Hiperfire 24c für das AR-15

Der Hiperfire 24c ist ein Tuning-Abzug, der sowohl für das AR-10 als auch für das AR-15 konzipiert ist und folglich in beide Gewehre gleichermaßen eingebaut werden kann. Beim Abzugstuning habe ich mich bisher auf einen Wechsel-Federnsatz von JP beschränkt, der das Abzugsgewicht auf knapp 1600g herab setzt. Der originale Abzug meines HERA AR-15 kroch dann aber doch ein wenig auf den ersten 1-2mm. Gestört hat mich das zuerst nicht, allerdings habe ich durch Zufall miterlebt, welche Schussfolgen mit einem American Gold Trigger möglich sind: 10 Schuss in 1,96 Sekunden – beindruckend! Das hat mich neugierig gemacht und ich habe im Internet Infos über diesen und andere Abzüge gesammelt. Schnell hat man bei Youtube Videos gefunden, in denen verschiedene Abzüge verglichen wurden, wobei auch die hierzulande weit verbreiteten Versionen von Geissele und Timney dabei waren. Ebenfalls vertreten war der Hiperfire 24c, mit dem annähernd die gleiche Schussfolge wie mit dem American Gold Trigger möglich ist und von dem berichtet wird, dass er fast keinen Vorzugsweg hat und nach dem Schuss nicht durchfällt. Diese beiden Argumente haben bei mir den Ausschlag gegeben, denn Abzüge von Geissele und Timney haben durchaus ähnlich gute Bewertungen erhalten, auch was die Feuergeschwindigkeit angeht. Also habe ich ihn (Ihr ahnt es vielleicht) bei www.spartac.de angefragt und bekam diesen Abzug dort lagernd für 288 Euro (aktuelle Preise sind bitte anzufragen) – der American Gold Trigger hätte locker 100 Euro mehr gekostet, bei einer Wartezeit von 4-5 Wochen. Nein danke.

Für diejenigen, die sich den Abzug selbst einbauen wollen, folgt nun eine ausführliche Beschreibung mit Bildern zu jedem Schritt:

Zuerst werden Upper und Lower getrennt, indem man die Sicherungsbolzen (sie stehen aus dem Lower-Gehäuse heraus) durchschiebt. Ich habe mir dafür ein einfaches Werkzeug aus Kunststoff gedreht, das ich im Laufe der Anleitung noch kaputt mache.

Hiperfire 24c 1

Der Bolzen, der die Baugruppe Abzug im Lower sichert, muss nun entfernt werden (auf dem Bild steht er noch heraus), ich habe dafür einen Satz Durchschläge aus Metall und einen Schonhammer benutzt.

Hiperfire 24c 2

Viel sieht man auf dem nächsten Bild nicht. Aber es wird ein Teil freigegeben – keine Ahnung, wie man es nennt – das ebenfalls entnommen wird.

Hiperfire 24c 3

Hiperfire 24c 4

Jetzt wird der zweite Bolzen entfernt und die Baugruppe Schlaghammer kann entnommen werden.

Hiperfire 24c 5

Hiperfire 24c 6

Hiperfire 24c 7

An dieser Stelle hätte ich gerne die Baugruppe Abzug entfernt, nur leider war der Bolzen im Weg, der die beidseitigen Sicherungshebel aufnimmt. Zuerst wird also der Sicherungshebel auf der rechten Seite mit einem Inbus-Schlüssel demontiert.

Hiperfire 24c 8

Und anschließend der linke Sicherungshebel, die Schraube ist auf dem Bild bereits lose.

Hiperfire 24c 9

Jetzt wird´s knifflig: Der Bolzen, der beide Sicherungshebel aufnimmt, sieht aus, als ob er hinein gezaubert wurde. Die Lösung ist, auf der rechten Gehäuseseite einen Durchschlag anzusetzen und den Bolzen nach links durch zu treiben. Metall-Durchschläge und Metall-Hämmer sind hier eine ganz schlechte Idee – außer, Ihr wollt Eurer Knarre den originalen 69er Nam Gedächtnis-Look verpassen… Ich hab hier jedenfalls meinen eingangs beschriebene Durchschlag aus Kunststoff geopfert, aber geplant war das ehrlich gesagt auch nicht. Die Schläge müssen kräftig ausgeführt werden, dann löst sich der Bolzen und gibt den Blick auf einen Federstift frei, der beim Zusammenbau in eine Nut des Bolzens rastet (Bildmitte) und ansonsten nicht mehr sichtbar ist. Merkt Euch besser, in welcher Richtung der Bolzen wieder eingesetzt wird.

Hiperfire 24c 10

Nachdem die Abzugsgruppe nun entnommen wird, wäre jetzt mal die Gelegenheit, zu putzen.

Hiperfire 24c 11

Das nachfolgende Bild zeigt von links nach rechts sämtliche Teile und Baugruppen, die bisher ausgebaut wurden, mehr werden es aber auch nicht.

Hiperfire 24c 12

Die vormontierte Abzugsgruppe wird nun eingebaut.

Hiperfire 24c 13

Dazu wird die Baugruppe so eingelegt, dass die Federbeine nach links in den Schacht ragen und sich dann am Boden der gefrästen Tasche im Lower abstützen.

Hiperfire 24c 14

Jetzt könnte man den Abzugsschuh aufziehen…

Hiperfire 24c 15

… wenn der nicht wie ein Billig-Spielzeug aus Fernost daher käme. Ich war echt enttäuscht, als ich den Kunststoffgrat auf dem Teil gesehen habe. Klar, dass fertigungstechnisch irgendwo ein Grat zu finden sein wird, aber direkt auf der Abzugsfläche? Für einen Tuningabzug ist das echt armselig! Also wurde der Feilensatz ausgepackt und vorsichtig nachgeschliffen. Nachpolieren mit Schleifvlies in zwei Körnungen und etwas WD40 ist ratsam. Sobald das Scheißteil glatt war, konnte es dann auch montiert werden.

Hiperfire 24c 16

Jetzt erst wird die Abzugsgruppe mit einem der beiden Bolzen gesichert. Wer dies zu früh macht, bekommt ggf. Probleme, den Abzugsschuh auf den Züngel aufzuziehen, weil der Trigger-Guard im Weg sein dürfte.

Hiperfire 24c 17

Hiperfire 24c 18

Nun werden die Teile rund um die Abzugssicherung wieder eingebaut. Zuerst der Bolzen und dann die beiden Sicherungshebel. Komischerweise ging der Rückeinbau des Bolzens ausgesprochen leicht: Bolzen bis zum Federbolzen im Lower-Gehäuse vorschieben und dann mit einem Durchschlag größeren Durchmessers den Federbolzen herunter drücken. Den Bolzen so gut es geht nachschieben und dann den Federbolzen mit einem dünneren Durchschlag weiter herunter drücken. Der Bolzen geht dann ziemlich leicht zurück in das Gehäuse und wird verriegelt.

Hiperfire 24c 19

Ein kurzer Zwischenstand:

Hiperfire 24c 20

Anschließend muss die neue Baugruppe Schlaghammer aus den folgenden Teilen vormontiert werden:

Hiperfire 24c 22

Die Feder muss in der gezeigten Lage montiert werden und der kurze Bolzen mit beidseitiger Ringnut wird durch die Bohrung rechts gesteckt. Achtung, der kurze Bolzen ist imstande wieder herauszufallen, bis die komplette Baugruppe im Lower sitzt.

Hiperfire 24c 23

Die Baugruppe wird nun wie gezeigt auf das Lower aufgesetzt. Wichtig ist hierbei, dass die Federbeine nach rechts zeigen und beidseitig der Abzugsgruppe liegen. Die Baugruppe Schlaghammer wird nun von rechts oben nach links unten in das Lower-Gehäuse hinein gedrückt, bis man den zweiten Sicherungsbolzen teilweise hindurch stecken kann. Es ist unwahrscheinlich, dass es beim ersten Versuch gelingt, den Bolzen komplett durchzustecken, weil das System bereits durch Federkraft vorgespannt ist und verkanten wird. Wichtig ist, dass Euch die Teile nicht wieder raus fliegen. Das Lower wird nun mit einer Hand von oben gepackt und mit dem Daumen derselben Hand spannt Ihr den Schlaghammer bis fast nach ganz hinten. Jetzt lässt sich das gesamte System etwas besser kontrollieren und so ausrichten, dass die Durchgangsbohrung mit der verbleibenden Bohrung im Lower in Deckung gebracht werden kann – das lässt sich nun von der anderen Seite, an der der Bolzen herauskommen soll, gut beobachten. Der Bolzen lässt sich jetzt sehr leicht mit der freien Hand ganz durchschlagen – ich habe dafür einen Schonhammer benutzt.

Hiperfire 24c 24

Weiter geht´s mit der Installation der Federn. Weil nicht alle Teile für den letzten Schritt für ein brauchbares Foto liegen bleiben, muss hier auch mal die Anleitung herhalten. Die Federführungsbolzen müssen nämlich richtig herum eingesetzt werden, das Detailbild zeigt das nochmal sehr deutlich.

Hiperfire 24c 25

Hiperfire 24c 26

Jetzt muss man sich langsam für ein Abzugsgewicht entscheiden. Die Federn sind entweder blank oder gelb bzw. blau eingefärbt. Die blanken Federn haben zwar den höchsten Federkennwert, da aber das Federpaar die Abzugsbewegung / Schlagenergie des Hammers unterstützt und ihr nicht entgegen wirkt, hat das den Effekt des geringsten Abzugsgewichts bei höchster Energie des Hammers. Die gelben Federn bewirken etwas mehr Abzugsgewicht und die blauen Federn das höchste (das bei Verwendung der blauen Federn immer noch knapp unter 1600g liegen dürfte). Die Abzugsgewichte der einzelnen Federn hätte ich gerne recherchiert, diese hängen aber auch noch von der Position des Abzugsschuhs auf dem Züngel ab. Für diesen gibt es 5 Rastpunkte, die in Kombination mit den drei Federpaaren zu 15 verschiedenen Abzugsgewichten führen.

Hiperfire 24c 27

Auf jeden Fall werden die Federn auf die Führungsbolzen aufgefädelt und mit dem letzten verbleibenden Teil aus der Packung komprimiert, bis dieses dann unter dem gegenüber liegenden Rasthaken der Abzugsgruppe einrastet.

Hiperfire 24c 28

Hiperfire 24c 29

Jetzt sollte noch eine Funktionsprüfung – auch in Verbindung mit der Abzugssicherung – durchgeführt werden. Dazu kann man den Hammer gegen ein Stück Kunststoff oder Gummi prallen lassen, wenn es zur Hand ist.

Upper und Lower werden wieder zusammen gesetzt und der Spass kann losgehen !

Mein Fazit nach dem ersten Einsatz:

Sehr lohnenswert investiertes Geld! Der breite Abzugsschuh ist sehr bequem und es gibt einen kaum spürbaren Vorzugsweg. Wenn ich diesen abschätzen sollte, dann wären es vielleicht 0,2mm bis höchstens 0,3mm, gemessen habe ich ihn nicht. Der Schuss bricht sofort, sowas hab´ ich noch nicht erlebt. Direkt nach dem Schuss gibt es für den Abzug nur noch eine Richtung: Vorwärts, denn durchfallen tut er fast gar nicht! Gemessen an der möglichen Schussfrequenz braucht sich der Hiperfire 24c nicht hinter dem American Gold Trigger zu verstecken, aber das war sowieso nicht mein Kaufkriterium. Mir kam es darauf , dass der Abzug so gut wie keinen Weg vor und nach dem Schuss macht, und dieses Merkmal ist voll erfüllt!

Nachtrag vom 13.12.2015:

Ich bin endlich mal dazu gekommen, ein kurzes Video vom Abzug zu machen. Es zeigt bis 0:11 den Vorzugsweg mit offenem Verschluss und ab diesem Zeitpunkt den Vorzugsweg mit geschlossenem Verschluss und anschließendem „Durchfallen“ des Abzugs, sofern man davon reden kann.

 

Kamerahalterung für Picatinny-Schiene

 

Kamerahalterung Picatinny 9

Angeregt von den vielen Videos, die man sich auf Youtube anschauen kann, wollte ich mich selbst auch mal beim Schießen filmen oder eben die Treffer auf der Scheibe aufnehmen. Meine Suche begann mal wieder beim großen Online-Versandhändler: Dort gibt es eine Halterung für eine sog. Go-Pro-Kamera, die schon für die Montage auf eine Picatinny-Schiene vorbereitet ist. Nettes Teil und auch nicht zu teuer. Da die Halterung mit Sicherheit nicht an meine Digitalkamera passen würde, habe ich in Sachen Go-Pro noch ein wenig nachgeforscht, um sie ggf. gleich mit zu kaufen. Dabei habe ich herausgefunden, dass eine solche Kamera für meine Bedürfnisse eher ungeeignet ist. Ich bin jetzt kein Fachmann in Sachen Kameras, aber ich glaube gelesen zu haben, dass die Go-Pro keine Verstellung des Zooms hat und stets weitwinklige Aufnahmen macht. Ob das mit meiner derzeitigen Kamera besser ist, wird sich aber auch noch zeigen.

Mit dem einen oder anderen Zubehörteil, dass ich noch zuhause herum fliegen hatte, habe ich also ein paar Überlegungen angestellt – heraus gekommen ist diese Variante:

Ich hatte noch einen kleinen Picatinny-Adapter übrig, solch einen bekommt man schon für wenige Euro im Online-Versandhandel. Wichtig ist nur, dass er zwei ordentliche Stege aufweist, die zwischen der Klemmbasis und dem Picatinny-Profil liegen. In diese senkrechten Stege werden später Gewinde geschnitten – sind sie zu dünn, kann die Konstruktion später nicht halten, bzw. der Picatinny-Adapter wird beim Anbohren zerstört.

Zu Beginn wird an diesem Adapter erst mal das Picatinny-Profil bis auf den Nutgrund abgefräst oder an einem Bandschleifer abgeschliffen. Danach reißt man ein Bohrungsmuster von 12x21mm für vier Kernlochbohrungen M3 an. Dieses Bohrungsmuster muss so symmetrisch liegen, dass alle Kernbohrungen in den oben beschriebenen Stegen liegen. Danach werden die vier Gewinde M3 hinein geschnitten.

Kamerahalterung Picatinny 1

Kamerahalterung Picatinny 2

Als nächstes werden die beiden Bauteile laut nachfolgenden Zeichnungen angefertigt. Ich hatte Glück und habe dazu einen Aluwinkel 40x80x4 gefunden. Wahrscheinlich findet man eher einen Winkel 80x80x8, aber mit 8mm Materialstärke wäre mir dieser zu schwer gewesen. Mit einer Fräse könnte man natürlich nachhelfen, aber die hat jetzt auch nicht jeder herum stehen …

Kamerahalterung Winkel

Es kann vorkommen, dass zwei Maße an die vorhandene Kamera angepasst werden müssen: Konzipiert habe ich den Winkel für eine einfache Digitalkamera Casio Exilim (EX-ZS100). Deshalb habe ich von der Auflagefläche des Winkels in 58mm Entfernung die Bohrung für die Klemmschraube festgelegt. Die Kamera lässt sich an dieser Position dann kollisionsfrei um 360° drehen. Dieses Mass ist natürlich zu verändern, wenn die Halterung für eine breitere und/oder tiefere Kamera angefertigt werden soll (Eckenabstand zur Drehachse beachten!) – ich gehe dabei davon aus, dass sich das Stativgewinde idealerweise in der Mitte der Kamera befindet, ihr solltet das bei einem Nachbau erst mal prüfen. Ebenso verhält es sich mit der Gesamtlänge von 70mm, auch diese Mass ist an die Breite meiner Kamera angepasst. Für mich war es ausreichend, die Kamera bis etwas über den Schwerpunkt hinaus abzustützen.

 

So sieht das Teil im fertigen Zustand aus:

Kamerahalterung Picatinny 3

Kamerahalterung Picatinny 4

Danach fehlt nur noch der Distanzring, er darf dabei aus beliebigem Material sein, auch der Außendurchmesser kann variieren. Die Höhe sollte der Schaftlänge der Stativschraube angepasst sein, damit diese noch eine Klemmwirkung erreichen kann.

Kamerahalterung Distanzscheibe

Für die Klemmung der Kamera habe ich von meinem alten Stativ meines Spektivs einfach die Schraube geklaut.

 

Hier noch ein Bild vom Distanzring mit der Stativschraube:

Kamerahalterung Picatinny 5

Zuletzt montiert man den Winkel mit vier Senkschrauben ISO 10642 M3x10 – A2 an die modifizierte Picatinny-Basis und lackiert die Baugruppe dann in schwarz oder RAL 7006 – alles andere wäre Frevel… Ich habe zusätzlich noch mit doppelseitigem Klebeband eine 0,5mm dicke Gummimatte auf den Winkel geklebt, es dürfte wohl nicht so einfach sein, solch dünnes Gummi aufzutreiben – unbedingt notwendig ist es aber auch nicht.

Kamerahalterung Picatinny 6

Kamerahalterung Picatinny 7

Kamerahalterung Picatinny 8

So sieht die Konstruktion dann am Gewehr aus, die dünne Gummimatte hilft, die Stativschraube ein wenig zu halten:

Kamerahalterung Picatinny 10

Kamerahalterung Picatinny 11

Die nächsten beiden Bilder zeigen schon die Perspektive aus Sicht der Kamera, beide Male ist der Blickwinkel nur minimal von der Laufachse abweichend:

Kamerahalterung Picatinny 12

Kamerahalterung Picatinny 13

Hier noch ein kurzes Video dazu:

 

 

Wer mehr über das gezeigte AR-15 wissen möchte, kann hier weiterlesen.

Zielfernrohr UTG SWAT 3-12×44 Compact

Ich hab mich ´ne Zeit lang dagegen gewehrt, ein ZF auf das AR zu montieren und wollte stattdessen eher an meinem EOTech 512 festhalten, bis ich die Möglichkeit erhielt, Tim´s Glas einfach mal auszuprobieren und die Präzision meines AR-15 zu testen. Das Resultat hat mir derart gut gefallen, dass ich auch eines haben wollte – nur sollte es nicht so viel kosten wie sein Leupold. Und ich hab mich auf das besonnen, was ich ursprünglich wollte: Schießen auf 50 und 100m und auf diese relativ geringen Entfernungen sollten es auch preiswertere Gläser tun. Letzten Endes habe ich Amazon genutzt, um ein Zielfernrohr zu finden, das mich preislich angesprochen und gute Bewertungen erhalten hat: Das SWAT 3-12×44 Compact von UTG mit 1/4 MOA Klickverstellung.

UTG SWAT 3-12x44 Left

Die Gegenprobe auf der amerikanischen Seite ergab über 500 Bewertungen, davon 65% mit 5 von 5 Sternen. Gekauft. Ich war sehr gespannt auf das Glas und bin positiv überrascht worden: Zwei Türme für die Höhen- und Seitenverstellung (mit der Möglichkeit zu Nullen), sowie einer für die Parallaxe sind vorhanden. Der Turm für die Parallaxe weist eine stufenlose Verstellung mit einer Skala in Yards auf. Die dort vorhandenen Markierungen sind 25, 35, 50, 100, 200, 500 Yards und unendlich. Verstellt man die Dioptrien und die Vergrößerung, bleibt der Augenabstand gleich. Mit im Lieferumfang enthalten sind zwei Flip-Caps sowie zwei Montageringe. Letztere finde ich optisch ganz ansprechend, weil sie durch die gefräste Nut auf der Oberseite nicht so langweilig wie manch andere günstige Montagen aussehen – und günstig sind diese auch, da wollen wir uns mal nichts vormachen.Die Flip-Caps wird man auf meinen Bildern nicht finden. Ich habe diese zwar auch lackiert, allerdings sitzen sie so stramm auf dem ZF-Tubus, dass ich befürchtet habe, dort die Farbe abzukratzen, wenn ich sie mal runternehmen will.

UTG SWAT 3-12x44 ISO

Positiv ist die innen an den Montageringen aufgeklebte Schutzfolie – sie hilft, den ZF-Tubus vor Kratzern oder Abdrücken zu schützen. Richtig praktisch ist auch die Möglichkeit, einen der beiden im Lieferumfang enthaltenen Inbus-Schlüssel in eine Durchgangsbohrung an der Flügelmutter für die Schienenklemmung stecken zu können. So lässt sich schonend für die Finger eine hohe Klemmwirkung auf der Picatinny-Schiene erreichen.

UTG SWAT 3-12x44 Right

Das Absehen ist ein Mil-Dot-Absehen, das für meinen Geschmack ruhig etwas dünner in den Strichstärken hätte ausfallen können. Aber das liegt sicherlich daran, dass ich bisher etwas Anderes von meinem Sightron SIII-ZF mit Target-Dot-Absehen gewohnt bin.

UTG SWAT 3-12x44 Reticle

Das Absehen kann auf Knopfdruck beleuchtet werden und wer hier nicht seine Lieblingsfarbe findet, dem ist nicht mehr zu helfen. Ich bin zwar kein Freund von rot, grün als zweite Farbe hätte vollkommen ausgereicht – aber gleich 36 an der Zahl, das nenne ich Spielerei. Der zugehörige Chip sitzt oben auf dem ZF-Tubus unterhalb der Druckknöpfe für die Schnellwahl Rotes Absehen („R“) oder Grünes Absehen („G“). auf dem gleichen Dom befindet sich das Batteriefach, das mit einem O-Ring unterhalb des Schraubdeckels abgedichtet ist. Für den Betrieb des Leuchtabsehens wird eine Knopfbatterie vom Typ CR 2032 benötigt, zwei davon befinden sich beim Kauf im Lieferumfang. Die Einstellung der letzten gewählten Farbe wird beim Ausschalten gespeichert.

UTG SWAT 3-12x44 Top

Hier ist eine kurze Anleitung zur Bedienung des Glases:

  1. Leuchtabsehen ist ausgeschaltet.
  2. Drücken des Knopfes „R“ („G“) schaltet das Leuchtabsehen in der Farbe rot (grün) ein.
  3. Nochmaliges Drücken des Knopfes „R“ („G“) verändert die Intensität des Leuchtabsehen hin zu einem schwächeren Leuchten in der entsprechenden Farbe rot oder grün (Stufe 6 = AUS).
  4. Drücken und Halten des Knopfes „R“ („G“) für min. 1 Sekunde schaltet das Leuchtabsehen aus.
  5. Das Leuchtabsehen schaltet sich nach einer Stunde Inaktivität aus.

Multi-Color:

  1. Leuchtabsehen ist ausgeschaltet.
  2. Drücken des Knopfes „R“ („G“) schaltet das Leuchtabsehen in der Farbe rot (grün) ein.
  3. Gleichzeitiges Drücken des Knopfes „R“ und „G“ für ca. 1 Sekunde wechselt in den Multi-Color-Modus.
  4. Die Auswahl der Farbe folgt nun folgendem Schema:
  5. UTG SWAT 3-12x44 Farbtabelle
  6. Pro Tastendruck auf den „G“-Knopf werden nun die Spalten von links nach rechts geschaltet, z.B. von Magenta-Blue zu Thistle-Skyblue.
  7. Pro Tastendruck auf den „R“-Knopf werden schließlich die Zeilen von oben nach unten geschaltet.
  8. Überspringt man versehentlich eine Spalte oder Zeile, muss „durchgeschaltet“ werden.
  9. Gleichzeitiges Drücken des Knopfes „R“ und „G“ wechselt zurück in den Rot-Grün-Modus.
  10. Die letzte Multi-Color-Einstellung bleibt beim Wechsel zum Rot-Grün-Modus erhalten, auch wenn der Chip für den Umschaltvorgang nochmal kurzzeitig zur nächsten Farbe in der Zeile oder Spalte wechselt.
  11. Drücken und Halten des Knopfes „R“ („G“) für min. 1 Sekunde schaltet das Leuchtabsehen aus.
  12. Das Leuchtabsehen schaltet sich nach einer Stunde Inaktivität aus.
  13. Auch im Multi-Color-Modus kann das Leuchtabsehen jederzeit durch Drücken der Taste „R“ oder „G“ ausgeschaltet werden, je nach Tastendruck ändert sich auch hier nochmal kurzzeitig die Farbe, die ursprünglich eingestellte Farbe bleibt aber abermals erhalten.
  14. Beim nächsten Einschaltvorgang befindet man sich wieder in dem Modus mit der zuletzt gewählten Farbe, in dem man das Leuchtabsehen ausgeschaltet hat. Zum Ausschalten des Absehens aus dem Multi-Color-Modus ist der Schritt 9 also nicht unbedingt notwendig.

So, jetzt könnt Ihr vielleicht nachvollziehen, warum zwei Farben eigentlich reichen …

Nun zu den Schwachpunkten des Glases: Bei niedriger Vergrößerung habe ich eine Unschärfe am Rand festgestellt und das Leuchtabsehen macht seinem Namen bei Dämmerung alle Ehre: Es wird nämlich ordentlich Licht erzeugt und zwar so viel, dass ich hinein blickend schon die Gewindegänge für die Sonnenblende (übrigens nicht im Lieferumfang enthalten) sehen konnte. Dennoch erkennt man alles wunderbar, man wird keinesfalls geblendet! Unglücklich ist auch, dass nach einer gewissen Verstellung die Graduierung auf dem Höhen- und Seitenturm leider nicht mehr zum Rastpunkt der Klickverstellung pass. Alles in allem ist das Zielfernrohr für den Preis von ca. 180 Euro aber eine gute Wahl, besonders im Hinblick auf das mitgelieferte Zubehör. Ein Schussbild damit findet Ihr weiter unten oder in meinem Beitrag zum AR-15 von HERA Arms. Geschossen wurde sowohl auf 100m, als auch auf 300m mit einem AR-15 mit 18“-Match-Lauf, Zweibein, Sandsack und natürlich dem ZF von UTG auf 12-facher Vergrößerung.

100m mit 55gr.-Geschossen in .223 Rem.:

Schussbild HERA Arms the 15th

300m mit 68gr.-Geschossen in .223 Rem.:

Schussbild HERA Arms the 15th_3

Noch einige Tipps zum Lackieren:

Als Farbe habe ich mir RAL 7006 in eine Spraydose füllen lassen. Elektrisches Isolierband ist gut zum Abkleben geeignet, weil es sich nicht mit nasser Farbe vollsaugt. Ein Skalpell oder eine scharfe Klinge vom Cuttermesser sollten auch in Reichweite sein, um Farbe ggf. vorsichtig wieder abzukratzen zu können. Dünne Streifen von Isolierband habe ich überall dort aufgeklebt, wo Skalen zu sehen waren. Wenn man bei den Türmen für das Fadenkreuz die Klemmschrauben für die Nullpunktverstellungen löst, kann man das Isolierband dort sogar ein Stück weit einschieben und letztendlich wieder mit der Schraube klemmen.

Wer mehr über das gezeigte AR-15 wissen möchte, kann hier weiterlesen.

HERA Arms the 15th, Kaliber .223 Rem.

Dies ist zwar nicht meine erste Waffe, aber zumindest die erste, über die ich berichten möchte. Nach dem Kauf einer Pistole 1911 und eines Repetierers wurde es Zeit für einen Halbautomaten, aber solch ein (relativ) teures Präzisionsgewehr wie die Savage 10 BA (den Bericht dazu könnt Ihr hier lesen) sollte es nicht noch einmal werden. Auch wollte ich nicht schon wieder ausschließlich im Liegen schießen, sondern das Treffen insbesondere im stehenden und knienden Anschlag trainieren. Im Hinblick auf den Munitionsbedarf und die damit verbundenen Kosten fiel die Wahl dann auf das Kaliber .223 Rem und nicht abermals auf .308.

Lange Zeit war ich auf das Modell 516 von Sig Sauer versteift, das in diversen Tests durchweg gut bewertet worden ist und sich durchaus in dem preislichen Rahmen befand, den ich mir gesetzt habe. Dann habe ich aber festgestellt, dass ich für annähernd dasselbe Geld eine Waffe bekomme, die ich auch noch selbst konfigurieren kann und somit fiel die Wahl auf Hera Arms. Ganz nebenbei habe ich damit auch vom Piston-System zum Stoner-System gewechselt – zu den beiden Systemen gibt es ja auch genügend Argumente, die dafür und dagegen sprechen. Das für mich ausschlaggebende Argument war die Präzision. Mehr davon sagt man nämlich dem Stoner-System aufgrund von weniger bewegten Massen im Inneren der Waffe nach und ich habe mich davon beeinflussen lassen – glücklicherweise nicht zu meinem Nachteil. Hier muss ich ehrlichweise sagen, dass ich keine direkte Vergleichsmöglichkeit mit dem Piston-System habe, das sicherlich auch eine gute Präzision liefert. Somit kann ich aktuell nur die Präzision meiner Waffe mit Stoner-System beurteilen – und die ist für meine Begriffe richtig gut (siehe unten). Eines kann ich nach ca. 600 Schuss mit der Hera definitiv auch sagen: Der Reinigungsaufwand ist beim Stoner-System für mich absolut im erträglichen Bereich. Nebenbei bemerkt macht es mir sowieso Spass, die Waffe(n) zu reinigen – Neulinge halt …

Bei der Auswahl der Läufe habe ich mich mit Rücksicht auf die weiteste Distanz von 300m in meinem Verein dann für das Upper LS100 entschieden. Ich hatte die Hoffnung, in Sachen Lauf einen „Allrounder“ für die Distanzen 50m, 100m und 300m zu kaufen. Beim LS100 handelt sich dabei um einen 18“-Matchlauf komplett in schwarz (innen hartverchromt) ohne Mündungsfeuerdämpfer oder gar ein Gewinde dafür. Der Lauf wiegt ordentlich was und beim stehenden Schießen bekommt man dafür schnell die Quittung. Nach Jahren des Kraftsports habe ich zumindest einen kleinen Vorteil, aber ich muss sagen, es ist wirklich anstrengend. Selber schuld, ein Kollege hat mich schließlich vorher gewarnt …

Tja, soviel zum Thema „Hoffnung auf Allrounder“ …

HERA Arms the 15th FDE EOTech

Als Lower habe ich die Variante LS040 gewählt, dabei habe ich mich von jemandem beraten lassen, der schon einige Schäfte ausprobiert hat. Er ist im Vergleich mit anderen Magpul-Schäften eher im unteren Preissegment anzusiedeln aber ich würde ihn jederzeit wieder kaufen. Er ist sehr passgenau gefertigt, das muss man ihm lassen. Löst man die Arretierung, gleitet die Schulterstütze fast ohne zu wackeln auf der Buffertube hin und her. Betätigt man die Arretierung, macht der Schaft genau das, was er soll: Nämlich gar nichts mehr! Es klappert rein gar nichts und man spürt keinerlei Spiel, weder in Längs- noch in eine Drehrichtung. Auch die Verbindung von Upper zu Lower kann man mit wenigen Worten beschreiben: Spielfrei – und das ab Werk!

Den Verschluss habe ich in einer verchromten Variante geordert, er lässt sich mühelos mit einem Tuch abwischen und es bleiben keine Rückstände auf ihm zurück.

Farblich sollte es mal etwas anderes als schwarz sein, daher habe ich „Flat Dark Earth“ (FDE) als Waffenfarbe gewählt, das Zubehör von Magpul trifft diesen Farbton von HERA übrigens sehr gut. Insgesamt setzt sich mein AR-15 aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Upper LS100 HERA Arms in FDE (18“ Matchlauf im Kaliber .223 Rem., Farbe des Laufes: schwarz)
  • 15“ Quadrail (Typ IRS) HERA Arms in FDE
  • Lower LS040 HERA Arms (Magpul CTR-Schaft mit Commercial Tube) in FDE
  • Magpul Handgriff MIAD in FDE
  • Magpul Frontgriff AFG II in FDE
  • Magpul Rail Cover XTM in FDE (2 Packungen)
  • Magpul und HERA-Magazine verschiedener Kapazität in FDE
  • JP-Federnsatz (wieder ausgebaut)
  • Tuning-Abzug Hiperfire 24C
  • GG&G Harris Bipod-Adapter
  • VLTOR BMC Mod3 (Large) Ladehebel
  • Zweibein als Harris-Klon 1A2-BRM vom großen Online-Versandhändler, lackiert in RAL 7006
  • EOTech 512 Reflexvisier mit A65-Absehen, lackiert in RAL 7006, optional
  • UTG Zielfernrohr SWAT 3-12×44 mit Mil-Dot-Absehen, lackiert in RAL 7006, optional
  • Magpul BAD Lever (auf den Bildern ist er noch nicht montiert)
  • Hydraulischer Rückstossdämpfer von Crosshair
  • Zielfernrohr Tac Vector Optics 3-18×50, lackiert in RAL 7006, optional

 

Weiteres Eigenbau-Zubehör ist:

UTG Hülsenfangsack 7

Kamerahalterung Picatinny 9

AR-15 Hera Arms Dreibein-Stativ 01

 

HERA Arms the 15th FDE UTG ZF 1

Mein Fazit zu den Komponenten:

Das Upper LS100 ist auf 100m sehr präzise, eignet sich wegen dem Gewicht des Matchlaufes aber nicht wirklich für stehendes oder kniendes Schießen. Hier muss definitiv ein Gewehrriemen her, um das auszugleichen. Auf 300m Distanz (dann natürlich mit Zweibein) wird nach meinen sportlichen Maßstäben noch eine gute Präzision mit 68gr.-Geschossen erreicht, weitere Laborierungen habe ich bisher nicht ausprobiert. Wer in der Oberliga mitschießen will, sollte sich aber lieber die längsten verfügbaren Läufe von 24“ kaufen. Das LS100 besitzt keinen Forward-Assist mehr, aber seien wir mal ehrlich – wer hat den jemals benutzen müssen? An entsprechender Stelle ist aber nach wie vor der kleine Höcker zum Abweisen der Hülsen vorhanden. Komischerweise hatte ich nicht nur am, sondern auch hinter dem Höcker Einschläge zu verzeichnen. Ich nehme an, dass einige Hülsen mit dem Boden auf den Höcker aufschlugen und durch die Drehbewegung dann nochmal darum herumgewirbelt wurden, bis sie schließlich mit dem Hülsenmund nochmal ans Gewehr geprallt sind. Hier hab ich mit ein wenig selbstklebendem Filz für Abhilfe gesorgt (siehe Bilder weiter unten).

Die 15“ Quadrail bietet mehr als genügend Platz für Zubehör aller Art und für meinen Geschmack würde ein kürzerer Handschutz an dem 18“-Lauf nicht schön aussehen. Hier steht eine schöne Optik dem zusätzlichen Gewicht gegenüber. Serienmäßig befinden sich an den Rails auf 3 und 9 Uhr QD-Ösen für entsprechende Riemen.

Zum Lower LS040 habe ich bereits weiter oben etwas über den Schaft geschrieben. Ladehebel, Magazinauslöser, Verschlussfanghebel und Sicherungshebel kommen ab Werk in keinem extravaganten Design und werden künftig auch nur ausgetauscht, wenn es der Bedienkomfort wirklich erfordert (siehe VLTOR BMC Mod3). Der bereits erwähnte Magpul CTR-Schaft ist Bestandteil des LS040 und besitzt vier Rastpunkte für die Arretierung, womit er sich 3x um je 20mm verlängern lässt – wem das nicht reicht, der findet mit Sicherheit noch eine höhere Endplatte als Zubehör. Auch am CTR-Schaft befindet sich wieder eine QD-Öse. Ein Staufach sucht man an diesem Schaft allerdings vergebens, ebenso gibt es keine verstellbare Wangenauflage.

HERA Arms the 15th FDE UTG ZF 2

Der Handgriff MIAD1 besitzt eine rauhe Oberfläche und eine ergonomische Erhöhung für den Fingerzwischenraum, die das Abrutschen bei feuchten Händen verhindern soll. Außerdem befindet sich unter der Griffkappe ein kleines Fläschchen aus Kunststoff, das man mit Öl, Reinigungsmittel etc. füllen kann.

Magpuls Frontgriff AFG II war für mich die optisch schönere Alternative zum rechtwinklig abgehenden RVG. Der AFG II liegt ergonomisch gut in der Hand und man hat hier die Möglichkeit, die Erhöhung für den Fingerzwischenraum optional zu montieren/demontieren. Im Lieferumfang enthalten ist nämlich noch ein weiterer Kunststoff-Clip in einer glatten Variante. Durch den Winkel des Griffs kann man die Waffe nach wie vor gut in die Schulter drücken.

HERA Arms the 15th FDE UTG ZF 3

Die Railcover von Magpul sorgen dafür, dass das Gewehr an den bisweilen scharfkantigen Nutfräsungen der Picatinny-Schiene etwas komfortabler gehalten werden kann. Beim Auspacken der Cover habe ich mich an meine Zeit des Modellbaus erinnert: Die Cover sind aus hartem Kunststoff, mir wären welche aus Gummi lieber gewesen (es lagen auch zwei Stück der Waffe bei, die waren zwar aus Gummi, jedoch schwarz und haben wirklich nur die Nuten abgedeckt; sog. „Rail Ladder“. Die Quadrail bekommt erst durch die Magpul-Cover eine rundlichere Form). Kleiner Tipp noch für die Montage / Demontage: Die Cover verankern sehr gut, die Anleitung empfiehlt Klebstoff für die Befestigung aber der ist nicht notwendig. Die Demontage erfolgt leicht durch gegenläufiges Drücken mit zwei Geschoßspitzen, Hebelbewegungen sorgen für bleibende Macken im Kunststoff.

Da die Magazine aus Kunststoff sind, sind sie natürlich leicht zu handhaben. Es wird zwar eine ganze Zeit dauern, aber durch den weicheren Werkstoff werden sich irgendwann die Magazinlippen abnutzen, sodass es wahrscheinlich irgendwann zu Störungen kommen wird. Das wird durch den Vorteil des geringen Preises und des geringen Gewichts aber wieder ausgeglichen, da legt man sich einfach noch ein paar Ersatzmagazine auf Lager. Sehr gut durchdacht ist bei beiden Herstellern (Hera Arms und Magpul), dass sich am Ende des Magazins ein Clip befindet, mit dem sich der Magazinboden entnehmen lassen kann. Dadurch lässt sich das Magazin dann sehr leicht demontieren und reinigen, aber auch eine Kapazitätsbegrenzung lässt sich bei Bedarf sehr einfach realisieren: Einfach im Baumarkt eine Winkelleiste 10x10x1mm aus Kunststoff besorgen, auf die gewünschte Länge abschneiden und von unten in die Ecke des Magazins einlegen. Dann den Magazinboden wieder drauf und den Sicherungsclip einstecken. Die Feder kann jetzt nur noch bis zur Oberkante des Winkelprofils eingedrückt werden, mit der Länge des Profils kann dann die Kapazität des Magazins bestimmt werden und von außen betrachtet bleibt es ein „großes“ Magazin.

HERA Arms the 15th FDE UTG ZF 4

Den JP-Federnsatz habe ich mir vom Händler bereits einbauen lassen, ohne dass ich vorher das Abzugsgewicht der Waffe überhaupt erprobt habe. Jetzt liegt es bei ca. 1600g. Der Abzug kriecht auf den letzten 1-2 Millimetern zwar ein bischen, aber das stört mich nicht weiter. Geld für hochwertigere komplette Abzugssysteme wollte ich einfach nicht ausgeben. Mittlerweile habe ich den originalen Abzug gegen einen Hiperfire 24c ausgetauscht, mehr dazu (inklusive Montageanleitung) könnt Ihr hier nachlesen.

Von Bipod-Adaptern gibt es eine ganze Menge Varianten und ich hab nicht viele ausprobiert. Meiner Erfahrung nach ist es wirklich sinnvoll, wenn der Adapter schon abgeschrägte Auflagen hat, um z.B. ein Harris-Zweibein aufzunehmen. Durch die größere Auflagefläche im Vergleich zu einer scharfen Kante verzeiht das System es eher, wenn man mal ruppig absetzt oder die Hand etwas eindreht. Wovon ich ganz klar abraten muss sind Rändelschrauben oder Rändelmuttern zum Fixieren des Adapters ohne Werkzeug. Ich bin wirklich keine schwache Person, aber ich konnte machen was ich wollte, der Vorgänger von Blackhawk hat sich beim Schießen immer wieder gelöst. Mit dem jetzigen Adapter von GG&G bin ich vollauf zufrieden, er besitzt neben einer Inbusschraube noch einen innen liegenden massiven Klemmblock (wie beim EOTech) von ca. 25-30mm Breite und bisher sind keine Probleme mehr aufgetreten. Man bezahlt für den Adapter von GG&G zwar etwas mehr, aber das Geld ist gut investiert!

HERA Arms the 15th FDE UTG ZF 5

Der Ladehebel ist bei mir notwendig geworden, weil ich ein ZF nachgerüstet habe, dass ich wegen des Augenabstands weit nach hinten setzen musste. Durchladen ging mit dem Originalhebel nach wie vor, es war aber etwas hakelig. Den VLTOR BMC habe ich in der größten Größe gekauft und man braucht keine Angst zu haben, dass man jetzt ´nen Riesen-Hebel vom AR abstehen hat – es sind gerade mal 22mm bis zum Lower-Gehäuse und der Komfort ist klasse. Wegen des höheren Drehmoments auf den Hebel öle ich die Gleitflächen von nun an etwas. Keine Ahnung, ob man das nicht ohnehin tun sollte …

Über den VLTOR BMC habe ich noch einen kleinen Bericht geschrieben, den Ihr hier nachlesen könnt.

Das „Harris-Zweibein“ ist gar keines und hat beim großen Online-Versandhändler gerade mal 23 Euro inkl. Versand gekostet. Ich hab´s mit meinem originalen Harris verglichen und komme auf ca. 95 % identische Teile. Wie man sieht, habe ich versucht, es in FDE zu lackieren – RAL 7006 kommt meiner Meinung nach am ehesten an den Farbton FDE heran.

HERA Arms the 15th FDE Verschluss

Zum EOTech brauche ich nicht viel zu sagen, dazu kann man schon genug in anderen Foren lesen oder bei Youtube Videos schauen. Ich habe das Modell 512 mit A65-Absehen – Punkt und Kreis habe ich mir zwar scharfkantiger in der Abbildung vorgestellt, laut Kollegen ist das aber absolut normal. Auf eine Distanz von 100m liegend habe ich trotzdem gute Ergebnisse schießen können: Mit Zweibein und Ohrensack 2x Mouche, 5×10 und 3×9 – nach einer Eingewöhnungsphase versteht sich.

Das Zielfernrohr SWAT 3-12×44 von UTG habe ich mir gekauft, weil ich noch eine Alternative zum EOTech haben wollte, mit der man potentiell einfach besser trifft. Viel kosten sollte es nicht und nachdem ich genügend positive Feedbacks zu diesem Glas gelesen habe, wurde es dann gekauft. Ich mach´s kurz: Für das wenige Geld ist das Glas eine gute Alternative. In diesem Artikel gehe ich näher auf das ZF ein.

Zwei wichtige Fragen sind natürlich noch offen: Was „kann“ das AR und was kostet es?

Das unten zu sehende Schussbild entstand auf 100m sitzend mit Zweibein, ZF von UTG und Sandsack. Es handelt sich um eine BDS Kurzwaffenscheibe, die Mouche besitzt einen Durchmesser von 25mm, die „10“ einen von 50mm.

Schussbild HERA Arms the 15th

Ladedaten zu obigem Schussbild, 100m:

Achtung, es wird keine Garantie für die Richtigkeit der Ladedaten übernommen !

Wiederlader handeln auf eigenes Risiko !

  • Hülse: Lapua Match, Kailber .223 Rem
  • Zündhütchen: Federal Ammunition FA 205
  • Pulver: LOVEX S060 (ist ein einbasiges Pulver)
  • Menge: 23,5 gr.
  • Geschoss: Hornady #2267, 55gr.
  • OAL: 56,6mm
  • Crimp: Taper-Crimp, ca. 1mm ab Hülsenmund

Das unten zu sehende Schussbild entstand auf 300m liegend mit Zweibein, ZF von UTG und Sandsack. Es handelt sich um eine elektronische Anlage, die Mouche besitzt einen Durchmesser von 50mm, die „10“ einen von 100mm.

Schussbild HERA Arms the 15th_2

Schussbild HERA Arms the 15th_3

Ladedaten zu obigem Schussbild, 300m:

Achtung, es wird keine Garantie für die Richtigkeit der Ladedaten übernommen !

Wiederlader handeln auf eigenes Risiko !

  • Hülse: Lapua Match, Kailber .223 Rem
  • Zündhütchen: Federal Ammunition FA 205
  • Pulver: LOVEX S060 (ist ein einbasiges Pulver)
  • Menge: 20,8 gr.
  • Geschoss: Hornady BTHP #2278, 68gr.
  • OAL: 56,6mm
  • Crimp: Taper-Crimp, ca. 1mm ab Hülsenmund

Gekauft habe ich das Gewehr bei www.spartac.de für 1900 Euro inklusive Versand und Transportkoffer. Darin enthalten waren zum Zeitpunkt des Kaufs alle oben aufgelisteten Komponenten vom Upper LS100 bis einschließlich JP-Federnsatz. Aktuelle Preise sind bitte anzufragen.

 

Nachtrag Juli 2016:

Kurzzeitige Montage eines ZFs 4-28×50 von IOR-Optik mit 40mm Tubus und Leuchtabsehen. Einfach krass…

Hera Arms & IOR 4-28x50 11

Hera Arms & IOR 4-28x50 12

Hera Arms & IOR 4-28x50 1

 

Nachtrag Oktober 2016:

Tac Vector Optics 3-18x50 01

 

Im Oktober 2016 habe ich mein AR in der oben zu sehenden Konfiguration mit neuem ZF von Tac Vector Optics mit auf den Truppenübungsplatz genommen. Dabei habe ich eine Drop-Chart (sie kann im Bereich Downloads heruntergeladen werden) für Klickwerte bis einschließlich 700m Entfernung ermittelt. Bei einer Entfernung von 800m war dann leider der Verstellbereich des ZFs am Ende angelangt, die einschlagenden Geschosse konnten zwar noch beobachtet werden, eine zuverlässige und vor allem wiederholgenaue Ermittlung des Klickwertes war aber leider nicht mehr möglich.

 

Nachtrag August 2020:

Im Sommer 2020 habe ich es für nötig befunden, einen Laufwechsel vornehmen zu lassen. Die Streukreise sind seitdem – mit leichter Anpassung der Laborierung -noch enger geworden. Das AR sieht mit neuem Lauf und mit neuem Zielfernrohr S-TAC 4-20×50 von Sightron mittlerweile so aus und den Bericht zum Laufwechsel könnt Ihr unter diesem Link nachlesen.

Hera Arms The 15th_01.1

Hier geht´s zum zweiten Teil des Reviews zum AR – noch mit altem Lauf.

Und hier geht es zum Bericht des neuen Uppers SRB 16,75″.