Okular-/Objektivkappe an ZF anpassen

Als Fan von Zielfernrohren der Marke Sightron habe ich bereits einige Exemplare davon auf verschiedenen Waffen. Am Zielfernrohr S-Tac 4-20×50 auf meinem AR-15 hat sich aber jüngst eine Schwachstelle an der Objektivkappe gezeigt: Selbige steht beim Öffnen nicht mehr unter der anfänglichen Federspannung. Das wundert mich etwas, denn es handelt sich um das neueste ZF in meinem Besitz.

Vom letzten ZF „Everest“ von Tac Vector Optics hatte ich noch zwei Kappen von Butler Creek übrig, die ich stattdessen verwenden wollte. Jene für das Okular war leider zu groß und die für das Objektiv (D=58mm Außendurchmesser) mit einem Innendurchmesser von 57,2mm leider etwas zu klein.

Mit Gewalt Draufquetschen wäre vielleicht möglich gewesen, habe ich mit Rücksicht auf die nachträgliche Lackierung dann aber doch lieber gelassen. Ich habe stattdessen versucht, den Durchmesser der Objektivkappe zu erweitern – hier ist mein Bericht dazu:

Den Außendurchmesser habe ich am Objektiv wie bereits erwähnt mit 58,0mm ermittelt. Da die Kappe auf jeden Fall stramm sitzen sollte, habe ich dafür einen Aluminiumzylinder mit Durchmesser 57,9mm gedreht. Der Plan war, die Kappe dann langsam auf diesen Durchmesser aufzuweiten. Da sie aus Kunststoff ist, hat es sich bestens angeboten, das mittels Wärmezufuhr zu machen.

Da ich nicht wusste, ob am Ende das gewünschte Resultat herauskommt, habe ich die Kappe soweit möglich noch zerlegt. Es muss ja nicht mehr wegschmelzen, als unbedingt nötig…

Ich habe mir dann überlegt, wie man die Kappe gleichmäßig erhitzen kann, sodass sie Stück für Stück auf den gedrehten Zylinder aufgeschoben werden kann. Ein Backofen kam da in die nähere Auswahl, wobei ich nicht wusste, ob dieser tatsächlich heiß genug werden würde. Man hätte den Zylinder dann mit Kappe in den Ofen stecken können und diese dann von Zeit zu Zeit auf dem Zylinder nachdrücken müssen.

Besser fand ich dann die Idee mit der Drehbank und dem Heißluftfön. Den Aluzylinder habe ich mit der aufgeschobenen Kappe dann kurzerhand wieder eingespannt und eine Geschwindigkeit von 30 U/min gewählt.

Als Heißluftfön habe ich das folgende Fabrikat genutzt:

Wobei das Fabrikat sicherlich zweitrangig ist und es eigentlich eher auf die Leistung/Temperatur ankommen dürfte. Jedenfalls hat es meist nur 3-4 Umdrehungen mit dem Fön auf Stufe 3 (von 6) gedauert, bis man die Kappe Stück für Stück weiter auf den Zylinder schieben konnte. Das ging recht leicht, die Drehbank habe ich dafür immer wieder angehalten.

Die Okularkappe habe ich dann nach dem Abkühlen probehalber mal vom Zylinder abgezogen, das Teil saß aber immer noch relativ stramm. Also habe ich den Fön höhergestellt – diesmal habe ich auf Stufe 5 bei nur ca. 4 Zentimetern Abstand voll auf den Ring gehalten. Den beiden Nasen zur Befestigung der Klappe bin ich dabei immer ausgewichen, bei 30 U/min auf der Drehbank ging das noch ganz gut. Ich hatte anschließend nicht wirklich das Gefühl, dass es noch viel besser geworden ist, habe die Kappe aber wieder zusammengesetzt und probehalber ans ZF montiert. Ich musste immer noch etwas Kraft beim Aufschieben aufwenden. Ca. 5mm vor dem Anschlag der Kappe habe ich der Lackierung zuliebe dann aber aufgehört zu schieben.

Die Okularkappe saß bereits ausreichend fest und wer weiß, wann ich diese mal wieder abnehmen werde – der Lack sollte darunter auf jeden Fall nicht leiden. Sollte ich wieder mal eine Objektivkappe anpassen müssen, werde ich aber einen Aluzylinder mit Sollmaß des Objektivdurchmessers im Außendurchmesser herstellen, das scheint mir in Verbindung mit dem Material der Kappe die bessere Wahl zu sein.

Taktischer Schaft für Schwedenmauser, Teil 2

Schwedenmauser M63_01

Nachdem der Entschluss gefasst war, zwei Schwedenmauser zu kaufen, um einen dafür passenden Schaft in Eigenregie zu entwickeln, wurde erst mal online nach dafür verfügbaren Waffen geschaut.

Der naheliegende und unter Schützen und Jägern sicherlich bekannte Online-Marktplatz wurde dafür aber nicht ausgewählt. Uns ging es vielmehr darum, Gewehre ausprobieren und ggf. zurückgeben zu können, falls wir mit der Schussleistung nicht zufrieden sein sollten. Fündig geworden sind wir schließlich bei der Firma CDS Ehrenreich, die eine ganz ansehnliche Auswahl an Gewehren auf Lager hatte. Für die online angebotenen Repetierer gab es vom Händler zudem gleich eine Einschätzung zu den Zuständen von Brünierung, Schaft und Lauf – was uns bei der Auswahl sehr geholfen hat. Zwei Matchgewehre M63 sind es schließlich geworden, von dem eines wieder zurück geschickt wurde. Das erste M63 habe ich behalten, das zweite wurde ca. zwei Wochen später durch einen „normalen“ Mauser M96 ersetzt und ging an meinen Schützenkollegen.

Für uns ergab sich daraus eine kleine Unsicherheit, ob sich die beiden Systeme später nicht doch noch irgendwo maßlich Unterscheiden würden, darauf musste einfach nochmal besonderes Augenmerk  geworfen werden. Das ging natürlich erst, sobald beide Systeme ausgeschäftet waren.

Die ersten Schritte war folglich, das (zuerst verfügbare) System M63 auszuschäften, es genauestens zu vermessen und davon im CAD ein Modell zu erstellen.

 

Ausschäften

Zwei Stunden Arbeit für drei Schrauben, das war so nicht geplant! Das M63 besitzt wie das M96 zwei Schlitzschrauben (war damals halt so) an der Unterseite des Abzugsbügels/Magazinschachts, die das System durch den Schaft fixieren. Zusätzlich hat das M63 noch eine weitere Schraube quer durch den Holzschaft, die für mich unerklärlich fest saß. Ich habe mein gesamtes Körpergewicht (und das ist nicht wenig) auf den Schlitzschraubendreher verlagert und dann am – dort glücklicherweise vorhandenen – Sechskant nochmal einen Maulschlüssel angesetzt. Im Schneckentempo ging die Schraube dann einige Gewindegänge raus, der Kopf war aber schnell hinüber, sodass ich diesen dann schließlich anbohren und die Schraube mit einem Linksausdreher rausholen musste.

 

Ein Blick ins Innere lässt erkennen, dass das System des M63 zusätzlich mit Harz ausgegossen wurde. Beim M96, der später auch noch ausgeschäftet wurde, war das allerdings nicht der Fall.

 

 

Hier nochmal die Einzelteile des M63 ohne Schaft:

 

 

Und hier die beiden Systeme M63 (oben) und M96 (unten) im Vergleich:

 

 

CAD-Modell

Jetzt begann der Teil der Arbeit, bei dem die meiste Sorgfalt notwendig war, denn alle auf einem ungenauen Modell basierenden Konstruktionen würden später zu Passungenauigkeiten beim Zusammenbau aller Teile führen. Beim Hantieren mit dem ausgeschäfteten System ist mir dann erstmals aufgefallen, dass das M63 einen Lauf sowie einen Matchabzug von Schulz und Larsen hat – eine Firma deren Namen eine gute Präzision verspricht. Als ob ein M96 davon von Haus aus zu wenig hätte! Egal, was man hat, das hat man.

 

Nachdem die Systemhülse im CAD war, konnte dann damit begonnen werden, den Schaft mit allem Drum und Dran zu konstruieren. Zuvor gab es noch eine Konstruktionsbesprechung mit meinem Kollegen, in der alle wichtigen Merkmale festgehalten wurden, die dem jeweiligen Schützen am Herzen lagen. In den meisten Punkten gab es Übereinstimmung, nur bei wenigen mussten wir Kompromisse eingehen.

Tja und einige Eigenschaften des Schwedenmausers waren bauartbedingt einfach schon vorgegeben, damit musste man später einfach fertig werden. Hier eine kleine Auswahl wichtiger Punkte aus unserem Lastenheft:

  • Pistolengriff muss einfach sein.
  • Picatinny-Schiene und ZF am fertigen Gewehr sind ebenfalls Pflicht, doch wie und wo soll die Schiene befestigt werden? Eine seitliche Montage am Schaft kam für uns beide nicht in Frage. Vorgefertigte Picatinny-Schienen zur Montage auf die Systemhülse wären eine Möglichkeit, doch für Schwedenmauser leider Fehlanzeige, zumindest habe ich keine gefunden.
  • Und was geschieht mit dem geraden Kammerstengel, wenn eine Lösung für Schiene und ZF gefunden sind? Eine Kollision beim Repetiervorgang wäre hier später unvermeidbar. Absägen und Umbiegen wären möglich, sind aber nur mit Waffenbearbeitungserlaubnis durchführbar (ja, auch das Umbiegen!).
  • Ein Magazin soll unbedingt verwendet werden. Soll hier ein Kaufteil oder ein Eigenbau (evtl. durch Rapid Prototyping) zum Zuge kommen? Das bisherige Laden mit Ladestreifen würde bei erfolgreicher Verwendung von Picatinny-Schiene mit ZF jedenfalls nicht mehr möglich sein, da dieser von oben nicht mehr hätte zugeführt werden können.
  • Wie gestaltet sich die Griffaufnahme, wenn genau dort eigentlich irgendwo noch die Systemschrauben untergebracht werden müssen?

Nach und nach wurde das Lastenheft abgearbeitet und bei einigen Details konstruktionstechnisch nochmal die eine oder andere Extrarunde gedreht. Die nachfolgenden Bilder zeigen jedenfalls den Werdegang des Projekts im CAD in groben Zügen. Einige Kaufteile sind dabei gleich mit visualisiert worden, so z.B. Zielfernrohr Sightron SIII 8-32×56, HM-Montageringe 12,7mm, Magpul PRS Schaftkappe, AR15-Griff, 5-Schuss-Magazin Tikka T3, Riemenbügelöse und Zweibein.

 

Natürlich waren nicht alle benötigten Teile sofort vorhanden und so wurde die CAD-Konstruktion teilweise durch die Lieferzeit von Kaufteilen unterbrochen, wenn deren Vermessung für die Konstruktion angrenzender Teile wichtig war. Nach insgesamt knapp 4 Wochen war das Design dann schließlich abgeschlossen und das komplette Konzept wurde bei einem Betrieb für zerspanende Metallarbeiten vorgestellt. Nach der Konstruktionsbesprechung wurde vereinbart, zunächst einen Kunststoffklotz mit sämtlichen für die Aufnahme der Systemhülse wichtigen Geometrien nebst einigen Kleinteilen für den Magazinauswurf anzufertigen. Über das Ergebnis werde ich im nächsten Beitrag berichten.

 

Hier geht es zum dritten Teil der Serie…

 

 

Savage Arms 10 BA

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An dieser Stelle möchte ich meine Repetierbüchse von Savage Arms vorstellen, es handelt sich dabei um das Modell 10 BA in der Ausführung „LE“ (Law Enforcement).

Bisher habe ich die eine oder andere Langwaffe probehalber geschossen und festgestellt, dass ich mit herkömmlichen Schaftgriffen schlecht zurechtkomme, sodass definitiv ein Pistolengriff an der gewünschten Langwaffe vorhanden sein musste. Das war in meinem Fall das ausschlaggebende Kriterium und so habe ich angefangen, Infos zu sämtlichen Präzisionsgewehren dieser Bauart von allen möglichen Herstellern zu sammeln, um anschließend eine Entscheidung treffen zu können.

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Die Frage des Kalibers kam gleich an zweiter Stelle und hier habe ich eine Entscheidung aus Vernunft getroffen und .308 Win. gewählt. Da ich die Waffe sowieso für sportliche Zwecke haben wollte, wären höchstens noch die Kaliber .300 Win. Mag. oder .338 Lapua Mag. in Frage gekommen. Im Verein bin ich aber sowieso auf eine Distanz von maximal 300m beschränkt (und darüber würde sich so mancher schon wahnsinnig freuen!) und in diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit stärkerer Kaliber, wenn sich das Projektil ohnehin erst nach einer gewissen Flugdistanz zu stabilisieren beginnt. Zudem ist die Patrone .308 Win. oder deren Komponenten wirtschaftlich noch gut vertretbar. Für das sportliche Schießen und den damit verbundenen Trainingsbedarf (=Munitionskosten) ist .308 Win. meines Erachtens also immer noch vollkommen ausreichend.

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Für den Gesamtpreis der Waffe inklusive ZF habe ich mir damals ein Budget von ca. 4000 Euro gesetzt und meine Wahl getroffen, ohne vorher Probe schießen zu können. Lediglich ein ausführlicher Online-Artikel hat mir eine Vorstellung der zu erwartenden Präzision geliefert. Glücklicherweise bin ich nicht enttäuscht worden …

Die Savage 10 BA besitzt einen frei schwingenden, kannelierten 24“-Lauf mit Mündungsfeuerdämpfer. Dieser nimmt zwar ordentlich was vom Rückstoss weg, aber man muss nach jedem Schuss trotzdem wieder ins Ziel gehen, auch wenn die Waffe mit Zweibein und Sandsack stabilisiert wird.

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Hier muss ich bemerken, dass ich das Gewehr für die BDMP-Disziplin ZG3 verwende und es nicht mehr als unbedingt notwendig berühre – von Festhalten kann also nicht wirklich die Rede sein, das mag vielleicht sogar der Hauptgrund für die „unruhige“ Lage der Waffe beim bzw. nach dem Schuss sein.

Der Vorderschaft besteht komplett aus Aluminium und weist Picatinny-Schienen auf 9-, 12- und 3-Uhr auf. Jene auf 12 Uhr ist mit 460mm auch recht lang, besitzt eine Vorneigung von 20 MOA und eine Auskehlung für den Zielfernrohr-Tubus, sodass man nicht unnötig hohe Riser für das Glas installieren muss.

Korrektur:

Die Savage 10 BA (Kaliber .308 Win.) besitzt leider keine Picatinny-Schiene mit Vorneigung, deshalb habe ich mir später auch eine ERA-TAC Blockmontage zugelegt. Das Modell 110 BA (Kaliber .338 Lapua Magnum) besitzt hingegen eine mit 20 MOA Vorneigung.

Die Länge der Picatinny-Schiene, die die Montageringe aufnimmt, beträgt 165mm, gefolgt von dem nun in der Höhe abgesetzten Bereich mit der Auskehlung von ca. 120mm Länge und schließlich einem 175mm langen Bereich, auf dem die Vorsatzgeräte montiert werden können. Die beiden Picatinny-Schienen auf 9- und 3-Uhr sind mit jeweils 125mm gleich lang.

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Vorne am Alu-Schaft befinden sich gleich drei Riemenbügelösen; eine an der Unterseite des Schafts für die Aufnahme eines Zweibeins und je eine links und rechts für einen Gewehrriemen. Am Schaft montierte Zweibeine haben übrigens eine sehr gute Auflagefläche.

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Der Verschluss ist sehr präzise gearbeitet und verriegelt mit zwei Warzen. Der Kammerstengel ist problemlos zu bedienen und besitzt eine angenehme Riffelung auf dem Kugelgriff. Im offenen Zustand wackelt er allerdings ein wenig. Am Ende der Systemhülse befindet sich auf dessen Oberseite der Schieber für die Abzugssicherung, den hab ich ehrlich gesagt noch nie benutzt.

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Besonders erwähnenswert ist der Abzug, der bei Savage Arms sogenannte „Accu-Trigger“. Er besitzt im geschlitzten Abzugszüngel noch eine Art Sicherungsbügel, der bei Berührung federleicht nach hinten gleitet, bis der Finger komplett auf dem Abzugszüngel aufliegt. Es ist keine Schussabgabe möglich, solange der Sicherungsbügel nicht betätigt ist. Der Schuss bricht absolut glasklar und ich habe das beiliegende Werkzeug zum Verstellen des Abzugsgewichts bis heute nicht benutzen müssen, es ist nach wie vor alles so, wie ab Werk eingestellt. Möchte man aber eine Verstellung vornehmen, so muss dazu das System ausgeschäftet werden – mir war der Aufwand bisher zu hoch, besonders in Anbetracht der Tatsache, dass ich mit der Werkseinstellung sehr zufrieden bin. Es wäre natürlich interessant zu wissen, wo das Abzugsgewicht derzeit liegt, aber leider fehlt mir dazu das Messgerät.

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Im Falle einer Verstellung würde dann das beiliegende Spezialwerkzeug zum Einsatz kommen, um eine Torsionsfeder zu spannen oder zu entspannen. Das eine oder andere Video bei Youtube zeigt diesen Vorgang recht deutlich. Wie auf den Bildern ersichtlich, besitzt der Pistolengriff noch eine Handballenauflage, die sich in der Neigung verstellen oder auch ganz demontieren lässt.

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Kommen wir zum Hinterschaft: Wie es sich für ein Präzisionsgewehr gehört, gibt es eine verstellbare Wangenauflage und Schaftkappe. Die Verstellmöglichkeit ist mehr als ausreichend und z.B. für die Wangenauflage so hoch verstellbar, dass man noch nicht einmal mehr mit dem Putzstock in den Lauf kommt, wenn man es darauf anlegt. Im Lieferumfang enthalten sind zwei verschieden hohe Schaftkappen, womit in Kombination mit der Verstellung derselben eigentlich jede Armlänge abgedeckt werden kann. Die Arretierungen am Schaft sind sehr schwergängig, das garantiert aber auch, dass sich „im Betrieb“ nichts mehr lösen wird. Beim Herumstöbern bei Youtube bin ich übrigens auf eine Variante des Gewehrs gestoßen, bei dem sich an der unteren Ecke des PRS-Schafts eine Kappe lösen ließ. Darunter befand sich eine kurze Picatinny-Schiene zur Aufnahme eines Monopods. Ich bin echt ein wenig neidisch, dass mein Gewehr das nicht hat …

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Alles in allem bin ich mit dem Gewehr und seiner Präzision sehr zufrieden. Die einzigen Nachteile, die ich daran sehe sind der bereits erwähnte Verschluss, der im offenen Zustand etwas wackelt und das hohe Gewicht von 7,6 kg mit ZF und leerem Magazin. Das Gewicht ist natürlich bedingt durch den Aluminiumschaft. Moderne Gewehre weisen heute gerne auch mal Verbundwerkstoffe auf, diese Exklusivität kostet dann aber auch dementsprechend. Die Möglichkeit zur Anbringung eines Monopods wäre auch wünschenswert, das betrifft dann aber eher den Einsatz im Gelände. Der Verwendung eines Sandsacks wird aber etwas mehr an Präzision nachgesagt, sodass sich Sportschützen wohl eher für dieses Accessoire entscheiden dürften.

Verbaut sind an meinem Gewehr folgende Komponenten:

  • Harris-Zweibein vom Typ 1A2-BRM
  • Montageringe von HM, Höhe 12,7mm (wieder demontiert)
  • ZF Sightron SIII 8-32×56 Long Range Target mit Target-Dot-Absehen und 1/8-MOA-Klickverstellung
  • ERA-TAC Blockmontage T2063-0020
Savage 10 BA 12
Savage 10 BA 13
Savage 10 BA 18
Savage 10 BA 19
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Weiteres Zubehör:

Savage 10 BA Dreibein-Stativ 23

Präzision auf 100m:

Mit den unten stehenden Laborierungsdaten habe ich auf 100m im sitzenden Anschlag Streukreise von 10mm, 13mm und 15mm geschossen. Diese Streukreise entstanden aus 5-Schuss-Gruppen (kaliberbereinigt) mit Zweibein und Sandsack. Hierzu gibt es leider kein Schussbild zu sehen.

Präzision auf 300m (1):

Das unten zu sehende Schussbild entstand auf 300m im liegenden Anschlag mit Zweibein und Sandsack. Es handelt sich um eine elektronische Anlage, die Mouche besitzt einen Durchmesser von 50mm, die “10” einen von 100mm.

Schussbild Savage 10 BA 1
Schussbild Savage 10 BA 2

Präzision auf 300m (2):

Das nächste Schussbild entstand auf 300m im liegenden Anschlag mit Zweibein und Sandsack unter Wettkampfbedingungen (es war mein erster Wettkampf mit einer Langwaffe überhaupt). Im Vergleich zum obigen Schussbild, zeigt es wohl eher die Leistungsgrenze des Schützen, als jene der Waffe. Gereicht hat das Ergebnis für Platz 28 von 65. Der innere helle Kreis besitzt übrigens einen Durchmesser von 30mm, der zweite helle Kreis einen von 60mm.

Schussbild Savage 10 BA 3
Schussbild Savage 10 BA 4

Präzision auf 100-700m:

Im Juni 2015 bot sich mir die Gelegenheit, die Waffe auf bis zu 1400m Distanz zu schießen. Ich bin zurückhaltend gewesen und bin mit der Einstellung an den Start gegangen, bis auf 800m gute Ergebnisse zu erzielen. Das gelang zwar, danach war aber auch Schluss. Nur um keinen falschen Eindruck zu erwecken, ich rede nicht mehr davon, Ringe gezählt zu haben, die Ziele bestanden aus Stahlplatten 50x50cm. Bis 700m Distanz lief alles problemlos und die dortige Stahlplatte wurde etliche Male getroffen. Da mich der Ehrgeiz gepackt hat, wurde mal kurzerhand auf die DIN-A4 große Zielbeschriftung umgeschwenkt: Nach drei Treffern in Folge habe ich dann von Ihr abgelassen. Mein Spotter konnte die Treffer mit seinem Spektiv sogar bestätigen – ich glaube, für ein solches Spektiv muss man aber fast so viel Geld ausgeben, wie mein Gewehr gekostet hat. Geschossen wurde an diesem Tag über alle Distanzen übrigens im Liegen von einer Schießmatte aus mit Zweibein und Sandsack am Hinterschaft.

Präzision auf 800m:

Bei der 800m-Distanz ist das System dann an seine Grenzen gestoßen: Das ZF hatte seinen maximalen Verstellbereich erreicht und ich musste ca. 1,5m über dem Ziel anhalten. Aber: Ich hab´s getroffen!!! Das Gewehr selbst oder die Munition hätten mit Sicherheit noch eine weitere Distanz zugelassen. Die Munition hatte übrigens die unten stehenden Ladedaten.

Mein Fazit: Da ich mit meinem ZF bisher ganz zufrieden war, jedoch auch jenseits der 800m noch treffen will ohne mich in weitere hohe Kosten zu stürzen, werde ich mir eine ERA-TAC-Blockmontage der Firma Recknagel zulegen, die eine einstellbare Vorneigung zwischen 0 und 70 MOA zulässt. Wenn das System erweitert ist und weitere Ergebnisse vorliegen, werde ich darüber berichten.

Mittlerweile ist die Blockmontage montiert. Da das speziell bei der Savage 10 BA nicht ganz so einfach war, gibt es hier einen Bericht dazu. Das zusätzliche Gewicht hat schwingungstechnisch zum Glück keine Auswirkungen auf die Präzision der Waffe gehabt, die Streukreise sind nach ca. 1600 Schuss noch genauso eng wie eh und je.

Ladedaten:

Achtung, es wird keine Garantie für die Richtigkeit der Ladedaten übernommen !

Wiederlader handeln auf eigenes Risiko !

  • Hülse: Lapua Match, Kailber .308 Win
  • Zündhütchen: Federal Ammunition FA 210
  • Pulver: LOVEX S060 (ist ein einbasiges Pulver)
  • Menge: 39,3 gr.
  • Geschoss: Sierra Matchking HPBT #2200, 168gr.
  • OAL: 71,7mm
  • Crimp: keiner

Dazu ein kleiner Tipp:

Ich bin dazu übergegangen, die Sierra-Geschosse aus Kostengründen gegen Nosler BTHP 168gr.-Geschosse (Artikel-Nr. 65934, 1000er Packung) zu ersetzen. Auf den 100m- und 300m-Bahnen hat sich gezeigt, dass absolut keine Korrekturen am Zielfernrohr notwendig sind, wenn zu Munition mit diesen Geschossen gewechselt wird. Ein Kollege mit einer ballistischen Software hat mich darin noch bestätigt: Die ballistischen Koeffizienten beider Geschosse haben sich in ihrem Literaturwert erst in der dritten Nachkommastelle unterschieden. Ein leichter geometrischer Unterschied besteht allerdings, den bemerke ich aber nur beim Laden der Patronen: Die Geschoss-Setzmatrize muss ich beim Wechsel von Sierra- zu Nosler-Geschossen um einige zehntel Millimeter niedriger schrauben um die OAL zu halten.

Während für die 1000er-Packung Sierra bisher rund 320 Euro fällig waren, bekomme ich dieselbe Menge Nosler-Geschosse für 204 Euro.

Nachtrag Oktober 2016:

Für einen weiteren Besuch eines Truppenübungsplatzes habe ich eine Laborierung mit einem 200 Grain HPBT-Geschoss entwickelt, die genauen Ladedaten können hier nachgelesen werden. Die dort ermittelten Klickwerte für die Laborierungen mit 168- und 200-Grain-Geschossen können in meinen Drop-Charts im Bereich Downloads nachgelesen werden.

Zielfernrohr UTG SWAT 3-12×44 Compact

Ich hab mich ´ne Zeit lang dagegen gewehrt, ein ZF auf das AR zu montieren und wollte stattdessen eher an meinem EOTech 512 festhalten, bis ich die Möglichkeit erhielt, Tim´s Glas einfach mal auszuprobieren und die Präzision meines AR-15 zu testen. Das Resultat hat mir derart gut gefallen, dass ich auch eines haben wollte – nur sollte es nicht so viel kosten wie sein Leupold. Und ich hab mich auf das besonnen, was ich ursprünglich wollte: Schießen auf 50 und 100m und auf diese relativ geringen Entfernungen sollten es auch preiswertere Gläser tun. Letzten Endes habe ich Amazon genutzt, um ein Zielfernrohr zu finden, das mich preislich angesprochen und gute Bewertungen erhalten hat: Das SWAT 3-12×44 Compact von UTG mit 1/4 MOA Klickverstellung.

UTG SWAT 3-12x44 Left

Die Gegenprobe auf der amerikanischen Seite ergab über 500 Bewertungen, davon 65% mit 5 von 5 Sternen. Gekauft. Ich war sehr gespannt auf das Glas und bin positiv überrascht worden: Zwei Türme für die Höhen- und Seitenverstellung (mit der Möglichkeit zu Nullen), sowie einer für die Parallaxe sind vorhanden. Der Turm für die Parallaxe weist eine stufenlose Verstellung mit einer Skala in Yards auf. Die dort vorhandenen Markierungen sind 25, 35, 50, 100, 200, 500 Yards und unendlich. Verstellt man die Dioptrien und die Vergrößerung, bleibt der Augenabstand gleich. Mit im Lieferumfang enthalten sind zwei Flip-Caps sowie zwei Montageringe. Letztere finde ich optisch ganz ansprechend, weil sie durch die gefräste Nut auf der Oberseite nicht so langweilig wie manch andere günstige Montagen aussehen – und günstig sind diese auch, da wollen wir uns mal nichts vormachen.Die Flip-Caps wird man auf meinen Bildern nicht finden. Ich habe diese zwar auch lackiert, allerdings sitzen sie so stramm auf dem ZF-Tubus, dass ich befürchtet habe, dort die Farbe abzukratzen, wenn ich sie mal runternehmen will.

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Positiv ist die innen an den Montageringen aufgeklebte Schutzfolie – sie hilft, den ZF-Tubus vor Kratzern oder Abdrücken zu schützen. Richtig praktisch ist auch die Möglichkeit, einen der beiden im Lieferumfang enthaltenen Inbus-Schlüssel in eine Durchgangsbohrung an der Flügelmutter für die Schienenklemmung stecken zu können. So lässt sich schonend für die Finger eine hohe Klemmwirkung auf der Picatinny-Schiene erreichen.

UTG SWAT 3-12x44 Right

Das Absehen ist ein Mil-Dot-Absehen, das für meinen Geschmack ruhig etwas dünner in den Strichstärken hätte ausfallen können. Aber das liegt sicherlich daran, dass ich bisher etwas Anderes von meinem Sightron SIII-ZF mit Target-Dot-Absehen gewohnt bin.

UTG SWAT 3-12x44 Reticle

Das Absehen kann auf Knopfdruck beleuchtet werden und wer hier nicht seine Lieblingsfarbe findet, dem ist nicht mehr zu helfen. Ich bin zwar kein Freund von rot, grün als zweite Farbe hätte vollkommen ausgereicht – aber gleich 36 an der Zahl, das nenne ich Spielerei. Der zugehörige Chip sitzt oben auf dem ZF-Tubus unterhalb der Druckknöpfe für die Schnellwahl Rotes Absehen („R“) oder Grünes Absehen („G“). auf dem gleichen Dom befindet sich das Batteriefach, das mit einem O-Ring unterhalb des Schraubdeckels abgedichtet ist. Für den Betrieb des Leuchtabsehens wird eine Knopfbatterie vom Typ CR 2032 benötigt, zwei davon befinden sich beim Kauf im Lieferumfang. Die Einstellung der letzten gewählten Farbe wird beim Ausschalten gespeichert.

UTG SWAT 3-12x44 Top

Hier ist eine kurze Anleitung zur Bedienung des Glases:

  1. Leuchtabsehen ist ausgeschaltet.
  2. Drücken des Knopfes „R“ („G“) schaltet das Leuchtabsehen in der Farbe rot (grün) ein.
  3. Nochmaliges Drücken des Knopfes „R“ („G“) verändert die Intensität des Leuchtabsehen hin zu einem schwächeren Leuchten in der entsprechenden Farbe rot oder grün (Stufe 6 = AUS).
  4. Drücken und Halten des Knopfes „R“ („G“) für min. 1 Sekunde schaltet das Leuchtabsehen aus.
  5. Das Leuchtabsehen schaltet sich nach einer Stunde Inaktivität aus.

Multi-Color:

  1. Leuchtabsehen ist ausgeschaltet.
  2. Drücken des Knopfes „R“ („G“) schaltet das Leuchtabsehen in der Farbe rot (grün) ein.
  3. Gleichzeitiges Drücken des Knopfes „R“ und „G“ für ca. 1 Sekunde wechselt in den Multi-Color-Modus.
  4. Die Auswahl der Farbe folgt nun folgendem Schema:
  5. UTG SWAT 3-12x44 Farbtabelle
  6. Pro Tastendruck auf den „G“-Knopf werden nun die Spalten von links nach rechts geschaltet, z.B. von Magenta-Blue zu Thistle-Skyblue.
  7. Pro Tastendruck auf den „R“-Knopf werden schließlich die Zeilen von oben nach unten geschaltet.
  8. Überspringt man versehentlich eine Spalte oder Zeile, muss „durchgeschaltet“ werden.
  9. Gleichzeitiges Drücken des Knopfes „R“ und „G“ wechselt zurück in den Rot-Grün-Modus.
  10. Die letzte Multi-Color-Einstellung bleibt beim Wechsel zum Rot-Grün-Modus erhalten, auch wenn der Chip für den Umschaltvorgang nochmal kurzzeitig zur nächsten Farbe in der Zeile oder Spalte wechselt.
  11. Drücken und Halten des Knopfes „R“ („G“) für min. 1 Sekunde schaltet das Leuchtabsehen aus.
  12. Das Leuchtabsehen schaltet sich nach einer Stunde Inaktivität aus.
  13. Auch im Multi-Color-Modus kann das Leuchtabsehen jederzeit durch Drücken der Taste „R“ oder „G“ ausgeschaltet werden, je nach Tastendruck ändert sich auch hier nochmal kurzzeitig die Farbe, die ursprünglich eingestellte Farbe bleibt aber abermals erhalten.
  14. Beim nächsten Einschaltvorgang befindet man sich wieder in dem Modus mit der zuletzt gewählten Farbe, in dem man das Leuchtabsehen ausgeschaltet hat. Zum Ausschalten des Absehens aus dem Multi-Color-Modus ist der Schritt 9 also nicht unbedingt notwendig.

So, jetzt könnt Ihr vielleicht nachvollziehen, warum zwei Farben eigentlich reichen …

Nun zu den Schwachpunkten des Glases: Bei niedriger Vergrößerung habe ich eine Unschärfe am Rand festgestellt und das Leuchtabsehen macht seinem Namen bei Dämmerung alle Ehre: Es wird nämlich ordentlich Licht erzeugt und zwar so viel, dass ich hinein blickend schon die Gewindegänge für die Sonnenblende (übrigens nicht im Lieferumfang enthalten) sehen konnte. Dennoch erkennt man alles wunderbar, man wird keinesfalls geblendet! Unglücklich ist auch, dass nach einer gewissen Verstellung die Graduierung auf dem Höhen- und Seitenturm leider nicht mehr zum Rastpunkt der Klickverstellung pass. Alles in allem ist das Zielfernrohr für den Preis von ca. 180 Euro aber eine gute Wahl, besonders im Hinblick auf das mitgelieferte Zubehör. Ein Schussbild damit findet Ihr weiter unten oder in meinem Beitrag zum AR-15 von HERA Arms. Geschossen wurde sowohl auf 100m, als auch auf 300m mit einem AR-15 mit 18“-Match-Lauf, Zweibein, Sandsack und natürlich dem ZF von UTG auf 12-facher Vergrößerung.

100m mit 55gr.-Geschossen in .223 Rem.:

Schussbild HERA Arms the 15th

300m mit 68gr.-Geschossen in .223 Rem.:

Schussbild HERA Arms the 15th_3

Noch einige Tipps zum Lackieren:

Als Farbe habe ich mir RAL 7006 in eine Spraydose füllen lassen. Elektrisches Isolierband ist gut zum Abkleben geeignet, weil es sich nicht mit nasser Farbe vollsaugt. Ein Skalpell oder eine scharfe Klinge vom Cuttermesser sollten auch in Reichweite sein, um Farbe ggf. vorsichtig wieder abzukratzen zu können. Dünne Streifen von Isolierband habe ich überall dort aufgeklebt, wo Skalen zu sehen waren. Wenn man bei den Türmen für das Fadenkreuz die Klemmschrauben für die Nullpunktverstellungen löst, kann man das Isolierband dort sogar ein Stück weit einschieben und letztendlich wieder mit der Schraube klemmen.

Wer mehr über das gezeigte AR-15 wissen möchte, kann hier weiterlesen.