Taktischer Schaft für Schwedenmauser, Teil 6

Hier ist nun der letzte Teil zum Projekt „Schwedenmauser mit taktischem Schaft“:

Nach Erhalt des kompletten Schafts musste ich nochmal einige Zeit auf die Systemhülse warten, die leider nicht so schnell vom Beschussamt zurückgekommen ist, wie ich es mir erhofft hatte. Nach dem Einbau in den Schaft und der Montage des neuen Zielfernrohrs gab es dann auch erstmal eine Erleichterung für mich, dass der gebogene Kammerstengel auch tatsächlich nirgendwo anschlug (schließlich gab es ja vorab einen Prototypen der Schaftbasis) und auch der nachträglich montierte Rändelknauf in einer sehr bequemen Position lag.

Nun ging es daran, die dazu passende Munition zu laborieren, dieses Vorhaben ging dann auch etwas schneller als gedacht und war nach ca. 2 Wochen abgeschlossen. Die Munition wollte ich dabei auf bestmögliche Geschwindigkeit bringen, ohne Sicherheitseinbußen durch zu stark geladene Patronen befürchten zu müssen. Diese Laborierung ist dabei herausgekommen:

Achtung, es wird keine Garantie für die Richtigkeit der Ladedaten übernommen!

Wiederlader handeln auf eigenes Risiko!

  • Hülse: Lapua Match, Kailber 6,5×55 Schwedenmauser
  • Zündhütchen: Federal Ammunition FA 210
  • Pulver: LOVEX S065 (ist ein einbasiges Pulver)
  • Menge: 40,0gr.
  • Geschoss: Nosler Custom Competition BTHP, 140gr.
  • OAL: 79,3mm
  • Crimp: keiner

Die gemessenen durchschnittlichen V0 der 5er-Schussgruppen sind:

781m/s

779m/s

786m/s

782m/s

785m/s

Beim Erzeugen der Schussgruppen hat sich dann erstmal eine Schwäche an der Magazinbefestigung gezeigt, denn lediglich eine einzige Arretierung ohne jegliche Führungsnuten für den Magazinkasten (gibt´s beim Tikka-Magazin leider nicht) war zu wenig: Beim Repetieren hat der Verschluss auf die darunter im Magazin befindliche Patrone gedrückt und das komplette Magazin im hinteren Bereich gleich 1-3 Millimeter nach unten gedrückt. Das hat schon ausgereicht, um weitere Patronen mit dem Verschluss nicht mehr in die Kammer hinein repetieren zu können. Die Lösung war ein Federbolzen, den ich am Abzugsgehäuse installiert habe und der durch seine federnd gelagerte Stahlnase das Magazin auch zuverlässig in seinem hinteren Bereich fixiert hat. Einziges kleines Manko: Zum Lösen des Magazins muss selbiges nun 1-2mm nach vorne geschoben werden, bevor man es nach unten heraus ziehen kann. Immer noch besser, als das Gewehr nur als Einzellader zu nutzen…

Jetzt hieß es warten auf den langersehnten Termin auf dem Truppenübungsplatz!

Dort angekommen gab es Ziele bis zu einer maximalen Distanz von 1126m – genau das richtige Szenario um das Komplettsystem auf Herz und Nieren zu prüfen. Bilder durfte ich vom Ort des Geschehens leider nicht machen und daran habe ich mich auch strikt gehalten.

Beim Testen und schrittweise erhöhen der Schussdistanz habe ich auf dem Platz dann zwischendurch die Möglichkeit gehabt, mit einem neumodischen Messgerät, dass auf Basis des Doppler-Radars funktioniert, die V0 meiner Patrone zu messen: 802m/s – ich war positiv überrascht, zumal ich an der o.g. Laborierung gar nichts verändert habe. Das gibt mir rückblickend ein wenig zu denken, denn wenn ich auf Basis der alten V0-Messwerte (siehe oben) die Pulvermenge erhöht hätte um an die 800m/s zu kommen, hätte das schon eine Überschreitung des zulässigen Drucks im Patronenlager bedeuten können. Stellt sich nur noch die Frage, welchem Gerät nun Glauben geschenkt werden soll.

Schließlich habe ich das vorletzte Ziel auf 1075m noch anvisiert und getroffen, die letzte Etappe auf 1126m wäre sicherlich noch drin gewesen, aber meine Savage 10BA wollte auch noch ausgeführt werden und so habe ich längere Zeit damit verbracht, dieses Ziel mit dem Kaliber .308 Win. zu beharken. Mit dem Schwedenmauser habe ich insgesamt ca. 125 Schuss abgegeben und es gab keine Waffenstörungen und keine Schrauben, die sich irgendwie gelöst haben.

Ich bin vollends zufrieden mit der Leistung des Systems und abschließend bleibt nur eine einzige Kritik am ganzen Projekt: Ein Low-Budget-Gewehr ist es schließlich doch nicht geworden!

Die Suche nach der perfekten Laborierung hat sich etwas länger hingezogen. Die entsprechenden Links dazu gibt es nachfolgend:

Ladedaten Schwedenmauser, Teil 1

Ladedaten Schwedenmauser, Teil 2

Ladedaten Schwedenmauser, Teil 3

Hier sind noch zwei weitere Links zu Beiträgen mit Zubehörteilen:

Eigenbau Kompensator für Schwedenmauser

Monopod für Schwedenmauser

11 Kommentare zu „Taktischer Schaft für Schwedenmauser, Teil 6

  1. Hallo Marcus, der Umbau ist echt super. Habe auch einen Carl Gustaf in meinem Besitz und würde den gerne umbauen. Mich hätten sehr die Details dazu interessiert und vielleicht auch der Kostenpunkt. Kannst du dich bitte bei mir Melden.

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  2. Der Preis würde mich auch interressieren. Ich suche schon länger einen taktischen Schaft für meinen Schweden. Würdest du evtl. die CAD Daten für die Systemaufnahme abgeben?

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