IWA 2019 -Laugo Arms Alien

Eine halbautomatische Großkaliber-Pistole, die nicht dem Muster eines im Schlitten verriegelten und über eine Steuerkulisse abkippenden und damit entriegelndem Lauf folgt ist immer eine Besonderheit.

Dabei bildet die von uns auf der IWA in Augenschein genommene Laugo Arms Alien keine Ausnahme. Diese Ausnahme ist aber nicht nur in dem nicht typischen System begründet sondern auch der sonstigen Aufmachung und Gestaltung der Pistole.

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Schon die äußere Erscheinung im Profil vermittelt den Eindruck, dass es sich hier eindeutig um eine Sportpistole handelt: Magazintrichter, Sportvisierung, agressive Schlitteneinfräsungen (slide serrations für den amerikanisch geprägten Leser).
Zudem fallen auf: sehr hoher beavertail und undercut zwischen Abzugsbügel und Griffstück für eine sehr „hohe“ Hand am Griff, scheinbar 2-teiliger Schlitten und extrem niedrige Laufachse, unterhalb der sichtbaren Unterkante des Schlittens.

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Mit dem Schlitten in der mittels Schlittenfang arretierten, offenen Stellung werden die ungewöhnliche Form des Schlitten und die Laufposition noch deutlicher.

Laugo Arms 03

Die Ansicht von Schräg vorne zeigt: Der Lauf sitzt bei der Laugo Arms Alien in der Position, in der normale Pistolen die Rückholfeder mit entsprechender Führungsstange habe. Zudem ist die Visierung nicht auf den Schlitten montiert sondern sitzt auf einer Schiene, welche wiederum in einer Nut auf der Oberseite des Schlittens sitzt. Dabei ist die Schiene fest mit dem Rahmen verbunden, der Schlitten bewegt sich quasi unter ihr hindurch.

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Der Lauf hat einen ordentlichen Durchmesser und macht den Eindruck TiN (Titannitrid) beschichtet zu sein. Gleichzeitig ist er feststehend, da sich das System der Alien vom typischen System des mit dem Schlitten kurzzeitig zurück laufenden Laufes unterscheidet.

Bei einem Blick in das geöffnete Patronenauswurffenster zeigt sich ein weiteres interessantes Detail.

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Rot markiert ist hier der Hammer zu sehen, der oben in die Visierschiene eingebaut ist und sich aus der gezeigten waagrechten, gespannten Position nach unten in eine senkrechte Position bewegt und dabei auf den Schlagbolzen wirkt.

Visierschiene ausgebaut und umgedreht, Hammer gespannt:

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Hammer entspannt:

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Dem Hammer vorgelagert ist das sear, weches mittels eines aus dem Griffstück nach oben gerichteten, gegen das sear drückenden Stift ausgelöst wird. Der Abzug bzw. das Abziehen des Abzug ist für eine Sportpistole gut bis sehr gut, trotz der ungewöhnlichen Konstruktion.

Das nachfolgende Bild zeigt Schlitten und Visierschiene vom Rest der Waffe demontiert. Im Schlitten sind Auswurffenster, Ausschnitt für die Visierschiene, Hammer und Verschlussmechanik zu sehen. Die vordere (rechts im Bild) Brücke / Verbindung zwischen den beiden Seiten des Schlittens stellt die Schnittstelle zwischen Schlitten und Verschlussmechanik dar. Die mittlere Brücke / Verbindung beinhaltet bolt face (deutsche Entsprechung?), den Schlagbolzen und spannt im Zurücklaufen den Hammer. Die hintere Brücke / Verbindung dient scheinbar nur der Stabilität des Schlittens.

Hinter dem TiN beschichteten Lauf- / Patronenlager Block ist der Magazinschacht zu sehen, oberhalb der Stift zur Auslösung des Hammers und hinten am Ende des Schachts der Auswerfer.

Auf dem Patronenlager Block, hinter dem Auswerfer und über der Laufmündung ist jeweils ein „Haken“ zu erkennen, in den die Visierschiene einhakt. Zusätzllich wird sie dann mit einem Querbolzen in den „Haken“ fixiert. Bei geschlossenem Verschluss wird der Querbolzen durch diesen verdeckt.

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Kommen wir zum Abschluss des Beitrags zum spannendsten Teil der Pistole, dem Verschlusssystem. Zu sehen sind die Rückholfeder des Verschluss/Schlittens (rot) und der Gaskolben (blau).

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Der Gaskolben sitzt in einer Bohrung oberhalb des Laufes im Patronenlager Block, parallel zur Bohrung / Ausfräsung für die Federführungsstange und die Rückholfeder.

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Damit kopiert die Laugo Arms Alien den Gasdruck-verzögerten Masseverschluss der Heckler und Koch P7, legt ihn auf die Oberseite des Laufes und ordnet Feder und Gaskolben horizontal an. Bei der H&K P7 sind beide vertikal zueinander angeordnet, die Feder umschließt den auch hier feststehenden Lauf, der Gaskolben sitzt unter dem Lauf.

Das Prinzip des Gasdruck-verzögerten Masseverschlusses nutzt Gasdruck aus dem Lauf, welcher mittels einer Bohrung direkt hinter dem Patronenlager in einen Gaszylinder geleitet und auf den Gaskolben drückt. Damit arbeitet der Gasdruck auf den Kolben entgegen dem Gasdruck auf den Hülsenboden der abgefeuerten Patrone und verhindert so, gemeinsam mit der Massenträgheit des Schlittens, eine vorzeitige Öffnung des Verschlusses bevor das Geschoss den Lauf verlassen hat.

nachfolgende Grafik zeigt das Wirkprinzip des Verschlusssystems:

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gemeinfrei via Wikipedia

Ob die Laugo Arms Alien Pistole die gleichen Druckentlastungsrillen hat wie die H&K P7 oder auch die Rollenverschluss-Waffen des gleichen Herstellers hab ich leider nicht erfragt. Nachfolgendes Foto des Patronenlagers lässt zwar einen leichten Schatten längs des Lagers erkennen, das könnte aber auch eine Verschmutzung sein und sieht für mich nicht nach solchen Rillen aus.

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Insgesamt überzeugen Konzept, Handhabung und Qualität des Produkts, der Preis von 3.500€ für die nackte Kanone und 5.000€ für ein „package“ mit Picatinny Schiene als Austausch-Visierschiene und weiteres Zubehör sind schon knackig. Kaliber aktuell nur 9x19mm.

Probeschießen würde ich Sie trotzdem mal 😉

 

Rettet den Schweden! Teil 6: Lokalisierung des Problems

Nach dem tollen Schussbild mit einem Sightron ZF, statt des normalerweise auf dem Schweden zum Einsatz kommenden TacVector, dokumentiert in Teil 5 der Serie, ist das ZF mit Sicherheit ein großer Teil des vorhandenen Streukreis-Problems.

Das ZF bekommt allerdings eine letzte Chance, die Montage wird nochmals stärker angezogen und die Muttern der Ringe mit einer 3D-gedruckten Verdrehsicherung arretiert.

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Das Ergebnis ist dennoch ernüchternd. von einer anfänglichen „kann man auf den Schützen schieben!“-Gruppe entwickelt es sich zu den bekannten Streukreisen aus den vorherigen Teilen fort. (Gruppe 3 ist nicht fotografisch dokumentiert, sie lag außerhalb des Spiegels)

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Gruppe 1
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Gruppe 2
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Gruppe 4, mit Markierung der Schüsse 1 bis 5

Zwischenzeitlich wurde ein Magnetospeed Sporter angeschafft, um die v0 der Geschosse mit den Ergebnissen der Quickload Rechnung vergleichen und die v0 an sich auswerten zu können. Hier zeigt sich ein weiteres potentielles Problem. Die v0 der einzelnen 5er Gruppen als auch die der gesamten Stichprobe von n=20 Schuss ist nicht zufriedenstellend.

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Um den Schwedenmauser endlich auf die mit dem geliehenen Sightron ZF erreichte Präzision zu bringen werden in den nächsten Beiträgen mehrere Faktoren getestet und bewertet. Der Schlachtplan beinhaltet:

  1. Austausch ZF inkl. Montage gegen ein anderes TacVector Modell
  2. Austausch der genutzten mechanischen Waage gegen eine elektronische Waage
  3. Austausch der Lee collet Hülsenhalskalibriermatrize gegen eine Redding Vollkalibriermatrize mit Bushing

Rettet den Schweden! Teil 5 – Bettung Nr. 3+

Mit dem Ergebnis aus Teil 4 der Serie sind zwei Dinge klar:

  1. Die Bettung ist immer noch mittelmäßig, die Schwergängigkeit des Verschlusses eine Zumutung (auch wenn ein Teil davon ganz klar dem Abzug zuzuordnen ist)
  2. Das Pulver spielt eine größere Rolle als gedacht, auch wenn sich dieser Verdacht nach den Ergebnisses des Kollegen schon früher hätte aufdrängen sollen.

Für Punkt 1 wird für den nächsten Ausflug auf die Schießbahn eine Misch-Ansatz gewählt: hintere Systemschraube nur locker mit der 10er Nuss und den Fingern anziehen, vordere Systemschraube mit den 7 Nm anziehen und den barrel block einsetzen. Das Ergebnis ist ein Verschluss der sich im eingebauten Zustand des Systems beinahe genau so gut schließen lässt wie im  ausgebauten Zustand ohne jegliche äußere Krafteinwirkung. Dafür tritt jetzt in der Wahrnehmung der Abzug noch stärker nach vorne. Überfahren des Sear (amerikanischer Timney Abzug für den 96er, da heißt das so ;)) aus der geschlossenen in die offene Stellung ist ein Kraftakt, der Kraftaufwand für das Spannen der Feder ist auch nicht zu verachten. Hier wird noch etwas überarbeitet werden müssen.

Da nicht klar ist, ob der Schwedenmauser jemals vernünftig schießt, wird eine Tikka T3x Varmint als potentieller Nachfolger im Kaliber 6,5×55 auserkoren. Da diese lediglich über einen 600 mm langen Lauf verfügt, wird über Quickload ein Pulver ausgewählt, dass auch aus dieser Lauflänge 830+ m/s für die 140 gr Hornady BTHP Geschosse in .264″ liefert. Die Wahl fällt auf Vihtavuori N550.

Für den folgenden Ausflug zur Schießbahn werden einige Schuss mit der bekannten Lovex S065 Ladung geladen sowie weitere mit N550, gleiche Pulvermenge und Patronenlänge. Dazu kommen noch einige Schuss 6,5×55 mit N160 vom Kollegen.

Die ersten Ergebnisse sind wieder mal enttäuschend bis grauenhaft. Alle gezeigten Gruppen wurden so vermessen, dass die 2 am weitesten entfernten Löcher abzüglich Kaliber angegeben sind. Angabe ist nicht der Durchmesser des Kreises über alle Einschusslöcher!

Gruppe mit S065, nicht der Rede wert:

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Gruppen N160, durchwachsen:

Gruppen N550, auch nicht besser:

Da die geschossenen N160 und N550 Laborierung im Schwedenmauser des Kollegen gute Ergebnisse liefern, wird kurzerhand das einzige, was die beiden Gewehre jetzt noch wesentlich unterscheidet auf meinen Schwedenmauser montiert: Der Schwedenmauser des Kollegen verfügt über ein Sightron ZF statt des TacVector ZF und durch die Montage auf dem Schaft mittels der Picatinny-Brücke, ist der Umbau auf meinen Schweden-Schaft eine Sache weniger Minuten.

Gruppe N550 aus Patient Schwedenmauser mit „implantiertem“ Austausch ZF:

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Die letzten 6 Schuss der Laborierung mit dem neuen Pulver N550 liefern ein wahnsinnig gutes Schussbild. Bei der Scheibenbeobachtung auf 100 m wird vor dem Einholen davon ausgegangen, das nur 2 Löcher vorhanden sind und der Rest sich wieder sonst wo verteilt hat.

Diese Gruppe mit 6 Schuss lässt doch sehr hoffen und so geht es nun, mit neuen Patronen mit gleicher Laborierung, demnächst wieder auf den Schießstand um zu prüfen, ob das Zielfernrohr jetzt noch der wesentliche Teil des Problems ist.

Tikka T3x Tac A1 – Kurzbericht

Während der weiteren Erprobung meines Schwedenmausers auf einer Distanz von 300m bot sich mir die Gelegenheit, die Tikka T3x Tac A1 mit 20“-Lauf im Kaliber 6,5mm Creedmore zu schießen. Ausgerüstet war es mit dem neuen Zielfernrohr Kahles 525i. Ein Schützenkollege hat es mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt und hier sind meine kurzen Eindrücke:

Tikka T3x Tac A1_02

 

Für einen Kaufpreis von 2300 Euro hat die T3x Tac A1 natürlich alle Annehmlichkeiten, die ein modernes Präzisionsgewehr heutzutage hat. Dazu gehören höhen- und längenverstellbare Schaftkappe (letzteres durch zwei mitgelieferte „Spacer“, siehe Bild), eine höhenverstellbare Schaftbacke, einen Klappschaft und natürlich einen Vorderschaft, an dem mittels M-Lok-System allerhand Zubehör montiert werden kann. Eine Mündungsbremse darf natürlich auch nicht fehlen, die ist übrigens recht wirksam!

Tikka T3x Tac A1_03      Kahles 525i_01

 

 

 

Tikka T3x Tac A1_04

 

Was mir bei dem Gewehr besonders positiv aufgefallen ist, ist der tolle Abzug, den die Tikka bereits ab Werk besitzt. Der Druckpunkt wurde nach nur geringem Weg erreicht und konnte leicht überwunden werden. Ein sehr gutes Abzugsgefühl, daran gab es nichts auszusetzen. Vielleicht wurde anhand der Bilder bereits bemerkt, dass das Gewehr in einer Konfiguration für Linksschützen bestellt wurde. Mich freut es immer, wenn ein Hersteller auch solche Varianten im Angebot hat! Als Rechtsschütze habe ich den Kammerstengel dann auch mit der linken Hand bedienen müssen und hier ist mir erst mal aufgefallen, wie leichtgängig und gut geführt der Verschluss zu bedienen ist – saubere Arbeit, Tikka! Im Übrigen benötigt man kaum Kraft, um die leeren Hülsen richtig weit auszuwerfen – für Wiederlader ist hier Fingerspitzengefühl angesagt…

Die Präzision war auf 100m einfach hervorragend. Hier zwei 5-Schuss-Gruppen, die vom Besitzer sitzend aufgelegt mit Zweibein und Sandsack geschossen wurden. Verwendet wurde dazu übrigens Hornady-Fabrikmunition vom Typ „ELD Match“ mit einem Geschossgewicht von 140gr.

 

 

Mein Ergebnis auf 100m sah ähnlich aus, davon habe ich aber leider kein Bild zur Verfügung.

Weitere Ergebnisse auf eine Entfernung von 300m liegend aufgelegt mit Zweibein und Sandsack. Die „10“ besitzt einen Durchmesser von 100m, die Mouche einen von 50mm.

Vom Besitzer (es wurde absichtlich tiefer angehalten):

Tikka T3x Tac A1_05

 

Von meiner Wenigkeit (Haltepunkt Mitte-Mitte):

Tikka T3x Tac A1_06

 

 

 

 

 

 

 

Das hervorragende und mit 2700 Euro leider auch recht teure Zielfernrohr 525i von Kahles leistet sicherlich einen wesentlichen Beitrag zu den tollen Schussgruppen. An dem ZF hat mich besonders das filigrane und auch vielseitige Absehen beeindruckt, es bietet dem Schützen eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Waffe durch die zahlreichen Anhaltspunkte optimal auszurichten. Montiert war es auf einer Blockmontage von Era-Tac mit -20 MOA Vorneigung.

Kahles 525i_02

Kahles 525i_03

Wer mehr über die Tikka T3x Tac A1 lesen möchte, dem empfehle ich diesen verlinkten Artikel von all4shooters.de.

Tikka T3x Tac A1_01

 

 

Rettet den Schweden! Teil 4 – Bettung Nr. 2 ist tot. Es lebe Bettung Nr. 3!

Nachdem in Teil 3 der Schwedenmauser zum zweiten Mal mit Epoxydharz gebettet wurde, zeigt sich auf dem Schießstand, dass das System nach Entfernung des barrel blocks immer noch schief im Schaft sitzt. Scheinbar kam es zu einer Verspannung des Laufes, die vorher nicht festgestellt wurde und auch nicht korrigierbar ist, ohne wieder neu zu betten. Zwar wurde schon im letzten Teil vom letzten Rettungsversuch geschrieben, hier folgt dennoch der Allerletzte.

Also wurde unverrichteter Dinge wieder abgefahren vom Schießstand und direkt an der Fräsmaschine das Harz wieder ausgefräst.

Für Bettung Nummer 3 wird ein neuer Ansatz gewählt:

  1. Das barrel block Unterteil wird nicht nah am System, sondern so weit vorne im Vorderschaft wie möglich eingesetzt und der Lauf entsprechend dort eingelegt.
  2. Es wird nicht mehr vollflächig gebettet sondern nur noch an den Systemschrauben.
    Das dafür mit mehr Epoxydharz als bisher.
  3. Vordere und hintere Systemschraube werden in 2 Schritten mit 24h Abstand gebettet. Beginnend mit der vorderen Schraube, wird der Lauf mit barrel block und hinterer Systemschraube (eingesetzt und handwarm angezogen) ausgerichtet. Im zweiten Schritt wird dann der hintere Abschnitt gebettet, während barrel block eingesetzt ist und die vordere Systemschraube ordentlich angezogen ist.

Das Bild zeigt Schwedenmauser im Schaft bei der Bettung der vorderen Systemschraube. Der barrel block sitzt am vorderen Ende des Schafts, die hintere Systemschraube ist eingeschraubt.

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Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

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Zumindest im relevanten Bereich. Der Rest des Schaftes ist durch wiederholtes Betten und Ausfräsen ziemlich verschandelt.

Schlussendlich folgt die Bettung der hinteren Systemschraube, hier noch im nassen Zustand kurz nach dem Einsetzen.

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Die Bettung härtet aus, wird gesäubert und dann das System eingesetzt. Passt saugend und gut rein, so weit so gut. Beim Anziehen der Systemschrauben zeigt sich aber wieder das alte Problem: der Verschluss geht nicht ohne Kraftaufwand (bzw. mit wesentlich mehr Kraftaufwand im Vergleich zu außerhalb des Schaftes) zu. Damit ist auf den ersten Blick erst mal nichts gewonnen und die Motivation entsprechend niedrig.

Für das Probeschießen wird noch ein bisschen getüftelt und folgender Ansatz gewählt: die durch den Griff / Abzugsbügel überdeckte, hintere Systemschraube wird mit gut 7 Nm angezogen, die Vordere mit 3 Nm. Der Kraftaufwand für das Schließen des Systems hält sich dadurch in akzeptablen Grenzen. Bei Bedarf kann die zugängliche, vordere Schraube noch angezogen / gelockert werden. Der barrel block wird nicht eingesetzt.

Die Ergebnisse auf dem Schießstand zeigen eine klare Verbesserung zu vorher, allerdings sind die Gruppen immer noch zu groß. Da auch ich Lovex S065 in der 6,5×55 verwende, über diese Kombination wurde im Blog ja schon ausführlich berichtet, wird kurzerhand die neue Laborierung des Kollegen mit Vihtavuori Pulver ausprobiert. Es zeigt sich auch dadurch keine solche Verbesserung, die zufriedenstellt.

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