Kompensator für Benelli M4

Die Benelli M4 in desert camo besitze ich bereits seit ca. 2 Jahren, einen Beitrag über diese halbautomatische Schrotflinte hatte ich bereits früher verfasst, er kann hier nochmals nachgelesen werden. Meine M4 wurde vergleichsweise wenig geschossen  – es dürften mittlerweile so ca. 1000 Schuss durchgegangen sein und ich hatte nebenbei bemerkt erst eine einzige Zuführstörung. Meine dafür bevorzugte Munition ist der Slug von Brenneke mit der Bezeichnung KO CleanSpeed Plus im Kaliber 12/67,5 – die Waffe läuft damit einfach tadellos. Die etwas kürzeren und im Rückstoss leicht geminderten KO CleanSpeed Short im Kaliber 12/60 wurden aber ebenfalls ohne Probleme von der Waffe verschossen, der Selbstladevorgang unterlag dabei keiner Störung. Die Aussage muss aber in Relation zu den lediglich knapp 15 Schuss CleanSpeed Short gesehen werden, die damit bisher abgefeuert wurden.

Benelli hat seit meinem Kauf der M4 in desert camo noch eine Reihe anderer Modelle in verschiedenen Farbvarianten auf den Markt gebracht. Wer seine Flinte also nicht im klassischen matt-schwarz haben möchte, bekommt sie aktuell z.B. auch in einem schönen bronzefarbenen Ton oder in der Version „H20“ in einer titangrauen Beschichtung. Jene in desert camo ist meines Wissens nach in Deutschland leider nicht mehr lieferbar, selbst wenn so mancher Online-Shop sie noch im Programm haben sollte. Die klassische schwarze Flinte ist natürlich nach wie vor auch erhältlich.

Diese Flinte habe ich in letzter Zeit wieder öfter mit auf die Range genommen und festgestellt, dass sie bisher kaum modifiziert wurde – das sollte sich ändern, denn mich hat mal wieder die Lust am Erfinden und Ausprobieren gepackt. Mit dem darauf  montierten Reflexvisier EOTech 512 war ich schon länger nicht mehr zufrieden und so flog es kurzerhand runter, aber das nur am Rande. Die Erfahrung, die ich mit dem Design und Bau des Kompensator für den Schwedenmauser gesammelt habe, hat mich darin bestärkt, dass ich mich auch mal an einem MFD für eine Flinte versuchen könnte.  Die nachfolgend zu sehende Variante ist dabei entstanden und sie fällt mit einer Gesamtlänge von 85mm standesgemäß groß – wenn nicht gar protzig – aus. Entlüftungskanäle nach oben hin sind reichlich vorhanden und es ist mir sogar gelungen, mit dem Farbton „hellbronze“ eine Farbvariante zu erhalten, die einigermaßen zu den restlichen Farbtönen der Flinte passt. Eine schwarze Variante durfte dabei natürlich nicht fehlen.

 

Kompensator Benelli M4 brown_11Kompensator Benelli M4 black_10

 

 

 

Einen einzigen kleinen Haken hat die Montage des MFDs: Um ihn zu montieren, muss die Schraubkappe des Röhrenmagazins auf ca. 6mm Länge um ca. 1,5mm abgefeilt werden. Ich war bereit, diese kleine Nacharbeit zu machen und siehe da, die Schraubkappe ist aus Kunststoff! Es hat also mit 2-3x probieren keine 10 Minuten gedauert, diese Arbeit zu erledigen (ich habe die 1,5mm auf einer Länge von ca. 10mm abgefeilt, das war gar nicht notwendig). Zuvor musste die Kappe nur festgezogen und auf Ihrer „12-Uhr-Position“ gekennzeichnet werden. Schon jetzt ist von der Nacharbeit so gut wie nichts zu sehen (unter der Beschichtung ist der Kunststoff schwarz) und wer eine schwarze Benelli M4 sein eigen nennt, der kommt sogar noch besser weg, weil schwarz auf schwarz nun mal nicht auffällt.

 

Kompensator Benelli M4_13

 

Und so ging es dann auf die Range, um den Kompensator zu testen. Luft anhalten beim ersten Schuss und – alles gut gegangen! Insgesamt wurden ca. 70 Testschüsse abgegeben. Ich hatte den Eindruck, als ob es durch den Kompensator eine Treffpunktverlagerung nach oben gab, die sich ab ca. 20m Entfernung auf der Scheibe bemerkbar gemacht hat. Falls dem tatsächlich so ist, erlaubt die Visierung ja wieder eine Korrektur dieses Umstands, das werde ich beim nächsten Mal noch einmal genauer untersuchen. Der Rückstoss der Flinte ist ja jetzt nicht gerade sanft und schnelle Serien zur Untersuchung, ob man dabei die Waffe stabiler im Anschlag halten kann, habe ich erst mal nicht geschossen. Ein Schützenkollege, der ebenfalls eine Benelli M4 besitzt, hat diesen Teil der Erprobung übernommen und war so zufrieden, dass er noch auf dem Schiessstand ein Exemplar bei mir bestellt hat.

Dazu ist ein kurzes Video entstanden:

 

 

 

Der auf der Flinte montierte Kompensator ist übrigens in einem Braunton gehalten. In schwarz eloxiert ergibt sich ein perfektes samtig mattes schwarz, das auf den oberen Bildern (immer ohne Flinte) zu sehen ist. Bei Bildern mit Schattenbildung wurde mit Blitz fotografiert, das ist bei den nachfolgenden Bildern durchweg der Fall.

 

 

Benelli bietet für die M4 ebenfalls einen Kompensator an, den ich leihweise auch mal an meiner Flinte hatte. Er wird zusammen mit einem Choke-Adapter geliefert, bei dessen Montage dann außerhalb des Flintenlaufs ein Gewindeüberstand von ca. 15mm entsteht, auf den dann der eigentliche Kompensator geschraubt wird. Dieser ist zylindrisch und sieht ebenfalls sehr gut aus. Sein Manko ist meiner Meinung nach aber, dass er rundherum Bohrungen besitzt, die die Gase in alle Richtungen – also auch nach unten – gleichmäßig ablenken. Wer im Physikunterricht nur einigermaßen aufgepasst hat, wird gleich erkennen, dass sich durch diesen gleichmäßigen Impuls in alle Richtungen das Hochschlagen der Waffe aber gar nicht mindern lässt. Von diesem Punkt aus betrachtet ist der Kompensator von Benelli – mit einem Kaufpreis von ca. 200 Euro – leider weniger zu empfehlen. Allerdings besitzt dieser zur Längsachse winklig angeordnete Bohrungskanäle. Durch diese Anordnung kann dann zumindest wieder der Rückstoß gemindert werden.

Hier ist der Link zur Homepage von Benelli, auf der man den Kompensator (auf der Webseite unten links) findet.

https://www.benelli.it/en/products/semiautomatic-shotguns/m4/m4-telescopic-stock

 

Berichte zu weitere Kompensatoren finden sich hier:

Benelli M3

Beretta 1301 Tactical

Remington 870

3 Kommentare zu „Kompensator für Benelli M4

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