Kompensator für Benelli M3

Da der von mir entworfene Kompensator für die Benelli M4 bisher recht gut angekommen ist, habe ich auf Wunsch einiger Schützenkollegen ebenfalls eine Variante für die Benelli M3 konstruiert.

Die Arbeit war einfach, weil ich das Design nicht weiter verändert habe. Lediglich der Bohrungsdurchmesser für die Klemmnabe musste auf den neuen Laufdurchmesser angepasst werden. Von Vorteil bei dieser Flinte ist, dass für die Montage des Kompensators kein Bauteil nachgearbeitet werden muss. Einfach aufstecken, Schraube festziehen und fertig!

 

 

 

Hier noch ein kurzes Video des Kompensators in Aktion:

 

 

 

In absehbarer Zeit werden weitere Varianten für die Beretta 1301 und die Remington 870 entstehen…

Berichte zu weitere Kompensatoren finden sich hier:

Benelli M4

Beretta 1301 Tactical

Remington 870

 

 

Rettet den Schweden! Teil 6: Lokalisierung des Problems

Nach dem tollen Schussbild mit einem Sightron ZF, statt des normalerweise auf dem Schweden zum Einsatz kommenden TacVector, dokumentiert in Teil 5 der Serie, ist das ZF mit Sicherheit ein großer Teil des vorhandenen Streukreis-Problems.

Das ZF bekommt allerdings eine letzte Chance, die Montage wird nochmals stärker angezogen und die Muttern der Ringe mit einer 3D-gedruckten Verdrehsicherung arretiert.

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Das Ergebnis ist dennoch ernüchternd. von einer anfänglichen „kann man auf den Schützen schieben!“-Gruppe entwickelt es sich zu den bekannten Streukreisen aus den vorherigen Teilen fort. (Gruppe 3 ist nicht fotografisch dokumentiert, sie lag außerhalb des Spiegels)

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Gruppe 1
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Gruppe 2
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Gruppe 4, mit Markierung der Schüsse 1 bis 5

Zwischenzeitlich wurde ein Magnetospeed Sporter angeschafft, um die v0 der Geschosse mit den Ergebnissen der Quickload Rechnung vergleichen und die v0 an sich auswerten zu können. Hier zeigt sich ein weiteres potentielles Problem. Die v0 der einzelnen 5er Gruppen als auch die der gesamten Stichprobe von n=20 Schuss ist nicht zufriedenstellend.

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Um den Schwedenmauser endlich auf die mit dem geliehenen Sightron ZF erreichte Präzision zu bringen werden in den nächsten Beiträgen mehrere Faktoren getestet und bewertet. Der Schlachtplan beinhaltet:

  1. Austausch ZF inkl. Montage gegen ein anderes TacVector Modell
  2. Austausch der genutzten mechanischen Waage gegen eine elektronische Waage
  3. Austausch der Lee collet Hülsenhalskalibriermatrize gegen eine Redding Vollkalibriermatrize mit Bushing

Magazinbegrenzer für Hera Arms H2

Eigentlich ist der Anlass für diesen Beitrag ja ein wirklich trauriger, zeigt er doch, dass die Sportschützen zum Wohle der Sicherheit aller die Prügel abbekommen, obwohl sie mit Terrorismus so wirklich gar nichts zu tun haben. Zumindest ist das bei mir so…

Gemeint ist die EU-weit vorgeschlagene Änderung des Waffengesetzes, in der es u.a. darum geht, die Kapazität von Magazinen zu begrenzen. Für diejenigen, die es u.U. vielleicht noch nicht mitbekommen haben: Es ist geplant, eine Magazinbegrenzung für halbautom. Kurzwaffen auf max. 20 Schuss und für halbautom. Langwaffen auf max. 10 Schuss einzuführen. Ich bin mir aktuell nicht sicher, ob der Gesetzentwurf etwas darüber aussagt, dass allein schon der Besitz von Magazinen größerer Kapazität ab dem Stichtag illegal ist. Jedenfalls führt das Einführen eines solchen Magazins in eine Waffe – mit mehr als der jeweilig erlaubten Kapazität – dazu, dass eben diese Waffe zu einer verbotenen Waffe wird.

Eines mal vorweg: Bei Erstellung dieses Beitrags ist das Gesetzt meines Wissens nach noch nicht in Kraft, der geplante Termin ist aber – meine ich – bereits überfällig.

Wer also wie ich schon immer der Meinung war, dass ein 10-Schuss-Magazin am AR bescheiden aussieht, hat sicherlich einige 20er- oder sogar 30er-Magazine in Besitz, die in absehbarer Zeit ganz furchtbar böse sind! Weil ich mir ab dem Stichtag nicht jede Menge neue Magazine zulegen möchte (Hera Arms bietet mittlerweile Magazine an, die technisch nur eine Kapazität von 10 Schuss besitzen, jedoch rein äußerlich ein 20er Magazin sind), habe ich mich damit befasst, meine Magazine mit erhöhter Kapazität ab dem besagten Tag auf das erlaubte Maß begrenzen zu können. Da ich bisher durchweg Magazine von Hera Arms vom Typ „H2“ besitze, richtet sich dieser Beitrag an Leser, die genau dieses Magazin nachträglich modifizieren wollen und Zugriff auf einen 3D-Drucker haben.

Die Aufgabe war eher Fleißarbeit, denn das Vermessen und konstruieren des Begrenzers im CAD war nicht wirklich schwer für mich.

Magazinbegrenzer H2_08

Einige Probedrucke waren fällig, weil das gewünschte Mass nicht auf Anhieb getroffen wurde. Je nach Qualität Eures Druckers und Ausrichtung des Teils auf dem Druckbett kann noch ein wenig Nacharbeit im Bereich des Schlitzes für den Sicherungsclip notwendig sein. Hier wird der Drucker u.U. eine kleine Strecke Filament horizontal in der Luft drucken müssen. Das geht natürlich nur bedingt, sodass es eventuell zu einer Absenkung des Materials kommt, der Schlitz wird dadurch geringfügig kleiner. Mit einer Feile kann das aber schnell wieder auf das gewünschte Mass korrigiert werden.

 

 

Die für den 3D-Druck notwendige Datei stelle ich hier oder im 3D-Druckarchiv vorerst nicht zur Verfügung. Aktuell ist noch in Klärung, ob die Veröffentlichung ggf. gegen einen Gebrauchsmusterschutz verstößt. Sobald ich dazu von Hera Arms eine Antwort erhalten habe, gibt es ein kurzes Update in diesem Beitrag.

 

Update Februar 2019:

Hera Arms hat mir mittlerweile die Freigabe für eine Veröffentlichung erteilt. Nachfolgend also hier nun die Datei. Wie immer downloaden und in „.STL“ umbenennen.

Magazinboden H2 5,56×45

Ladedaten Schwedenmauser M/63, Teil 3

Die Schussbilder aus dem ersten Teil der Ladedaten für den Schwedenmauser haben mich noch eine ganze Weile beschäftigt, weil sie alle noch mit dem Zielfernrohr von Tac Vector Optics und den gebrochenen Klemmungen an den Montageringen entstanden sind. Im Hinblick auf einen bevorstehenden Besuch eines Long Range-Events Anfang Dezember habe ich mich aber gefragt, ob die im zweiten Teil getesteten Laborierungen mit dem jetzt neuen ZF Sightron SIII 8-32×56 nicht besser abschneiden würden? Immerhin ist die neue Optik einfach hochwertiger und die Montageringe wurden schließlich auch gegen neue ausgetauscht…

Im zweiten Teil hat sich ja eine Laborierung mit N160 (und neuem ZF Sightron SIII) als sehr geeignet heraus gestellt. Jene Laborierungen mit N150 habe ich aber damals nicht weiter verfolgt. Das wollte ich vor dem Long Range-Schießen noch nachholen, weil man auf lange Distanzen einfach auch eine ordentliche Mündungsgeschwindigkeit benötigt und da hat N150 gegenüber N160 einfach etwas die Nase vorn.

Gesagt, getan – hier ist das Ergebnis. Geschossen wurde auf eine Distanz von 100m sitzend aufgelegt mit Zweibein und Sandsack am Hinterschaft.

N150, 100m:

13mm Streukreis ist schonmal ne Hausnummer! Bei der zweiten Scheibe habe ich dann schon etwas schneller geschossen: Mit 17mm, 16mm und 21mm sind aber immer noch richtig gute Ergebnisse dabei. Zum Vergleich: Bei der Laborierung mit N160 war ich damals mit 14mm ebenfalls sehr zufrieden. Weiter ging es zur 300m-Bahn. Dort habe ich zunächst mal den Haltepunkt beibehalten, ohne die Schussgruppe in die Mitte zu klicken.

N150, 300m:

Schussbild Schwedenmauser N150_01

Hier sind nochmals die Ladedaten in der Übersicht:

Achtung, für die Richtigkeit der Ladedaten wird keine Garantie übernommen! Wiederlader handeln auf eigenes Risiko!

Achtung, erhöhter Gasdruck!!!

siehe auch: Gasdruck beim Wiederladen

  • Hülse: Lapua Match, Kailber 6,5×55 Swedish Mauser
  • Zündhütchen: Federal Ammunition FA 210
  • Pulver: Vihtavuori N150
  • Menge: 38,0 gr.
  • Geschoss: Lapua Scenar HPBT, 139gr.
  • OAL: 76,5mm
  • Crimp: keiner
  • V0 (berechnet): 783 m/s
  • V0 (gemessen): 803 m/s

Zum Vergleich Schussbilder, die ich mit N160 auf 300m geschossen habe:

Die Sache ist auf jeden Fall klar: Der Wechsel zur Labrierung mit N150 ist beschlossene Sache! Eine gleiche Präzision bei höherer V0 ist genau das, was ich mir erhofft hatte.

Zurück vom Long Range-Schießen hat sich dann gezeigt, dass mit der N150-Laborierung Ziele in bis zu 1200m Entfernung erfolgreich getroffen wurden. Anhand des bei dieser Distanz immer noch verfügbaren Verstellbereichs des ZFs von ca. 14 MOA, schätze ich die Reichweite des Gewehrs auf sicherlich 1300m bis maximal 1400m ein. Mal schauen, ob es eines Tages noch soweit kommt.

Rettet den Schweden! Teil 5 – Bettung Nr. 3+

Mit dem Ergebnis aus Teil 4 der Serie sind zwei Dinge klar:

  1. Die Bettung ist immer noch mittelmäßig, die Schwergängigkeit des Verschlusses eine Zumutung (auch wenn ein Teil davon ganz klar dem Abzug zuzuordnen ist)
  2. Das Pulver spielt eine größere Rolle als gedacht, auch wenn sich dieser Verdacht nach den Ergebnisses des Kollegen schon früher hätte aufdrängen sollen.

Für Punkt 1 wird für den nächsten Ausflug auf die Schießbahn eine Misch-Ansatz gewählt: hintere Systemschraube nur locker mit der 10er Nuss und den Fingern anziehen, vordere Systemschraube mit den 7 Nm anziehen und den barrel block einsetzen. Das Ergebnis ist ein Verschluss der sich im eingebauten Zustand des Systems beinahe genau so gut schließen lässt wie im  ausgebauten Zustand ohne jegliche äußere Krafteinwirkung. Dafür tritt jetzt in der Wahrnehmung der Abzug noch stärker nach vorne. Überfahren des Sear (amerikanischer Timney Abzug für den 96er, da heißt das so ;)) aus der geschlossenen in die offene Stellung ist ein Kraftakt, der Kraftaufwand für das Spannen der Feder ist auch nicht zu verachten. Hier wird noch etwas überarbeitet werden müssen.

Da nicht klar ist, ob der Schwedenmauser jemals vernünftig schießt, wird eine Tikka T3x Varmint als potentieller Nachfolger im Kaliber 6,5×55 auserkoren. Da diese lediglich über einen 600 mm langen Lauf verfügt, wird über Quickload ein Pulver ausgewählt, dass auch aus dieser Lauflänge 830+ m/s für die 140 gr Hornady BTHP Geschosse in .264″ liefert. Die Wahl fällt auf Vihtavuori N550.

Für den folgenden Ausflug zur Schießbahn werden einige Schuss mit der bekannten Lovex S065 Ladung geladen sowie weitere mit N550, gleiche Pulvermenge und Patronenlänge. Dazu kommen noch einige Schuss 6,5×55 mit N160 vom Kollegen.

Die ersten Ergebnisse sind wieder mal enttäuschend bis grauenhaft. Alle gezeigten Gruppen wurden so vermessen, dass die 2 am weitesten entfernten Löcher abzüglich Kaliber angegeben sind. Angabe ist nicht der Durchmesser des Kreises über alle Einschusslöcher!

Gruppe mit S065, nicht der Rede wert:

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Gruppen N160, durchwachsen:

Gruppen N550, auch nicht besser:

Da die geschossenen N160 und N550 Laborierung im Schwedenmauser des Kollegen gute Ergebnisse liefern, wird kurzerhand das einzige, was die beiden Gewehre jetzt noch wesentlich unterscheidet auf meinen Schwedenmauser montiert: Der Schwedenmauser des Kollegen verfügt über ein Sightron ZF statt des TacVector ZF und durch die Montage auf dem Schaft mittels der Picatinny-Brücke, ist der Umbau auf meinen Schweden-Schaft eine Sache weniger Minuten.

Gruppe N550 aus Patient Schwedenmauser mit „implantiertem“ Austausch ZF:

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Die letzten 6 Schuss der Laborierung mit dem neuen Pulver N550 liefern ein wahnsinnig gutes Schussbild. Bei der Scheibenbeobachtung auf 100 m wird vor dem Einholen davon ausgegangen, das nur 2 Löcher vorhanden sind und der Rest sich wieder sonst wo verteilt hat.

Diese Gruppe mit 6 Schuss lässt doch sehr hoffen und so geht es nun, mit neuen Patronen mit gleicher Laborierung, demnächst wieder auf den Schießstand um zu prüfen, ob das Zielfernrohr jetzt noch der wesentliche Teil des Problems ist.