zum Einsatz kam. Die Kimme habe ich nur so weit abgeschliffen, dass der auf dem Deckel befindliche Dom nicht seine obere Abdeckplatte einbüßt.

Letztendlich sind unter den Höckern diejenigen Rillen zum Vorschein gekommen, mit dem der Verschlussfangdeckel ursprünglich mal bedient werden sollte (die Höcker waren eine der damaligen Verbesserungsmaßnahmen, soweit ich das recherchiert habe). Mir war das ebenfalls zu wenig und so habe ich im CAD-Modell ausprobiert, was nötig ist, damit man eben diesen Deckel noch betätigen und trotz allem nach hinten an der rechten ZF-Halterungen vorbei entnehmen kann – ich habe schließlich keine Lust, das Gewehr von Vorne und dazu noch mit gespanntem Verschlussdeckel zu putzen. Da wäre der nächste Krankenhausaufenthalt schon vorprogrammiert…

Die Lösung sollte schließlich ein kleines Stück Stabstahl bringen, das auf den Deckel aufgeschweißt wurde. Klar, dass das gesamte Bauteil später nochmal brüniert werden muss.

Im Hinblick auf die Präzision, die ich mir später von dem Gewehr erhoffe, plane ich, die dafür notwendigen Patronen – wie für den Schwedenmauser auch – einzeln wiederzuladen. Dass ich die Hülsen aufgrund des Auswurfmechanismus´ dazu besser auffange, versteht sich von selbst. Aus diesem Grund habe ich mir frühzeitig überlegt, wie ein Hülsenfangsack am Gewehr am besten befestigt werden kann. Für dessen Befestigung wollte ich nicht unbedingt den Alu-Schaft mit von außen sichtbaren Gewindebohrungen versehen. Aus diesem Grund habe ich ein zuvor schon konstruiertes Verbindungsteil zwischen Basisschaft und Vorderschaft so abgeändert, dass es den Hülsenfangsack aufnehmen kann.

Der Hülsenfänger wird nach Vorbild meines Eigenbaus für Picatinny-Schienen entstehen, dazu habe ich nochmals einen Fangsack von UTG beim großen Online-Versandhändler gekauft.

Das fertige CAD-Konzept sieht nach ca. 3 Wochen Arbeit schließlich folgendermaßen aus (das Magazin ist noch nicht dargestellt):

Der komplette Hinterschaft wurde vom „Schwedenmauser“ übernommen, lediglich minimalste Details sind geändert worden. Der Lauf ist abermals freischwingend und das oben verlaufende Gasabnahmerohr wird nicht mehr verdeckt. Das Monopod wird nicht angefertigt, weil es noch vom Schwedenmauser vorhanden ist. Die Reinigung des Laufs kann jetzt erfolgen, indem der Verschlussdeckel den Verschluss spannt und einrastet. Der am Ende sitzende Anschlagblock wird dann nach oben hin entnommen (noch ca. 2mm, bis er an den ZF-Tubus anschlägt), woraufhin der Verschlussdeckel mit Verschluss gänzlich nach hinten entnommen werden kann. Die Wangenauflage wird dann nach unten verstellt und der Putzstock kann verwendet werden.

Picatinny-Montageschiene für 1911er, Teil 2

Wie angekündigt, habe ich das Thema weiterverfolgt und einen Prototypen fräsen lassen, der nur die wichtigsten Bohrungen beinhaltete. Da ich auf weitere Verstiftungen oder sonstige Befestigungen verzichten wollte, musste das Abstandsmaß für die beiden Bohrungen zur Befestigung der Griffschale so gewählt sein, dass sie sich perfekt mit den beiden Gewindebuchsen der Griffschrauben decken. Ich war echt überrascht, dass der Prototyp bereits das perfekte Maß aufwies: Sowohl der Prototyp, als auch die spätere fertige Montagebrücke passen spielfrei an das Griffgehäuse! Um sie abzuziehen, sind sogar beide Hände notwendig, damit es nicht zum ungewollten Verkanten kommt.

Prototyp

Wie auch zuvor, habe ich auf der Rückseite hochwertiges Doppelseitiges Klebeband aufgeklebt, von dem ich die Trennfolie nicht abgezogen habe. So vermeide ich, dass die Brünierung der Waffe im Laufe der Zeit unter Umständen doch etwas abgetragen wird, sollte sich im Schuss etwas bewegen oder aneinander reiben.

Auf ausreichend Spielraum zu angrenzenden Bauteilen habe ich geachtet: An meiner 1911er kann ohne weiteres das serienmäßige Korn und die Bo-Mar-Visierung montiert bleiben.

Um das System auch im Schuss testen zu können, habe ich mir diesmal ein Docter-Sight II („plus“ oder „C“ ist aktuell nicht bekannt) mit 7 MOA-Dot ausgeliehen. Marvin´s Burris Fast Fire III musste ich wieder zurück geben.

Kleiner Exkurs:

Das Docter-Sight (jetzt Noblex) ist für mich das erste Reddot überhaupt, bei dem ich den Rotpunkt nicht ausgefranst sehe! Ich war von dem 7-MOA-Punkt schon sehr begeistert, habe aber gemerkt, dass die Variante mit 3,5-MOA-Punkt noch heller leuchtet und somit zum Schießen auf Ziele mit Tageslicht (oder in Hallen mit starker Zielbeleuchtung) für mich besser geeignet ist . Zum Schießen mit einer Kurzwaffe wird eher das Rotpunktvisier mit größerem Punkt empfohlen, für Langwaffen entsprechend eher das mit 3,5-MOA-Punkt. Da LW ja häufiger auf größeren Distanzen eingesetzt werden, würde der größere Punkt dann höchstwahrscheinlich zu viel von der Zielmitte verdecken. Das Schießen mit Kurzwaffen und 3,5-MOA-Punkt ist aber auf Distanzen von 25m immer noch sehr gut möglich. Ich werde mir ein solches zulegen und habe dann immer noch die Möglichkeit, es auf der LW zu montieren.

Um die Montagebrücke anbringen zu können, muss bei meiner Les Baer Premier II der rechte Sicherungsflügel entnommen werden. Kein wirklicher Aufwand, denn das Teil ist nur hinein gesteckt. Da ich für die linke Seite bisher noch keine zweite Alu-Griffschale hab´ anfertigen lassen, ist dort wieder die alte aus Holz montiert.

Das Aufwurffenster ist der Vorlage nachempfunden und weist auch nach ca. 250 Schuss keinerlei Spuren von Kollision mit ausgeworfenen Hülsen auf.

Ihr wolltet Spass…

Natürlich habe ich die Montagebrücke mit Reddot auch noch mit dem Anschlagschaft kombiniert!

Die Präzision, die man erreichen kann, wenn man konzentriert schießt, ist bemerkenswert! Beim ersten Schussbild auf 25m habe ich zügig geschossen, beim zweiten auf 15m habe ich mir mehr Zeit gelassen.

25m, 25 Schuss

15m, 20 Schuss