Schaftverlängerung für H&K G3 (Holzschaft)

Nach der Konstruktion einer Schaftverlängerung für das G3 von Heckler & Koch mit Kunststoffschaft, habe ich nun endlich auch eine Variante für den Holzschaft des G3 entwickelt.

Da die Schaftkappe beim Holzschaft lediglich mit zwei Senkschrauben M5 befestigt wird, ist hier auch kein aufwändiger Umbau von Befestigungsklammern mehr notwendig. Alles in allem ist die Konstruktion dieser Schaftverlängerung dadurch denkbar einfach ausgefallen, lediglich die beiden kleinen Stege auf der Rückseite der Verlängerung wären noch erwähnenswert: Sie gewährleisten eine Vor-Zentrierung der originalen Schaftkappe auf der Verlängerung. Die originale Schaftkappe wird ergo natürlich wiederverwendet und einfach auf die Verlängerung aufgesetzt. Verschraubt wird das Ganze letztendlich mit längeren Senkkopfschrauben M5, die der Optik halber ebenfalls brüniert sein sollten.

Die Schaftverlängerung für den Holzschaft des G3 ist in den Abmessungen 15, 20 und 25mm verfügbar.

Nachfolgend ein gut erhaltener Schaft mit einer Schaftverlängerung von 20mm:

Und ein Schaft mit 20mm Verlängerung, dem man die Gebrauchsspuren bereits ansieht:

Burris FASTFIRE 3 – Adapter für co-witness AR-15 Montage

Mein Burris FASTFIRE 3 sitzt nicht nur auf meiner CZ75, sondern auch auf meinem MR223, da ich, vorerst, zu geizig bin, mir ein zweites Rotpunkt zuzulegen.

Damit das FASTFIRE3 auf M1913 Montage-Schienen (a.k.a. Picatinny) montiert werden kann, liefert Burris freundlicherweise einen entsprechenden Picatinny-Adapter inklusive Montageschrauben mit. Allerdings sitzt das FASTFIRE3 damit mehr oder weniger direkt auf der Montageschiene. Als zusätzliches Zubehör gibt es eine sogenannte co-witness Montage für AR-Typ / -Höhe Kimme und Korn. Mit dem Adapter sitzt der Rotpunkt auf der gleichen Höhe wie Kimme und Korn und kann parallel verwendet werden.

Da der Adapter allerdings noch einmal ca. die Hälfte des Rotpunktvisiers kostet und prinzipiell nur ein Höhen-Adapter zwischen FASTFIRE3 und Picatinny-Montage montiert werden muss, versuche ich mich genau daran. In Sketchup entsteht ein Modell für den Höhen-Adapter mit passenden Bohrungen für die Montageschrauben und Pins bzw. passenden Sacklöchern für die Positionierung des FASTFIRE3 auf dem Picatinny-Adapter.

Der mitgelieferte Adapter kommt, als amerikanisches Produkt, mit nicht-metrischen Schrauben. M3 lassen sich zwar einschrauben, bei festerem Anziehen rutschen die Gewinde jedoch durch.

Da durch das FASTFIRE3 keine M4 Schrauben durch passen, muss in den Picatinny-Adapter ein Gewindeeinsatz eingebracht werden. Dazu werden die Gewindelöcher auf 5mm aufgebohrt, ein Konus von der Unterseite eingebracht und ein passender Gewindeeinsatz aus Edelstahl mit M3 Innengewinde hergestellt.

Alle Bauteile für die Montage des FASTFIRE3 auf einem AR in co-wittness Höhe:

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Und die Ansicht von der Unterseite, zusammengesetzt. Die Schrauben sind bündig eingekürzt, da sie direkt auf der Picatinny Schiene aufliegen. Die Gewindeeinsätze sind seitlich abgefeilt, da sie sonst mit der Klemmschraube des Picatinny Adapters kollidieren.

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Das Burris FASTFIRE3 mit Adapter montiert auf einem HK MR223, mit und ohne Schutzhaube.

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Zu guter Letzt noch ein Blick durch Kimme und Korn mit dem Rotpunkt.

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Burris FASTFIRE 3 – Rotpunkt für Pistole und Gewehr

In meinem ersten Artikel auf diesem Blog, habe ich eine günstige, chinesische Hommage an ein hierzulande exorbitant teures, amerikanisches Produkt auf meine CZ75 montiert. Dazu habe ich die mitgelieferte Montage modifiziert und einen Schwalbenschwanz-Adapter für die Schwalbenschwanzfräsung der Kimme angefertigt. Wie zu erwarten, war die Kopie nicht für die Erschütterungen der direkten Schlittenmontage geeignet. Der Rotpunkt hat sich nach 2 Schuss ins Nirvana verabschiedet. Da die Pistole danach die meiste Zeit im Schrank lag, gab es keinen Grund das Rotpunkt gegen ein funktionales zu Tauschen. Wenn geschossen wurde, dann mit dem 6″ Wechselsystem mit Kimme & Korn.

Auf meinem MR223 schieße ich von Beginn an ein Tac-Vector 1-6×24, welches in Ordnung aber nicht weltbewegend ist. Seit längerer Zeit denke ich darüber nach, dieses durch ein 1x vergrößerndes Rotpunktvisier zu ersetzen.

Für den bevorstehenden Besuch auf der IWA 2019 hatte ich mir vorgenommen, Rotpunktvisiere in Augenschein zu nehmen und eine fundierte Kaufentscheidung zu treffen. Angesehen habe ich mir:

  1. Ampoint: Comp M5, M4, M3
  2. Holosun: diverse Modelle
  3. docter / noblex: docter sight 2+, 3
  4. Burris: FASTFIRE 2, 3
  5. Meopta: Meosight 3

Alle diese Rotpunktvisiere waren, von zuvor Durchschauenden,  nach meiner Meinung viel zu hell eingestellt. Der Punkt franste auch bei den teuersten Modellen (Aimpoint Comp M5/ M4) immer extrem aus. Nach einer Nachjustierung, war dies meist in Ordnung. Dennoch fand ich die meisten Punkte immer noch zu „fransig“ und waren mir persönlich die 800-900€ für bspw. ein Aimpoint Comp M5 nicht wert.

Das Rotpunktvisier, dass mir persönlich aus der Auswahl am besten gefallen hat, war das Burris FASTFIRE 3. Der Punkt war sehr klar, bei passend vorausgewählter Leuchtstufe, und die nachgeschaltete, automatische Helligkeitsanpassung hat hervorragend nachgeregelt. Für ca. 300€ ist es auch etwas erträglicher in der Anschaffung.

Natürlich ist ein Burris FASTFIRE 3, als primär für den sportlichen Einsatz auf Faustfeuerwaffen gedachtes Rotpunktvisier, nur bedingt mit den für militärischen Einsatz auf Langwaffen konzipierten Aimpoints etc. zu vergleichen. Da meine Anwendung aber die sportliche ist und das Rotpunktvisier auf Pistole und Gewehr zum Einsatz kommen soll, denke ich hier eine passende Wahl getroffen zu haben. Mehr zum Burris FASTFIRE 3 an sich, der Montage auf dem MR223 und schließlich auch auf der CZ75 in den kommenden Beiträgen.

 

IWA 2019 -Laugo Arms Alien

Eine halbautomatische Großkaliber-Pistole, die nicht dem Muster eines im Schlitten verriegelten und über eine Steuerkulisse abkippenden und damit entriegelndem Lauf folgt ist immer eine Besonderheit.

Dabei bildet die von uns auf der IWA in Augenschein genommene Laugo Arms Alien keine Ausnahme. Diese Ausnahme ist aber nicht nur in dem nicht typischen System begründet sondern auch der sonstigen Aufmachung und Gestaltung der Pistole.

Laugo Arms 01

Schon die äußere Erscheinung im Profil vermittelt den Eindruck, dass es sich hier eindeutig um eine Sportpistole handelt: Magazintrichter, Sportvisierung, agressive Schlitteneinfräsungen (slide serrations für den amerikanisch geprägten Leser).
Zudem fallen auf: sehr hoher beavertail und undercut zwischen Abzugsbügel und Griffstück für eine sehr „hohe“ Hand am Griff, scheinbar 2-teiliger Schlitten und extrem niedrige Laufachse, unterhalb der sichtbaren Unterkante des Schlittens.

Laugo Arms 02

Mit dem Schlitten in der mittels Schlittenfang arretierten, offenen Stellung werden die ungewöhnliche Form des Schlitten und die Laufposition noch deutlicher.

Laugo Arms 03

Die Ansicht von Schräg vorne zeigt: Der Lauf sitzt bei der Laugo Arms Alien in der Position, in der normale Pistolen die Rückholfeder mit entsprechender Führungsstange habe. Zudem ist die Visierung nicht auf den Schlitten montiert sondern sitzt auf einer Schiene, welche wiederum in einer Nut auf der Oberseite des Schlittens sitzt. Dabei ist die Schiene fest mit dem Rahmen verbunden, der Schlitten bewegt sich quasi unter ihr hindurch.

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Der Lauf hat einen ordentlichen Durchmesser und macht den Eindruck TiN (Titannitrid) beschichtet zu sein. Gleichzeitig ist er feststehend, da sich das System der Alien vom typischen System des mit dem Schlitten kurzzeitig zurück laufenden Laufes unterscheidet.

Bei einem Blick in das geöffnete Patronenauswurffenster zeigt sich ein weiteres interessantes Detail.

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Rot markiert ist hier der Hammer zu sehen, der oben in die Visierschiene eingebaut ist und sich aus der gezeigten waagrechten, gespannten Position nach unten in eine senkrechte Position bewegt und dabei auf den Schlagbolzen wirkt.

Visierschiene ausgebaut und umgedreht, Hammer gespannt:

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Hammer entspannt:

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Dem Hammer vorgelagert ist das sear, weches mittels eines aus dem Griffstück nach oben gerichteten, gegen das sear drückenden Stift ausgelöst wird. Der Abzug bzw. das Abziehen des Abzug ist für eine Sportpistole gut bis sehr gut, trotz der ungewöhnlichen Konstruktion.

Das nachfolgende Bild zeigt Schlitten und Visierschiene vom Rest der Waffe demontiert. Im Schlitten sind Auswurffenster, Ausschnitt für die Visierschiene, Hammer und Verschlussmechanik zu sehen. Die vordere (rechts im Bild) Brücke / Verbindung zwischen den beiden Seiten des Schlittens stellt die Schnittstelle zwischen Schlitten und Verschlussmechanik dar. Die mittlere Brücke / Verbindung beinhaltet bolt face (deutsche Entsprechung?), den Schlagbolzen und spannt im Zurücklaufen den Hammer. Die hintere Brücke / Verbindung dient scheinbar nur der Stabilität des Schlittens.

Hinter dem TiN beschichteten Lauf- / Patronenlager Block ist der Magazinschacht zu sehen, oberhalb der Stift zur Auslösung des Hammers und hinten am Ende des Schachts der Auswerfer.

Auf dem Patronenlager Block, hinter dem Auswerfer und über der Laufmündung ist jeweils ein „Haken“ zu erkennen, in den die Visierschiene einhakt. Zusätzllich wird sie dann mit einem Querbolzen in den „Haken“ fixiert. Bei geschlossenem Verschluss wird der Querbolzen durch diesen verdeckt.

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Kommen wir zum Abschluss des Beitrags zum spannendsten Teil der Pistole, dem Verschlusssystem. Zu sehen sind die Rückholfeder des Verschluss/Schlittens (rot) und der Gaskolben (blau).

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Der Gaskolben sitzt in einer Bohrung oberhalb des Laufes im Patronenlager Block, parallel zur Bohrung / Ausfräsung für die Federführungsstange und die Rückholfeder.

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Damit kopiert die Laugo Arms Alien den Gasdruck-verzögerten Masseverschluss der Heckler und Koch P7, legt ihn auf die Oberseite des Laufes und ordnet Feder und Gaskolben horizontal an. Bei der H&K P7 sind beide vertikal zueinander angeordnet, die Feder umschließt den auch hier feststehenden Lauf, der Gaskolben sitzt unter dem Lauf.

Das Prinzip des Gasdruck-verzögerten Masseverschlusses nutzt Gasdruck aus dem Lauf, welcher mittels einer Bohrung direkt hinter dem Patronenlager in einen Gaszylinder geleitet und auf den Gaskolben drückt. Damit arbeitet der Gasdruck auf den Kolben entgegen dem Gasdruck auf den Hülsenboden der abgefeuerten Patrone und verhindert so, gemeinsam mit der Massenträgheit des Schlittens, eine vorzeitige Öffnung des Verschlusses bevor das Geschoss den Lauf verlassen hat.

nachfolgende Grafik zeigt das Wirkprinzip des Verschlusssystems:

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gemeinfrei via Wikipedia

Ob die Laugo Arms Alien Pistole die gleichen Druckentlastungsrillen hat wie die H&K P7 oder auch die Rollenverschluss-Waffen des gleichen Herstellers hab ich leider nicht erfragt. Nachfolgendes Foto des Patronenlagers lässt zwar einen leichten Schatten längs des Lagers erkennen, das könnte aber auch eine Verschmutzung sein und sieht für mich nicht nach solchen Rillen aus.

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Insgesamt überzeugen Konzept, Handhabung und Qualität des Produkts, der Preis von 3.500€ für die nackte Kanone und 5.000€ für ein „package“ mit Picatinny Schiene als Austausch-Visierschiene und weiteres Zubehör sind schon knackig. Kaliber aktuell nur 9x19mm.

Probeschießen würde ich Sie trotzdem mal 😉

 

Schaftverlängerung für HK G3

Vor einiger Zeit kam ein Schützenkollege auf mich zu, der nach einer Schaftverlängerung für sein G3 von Heckler & Koch gesucht hat. Gab es diese Schaftverlängerungen früher angeblich noch sehr häufig, sind sie heute scheinbar rar und teuer geworden. Ich kann das zwar mangels G3 nicht wirklich beurteilen, aber ich habe zugesagt, mich darum zu kümmern.

Dieser Bericht ist also für all´ jene, die sich eine solche Schaftverlängerung ebenfalls herstellen wollen und nicht zuletzt auch können.

Was die Lösungsfindung für mich erheblich vereinfacht hat, war die Tatsache, dass ich von besagtem Kollgen eine Menge Ersatzteile erhalten habe, an denen ich Mass nehmen konnte und dass die Teile die Prozedur auch nicht unbedingt unbeschadet überstehen mussten.

Für diejenigen, die kein G3 besitzen, eine kurze Erläuterung: Das G3 lässt sich ohne Werkzeug in seine wesentlichen Baugruppen zerlegen. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Bolzen, die man dafür entnehmen muss und welche man in die im Schaft eingelassenen Hülsen stecken kann, damit sie im Feld nicht verloren gehen (gemeint sind die zwei Löcher im Schaft auf dem linken Bild). Diese Hülsen gehen quer durch den Schaft und die beiden Klammern der Schaftkappe rasten an selbigen ein, sobald man die Schaftkappe aufsetzt. Nach Betrachtung von Schaft und originaler Schaftkappe war klar, dass ich das Gewehr des Kollegen nur dann im originalen Zustand belassen kann, wenn ich mindestens eine Schaftkappe unwiederbringlich bearbeiten darf. Ich wollte also versuchen, die Klammern der Schaftkappe zu entfernen, um sie an der Verlängerung wieder anzubringen.

Dies sind die Arbeitsschritte:

Zunächst wird die Schaftkappe erstmal sauber abgeklebt, weil sie anschließend in den Schraubstock gespannt wird. Die Klammern habe ich dann mit einem Bleistift aufgespreizt und anschließend mit einem 6mm dicken Aluklötzchen am äußersten Rand dauerhaft blockiert (durch die Reflektion auf dem zweiten Bild schwer zu erkennen). Jetzt kann der Niet in der Mitte der Klammer auch ohne Probleme aufgebohrt werden, der Durchmesser des Bohrers muss dafür exakt 4,2mm sein! Der Niet verabschiedet sich bei diesem Bohrerdurchmesser gerade so und falls man den darunter liegenden Nutenstein etwas anbohrt ist das alles andere als tragisch: Beide Nutensteine erhalten später ein Gewinde M5 und der Kernlochdurchmesser dafür ist zufällig 4,2mm. Alle Einzelteile wurden anschließend sorgfältig vermessen, auf dieser Basis wurde dann die eigentliche Verlängerung konstruiert.

Das ist sie geworden:

Verlängerung Schaftkappe HK G3

Sobald das Teil nach Zeichnung angefertigt wurde, kann es schonmal probehalber in den Schaft des G3 eingesetzt werden. Ich habe dabei sehr schnell gemerkt, dass die Schaftöffnung keineswegs gerade Kanten hatte. Etwas Nacharbeit mit einer Feile wird wohl notwendig sein, andernfalls könnte sich ein klitzekleiner Spalt zwischen Schaft und Verlängerung ergeben.

Weiter gehts…

Die Originale Schaftkappe besitzt auf der Innenseite zwei kreisrunde Vertiefungen. Ich kann nur vermuten, dass sie etwas mit dem Fertigungsprozess zu tun haben, aber diese wollte ich mir zu nutze machen, um später die Verlängerung mit der Schaftkappe zu verschrauben. Es lag also nahe, zwei Gewindeeinsätze dort einzubringen. Der erste Versuch mit zwei Einsätzen M6 ging leider schief, die Löcher mit Durchmesser 10mm haben den Einsatz mit Außendurchmesser 10,5mm leider nicht zuverlässig halten können. Das Ausfüllen mit Epoxidharz hat die Sache leider auch nicht verbessert, nach einer Woche war das Harz immer noch weich.

Ein totaler Reinfall – also raus mit dem Zeugs und den nächstgrößeren Gewindeinsatz reingeschnitten. Diesmal M8 mit einem Außendurchmesser von 12mm. Die beiden Löcher in der Schaftkappe sind dazu vorsichtig auf einen Durchmesser von 11mm aufzubohren. Die Kraft zum Eindrehen des Einsatzes sollte dabei nicht unterschätzt werden, anfangs geht es noch leicht! Wer mag, kann die Schaftkappe dazu ja wieder in den Schraubstock einspannen. Auf den nachfolgenden Bilder seht Ihr, dass zum Reinschrauben am Ende ein ordentlicher Knebel notwendig war. Den Einsatz habe ich auf eine Inbus-Schraube M8 aufgesetzt, weil man diesen mit dem entsprechenden Sechskant für die Inbus-Schraube dann sehr gut reindrehen kann. Setzt am besten noch eine Mutter M8 zwischen Schraubenkopf und Gewindeeinsatz, so löst sich der Schraubenkopf perfekt, wenn man zum Rausdrehen der Schraube am Ende ruckartig in die andere Richtung dreht.

Im nächsten Schritt werden die Nutensteine aus der Schaftkappe auf einen Durchmesser von 4,2mm aufgebohrt und anschließend je ein Gewinde M5 hinein geschnitten. Die beiden Klammern werden auf einen Druchmesser von 5,5mm aufgebohrt und das ist gar nicht so einfach! Durch die Wölbung der Klammer hat der normale Bohrer mit seinem Schneidwinkel von 118° leider so gut wie keine Möglichkeit, Material wegzunehmen. Hier hilft es, wenn sehr vorsichtig stufenweise aufgebohrt wird, oder aber ein Zentrierbohrer – wie auf dem Bild zu sehen – verwendet wird. Egal was man macht, der Bohrer wird heiß laufen…

Habt Ihr nun alle Teile beisammen, kann es an den Zusammenbau gehen. Wundert Euch nicht über die eine Innenseite der Verlängerung: Ich habe es tatsächlich fertig gebracht, beide Taschen für die Klammern um 90° gedreht zu konstruieren. Oberpeinlich…

Das Bauteil war glücklicherweise noch zu retten, die Taschen wurden nachträglich nochmal mit korrekter Lage in das Teil gefräst, wodurch sich dann die beiden Kreuze ergaben. Der Rest ist schnell erklärt: Baut alles wie auf den Bildern ersichtlich zusammen. Ihr benötigt dafür noch zwei Schrauben M5x20 (beliebige Ausführung) zur Fixierung der Nutensteine mitsamt Klammern, dazuzwei Unterlegscheiben DIN 125 – A-5,3 und zwei Schrauben DIN 912-M8x25 (ISO 4762-M8x25) um die Schaftverlängerung mit den Gewindeeinsätzen der originalen Schaftkappe zu verbinden. Ich empfehle als Werkstoff für Schrauben und U-Scheiben Edelstahl.

Die verlängerte Schaftkappe kann nun in den Schaft des G3 gesteckt werden. Wer die Innenflächen der Klammern zuvor mit etwas Fett behandelt, wird es später beim Lösen der Verlängerung wohl etwas leichter haben – falls das nochmal notwendig sein sollte.

Und so sieht das Konstrukt fertig montiert am Schaft aus. Bei genauer Betrachtung erkennt man den eingangs erwähnten sehr kleinen Spalt zwischen Schaftende und Verlängerung. Schleift man den dünnen Rand des Schafts gerade ab, verschwindet der Spalt auf jeden Fall. Da der Schaft zu einem G3 der Polizeitruppe gehört, wurde diese Rarität vor dem Eingriff verschont. Mit dem Schaft auf dem Bild zu Beginn des Beitrags konnte ich dafür etwas weniger zimperlich umgehen.

HK G3 Schaftverlängerung 23