Änderung des Waffengesetzes: Waffenschränke

Der eine oder andere mag es bereits mitbekommen haben, dass eine Änderung des deutschen Waffengesetzes bevorsteht. Wieviele Änderungen es genau geben wird, ist mir aktuell nicht bekannt, allerdings wird es eine wesentliche Änderung bezüglich der dann vorgeschriebenen Klassen von Waffenschränken geben. Der erstmalige Waffenbesitzer (oder der, dem die Kapazität der alten Schränke nach VDMA ausgeht) wird nach Inkrafttreten dann also schwerere Waffenschränke kaufen müssen, um seine Waffen darin aufzubewahren. Für Sportschützen und Jäger in Mietwohnungen könnte dies zu Problemen führen, wenn die Statik plötzlich eine wesentliche Rolle spielt – vom höheren Kaufpreis mal ganz abgesehen. Noch ist es aber nicht soweit und ein Bestandsschutz für bereits gekaufte Schränke wird es auch geben – soviel ist schonmal beschlossen.

Das Forum Waffenrecht geht in diesem Artikel näher auf die ganzen Details ein.

Ich habe mir – auch aus diesem Grund – deshalb vor Kurzem noch einen weiteren Schrank zugelegt. Mit knapp 250 Euro für einen 5er A/B-Schrank von Burg-Wächter hält sich die Investition auch noch in Grenzen. Ein wesentlicher Punkt war aber der neue Schwedenmauser mit 1300mm Länge. In einen bereits vollen Schrank kann man schließlich nichts mehr schräg von Ecke zu Ecke stellen, um noch ein wenig mehr einstellbare Länge rauszuholen. Blöd nur, dass das lichte Einstellmass aufgrund des Innenfachs auf knapp 1250mm beschränkt ist!

Vor dem Kauf habe ich mich mit dem Hersteller in Verbindung gesetzt und mich erkundigt, ob die von außen sichtbaren Schweißnähte, die das Innenfach im Schrank offensichtlich fixieren, denn die einzigen sind. Nach der Bestätigung war der Plan gefasst: Der Schrank wird gekauft und das Innenfach wird rausgetrennt!

Die Arbeit dauert etwa eine Stunde und neben einer Flex habe ich außerdem noch einen Hammer und einen Stechbeitel gebraucht. Mit dem Stechbeitel habe ich zuerst versucht, die teilweise dünnen Schweissnähte einfach wegzuschlagen, das hat aber leider nicht immer geklappt und den Stechbeitel ordentlich „Zähne“ gekostet. Erfolgreicher war das teilweise Einschneiden des Innenfachs, dadurch wurde insgesamt die Struktur geschwächt und dort, wo ich die Schweissnähte schon teilweise entfernt hatte, konnte dann damit begonnen werden, die Blechfelder hin und her zu biegen, bis das Material an den verbliebenen Nähten schließlich gerissen ist. Die lichte Einstellhöhe beträgt nun 1445mm, das ist mehr als ausreichend!

Burg Wächter 1

 

Burg Wächter 2

Burg Wächter 3

Taktischer Schaft für Schwedenmauser, Teil 5

M63 LRS_41

 

Vor einigen Tagen habe ich endlich die fertig eloxierten Teile meines selbstkonstruierten Schafts zurück erhalten und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Oberfläche ist ein absolut gleichmäßiges samtig-mattes schwarz ohne jegliche Macken, Farbnuancen, Schattierungen oder Abdrücke – einfach perfekt!

 

 

 

Die Schaftbacke ist höhenverstellbar und Schaftkappe mitsamt Hinterschaft  lassen sich durch die Klemmnaben in Länge, Höhe und Neigung sehr individuell einstellen. Die aktuellen Dimensionen habe ich von meiner Savage 10 BA übernommen und nach diesem Vorbild eingestellt, da ich mich an dessen Handhabung bereits gewöhnt habe.

 

 

 

Auf die um 30 MOA vorgeneigte Picatinny-Schiene habe ich bereits das neue Tac Vector Optics Taurus 5-30×56 FFP mit beleuchtetem Absehen montiert. Ich erhoffe mir von dem Glas eine Reichweitensteigerung gegenüber dem Everest 3-18×50 vom gleichen Hersteller. Wer sich für die Produkte von Tac Vector Optics interessiert, erreicht mit diesem Link die Homepage des Importeurs.

 

M63 LRS_46

 

Ab Mitte Juni 2017 rechne ich mit dem Eintreffen des Systems, das wegen einer Nacharbeit am Kammerstengel aktuell beim Beschussamt ist. Anschließend erfolgt dann die Endmontage und eine ca. 4-wöchige Laborierungsphase. Die bisherige Erprobung von Ladungen verlief zwar erfolgreich, aber ich will die Patrone diesmal auf maximale Reichweite trimmen. Sofern nichts dazwischen kommt, ist dann Mitte Juli wieder der Besuch eines Truppenübungsplatzes angesagt. Dort wird sich dann zeigen, ob das Projekt die Mühe wert war…

Zum Vergleich nochmal ein Bild des neuen Schafts mit der Savage 10 BA. Der Schaft selbst ist schon fast so lang, wie die gesamte Savage.

 

M63 LRS_47

 

Hier geht es zum sechsten und letzten Teil der Serie…

 

Eigenbau Pulvertrichter für 6,5×55 Schwedenmauser

Pulvertrichter 6,5x55 Schwede

 

Rund um das Projekt Schwedenmauser – dessen System wegen Nacharbeit des Kammerstengels aktuell auf dem Weg zum Beschussamt ist – gibt es natürlich auch allerhand Dinge, die nun auf das neue Kaliber angepasst werden müssen.

So auch der neue Pulvertrichter, der sich aus den bisherigen Versionen für .308 Win. und .223 Rem. leicht durch Anpassen einiger kaliberrelevanten Maße ableiten ließ:

Trichter6,5x55

Wiederladen: Tipps und Tricks

Im Rahmen meines neuen Projekts „Schwedenmauser“ will ich natürlich auch für dieses Kaliber meine Munition selbst laden und so habe ich die langen Wartezeiten dazu genutzt, mir ein paar Gedanken zur Erweiterung meiner Wiederladestationen zu machen. Dabei habe ich den Fokus nicht unbedingt nur auf das neue Kaliber gesetzt, sondern habe mir beispielsweise auch ein paar Gedanken zu den Dingen gemacht, die mich an der einen oder anderen Ladepresse immer schon gestört haben.

 

Dillon XL 650

Ich mag diese Presse sehr, weil sie für Wiederlader mit normalem bis hohem Munitionsverbrauch ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis darstellt und die Technik ausgereift ist. Das Wiederladen betreibe ich jetzt schon knapp 3 Jahre und das vorsorglich gekaufte Ersatzteilkit ist immer noch originalverpackt. In Sachen Robustheit hat Dillon im Vergleich zu Lee für mich z.B. die Nase vorn – dafür sind die Produkte von Lee meist für weniger Geld zu haben. Die Presse von Dillon ist ab Werk schon absolut brauchbar und neben dem vielen – für mich teilweise unsinnigen – Zubehör kann ich lediglich noch den abgewinkelten Griff für diese Ladepresse empfehlen – dieser bringt wirklich nochmals eine Steigerung des Komforts. Wer sich diesen selbst bauen möchte und Zugang zu den entsprechenden Gerätschaften hat, findet hier eine Anleitung dazu.

Kommen wir zu den Nachteilen der Presse und einer der Beweggründe für diesen Blogbeitrag:

Dillon XL 650_1

 

Ich hab´ keine Ahnung, ob ich der Einzige bin, dem diese Bestandteile von alten Zündhütchen andauernd aus der Presse fliegen, aber das nervt gewaltig! Eigentlich sollte ja alles schön in den Abfallbehälter abgeführt werden, aber das klappt leider nicht immer. Die Lösung dafür ist aber denkbar einfach:

Ich habe dazu doppelseitiges Klebeband und einen kleinen Streifen Edelstahlfolie benutzt. Letztere habe ich mithilfe eines Bleistifts so gebogen, dass sie die Kontur des Abfallbehälters angenommen hat (ein Streifen Pappe sollte es auch tun). Lediglich den Überstand muss man in der Höhe ausloten und das Thema von umher fliegendem Schrott ist erledigt…

Ein weiteres Manko ist für mich die Einstellschraube am Pulverfüller. Hier hätte ich mir ein Rändelrad oder Ähnliches gewünscht, aber ok, aus technischer und wirtschaftlicher Sicht ist die Sechskantmutter natürlich unschlagbar. Jedenfalls habe ich mir vorgenommen, hierfür einen kleinen Sterngriff oder ein Rändelrad im CAD zu modellieren und diesen/dieses mit einem 3D-Drucker dann zu plotten. Die entsprechende Datei werde ich im Bereich Downloads zur Verfügung stellen, wenn es soweit ist.

 

Lee Breech Lock Challenger

Diese Ladepresse benutze ich lediglich für meine Präzisionsmunition für Langwaffen. Das Kaliber .223 Rem. gehört in diesem Fall nicht dazu, auch wenn ich meine beiden ARs für recht präzise halte. Für diese beiden Munitionsvernichter SRB und das 18″-Upper verwende ich die Dillon XL650. Beim Hülsenhalter des für das neue Kaliber 6,5×55 Schwede gekauften Matrizensatzes 13201 von RCBS musste ich für die Verwendung mit der Lee allerdings dessen Durchgangsbohrung auf D=6,5mm aufbohren. Ansonsten hätte der Teller für die Zündhütchen nicht mehr hindurch gepasst. Achtung, es handelt sich beim Hülsenhalter um höherfesten Stahl, auf einen scharfen Bohrer und ausreichend Kühlung ist zu achten!

 

Lee Breech Lock Challenger 1

 

Weiter geht´s mit dem Pulverfüller von Lee, dem „Perfect Powder Measure“. Ein gutes und vor allem günstiges Produkt, das meist für um die 35 Euro zu haben und für die meisten Wiederlader völlig ausreichend ist. Da ich mir für meinen Schwedenmauser ein neues Pulver zugelegt habe (Lovex S065), das ich auf keinen Fall mit meinem bisherigen (Lovex S060) verwechseln wollte, war ich bereit, mir einen weiteren Pulverfüller zuzulegen. Natürlich wollte ich an die alte Bequemlichkeit anknüpfen und auch hier das Pulver direkt in das Waagschälchen leiten, womit die Platzprobleme dann erst so richtig begonnen haben, von der erneuten Bastelei mal ganz abgesehen. Jedenfalls hat es einige Tage gedauert, bis mir die Idee kam, das aktuell verwendete Pulver ganz einfach am Pulverfüller zu kennzeichnen. Dazu waren lediglich zwei Etiketten und zwei kleine Neodym-Magnete notwendig. Und die Sache ist sicher, solange ich der einzige bin, der den Kram benutzt. Von Vorteil ist hierbei, dass sich der Perfect Powder Measure sehr leicht verschliessen und dann entleeren lässt. Daher denke ich, dass ich mit den wenigen notwendigen Handgriffen einen ganz guten Kompromiss gefunden habe.

 

Lee Breech Lock Challenger 2

 

Allgemein

Für meinen Eigenbau-Powder-Tickler sieht die Sache schon etwas anders aus, der Aufwand einer Leerung wäre hier schon etwas höher. Da ich rund um die Pulverwaage auch nicht so unter Platzmangel litt, wurde kurzerhand noch ein weiterer Powder-Tickler nachgerüstet. Auch hier wurde wieder brav gekennzeichnet und durch die Tatsache, dass lediglich ein einzelner Drehknopf für beide Tickler existiert, kann man auch nicht versehentlich das falsche Pulver zuführen, wenn die Augen auf der Skala der Pulverwaage ruhen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man wenigstens ein einziges Mal zu Beginn der Arbeiten hinschaut und den „Antriebsriemen“ richtig setzt.

 

 

 

Taktischer Schaft für Schwedenmauser, Teil 4

M63 LRS_37

 

Endlich hat das Warten ein Ende und alle Teile sind vollzählig eingetroffen! Hier und da mussten noch Kleinigkeiten passend gemacht werden, aber so ist das nunmal bei Prototypen.

Im Vorfeld wurde bereits Munition mit diversen Laborierungen hergestellt, um auch gleich eine Aussage über die Präzision zu erhalten. Ich habe mir für das neue Kaliber 6,5×55 Schwede S065 von Lovex als neues Pulver ausgesucht. Bei der hergestellten Munition habe ich weder im unteren Bereich angefangen zu laden, noch habe ich mich im Bereich der Obergrenze bewegt. Allerdings wurde – entgegen der Ladeempfehlung – das Geschoss rund 1mm tiefer gesetzt.

M63 LRS_38

 

Also alles zusammenpacken, und ab auf den Schiessstand, das Gewehr ging gerade so in den Koffer rein.

 

M63 LRS_39

 

Geschossen wurde auf eine Entfernung von 100m sitzend, vorne durch ein Zweibein und hinten durch einen Sandsack abgestützt. Den bisher besten Streukreis lieferte Munition mit 39 Grain Pulver. Als Haltepunkte wurde stets das naheliegende Schusspflaster gewählt, ich habe darauf verzichtet, die Gruppen auch noch durch Korrekturen am ZF „ins Schwarze“ zu klicken. Die Fabrikmunition von S&B ist dabei am weitesten abgewichen.

  • 38 Grain: 25mm Streukreis und zwei Ausreißer, die zum Schämen sind.
  • 38,5 Grain: 25mm Streukreis mit einem weiteren schlimmen Ausreißer.
  • 39,0 Grain (1): 20mm Streukreis.
  • 39,0 Grain (2): 29mm, bzw. 15mm ohne den Ausreißer.
  • S&B (140 gr, Vollmantel): Streukreis größer 40mm und versehentlich als Topshot-Muni gekennzeichnet.

 

Schussbild Schwedenmauser 1

 

In der zweiten Tageshälfte wurde zusätzlich noch ein 50m-Indoorstand besucht. Geschossen wurde auch hier sitzend aufgelegt mit Zweibein und Sandsack am Hinterschaft. Auch hier ergaben sich wieder die engsten Streukreise bei den stärkeren Ladungen:

 

  • 38 Grain: 14mm Streukreis.
  • 38,5 Grain: 25mm Streukreis, bzw. 7,5mm ohne die beiden Ausreißer.
  • 39,0 Grain (1): 18mm Streukreis. Eine eher schlechte Leistung wenn man bedenkt, dass ich bereits 15mm und 20mm Streukreise auf 100m Entfernung hatte.
  • 39,0 Grain (2): 20mm, bzw. 10mm ohne den Ausreißer – hier hat mir mal ein Schützenkollegen (auf dem Bild im Anschlag) gezeigt, wie man richtig schießt.

 

Schussbild Schwedenmauser 2M63 LRS_40

 

Aktuell ist das Gewehr auch schon wieder zerlegt, um die noch blanken Alu- und Stahlteile zu eloxieren und brünieren. Einen kurzen Abschlussbericht mit dem komplett fertigen Gewehr und der endgültig gewählten Laborierung wird es also noch geben.

 

Hier geht es zum fünften Teil der Serie…