Savage Elite Precision .300 PRC, Teil 3

In diesem kurzen Beitrag präsentiere ich nochmal einige wenige Schussbilder und schließe die Serie zur Savage Elite Precision 110 vorerst auch ab. Vorerst, weil ich das Gewehr voraussichtlich erst wieder im ersten Quartal 2026 auf Long Range-Distanzen schießen werde. Der Plan ist, dann einen weiteren Beitrag zu eben diesem Event zu veröffentlichen und darin natürlich auch die Drop-Chart aus dem vorherigen Beitrag zu verifizieren.

Um auf der Range keine bösen Überraschungen zu erleben, habe ich mir vorgenommen, eine neue Laborierung zu testen und meinen bisherigen Favoriten nochmals zu überprüfen. Das war nochmal spannend, weil ich heute wieder eines deutlich gemerkt habe: Um aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen, muss ich mir Zeit nehmen.

Zur Erinnerung, das hier ist meine favorisierte Laborierung:

  • Hülse: Lapua Match
  • Pulver: 75,9 gr. N570
  • Geschoss: Hornady ELD-Match, 225 gr.
  • Zünder: RWS 5333, Large Rifle Magnum
  • OAL: 94,0mm
  • Crimp: keiner

Los ging es im oberen Bereich der Scheibe auch gleich mit dieser Ladung. Viel gibt es dazu nicht zu sagen: In Anbetracht des letzten Schussbildes zur Favoriten-Laborierung ist das obere mit einem Durchmesser von 24mm über Mitte einfach enttäuschend. Wie angekündigt, habe ich auch noch Munition mit nur 75,5gr. N570 hergestellt und auf das untere Schusspflaster geschossen. Mit einem Durchmesser über Mitte von 20mm war ich auch nicht wirklich zufrieden und habe erstmal eine Schießpause eingelegt.

Bei späterer Betrachtung des unteren Schussbildes ist mir dann aufgefallen, dass vier von fünf Schuss eigentlich doch eine ansehnliche Gruppe gebildet haben: 10mm über Mitte kann sich doch sehen lassen.

Weiter ging es anschließend mit der zweiten Scheibe und den wenigen Schuss, die von beiden Laborierungen noch übrig waren. Wie man sieht, war das dann auch genau die Ruhezeit, die ich scheinbar gebraucht habe. Auf das obere Schusspflaster habe ich mit meiner favorisierten Ladung dann ca. 9,0 bis 9,5mm über Mitte mit vier Schuss geschossen. Das war genau die Bestätigung, die ich mir nochmal zum Jahresabschluss gewünscht habe! Für die Laborierung mit geringfügig weniger Pulver waren hingegen nur noch zwei Patronen übrig. Klar, dass ich hier auch eine Auswertung mache, auch wenn zwei Schuss nun nicht wirklich aussagekräftig sind. Aber die Tendenz war ja schon auf der ersten Scheibe da, sieht man von dem einen Ausreißer mal ab.

Für dieses Jahr bin ich soweit absolut zufrieden, habe ich doch endlich einen brachial großen Repetierer, der auch noch hervorragend schießt! Blicke ich auf Marvin´s Drop Chart und sehe, dass das Geschoss mit der gewählten Laborierung erst im Bereich von ca. 1500m wieder in den Unterschallbereich kommt, ist das Ziel für 2026 auch schon gesetzt:

Der 1-Mile-Shot

Savage Elite Precision .300 PRC, Teil 2

Wie bei allen meinen Neuwaffen, führe ich auch hier die Prozedur des „Einschießens“ oder „Glattschießens“ des Laufs durch. Und nein, ich mach´ das nicht, weil ich ganz genau weiss, dass es notwendig ist oder was genau im Laufinneren passiert, sondern einzig und allein zur Gewissensberuhigung und weil es mir damals so von den „alten Hasen“ überliefert wurde. Hier und da hört man von Geschichten, was angeblich passiert, wenn man´s nicht macht. Ob da jetzt was dran ist, kann ich nicht sagen, aber ausprobieren wollte ich´s auch nicht – das Märchen vom bösen Wolf zieht halt auch bei mir…

Jedenfalls sei hier nochmal kurz erwähnt, dass es zum Einschießen bei mir fünf Einzelschüsse sind, wobei nach jedem Schuss der Lauf mit allem Drum und Dran geputzt wird, gefolgt von fünf Doppelschüssen mit je einer Putzroutine, gefolgt von fünf 5er-Serien mit je einer Putzroutine. Danach ist dann auch endlich mal gut.

Zum Zeitpunkt dieses Beitrags habe ich bereits den zweiten Tag mit Einschießen verbracht: 5 Stunden und lächerliche 11 Schuss am ersten Tag, sowie 2,5 Stunden und immerhin 12 Schuss am zweiten Tag. Das einzig Gute am Einschießen ist, dass man durchaus schon mal seine Laborierungen testen kann und davon will ich hier berichten.

Die erste Laborierung war die des erwähnten Schützenkollegen mit Zermatt-System im Kaliber .300 PRC, die ich leichtsinnigerweise ungefragt übernommen habe.  Die Laborierung will ich der Ordnung halber hier veröffentlichen, betone aber, dass sie sich an der Grenze zur „Pressladung“ befindet und die Ladeempfehlung von Vithavuori bereits überschritten wird. In seinem Gewehr läuft die Laborierung sehr gut, das mag jetzt aber auch daran liegen, dass es einen Lauf von durchgehend 30mm Durchmesser hat und somit noch unempfindlicher gegen Schwingungen und thermische Belastung ist.

Wie immer gilt:

Es wird keine Garantie für die Richtigkeit von Wiederladedaten übernommen – Wiederlader handeln auf eigene Gefahr!

  • Hülse: Lapua Match
  • Pulver: 80,5 gr. N570
  • Geschoss: Hornady ELD-Match, 225 gr.
  • Zünder: RWS 5333, Large Rifle Magnum
  • OAL: 94,0mm
  • Crimp: keiner

Zur Info:

Die obige Berechnung basiert als einzige auf einem 26“-, statt 30“-Lauf. Nachfolgende Laborierungen basieren dann auf einem 30″-Lauf und es wurden nur noch Pulvermenge und/oder Pulvertyp geändert.

Geschossen habe ich übrigens immer auf eine Distanz von 100m sitzend aufgelegt auf Zweibein mit Sandsack am Hinterschaft. Die obige Laborierung hat bei mir leider überhaupt nicht gut funktioniert. Schützenkollegen haben berichtet, dass der Lauf im Schuss sichtbar geschwungen hat und das Schussbild war entsprechend mäßig. Ich habe es nicht vermessen, aber es dürften so ca. 30mm auf 100m gewesen sein.

Wieder zurück von der Schießbahn habe ich das gemacht, was ich zuerst hätte machen sollen: Ich habe mir die Ladedaten von Vithavuori angeschaut und siehe da, es gab auch eine Ladeempfehlung für das Pulver N160, von dem ich auch noch etwas auf Lager habe.

So habe ich Marvin gebeten, mal die nachfolgenden Laborierungen mit Quickload zu berechnen. Da ich kein Freund von zu eng abgestimmten Ladeleitern bin, habe ich dazu auch immer eine alternative mit nennenswertem Abstand zur maximalen Ladeempfehlung gewählt und teilweise auch getestet.

N570, 78,4gr. (Max-Empfehlung)

Vier Schuss habe ich abgegeben und das Schussbild gibt Rätsel auf: Nur drei sichtbare Treffer inkl. einem Ausreißer. Ist hier wirklich ein Schuss perfekt „Loch in Loch“ gegangen? Haben die restlichen drei Schuss dann tatsächlich ein Lochbild von 9,5mm über Mitte? Hier ist für mich klar, dass ich diese Laborierung ein weiteres Mal testen werde.

Das hier ist dann meine zweite Testserie mit fünf Schuss, die Hoffnung auf einen hervorragenden Streukreis ist damit Vergangenheit. Diese Laborierung halte ich nach der zweiten Testserie für zu stark für die Laufgeometrie der Savage, sodass ich sie nicht weiter verfolgen werde.

N570, 75,9gr. (Max-Empfehlung minus 2,5gr.)

Auch hier waren es vier Schuss mit einem Streukreis, der zwar nicht an jenes des Zermatt-Systems (bzw. dessen Schützen) herankommt, aber für mich jetzt schon absolut top ist.

N570, 77,2gr. (Max-Empfehlung minus 1,2gr.)

Hierzu ist kein Diagramm von Quickload verfügbar.

Diese Laborierung habe ich gewählt, weil ich mit 75,9gr. schon einen sehr engen Streukreis geschossen habe und nochmal etwas näher an die maximale Ladeempfehlung von 78,4gr. kommen wollte. Für das Long Range Schießen will man eben auch das Maximum an Geschwindigkeit rausholen, solange die Präzision gut ist.

Das Ergebnis hat mir aber gezeigt, dass diese 1,3gr. mehr an Pulver schon einen Unterschied machen und den Streukreis verdoppeln – ich werde die bisher beste Laborierung mit 75,9gr. N570 also nicht härter laden. Im Gegenteil, ich werde mit wenigen Schüssen mal testen, ob 75,5gr. N570 nicht einen noch besseren Streukreis ergeben.

N165, 70,5gr. (Max-Empfehlung)

Mangels Pulvertyp habe ich diese Laborierung nicht getestet, wollte aber wenigstens das Diagramm dazu liefern.

N160, 63,3gr. (Max-Empfehlung)

Auch hier habe ich vier Schuss abgegeben und sehe nur drei Treffer. Leider ist mir hier beim Test zudem das Schusspflaster als Haltepunkt abgefallen, sodass ich auch hier eine zweite Testserie durchführen wollte.

Das Ergebnis der zweiten Testserie mit dieser Laborierung und fünf Schuss hat mich positiv überrascht, der Streukreis ist genauso gut, wie die bisher beste Laborierung mit 75,9gr. N570: 11mm über Mitte gemessen.

N160, 60,8gr. (Max-Empfehlung minus 2,5gr.)

Das Diagramm wurde zwar berechnet, diese Laborierung habe ich letztendlich aber nicht mehr getestet, weil 63,3gr. Pulver einfach schon hervorragend laufen.

Hier noch ein kleiner Nachtrag: Das von mir konstruierte Gewicht für den Vorderschaft ist mittlerweile verfügbar und wurde auch gleich eingebaut.

Von der Seite betrachtet sieht man das Gewicht durch den Schaft nicht, die Ventilation um den Lauf herum ist nach wie vor möglich. So sieht der Schaft nun von unten aus, die Picatinny-Schiene für das Zweibein ist auf dem Bild noch nicht montiert. Sie kann nun durch die Langlöcher in einem 87mm-Raster entsprechend Ihrem eigenen Lochabstand nach hinten versetzt werden.

Das Gesamtgewicht der Waffe inkl. Zweibein und leerem Magazin beträgt nun 10,4 kg.

Drop-Chart

Für die von mir gewählte Laborierung…

  • Hülse: Lapua Match
  • Pulver: 75,9 gr. N570
  • Geschoss: Hornady ELD-Match, 225 gr.
  • Zünder: RWS 5333, Large Rifle Magnum
  • OAL: 94,0mm
  • Crimp: keiner

… hat mir Marvin freundlicherweise noch eine Drop-Chart mit Quickload erstellt, ich stelle sie hier zur Verfügung.

Savage Elite Precision .300 PRC, Teil 1

Ich hatte es im letzten Beitrag angedeutet: Meine Savage 110 Elite Precision im Kaliber .300 PRC ist nach nur 4 Monaten Wartezeit dann doch recht zügig geliefert worden. Vom „Unboxing“ und der „Inbetriebnahme“ will ich in diesem Beitrag berichten, weitere Beiträge folgen natürlich noch. Ich habe mit der Entscheidung, eine Waffe im Magnum-Kaliber zu kaufen, tatsächlich jahrelang gehadert und nachdem meine beiden Ljungmans und mein Motorrad nun einen neuen Besitzer haben, wurde ein Teil des Erlöses eben in diese Waffe gesteckt. Auf zu neuen Ufern!

Kurz zu meiner Kaufentscheidung:

Ausschlaggebend war der Umstand, bzw. die Entscheidung, nach langjähriger Pause wieder vermehrt Long Range-Events besuchen zu wollen, wofür ich dann endlich mal ein Magnumkaliber kaufen wollte.

Mit der Marke Savage hatte ich mit meiner 10 BA bereits sehr gute Erfahrungen gemacht und dieses Gewehr besitze ich sogar heute noch. Als Magnumkaliber kamen für mich .300 Win Mag, .338 LM und eben .300 PRC infrage. Von .338 LM bin ich recht zügig wieder abgekommen, da mir hierfür die Wiederladekomponenten zu teuer waren ( 100 Stück Lapua Hülsen habe ich zuletzt mit 400-450 € recherchiert).  Im Vergleich zur .300 Win Mag hatte ich gelesen, dass .300 PRC einen kleinen Tick mehr Präzision verspricht und außerdem hatte ich einfach Lust, mal ein moderneres Kaliber auszuprobieren. Andererseits, .300 Win Mag ist schon lange auf dem Markt etabliert und die vielen verfügbaren Wiederladekomponenten wären hingegen sicherlich wirtschaftlich gewesen.

Gekauft habe ich die Waffe übrigens bei der Firma Waffen Wagner.

Unboxing / Systembeschreibung:

Das System besitzt als Abzug den bewährten und einstellbaren Accu-Trigger, wobei die Abzugssicherung wieder im hinteren oberen Bereich der Systemhülse zu finden ist.

Die Picatinny-Schiene auf der Systemhülse ist aus Stahl und besitzt eine Vorneigung von 20 MOA.

Der Lauf ist aus Edelstahl mit mattem Finish, hat einen Drall von 1:8,5 , am System einen Durchmesser von ca. 28,3mm, ist 30“ lang und hat an der Mündungsschulter (wo die Schraubkappe demontiert ist) einen Durchmesser von 25,2mm. Das Mündungsgewinde beträgt 5/8“x24 im Durchmesser und ist 16mm lang. Die Waffe wird inklusive einem Magazin verkauft, aber leider ohne eine Mündungsbremse ausgeliefert.

Das komplette System sitzt in einem MDT-Schaft, der genaugenommen zweiteilig ist: Der Hinterschaft ist an seiner Schnittstelle zum Basisschaft mit einer Schraube verbunden (der Schaft ist bei Auslieferung bereits zusammengeschraubt).

Im vorderen Bereich gibt es etliche M-LOK-Nuten und unterhalb des Schafts auf voller Länge eine ARCA-Schiene, zudem noch etliche Bohrungen für Senkschrauben M5, sowie weitere M-LOK-Nuten. Der Vorderschaft ist so imstande, Zusatzgewichte für eine bessere Balance oder einen ausgewogeneren Rückstoß aufzunehmen.

Im hinteren Bereich des Schafts befindet sich leider kein Gelenk, um diesen abzuklappen, dafür aber eine Längen- und Höhenverstellung der Schaftkappe, sowie eine Längen- und Höhenverstellung der Schaftbacke – diese ist sogar mit Moosgummi beklebt und mit einer Aussparung zur Entnahme des Kammerstengels versehen.

Der Griff ist ebenfalls von MDT und lässt sich geschätzte 10mm längs entlang der Waffe verstellen. Er ist, verglichen mit einem Griff von Hogue, als eher dick zu bezeichnen, was aber keineswegs unkomfortabel ist. Der Magazinlösemechanismus lässt sich beidhändig bedienen.

Zubehör zur Waffe:

Wenn das Gewehr erstmal da ist, will man ja nichts weiter, als schnellstens loslegen. Im Hinblick auf eine lange Lieferzeit (ursprünglich hatte ich mit 6 Monaten gerechnet) wurde also vorab schonmal folgendes Zubehör besorgt:

  • Bei Brownells ein zum MDT-Schaft passendes Zweitmagazin mit der Bezeichnung „LA 3.850 CIP 300PRC“ und der Brownells-Artikelnummer EU2007779.
  • Eine Mündungsbremse von X-Out mit passendem Gewinde in Form eines Barrel-Tuners.

Für die Montage der Mündungsbremse habe ich das Gewehr mit Schraubzwingen auf die Tischkante gespannt (Schonbacken oder Ähnliches nicht vergessen!), sodass die Bremse frei lag und mit einem Maulschlüssel SW36 festgezogen werden konnte. Die waagrechte Ausrichtung habe ich im Anschluss mit einer auf der Bremse aufgeklebten Aluplatte geprüft (letztes Bild).

  • Weil die Mündungsbremse eine Kontermutter für einen Laufdurchmesser 30mm hat, die Schulter am Mündungsgewinde des Laufs aber wie oben erwähnt nur 25,2mm im Durchmesser aufweist, habe ich vor der Mündungsbremse noch einen Crush Washer von JP mit der Bezeichnung „5/8 x 24 .750“ (JP-Artikelnummer JPCW58B.750) auf das Mündungsgewinde geschoben. Während die Kontermutter bei einem Laufdurchmesser von 30mm die komplette Bremse auf dem Mündungsgewinde kontern kann, wird in diesem Fall dann die Bremse gegen den Crush Washer gekontert und die Kontermutter anschließend dafür genutzt, den unschönen Spalt zu verdecken. Ja, der Spalt entsteht dann natürlich an anderer Stelle an der Bremse, aber für mich wirkt das optisch etwas harmonischer.
  • Dazu habe ich eine Blockmontage von Era Tac mit verstellbarer Vorneigung mit der Artikelnummer T5072-0020 montiert. Hier hätte ich gerne eine mit Verstellung in MOA passend zum ZF gehabt, allerdings gab es bei eGun kurzzeitig ein sehr gutes Angebot zum Sofortkauf mit Verstellung in MRAD – da hab´ ich einfach zugeschlagen. Am Ende macht es sowieso keinen Unterschied, denn die Verstellung der Vorneigung ist meist einmalig und lässt sich auch problemlos umrechnen. So sind bei mir aktuell 5 MRAD eingestellt, was ca. 17 MOA entspricht, zusätzlich zur vorgeneigten Schiene von 20 MOA. Die Bauhöhe beträgt 20mm und ist damit exakt gleich wie an der Blockmontage meiner Savage 10 BA, gleiches gilt für die Aufnahme des ZFs – hier sind es 30mm und gekontert wird die Blockmontage mit Muttern SW12.
  • Das ZF ist ein Sightron S-III LR Tactical 8-32×56 mit MOA-2 absehen – eben jenes, das ich vom Projekt AG42-B noch übrig hatte.
  • In Sachen Zweibein bin ich aus Gründen der Stabilität von Harris abgekommen und habe mich für ein Fortmeier („6 Uhr“, Höhe 184mm) entschieden. Hierzu habe ich provisorisch eine Aluplatte in den Vorderschaft gelegt und daran eine kurze Picatinny-Schiene aus Aluminium befestigt. Die Picatinny-Schiene ist die kurze Variante mit 87mm Lochabstand vom Hersteller Otto Repa, erhältlich bei Begadi.
  • Zum Zeitpunkt dieses Beitrags ist es noch ein Ausblick, aber künftig wird die Aluplatte durch eine Stahlschiene ersetzt werden, die sich durch den gesamten Vorderschaft zieht und weitere 940g Gewicht zur Rückstoßdämpfung beitragen wird. Als Werkstoff habe ich E295+C gewählt.
  • Auch dieses weitere Zubehör ist aktuell in der Planung und leider noch nicht verfügbar: Eine verstellbare Bagrider-Kufe, die ich einfach mal ausprobieren will. Im linken oberen Bereich ist der Schaft-Dummy abgebildet.

Zubehör zum Wiederladen:

  • Redding Typ S dreiteiliger Matritzensatz Artikel-Nr. 78776 für .300 PRC  mit Titanium Nitride Bushing Nr. .335 (es ist das gleiche Bushing, wie für das Kaliber .308 Win.).
  • Redding Hülsenhalter Nr. 6
  • Optional: Redding Ausstoßerstifte 10er Pack, Artikel-Nr. 01060

Zubehör zum Reinigen:

Hier konnte ich wenigstens wieder die Putzstockführung, Patches und Bürsten vom Kaliber .308 nutzen. Lediglich ein neuer und längerer Putzstock Artikel-Nr. 30C44 von Dewey war wegen des längeren Laufs notwendig („Putzstock ab Kaliber .270, Länge 112cm“).

Nachteile der Waffe:

Dass ich den einen oder anderen Kompromiss eingehen muss, habe ich vorher schon gewusst, insbesondere, weil ich den MDT-Schaft bereits kannte. Keine der unten aufgeführten Punkte war aber so gravierend, dass ich ernsthaft von einem Kauf Abstand genommen hätte.

  • Ich habe es bereits erwähnt, eine Mündungsbremse wäre wirklich „nice to have“ gewesen.
  • Das Abzugsgewicht lässt sich einstellen, allerdings muss die Waffe dazu ausgeschäftet werden, schade.
  • Die Verstellung der Schaftkappe und Schaftbacke finde ich technisch billig gelöst. Es funktioniert alles, aber hochwertig finde ich die Lösung nicht. Statt anständiger Führungen gibt es hier Klemmschrauben, damit im Betrieb nichts klappert.
  • Die Aussparung an der Schaftbacke zur leichteren Entnahme des Verschlusses ist beim Magnumkaliber leider nutzlos. Beim Kaliber .300 PRC (und vermutlich auch bei anderen Magnumkalibern) ist der Verschluss derart lang, dass die Schaftbacke trotz allem nach unten verstellt werden muss.
  • Zur Entnahme des Verschlusses sind der Abzug und ein Verriegelungsmechanismus an der rechten Seite der Systemhülse gleichzeitig zu betätigen. Der Hebel für die Verriegelung kratzt leider an der Innenseite des MDT-Schafts entlang, das spürt man. Kleiner Trost: Er kratzt im Inneren und nicht sichtbaren Bereich.

Nachtrag Dez. 2025: Ich habe das mit der Taschenlampe nochmal näher untersucht und die Verriegelung kratzt nicht am Schaftinneren. Vielmehr hakt der Mechanismus in sich etwas, wenn man zusätzlich den Abzug nicht perfekt gerade betätigt.

  • Für die Länge der Waffe, insbesondere wenn noch eine Mündungsbremse dazu kommt, hätte der Schaft ruhig ein Gelenk haben können. Für diejenigen, die sich einen Klappschaftadapter nachträglich kaufen wollen: Es gibt ihn nicht einzeln für diesen Schaft!!!
  • Egal, was Ihr im Internet bei MDT auch an Varianten „Fix to Fix“ findet, es wird nicht passen. Nicht, dass es ihn nicht gibt, aber ihr könnt den Adapter ausschließlich in Verbindung mit einem zusätzlichen Hinterschaft für 700€+ kaufen. MDT, was soll das?
  • Nur zur Info: Soweit mir bekannt ist, ist der an der Waffe verbaute Hinterschaft einer vom Typ SRS-XF. Die spätere Variante SRS-XF Premier ist dazu im Vergleich deutlich abgespeckt und wird durch Spacer in seiner Länge verstellt. Warum bringt man eigentlich derart hässliche Lösungen auf den Markt?
  • Die Waffe ist mit dem auf mich eingestellten Hinterschaft inklusive Mündungsbremse satte 141cm lang, was den einen oder anderen Waffenschrank an sein Limit bringen könnte. Das ist natürlich kein richtiger Kritikpunkt, weil man ja vorher recherchieren kann, worauf man sich einlässt. Allerdings war klar, dass mir das in Sachen Transport noch vor dem ersten Schuss etwas Kopfzerbrechen bereiten würde:

Ich hab´ dann kurzerhand die günstige Lösung mit Bohrmaschine, Kreisschneider und Lötkolben gewählt, für ein Explorer Case „Long“ (380€) oder Peli Case „Air Lang“ (830€) war mir das Geld dann doch zu schade.

Im nächsten Beitrag berichte ich dann über die getesteten Laborierungen.

Laufinspektion, Teil 2

Fortsetzend zum ersten Teil der Laufinspektion habe ich für diesen Beitrag noch drei weitere Läufe von Innen abgelichtet. Im Gegensatz zum ersten Beitrag habe ich für die nachfolgenden Läufe allerdings die genaue Schussbelastung parat, sodass man zum sichtbaren Grad der Abnutzung wenigstens auch mal eine Vorstellung davon hat, was der Lauf bisher alles ertragen musste. Alle Bilder sind im Abstand von ca. 2-3cm entstanden.

Hera Arms AR-15, 16,75“ SRB-Upper, Belastung 1243 Schuss (.223 Rem.)

Das Upper besitze ich bereits seit einigen Jahren, schieße es aber relativ selten. Es zeigt sich im Bereich direkt hinter dem Patronenlager wieder ein wenig „Krokodilhaut“, allerdings kann der Abnutzungsgrad nicht wirklich hoch sein bei dieser Schussbelastung. Ich habe bei dieser Serie mal versucht, einem bestimmten Zugprofil durch den kompletten Lauf zu folgen. Eher unerklärlich sind für mich die dunklen Streifen in den Zügen, die ca. ab dem letzten Viertel der Lauflänge deutlicher sichtbar sind. Wer dazu mehr weiss, kann sehr gerne einen Kommentar hinterlassen.

Hera Arms AR-15, 16,75“ SPB200, Belastung 408 Schuss (.223 Rem.)

Bei diesem Gewehr, das vorher das von Hera Arms vorkonfigurierte Upper „US100“ mit 18“-Lauf hatte, habe ich nach 3870 Schuss beschlossen, den Lauf auszutauschen zu lassen. Ersetzt wurde er durch das Laufprofil „SPB200“, die restlichen Teile des Uppers wurden beibehalten. Dies hier ist aufgrund der kaum vorhandenen Schussbelastung die langweiligste Bilderserie überhaupt: Noch nicht mal Ansätze von Krokodilhaut sind nach dem Patronenlager zu sehen.

Savage Arms 10 BA, Belastung: 3119 Schuss (.308 Win.)

Ich war seit jeher von diesem Gewehr begeistert und bin es noch! Die Präzision ist auch nach dieser Schussbelastung noch ohne erkennbare Abweichung zum Neuzustand der Waffe!!! Ich habe mich bereits öfter darüber ausgelassen, dass Savage mit seiner Stealth-Reihe – und damit meine ich insbesondere die frühen Modelle – aufgrund der abgespeckten Features aus meiner Sicht leider am falschen Ende gespart hat. Tja, die Konkurrenz durch das Ruger Precision Rifle war einfach zu groß, es musste reagiert werden, um am Markt bestehen zu können. Aber mittlerweile gibt es ja Nachfolger der ersten Stealth-Serie mit denen wieder etwas mehr Zubehör „out of the box“ am Gewehr dran ist. Wenn Savage die Qualität seiner Lauffertigung beibehalten hat, kann man mit einem einem solchen Gewehr meiner Meinung nach kaum etwas falsch machen. Die Bilder vom Laufinneren lassen mich locker bleiben: Ein kleines bischen Krokodilhaut am Anfang, danach aber durchweg scharfe Züge ohne sichtbare Materialschäden. Auch hier im vorderen Bereich zur Laufmündung hin etwas dunklere Spuren in den Zügen. Egal, das Schussbild ist entscheidend. Auffälligstes Merkmal hier sind die zahlreichen Querrillen: Ich kann es nur vermuten, aber da sie sich komplett durch den ganzen Lauf ziehen, handelt es sich dabei möglicherweise um Hinweise auf den Fertigungsprozess eines gehämmerten Laufs. Ich kann mir vorstellen, dass der Abstand zwischen den Querrillen genau dem Vorschub des Innendorns entspricht, der wohl mitwandern muss, wenn von außen gehämmert wird. Wer dazu mehr Infos hat, kann Sie gerne als Kommentar hinterlassen.

Taktischer Schaft für Schwedenmauser, Teil 5

M63 LRS_41

 

Vor einigen Tagen habe ich endlich die fertig eloxierten Teile meines selbstkonstruierten Schafts zurück erhalten und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Oberfläche ist ein absolut gleichmäßiges samtig-mattes schwarz ohne jegliche Macken, Farbnuancen, Schattierungen oder Abdrücke – einfach perfekt!

 

 

 

Die Schaftbacke ist höhenverstellbar und Schaftkappe mitsamt Hinterschaft  lassen sich durch die Klemmnaben in Länge, Höhe und Neigung sehr individuell einstellen. Die aktuellen Dimensionen habe ich von meiner Savage 10 BA übernommen und nach diesem Vorbild eingestellt, da ich mich an dessen Handhabung bereits gewöhnt habe.

 

 

 

Auf die um 30 MOA vorgeneigte Picatinny-Schiene habe ich bereits das neue Tac Vector Optics Taurus 5-30×56 FFP mit beleuchtetem Absehen montiert. Ich erhoffe mir von dem Glas eine Reichweitensteigerung gegenüber dem Everest 3-18×50 vom gleichen Hersteller. Wer sich für die Produkte von Tac Vector Optics interessiert, erreicht mit diesem Link die Homepage des Importeurs.

 

M63 LRS_46

 

Ab Mitte Juni 2017 rechne ich mit dem Eintreffen des Systems, das wegen einer Nacharbeit am Kammerstengel aktuell beim Beschussamt ist. Anschließend erfolgt dann die Endmontage und eine ca. 4-wöchige Laborierungsphase. Die bisherige Erprobung von Ladungen verlief zwar erfolgreich, aber ich will die Patrone diesmal auf maximale Reichweite trimmen. Sofern nichts dazwischen kommt, ist dann Mitte Juli wieder der Besuch eines Truppenübungsplatzes angesagt. Dort wird sich dann zeigen, ob das Projekt die Mühe wert war…

Zum Vergleich nochmal ein Bild des neuen Schafts mit der Savage 10 BA. Der Schaft selbst ist schon fast so lang, wie die gesamte Savage.

 

M63 LRS_47

 

Hier geht es zum sechsten und letzten Teil der Serie…