AR-15 -Montage auf Dreibein-Stativ

AR-15 Hera Arms Dreibein-Stativ 01

Die Idee, eine Langwaffe auf ein Dreibein-Stativ zu montieren, stammt ursprünglich von Tim. Damals habe ich noch behauptet, dass die Umsetzung schnell zu bewerkstelligen wäre, habe das Projekt dann aber aus den Augen verloren, weil ich keine Notwendigkeit mehr darin gesehen habe. Schließlich schießt eine Langwaffe auch sehr gut von einem Zweibein aus. Ein weiterer Grund die Sache nicht anzugehen, war mein damaliges Dreibein mit einem Wert von unter 20 Euro – das wäre unter der Last einer Langwaffe mit Sicherheit zusammengeklappt! Ein Umdenken ergab sich bei mir erst nach dem Kauf eines massiven Stativs mit zugehörigem Getrieberegler – ab dann fand ich die Idee, auch in anderen Anschlagsarten (auch im Gelände) präzise schießen zu können, doch gleich viel interessanter !

In meinem Fall handelt es sich dabei um das Stativ MT190XPro3 von Manfrotto, sowie den Getrieberegler Junior MA 410 vom gleichen Hersteller mit einer Tragkraft von ca. 5kg (siehe Artikel zum Zeiss Diascope mit Leica CRF 1600-B). Mein AR-15 von Hera Arms liegt noch unterhalb dieses Limits, die Savage 10 BA liegt mit einem Gesamtgewicht von knapp 7,5 kg jedoch schon um einiges darüber. Egal – das muss das Zeug trotzdem abkönnen! Mal abgesehen davon, lässt sich das Stativ von Manfrotto durch die variable Beinstellung auch extrem tief justieren, wodurch ein Schießen im liegenden Anschlag auch wieder möglich sein sollte.

Das Konzept für die Gewehrauflage des AR-15 von Hera Arms stand eigentlich schon, bis mir kurz vor Anfertigung der Teile noch eine wesentliche Vereinfachung der Konstruktion eingefallen ist, mit der man mit nur einem einzigen Kaufteil und dessen Nacharbeit zum Ziel kommt. Ausschlaggebend war die Tatsache, dass mein Handguard ja eigentlich eine Quadrail aufweist und ich anstelle einer Befestigung auf der 3- und 9-Uhr-Schiene ganz einfach die 6-Uhr-Schiene benutzen kann. Doch die Arbeit war nicht umsonst, das alte Konzept wende ich dann einfach bei meiner Savage 10 BA an. Wer keine 6-Uhr-Schiene besitzen sollte, muss also auf den Folgebeitrag warten und dann ggf. Anpassungen vornehmen. Sollten auch keine Schienen auf 3- und 9-Uhr vorhanden sein, dann wird´s vielleicht mal Zeit für einen neuen Schaft…

 

Der Nachbau:

Erste Grundlage muss ein stabiles Dreibein sein, da gibt es viele verschiedene auf dem Markt. Auf meines habe ich einen Getrieberegler geschraubt, weil ursprünglich das Spektiv damit bedient werden sollte. Das heißt in diesem Fall für mich, dass ich mit dem Gewehr im Anschlag nun – zumindest theoretisch – keine Bewegungen mehr ausführen kann. Andererseits sollte ich mit diesem Getrieberegler dann aber das Gewehr ziemlich genau ins Ziel justieren und sogar loslassen können, ohne den Zielpunkt zu verlieren – natürlich auch nur theoretisch, denn hier kommt es auch auf das Spiel im Getrieberegler und dessen Selbsthemmung an. Es wird sich also noch zeigen, ob diese Kombination Sinn macht oder ob ein Fluidkopf vielleicht doch besser geeignet ist.

Aus Gründen der Bequemlichkeit habe ich mir zum Getrieberegler kurzerhand noch eine weitere Schnellwechselplatte gekauft. Vorteil dabei: Je eine Schraube 3/8“-16 UNC und ¼“-20 UNC sind im Lieferumfang enthalten. Zum 3/8“-Gewinde besitze ich zwar den passenden Gewindebohrer, aber da die Schäfte der Schrauben sowieso abgedreht sind, tun es auch herkömmliche Schrauben M5.

Das einzige Kaufteil, das man nun benötigt, ist eine Picatinny-Schiene, genauer gesagt ein Pictinny-Riser. Solche mit einer Erhöhung von 25-30mm haben eine recht massive Basis, die wir uns zu Nutze machen. Zusätzlich hat der Riser eine große Rändelmutter, die sich erstens bequem und zweitens auch noch ohne weiteres Werkzeug festziehen läßt.

Wer genau den gleichen Artikel wie auf den Bildern kaufen möchte, kann diesen z.B. unter folgendem Link bestellen:

Picatinny-Riser

 

Riserlänge:

Die Waffe wird zunächst mal mit dem größten bei Euch verfügbaren Magazin bestückt und so auf das Dreibein aufgelegt, dass ein Magazinwechsel noch möglich ist. Wer auf der 6-Uhr-Schiene keine Anbauteile besitzt, hat Glück gehabt und muss den Riser nicht in der Länge kürzen. Bei mir ist da noch der AFG II von Magpul. Er sitzt so nah am Magazinschacht, dass eine der beiden Riser-Klemmungen auf jeden Fall der Säge zum Opfer fallen wird. Den entsprechenden Querstift habe ich vor dem Zuschnitt einfach schonmal ausgepresst. Jedenfalls sollte man mit aufgelegtem Gewehr schonmal prüfen, ob die Schiene nicht doch gekürzt werden sollte, oder ob eine mittige Lage auf dem Stativkopf markiert werden muss.

Picatinny-Riser 03

 

Riserhöhe:

Die beiden senkrechten Stege, die das obere Picatinny-Profil tragen, müssen nun mitsamt dessen abgeschnitten oder besser abgefräst werden. Bei mir ist das nicht bis auf die Oberfläche der Basis geschehen, weil ich dann wahrscheinlich die seitliche Klemmschiene nicht mehr hätte montieren können (ein kleiner Höhenunterschied muss schon sein). Auf den Bildern blieb eine Steghöhe von ca. 1mm stehen, es sollten aber besser 3-5mm sein.

Picatinny-Riser 04

 

Weitere Modifikation:

Da ich in meinem Fall durch den Wegfall einer Klemmung eine ungenügende Befestigung befürchtet habe, wurde kurzerhand noch ein weiteres Durchgangsloch in den Riser gefräst (wegen fehlendem Material auf der Unterseite wird nicht gebohrt, der Bohrer würde verlaufen). Der lose Querstift wird einfach wieder in das neue Loch eingepresst. Damit eine Passgenauigkeit mit der Quadrail wieder gewährleistet ist, kann das gemäss Spezifikation nur im Abstand von Vielfachen von 10mm geschehen (siehe auch „Picatinny-Schiene“ bei Wikipedia). Hierzu habe ich mit einem Höhenreißer die X- und Y-Koordinaten des ersten Stifts ermittelt, die Bohrung/Fräsung für den zweiten Stift entstand dann in einem Abstand von 50mm. Mit einem Bohrungsdurchmesser von 6,0mm und einem Kopfdurchmesser des Stiftes von 6,1mm war die Klemmkraft aber leider nicht ausreichend. Beim Festschrauben hat sich der Stift glatt selbst durch die Bohrung gezogen! Hier bin ich dann mal kurz ins Schwitzen gekommen…

Picatinny-Riser 05

Die Lösung des Problems sah folgendermaßen aus: Der Kopf des Stiftes muss durch kräftige Hammerschläge so deformiert werden, dass sich im oberen Bereich an der Kante der Außendurchmesser vergrößert. Zur Sicherheit habe ich noch mehrere kräftige Körnungen in der Kopfmitte platziert, rückwirkend betrachtet hat das aber keinen Effekt gehabt. Der Stift muss während dieser groben Arbeiten abgestützt werden, damit er nicht verbiegt! Ich habe dazu einfach beide Muttern aufgefädelt und auf dieses Konstrukt geschlagen.

Picatinny-Riser 06

 

Anschließend habe ich das Klemmprofil des Risers im Bereich der neuen Bohrung mit Durchschlag und Hammer auch noch deformiert. Das muss vorsichtig geschehen, denn das Profil soll ja anschließend noch ans Gewehr passen. Der Stift liess sich nach dieser Spezialbehandlung dann nur noch mit einem Hammer einschlagen – Ziel erreicht!

Gewindebohrungen:

Der Riser sollte nun an der Unterseite der Waffe angeklemmt und mit der abgefrästen Fläche auf die Schnellwechselplatte aufgelegt werden. Abhängig von deren Befestigungsmöglichkeiten könnt Ihr nun die Gewindebohrungen im Riser festlegen. Damit sich die Konstruktion während des Einsatzes nicht verdrehen kann, empfehle ich, mindestens zwei Gewinde zu schneiden. Bei mir sind es zwei Gewinde M5.

Der provisorische Zusammenbau hat ergeben, dass zum bequemen Anziehen der Risermuttern doch noch etwas Platz fehlt, weil sie die Schnellwechselplatte berühren. Ich habe aus diesem Grund eine schmale Aluplatte (t=5mm) untergelegt. Wer die Stege des Risers nicht so stark abfräst (wie erwähnt, besser 3-5mm stehen lassen), benötigt diese Platte nicht. Es hat sich hier auch schon gezeigt, dass der Getriebekopf Spiel aufweist und man das Gewehr doch noch ein klein wenig justieren kann, wenn man es im Anschlag hat. Fluch oder Segen, das wird sich noch herausstellen…

Hat man alles beisammen, sollten alle Teile nochmal lackiert werden, bevor der Zusammenbau mit der Schnellwechselplatte stattfindet.

Im Einsatz:

Auf dem Schiessstand werde ich zwei Arten des Schießens ausprobieren. Zuerst wird das System auf einen Zielpunkt ausgerichtet und dann sich selbst überlassen. Der Abzug wird betätigt, ohne dass der Schütze das Gewehr im Anschlag hat. Was dabei herauskommt, wird die „Eigenpräzision“ des Dreibeins sein. Ich hab da auch keine allzu großen Erwartungen…

Auf der 100m-Bahn habe ich alles aufgebaut und ein Magazin mit 10 Schuss geladen. Nach dem ersten Schuss habe ich die Idee, dass AR ohne Anschlag zu schießen auch schon wieder aufgegeben: Das mündungsnahe Bein des Stativs hat durch den Rückstoss ein wenig abgehoben und danach war das Ziel natürlich nicht mehr im Fadenkreuz – obwohl die Waffe im Schwerpunkt gelagert ist! Für die restlichen neun Schüsse habe ich das AR dann in den Anschlag genommen, mit der anderen Hand das Stativ stabilisiert und zügig geschossen (ca. 30 Sekunden). Das entstandene Schussbild der 1+9 Schüsse seht Ihr hier:

AR-15 Hera Arms Dreibein-Stativ 11

 

Mir ging es vorrangig darum, die Handhabbarkeit des Systems zu testen. Wer sich Zeit nimmt, bekommt mit Sicherheit die gleichen engen Streukreise hin, wie sie im ersten und auch im zweiten Artikel zum AR zu sehen sind. Durch das bereits oben erwähnte Spiel im Getriebekopf konnte ich im Anschlag auf eine Distanz von 100m übrigens noch jedes Ziel auf der Kurzwaffenscheibe anvisieren.

Ich hab mich nochmal auf die Schießbahn begeben und auf 50m nachfolgendes Schussbild geschossen. Diesmal habe ich mir für die 10 Schüsse auch Zeit gelassen.

 

AR-15 Hera Arms Dreibein-Stativ 24

 

Mein Fazit:

Die Konstruktion ist durchaus brauchbar, sie ist in der hier beschriebenen Zusammenstellung aber nur für das Schießen auf statische Ziele geeignet. Wer flexibler sein möchte, sollte für die Umsetzung besser einen Fluidkopf auf dem Stativ verwenden.

Die Vorrichtung wird wohl eher für Schützen interessant sein, die sich auch im Gelände bewegen/platzieren, wie z.B. Jäger. Da ich keiner bin, schlägt meine Stunde dann auf dem Truppenübungsplatz.

Sitzender/Kniender Anschlag

Liegender Anschlag:

Stehender Anschlag:

AR-15 Hera Arms Dreibein-Stativ 25

 

ERA-TAC Blockmontage T2063-0020

ERA-TAC Blockmontage 13

Dieser Artikel befasst sich mit der Installation einer ERA-TAC Blockmontage mit einstellbarer Vorneigung auf meiner Savage, Typ 10 BA. Wie bereits in meinem zurück liegenden Artikel zur Savage angekündigt, wurde die Modifikation notwendig, weil ich auf Distanzen von 800m schon am Ende des Verstellbereichs meines Zielfernrohrs angelangt war. Normalerweise ist die Montage eines Zubehörteils jetzt auch keine große Kunst, aber scheinbar habe ich noch nicht mal einen normalen Repetierer: Die Firma Recknagel hat mich nämlich schon im Vorfeld darauf hingewiesen, dass Savage Arms speziell bei meinem Modell abweichende Nutabstände auf der Picatinny-Schiene gefertigt hat. Es ist mir ein absolutes Rätsel, weshalb man sich so etwas erlaubt, denn nicht umsonst gibt es einen militärischen Standard und den kann man sogar bei Wikipedia nachlesen – um ein Geheimnis handelt es sich also nicht gerade.

Dieser Erfahrungsbericht richtet sich also eher an Besitzer einer Savage 10 BA.

Da es bei der vorhergehenden Verwendung meiner beiden Montageringe überhaupt keine Probleme gab, vermute ich, dass die Nutbreite also korrekt gefräst wurde und lediglich der Abstand zwischen den Nutflanken um einige Zehntel größer ist, als normal. Oder anders gesagt: Die stehen gebliebenen „Zinnen“ sind etwas breiter, als sie sein sollen. Sowas fällt aber erst dann auf, wenn man eine ZF-Aufnahme „aus einem Stück“ hat. Bezogen auf die Länge der neuen Blockmontage hat das für mich eine unerwünschte „Materialzugabe“ von genau 1mm gemacht – was liegt da näher, als zwei „Zinnen“ um je 0,5mm runter zu feilen? Die Schiene abzumontieren und auf die Fräse zu spannen wäre auch nicht gerade schneller gegangen: Hier wäre die meiste Zeit wohl für das Ausrichten, Spannen und Einmessen drauf gegangen.

Einen Hinweis möchte ich vorab noch geben: Ich habe die Lage meines Zielfernrohrs vor der Demontage zu einem Fixpunkt vermessen, damit ich später wieder die gleiche bequeme Position hinter dem Gewehr einnehmen kann wie bisher auch. In meinem Fall waren dass 90,5mm von der Okularkappe bis zur Stirnseite der Picatinny-Schiene. Die neue Blockmontage liegt mit einer Höhe von 20mm auch 7,3mm höher als die alten Montageringe (Höhe 12,7mm), das lässt sich aber leicht mit der verstellbaren Schaftbacke wieder ausgleichen. Blöd ist nur, dass ich zum Reinige des Laufs die Schaftbacke nun immer wesentlich herunter drehen muss.

Zuerst mal habe ich das Gewehr großzügig abgeklebt, damit keine Späne in die Systemhülse oder deren Zwischenräume gelangen können – der Verschluss sollte nicht entnommen werden, sondern ganz einfach verschlossen bleiben.

 

Die „Picatinny-Zinnen“, die es zu bearbeiten galt, habe ich mit einem Messschieber angerissen, anschließend habe ich auch oberhalb der Schiene abgeklebt. So setzt man auch nicht versehentlich an der falschen Stelle zum Feilen an.

ERA-TAC Blockmontage 03

Das Wunschmass beider „Zinnen“ habe ich regelmäßig mit dem Messschieber geprüft, die entstehenden Späne habe ich mit einem Pinsel entfernt – der lag zufällig in der Nähe. Nach dem Feilen ging die Blockmontage spielfrei in die Nuten, die beiden seitlichen Muttern wurden dann mit einem Maulschlüssel SW 11 angezogen.

 

Beim vorläufigen Befestigen des ZFs habe ich eine Fühlerlehre benutzt, um den Zwischenraum der Klemmschalen bei jeder Schraube gleich zu halten. So ´ne Wissenschaft muss man natürlich nicht draus machen, aber wenn man die Ausrüstung schon mal griffbereit hat… Ansonsten wird sicherlich auch ein gesundes Augenmass ausreichen.

ERA-TAC Blockmontage 07

Mit dem Ausrichten des ZFs habe ich mir hingegen echt schwer getan. Den Okularabstand zum gewählten Fixpunkt konnte ich noch leicht einstellen, aber das Fadenkreuz waagrecht zu bekommen hat per Augenmass lange gedauert. Auch hier habe ich am Ende wieder die Fühlerlehre genutzt, um an der geraden Fläche an der ZF-Unterseite den Abstand zur Blockmontage zu vermessen. Zusätzlich habe ich die komplette Systemhülse von hinten angepeilt und die horizontale Lage der Verstelltürme kontrolliert.

 

Als letztes wird die Vorneigung eingestellt, dazu sind die beiden seitlich angebrachten Torx-Schrauben zu lösen. Anschließend kann mit dem Kulissenstein an der Verstellung die gewünschte Vorneigung eingestellt werden. Ich habe zunächst 50 MOA gewählt, zusätzlich zu den 20 MOA, die meine Schiene schon haben soll – ehrlich gesagt habe ich letztere aber noch nicht bemerkt. Zuletzt werden die Schrauben natürlich wieder gekontert – das Gewehr kann jetzt neu eingeschossen werden.

 

Nachtrag:

Mittlerweile steht fest, dass das Modell 10 BA (.308 Win.) keine Picatinny-Schiene mit Vorneigung beistzt. Diese Vorneigung ist dem Modell 110 BA (.338 Lap. Mag.) vorbehalten, welche 20 MOA aufweist.

ERA-TAC Blockmontage 12

 

Bei der Blockmontage handelt es sich übrigens um die Artikelnummer T2063-0020 die für einen ZF-Durchmesser von 30mm ausgelegt ist, eine Bauhöhe von 20mm (zum Vergleich: ehemals 12,7mm mit HM-Ringen) und Muttern zur Klemmung hat. Im Lieferumfang enthalten waren zwei Torx-Schlüssel, von denen einer zu klein war, dafür ist der andere dann aber beim Öffnen der Konterschraube für die Vorneigung an einem Zahn abgebrochen 🙂

Ein Hoch auf die eigenen Werkzeuge, wenn man sie hat …

ERA-TAC Blockmontage 05

Alles in allem macht die Blockmontage aber einen sehr guten Eindruck! Die Verarbeitung ist sehr sauber und die Technik überzeugt – ich kann das Teil auf jeden Fall weiter empfehlen. Wer sein Glas nicht häufiger auch auf andere Gewehre baut, kann wie ich auf die Schnellspanner verzichten und so noch ein wenig Geld sparen.

Die Blockmontage habe ich über www.spartac.de für 360 Euro zzgl. Versandkosten bezogen (Anfrage notwendig, da Artikel nicht im Online-Shop vorhanden). Aktuelle Preise sind dort bitte auch anzufragen.

Und hier sind die ersten Ergebnisse und Eindrücke auf der 100m- und 300m-Bahn:

Für alle Fälle wollte ich das Gewehr auch auf 100m schießen können, die zuerst gewählte Vorneigung von 50 MOA hat sich dann aber als zu gross herausgestellt, da ich im unteren Verstellbereich des ZFs auf 100m nicht mehr in die Mitte der Scheibe gekommen bin. So wurde die Blockmontage also auf 40 MOA gestellt, womit sich jetzt ca. 500 mögliche Klicks nach oben ergeben (das sind umgerechnet knapp 62 MOA, die das ZF jetzt verstellt werden kann).

Zum Vergleich:

Mit der vorherigen Montage waren nur 281 Klicks (ca. 35 MOA) nach oben möglich, den Verstellbereich habe ich damit fast verdoppelt. Beachtet man, dass das Geschoss auf der Flugbahn immer tiefer abfällt und das Verhältnis von Schussweite und Geschossabfall keineswegs linear ist, dann schätze ich, dass die gewonnen zusätzlichen 27 MOA noch für Distanzen bis höchstens 1200m ausreichend sind. Etwas mehr könnte man wohl noch rausholen, wenn man anfängt, die Pulverladung zu erhöhen um dem Geschoss eine gestrecktere Flugbahn zu ermöglichen. Ich werde auf jeden Fall berichten !

 

Nachtrag Mai 2019:

Im Jahr 2018 ist es mir gelungen mit den eingestellten -40 MOA Vorneigung Treffer auf eine Entfernung von 1126m zu erzielen. Die Ladedaten der zugehörigen Munition könnt Ihr hier oder im Bereich Downloads nachlesen.

Spektiv Zeiss Diascope 85 & Laser-Entfernungsmesser Leica CRF 1600-B

Zeiss Diascope 85

Im Bericht zu meiner Savage 10 BA (hier weiterlesen) habe ich bereits erwähnt, dass für mich die Möglichkeit besteht, auch auf Ziele jenseits der Entfernung von 300m zu schießen. Diese Tatsache hat mich dazu gebracht, den Kauf einer neuen Optik für eine geeignete Trefferbeobachtung überhaupt erst in Erwägung zu ziehen. Zunächst war jedoch noch nicht klar, ob die Beobachtung durch ein Spektiv oder durch ein Zielfernrohr erfolgen soll. Folgende Szenarien gingen mir durch den Kopf:

  1. Beobachtung der eigenen Trefferlage durch das eigene ZF. Gravierend wirkt sich hier meine Anschlagsart aus: Beim Präzisionsschießen ziehe ich das Gewehr kaum in die Schulter, stütze es vorne mit einem Zweibein ab, lege es hinten auf einem Ohrensack auf und betätige den Abzug dann, indem ich nur noch mit dem Daumenansatz gegenhalte. So hätte ich definitiv Probleme bekommen, vor dem Einschlagen des Projektils wieder mit der Visierlinie ins Ziel zu kommen (Nachtrag vom 15.11.15: Diese Anschlagsart habe ich mir wieder abgewöhnt, sie hat zu Präzisionsverlust bei mir geführt!!!). Also wäre die Schussbeobachtung durch das ZF erst noch zu erlernen gewesen und teuer wäre es obendrein, falls ein neues ZF fällig gewesen wäre. Solche Disziplinen, bei denen der eigene Treffer durch das ZF beobachtet wird, sind mir von Wettkämpfen aus den USA bekannt und hier wird sicherlich ein hohes Mass an Können gefordert.
  2. Beobachtung fremder Trefferlagen mit dem eigenen ZF. Voraussetzung dafür wäre, dass sich ein Team aus zwei Schützen bildet, welche beide qualitativ hochwertige Gläser besitzen und sich gegenseitig spotten. Auch hier wäre ein entsprechendes neues Glas nicht billig geworden – sofern es notwendig gewesen wäre. Aber Erfolge beim Schießen hätten sich sicherlich schneller eingestellt, als alles im Alleingang zu machen.
  3. Das klassische Team aus Schütze und Spotter. Hier wäre ein Spektiv die sinnvollste Anschaffung und das auch noch ohne große Kompromisse, was die optische Leistungsfähigkeit angeht. Dazu leicht zu bedienen und auch mal für Beobachtungen der anderen Art zu gebrauchen – was auch immer man sich da anschauen mag …

Leider wird dadurch die Ausrüstung richtig sperrig und günstig ist diese Lösung auch nicht – aber immerhin vielseitiger, was den späteren Verwendungszweck angeht.

Neben der reinen Beobachtung der Geschossflugbahn bleibt natürlich noch die Notwendigkeit der Entfernungsmessung, die man nicht außer Acht lassen sollte. Rumballern und ZF nachjustieren, bis man irgendwann etwas trifft geht natürlich immer, aber etwas professioneller sieht das schon mit einer „Drop Chart“ aus, die man für sein Gewehr erstellen kann und diesen Anspruch habe ich nun einmal auch. Zielfernrohre mit integrierten Entfernungsmessern sind richtig teuer und die günstige Alternative, Entfernungen mit einem Mil-Absehen zu ermitteln, wäre mir zu ungenau – aber ich bin ja auch kein Profi.

Optik mit Zubehör:

Unter all´ diesen Gesichtspunkten fiel meine Wahl deshalb letztendlich auf ein Spektiv mit separatem Entfernungsmesser, weil es mir als geringstes finanzielles Risiko durch vielseitigste Verwendung bei einfachster Anwendung erschien.

Das komplette Zubehör, das ich mir für den Einsatz beim Long Range Shooting zugelegt habe, möchte ich in diesem Beitrag vorstellen. Dabei erhebe ich keinen Anspruch darauf, die besten Entscheidungen getroffen zu haben. Ich wollte lediglich mitteilen, welche Faktoren diese beeinflusst haben.

Als der Groschen erst mal gefallen war, stand fest, dass ich mir meine Ausrüstung nicht zweimal kaufen wollte und habe deshalb nur nach hochwertigen Optiken Ausschau gehalten: Zeiss Diascope 85, Swarovski ATX/ATM und Zeiss Spotter 60 – all´ diese Optiken gehören meiner Meinung nach zur Oberklasse (zumindest zu der, die ich mir gerade noch so leisten kann). Zu allen Geräten lassen sich die technischen Daten natürlich direkt miteinander vergleichen, ich will mich daher auf die subjektiven Eindrücke beschränken. Zwischen dem Diascope 85 – für das ich mich später entschieden habe – und dem ATM/ATX mit 80mm Objektivdurchmesser konnte ich keine gravierenden Unterschiede feststellen, hier würde ich mich im Zweifelsfall aber immer für den größeren Objektivdurchmesser entscheiden (das Diascope hat gemäss dem Namen 85mm, das Swarovski wie erwähnt 80mm und das Spotter 60 hat einen von 72mm). Das Spotter 60 hat im direkten Vergleich zum Diascope und zum Swarovski auch ein größeres Sichtfeld, ein auf Knopfdruck beleuchtetes Absehen, drei Picatinny-Schienen auf 3-, 9- und 12-Uhr und einen Geradeinblick bei recht kompakter Bauweise. Für den militärischen Bereich konzipiert, hat es hier natürlich einige Vorteile gegenüber den anderen Spektiven. Von der Auflösung her konnte ich keine Unterschiede feststellen, obwohl der Besitzer des Spotter 60 meinte, sein Gerät ergäbe ein besseres Bild als das Diascope 85. Hier möchte ich nebenbei darauf hinweisen, dass ich Spektive miteinander verglichen habe, die ungefähr in einer Preisklasse lagen. Das Swarovski gibt es natürlich auch mit 95mm Objektivdurchmesser oder in einer Variante mit beleuchtetem Absehen, aber das fiel bei mir finanziell definitiv aus dem Rahmen.

Bei allen oben erwähnten Optiken muss man in diesem Fall mit Preisen zwischen 2800 und 3200 Euro rechnen, wenn man mit 20- bis 60-facher Vergrößerung zufrieden ist. Speziell für die Modelle Diascope und ATM/ATX gibt es aber auch Okulare, die eine bis zu 70-fache Vergrößerung aufweisen und nochmal ein wenig teurer sind.

Ich hatte Glück und habe das Diascope 85 inklusive 20- bis 70-fach vergrößerndem Okular für einen Gesamtpreis von 2100 Euro als Neuware bei Ebay entdeckt und zugeschlagen. Für diesen Preis konnte ich mich dann auch leichter damit abfinden, kein Spotter 60 zu kaufen – schade, das Teil hätte schon was her gemacht, der Preis hätte aber auch geschmerzt…

Wenn man nun schon bereit ist, soviel Geld in eine Optik zu stecken, dann sollte man beim Stativ nicht anfangen zu sparen. Ich habe mich beraten lassen und bin letztendlich beim MT190XPro3 von Manfrotto gelandet (die „3“ steht für insgesamt 3 Beinsegmente, die das Stativ besitzt). Es ist sehr stabil und ausgesprochen vielseitig anwendbar. Die Höhenverstellung durch Auszug der Teleskopbeine und des Mittelrohrs reichen aus, um bei einer Körpergröße von 1,85m von oben in das Spektiv mit Schrägeinblick schauen zu können. Ich bin mir sicher, dass ein Spektiv mit Geradeinblick bei dieser Körpergröße auch noch im Stehen bedient werden kann, denn das Mittelrohr kann man zusätzlich auch noch um ca. 300mm ausfahren. Kauft man das Stativ ohne weiteres Zubehör, besitzt es auf der Anschlussplatte ein starres 3/8“-Aussengewinde. Für das Stativ sollte man einen Neupreis von ca. 170 Euro einkalkulieren.

 

 

Was als Zubehör unbedingt noch zu empfehlen ist, ist der Getrieberegler Junior MA 410 von Manfrotto. Mit diesem Teil lässt sich das Spektiv ziemlich flüssig (nicht absolut ruckelfrei, aber das liegt am voll ausgezogenen Stativ) mittels der beiden großen Drehknöpfe ausrichten. Die Tragfähigkeit des Getriebereglers liegt bei ca. 5kg und für den Fall, dass das Stativ nicht wirklich gerade steht, gibt es einen dritten Drehknopf, der die seitliche Neigung des Spektivs noch regulieren kann. Alle Drehknöpfe besitzen übrigens die Möglichkeit zur Schnellverstellung. Das Spektiv selbst wird auf einer Schnellwechselplatte montiert, die den Auf- und Abbau erheblich erleichtert. Für den Kauf dieses Getriebereglers sollte man nochmals ca. 170 Euro einplanen, diese Investition lohnt sich aber auf jeden Fall! Es gibt ihn noch in einer größeren Variante mit einer Tragkraft bis zu 7kg. Diese (Typ MA 405) kostet allerdings gleich doppelt so viel und die wichtigsten Drehknöpfe (Verstellung horizontal und vertikal) sind nicht mehr im Winkel von 90° angeordnet, sondern zeigen beide in geringem Abstand zueinander direkt auf den Anwender. Ergonomisch ist das für mich absolut schlecht zu bedienen – ich hab´s ausprobiert! Der Getrieberegler besitzt an seiner unteren Flanschplatte ein 3/8“-Innengewinde und lässt sich einfach auf das o.g. Stativ aufschrauben, bis es von selbst kontert.

 

 

Was auch immer Ihr nun beobachten wollt, die Ausrüstung in dieser Kombination wird einen mit Sicherheit zufrieden stellen. Besonders beindruckend fand ich z.B. die Beobachtung unseres (Voll-)Mondes.

Laser-Entfernungsmesser:

Zur Auswahl standen für mich der Laser-Guide 8×30 von Swarovski und der Leica Rangemaster 1600-B. Ich habe einen Vergleichstest zu beiden Geräten gelesen, in dem ich drei Seiten lang auf eine klare Kaufempfehlung zu einem der beiden Entfernungsmesser (Laser Range Finder, LRF) gewartet habe – doch Fehlanzeige, es ging unentschieden aus. Da das Gerät von Swarovski leider nicht mehr im Handel erhältlich ist (ich denke, der Verkauf der Ferngläser mit integrierter Entfernungsmessung soll gefördert werden) wurde es schließlich jenes von Leica, weil es in Sachen Entfernung einfach die höchste Reichweite bei angemessenem Preis versprach.

Leica CRF 1600-B 24

So einfach war das, deshalb kam ein Zeiss Victory PRF mit maximalen 1200m für mich auch nicht in Frage. An die Liga eines Vectronix Terrapin oder gar eines Vector IV war für mich nicht zu denken, auch wenn ich mit letzterem schon einen Tag lang schießen/messen durfte – klasse Gerät!!! Was die Genauigkeit angeht, so sehe ich beide Geräte (Swarovski & Leica) nach Lesen des Testberichts als gleichwertig an, Swarovski kann aber mit einer höheren Vergrößerung und mit einem größeren Objektivdurchmesser punkten. Zum Vergleich: Der LRF von Leica hat „nur“ 7×24. Außerdem besitzt der LRF von Swarovski gleich ein Stativgewinde am Gehäuse, bei Leica –wie auch bei vielen anderen Herstellern – hat man daran leider gespart. Für ein Gerät, das bis zu einer Entfernung von 1600 Yards (ca. 1420m) für den jagdlichen und sportlichen Einsatz funktionieren soll, ist das meiner Meinung nach am falschen Ende gespart. Das In-der-Hand-Halten kann man bei diesen Distanzen gleich mal vergessen, Auflegen bringt da schon etwas mehr, die beste Lösung wäre aber eine Befestigung auf dem Stativ. Die Vorteile des Leica LRF sehe ich in dem kleinen „Zielfenster“ für den Laserstrahl, der hilft, das zu messende Objekt genau anzupeilen. Beim Swarovski ist der Zielkreis recht groß, weshalb man sich bei kleinen und/oder weit entfernten Objekten fragen mag, ob der Laserstrahl auch wirklich das Ziel getroffen hat. Zudem sind beim Leica LRF ballistische Kurven gängiger Kaliber hinterlegt, die das Schießen unterstützen können. Ich selbst werde mich damit aber weniger befassen, da ich wie bereits erwähnt, eine Drop Chart erstellen will. Inwiefern das Swarvoski noch durch ballistische Funktionen unterstützen kann, ist mir leider nicht bekannt.

Die Bedienungsanleitung und die technischen Daten des Leica Laser-Entfernungsmessers CRF 1600-B können hier herunter geladen werden:

Bedienungsanleitung CRF 1600-B

Technische Daten CRF 1600-B

Quelle: http://de.leica-camera.com/Sportoptik/Entfernungsmesser/Leica-Rangemaster/Downloads

Der Leica LRF funktioniert bisher gut und was mich besonders freut, ist das helle und sehr gut sichtbare Display. Aus der Bedienungsanleitung geht hervor, dass schönstes Sommerwetter wegen der Sonneneinstrahlung nicht unbedingt zu guten Messwerten beiträgt, das Gerät hat unter diesen Bedingungen aber bisher einwandfrei funktioniert. Lediglich bei weißen Verkehrsschildern, sogar im Bereich von unter 80m, versagt die Technik. Ein besseres Beispiel ist die Hochspannungsleitung, die ich aus meinem Dachfenster sehen kann. Ich habe recherchiert, dass die daran befestigten, sogenannten „Luftwarnkugeln“ hierzulande einen Durchmesser von 60cm besitzen. Von diesen Objekten erhielt der Leica LRF bei Abendsonne auf einer Distanz von 830m stets ein gutes Echo, seht Euch dazu bitte den unten verfügbaren Film an.

 

Diese Luftwarnkugeln wurden übrigens auch bei leichtem und mittelschwerem Regen gut erkannt – auf dem folgenden Film mit Regen war aber leider die Schwenkmontage (siehe weiter unten) noch nicht verfügbar, wodurch die eine oder andere Fehlmessungen durch Verwackeln zu erklären ist. Sobald sich eine neue Gelegenheit mit ordentlich Regen bietet, werde ich noch einen Film mit Schwenkmontage aufnehmen.

14.09.2015:

Das Video wurde entfernt, nachfolgend nun die verbesserte Version die ich mit Schwenkmontage aufgenommen habe:

 

Durch das Abfilmen scheint das Display zudem zu flimmern, es ist aber stets gestochen scharf und einwandfrei zu sehen! Die bisher höchste Gemessene Entfernung war übrigens ein Schornstein in einer Entfernung von 1606m – ich war sehr erfreut! Die Umgebungsbedingungen waren allerdings auch sehr gut. Allein die Tatsache, dass das Gerät eine solche Messung durchführen kann, dürfte es auch für Schützen bis zum Kaliber .338 Lapua Magnum interessant erscheinen lassen.

Da das Auflegen des LRF für mich keine Dauerlösung ist, habe ich mir eine kombinierte Montage zusammen mit dem Spektiv auf dem Getrieberegler überlegt. Das Design ist einfach gehalten, der Fokus liegt auf Zweckmäßigkeit.

 

LRF-Schwenkmontage:

Bei der Konstruktion der Montage standen bei mir zwei Dinge im Fokus: Erstens musste ich eine geeignete Klemmvorrichtung für den LRF entwickeln, da dieser wie bereits erwähnt kein Stativgewinde besitzt und zweitens wollte ich ihn an einer Stelle positionieren, an der der Spotter mit möglichst wenig eigener Bewegung schnellstmöglich Ziele erfassen kann. Hier hat sich der Kauf eines Spektivs mit Schrägeinblick gerächt, aber eines mit Geradeinblick habe ich schlichtweg nicht zu solch einem günstigen Preis bekommen. Problematisch war es deshalb, weil das Spektiv in seiner Gesamthöhe durch das schräge Okular höher baut, als eines mit Geradeinblick. Da man sowohl einäugig durch das Spektiv, als auch durch den LRF blickt, liegt es nahe, beide Okulare möglichst eng beieinander zu positionieren. Durch eine Drehung des LRF um seine Okularachse würde man ggf. sogar noch etwas Platz gewinnen, das hätte aber zur Folge, dass sich alle Anzeigen auf dem Display des LRF mit gedreht hätten – dumm gelaufen. Nach vielen Versuchen mit Alustreben, Klebeband und Verdrehungen des Spektivs in seinem Klemmring, habe ich mich dann dazu entschlossen, das Spektiv nicht zu verdrehen und von schräg oben hinein zu schauen. Sobald man dann aber den Kopf wieder aufrichtet, sollte das Okular des LRF vor dem Auge sein. Um weder bei der Entfernungsmessung, noch beim Spotten mit den Geräten zu kollidieren (Stirn, bzw. Kinn), habe ich für den LRF eine Schwenkmontage konstruiert, die über eine Rändelschraube arretiert werden kann. Ich wollte die Arretierung zunächst bequem durch kleine Neodym-Magnete erreichen, hatte dann aber doch Bedenken wegen der möglichen Auswirkungen auf die Elektronik. Da die Schnellwechselplatte des Manfrotto-Getriebereglers noch Platz für einen zusätzlichen Schraubenkopf hatte, habe ich die Basis der LRF-Montage so ausgeführt, dass das Spektiv demontiert werden kann, wenn der LRF allein benutzt werden soll. Aber auch der LRF ist mit seiner Halterung sehr schnell von seiner Basisplatte demontierbar, dafür sind lediglich zwei Schrauben zu lösen. Durch die beiden Zylinderstifte in der Basis besteht bei der Demontage auch nicht die Gefahr, dass der Entfernungsmesser herunter fällt, da die Halterung weiterhin stabil aufgesteckt bleibt.

Für den Nachbau der Schwenkmontage werden folgende Teile benötigt:

  • 1x Basisplatte
  • Basisplatte
  • 1x Zylinderkopfschraube ISO 4762 M5x14-A2
  • 1x modifizierte Sechskant-Stativschraube 3/8“, Länge >25mm
  • 2x Zylinderstift ISO 8734 4m6x12
  • 1x Strebe 1
  • Strebe 1
  • 2x Linsenkopfschraube mit Innensechskant ISO 7380 M5x16-A2
  • 1x Strebe 2
  • Strebe 2
  • 1x GGB Bundbuchse, Typ BU1207
  • 3x Senkschraube ISO 10642 M3x16-A2
  • 1x LRF Adapter
  • LRF Adapter
  • 1x Stift
  • Stift
  • 2x Zylinderstift ISO 8734 2m6x20
  • 1x Riegel
  • Riegel
  • 2x Zylinderkopfschraube ISO 4762 M3x12-A2
  • 1x Leschhorn Rändelschraube DIN 464 M6-12, Art.-Nr. 10183763
  • 1x Scheibe
  • Scheibe
  • 1x Zylinderkopfschraube ISO 4762 M3x8-A2
  • 1x Passscheibe DIN 988 6x12x0,4
  • Dünnes, doppelseitiges Klebeband
  • Dünne Gummimatte, 0,5mm

Begonnen wird mit der Stativschraube mit 3/8“-Gewinde, sie muss der originalen Schraube des Spektivs in der Form nachgearbeitet werden und dabei 8mm Länger sein. Zur besseren Befestigung des Spektivs habe ich die Fläche der Basisplatte, auf der später das Spektiv befestigt wird, mit doppelseitigem Klebeband und einer dünnen Gummimatte beklebt.

Leica CRF 1600-B 1

Die längere Spektivschraube wird nun durch die Manfrotto-Schnellwechselplatte geführt und die Basisplatte mit der Zylinderkopfschraube M15x14-A2 befestigt.

Leica CRF 1600-B 2

Eigentlich sollten die Zylinderstifte 4m6x12 in die Strebe 1 gepresst werden und leicht in die Basisplatte gleiten, bei mir wurden die Passungen aber entgegen der Zeichnungen vertauscht gefertigt. Egal, die Funktion blieb auf jeden Fall sinngemäss erhalten. Wie auf dem Bild ersichtlich, habe ich also noch die besagten Zylinderstifte in die Basisplatte gepresst.

Das Spektiv kann jetzt durch Schnellwechselplatte und Basisplatte hindurch mit der modifizierten Stativschraube verschraubt werden, anschließend wird das Ganze auf dem Getrieberegler befestigt. Die Strebe 1 wird dann auf die Basisplatte gesteckt und mit den beiden Linsenkopfschrauben M5x16-A2 fixiert.

 

In die Strebe 2 wird jetzt die Bundbuchse gepresst, sodass der Bund in der Anspiegelung sitzt und leicht hervor steht. Die Strebe 2 kann dann mit den drei Senkschrauben M3x16-A2 an der Strebe 1 befestigt werden.

 

Der Stift wird nun bündig in den LRF-Adapter gepresst, sodass der Zapfen mit dem Gewinde nach unten heraus schaut.

Leica CRF 1600-B 9

Am Ende des LRF-Adapters werden jetzt die Zylinderstifte 2m6x20 hindurch getrieben.

Leica CRF 1600-B 10

An den Innenseiten des Adapters werden dann im oberen Bereich zwei Streifen doppelseitiges Klebeband verklebt, auf die anschließend noch etwas dünne Gummimatte geklebt wird. Der Entfernungsmesser wird anschliessend in den Adapter geschoben, sodass er hinten von den dünnen Zylinderstiften gehalten wird. Durch die dünnen Streifen von Gummimatten sollte der Entfernungsmesser jetzt durch leichten Druck gehalten werden.

 

Den Riegel habe ich mit drei Schichten Klebeband und Gummimatte beklebt, bis er beim Einsetzen in die Aussparung des LRF-Adapters im Kontakt mit dem Entfernungsmesser leicht heraus gestanden hat. Mit den beiden Zylinderkopfschrauben M3x12-A2 wird dieser Riegel dann angeschraubt, wodurch der Entfernungsmesser zusätzlich gegen die Zylinderstifte gepresst wird. Wie auf dem Bild ersichtlich, ist das Batteriefach weiterhin frei zugänglich.

 

Der Adapter mit Entfernungsmesser wird danach in die Strebe 2 eingesetzt und durch die gebogene Langlochfräsung mit der Rändelschraube befestigt. Zuvor muss allerdings noch die Passscheibe 6x12x0,4 zwischen Adapter und Strebe 2 eingelegt werden.

 

Als letztes wird die Scheibe mit der Schraube M3x8-A2 von unten gegen den am Adapter heraus stehenden Stift geschraubt und die Konstruktion ist einsatzbereit!

 

 

 

Savage Arms 10 BA

Savage 10 BA 23

An dieser Stelle möchte ich meine Repetierbüchse von Savage Arms vorstellen, es handelt sich dabei um das Modell 10 BA in der Ausführung „LE“ (Law Enforcement).

Bisher habe ich die eine oder andere Langwaffe probehalber geschossen und festgestellt, dass ich mit herkömmlichen Schaftgriffen schlecht zurechtkomme, sodass definitiv ein Pistolengriff an der gewünschten Langwaffe vorhanden sein musste. Das war in meinem Fall das ausschlaggebende Kriterium und so habe ich angefangen, Infos zu sämtlichen Präzisionsgewehren dieser Bauart von allen möglichen Herstellern zu sammeln, um anschließend eine Entscheidung treffen zu können.

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Die Frage des Kalibers kam gleich an zweiter Stelle und hier habe ich eine Entscheidung aus Vernunft getroffen und .308 Win. gewählt. Da ich die Waffe sowieso für sportliche Zwecke haben wollte, wären höchstens noch die Kaliber .300 Win. Mag. oder .338 Lapua Mag. in Frage gekommen. Im Verein bin ich aber sowieso auf eine Distanz von maximal 300m beschränkt (und darüber würde sich so mancher schon wahnsinnig freuen!) und in diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit stärkerer Kaliber, wenn sich das Projektil ohnehin erst nach einer gewissen Flugdistanz zu stabilisieren beginnt. Zudem ist die Patrone .308 Win. oder deren Komponenten wirtschaftlich noch gut vertretbar. Für das sportliche Schießen und den damit verbundenen Trainingsbedarf (=Munitionskosten) ist .308 Win. meines Erachtens also immer noch vollkommen ausreichend.

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Für den Gesamtpreis der Waffe inklusive ZF habe ich mir damals ein Budget von ca. 4000 Euro gesetzt und meine Wahl getroffen, ohne vorher Probe schießen zu können. Lediglich ein ausführlicher Online-Artikel hat mir eine Vorstellung der zu erwartenden Präzision geliefert. Glücklicherweise bin ich nicht enttäuscht worden …

Die Savage 10 BA besitzt einen frei schwingenden, kannelierten 24“-Lauf mit Mündungsfeuerdämpfer. Dieser nimmt zwar ordentlich was vom Rückstoss weg, aber man muss nach jedem Schuss trotzdem wieder ins Ziel gehen, auch wenn die Waffe mit Zweibein und Sandsack stabilisiert wird.

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Savage 10 BA 3
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Hier muss ich bemerken, dass ich das Gewehr für die BDMP-Disziplin ZG3 verwende und es nicht mehr als unbedingt notwendig berühre – von Festhalten kann also nicht wirklich die Rede sein, das mag vielleicht sogar der Hauptgrund für die „unruhige“ Lage der Waffe beim bzw. nach dem Schuss sein.

Der Vorderschaft besteht komplett aus Aluminium und weist Picatinny-Schienen auf 9-, 12- und 3-Uhr auf. Jene auf 12 Uhr ist mit 460mm auch recht lang, besitzt eine Vorneigung von 20 MOA und eine Auskehlung für den Zielfernrohr-Tubus, sodass man nicht unnötig hohe Riser für das Glas installieren muss.

Korrektur:

Die Savage 10 BA (Kaliber .308 Win.) besitzt leider keine Picatinny-Schiene mit Vorneigung, deshalb habe ich mir später auch eine ERA-TAC Blockmontage zugelegt. Das Modell 110 BA (Kaliber .338 Lapua Magnum) besitzt hingegen eine mit 20 MOA Vorneigung.

Die Länge der Picatinny-Schiene, die die Montageringe aufnimmt, beträgt 165mm, gefolgt von dem nun in der Höhe abgesetzten Bereich mit der Auskehlung von ca. 120mm Länge und schließlich einem 175mm langen Bereich, auf dem die Vorsatzgeräte montiert werden können. Die beiden Picatinny-Schienen auf 9- und 3-Uhr sind mit jeweils 125mm gleich lang.

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Vorne am Alu-Schaft befinden sich gleich drei Riemenbügelösen; eine an der Unterseite des Schafts für die Aufnahme eines Zweibeins und je eine links und rechts für einen Gewehrriemen. Am Schaft montierte Zweibeine haben übrigens eine sehr gute Auflagefläche.

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Der Verschluss ist sehr präzise gearbeitet und verriegelt mit zwei Warzen. Der Kammerstengel ist problemlos zu bedienen und besitzt eine angenehme Riffelung auf dem Kugelgriff. Im offenen Zustand wackelt er allerdings ein wenig. Am Ende der Systemhülse befindet sich auf dessen Oberseite der Schieber für die Abzugssicherung, den hab ich ehrlich gesagt noch nie benutzt.

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Besonders erwähnenswert ist der Abzug, der bei Savage Arms sogenannte „Accu-Trigger“. Er besitzt im geschlitzten Abzugszüngel noch eine Art Sicherungsbügel, der bei Berührung federleicht nach hinten gleitet, bis der Finger komplett auf dem Abzugszüngel aufliegt. Es ist keine Schussabgabe möglich, solange der Sicherungsbügel nicht betätigt ist. Der Schuss bricht absolut glasklar und ich habe das beiliegende Werkzeug zum Verstellen des Abzugsgewichts bis heute nicht benutzen müssen, es ist nach wie vor alles so, wie ab Werk eingestellt. Möchte man aber eine Verstellung vornehmen, so muss dazu das System ausgeschäftet werden – mir war der Aufwand bisher zu hoch, besonders in Anbetracht der Tatsache, dass ich mit der Werkseinstellung sehr zufrieden bin. Es wäre natürlich interessant zu wissen, wo das Abzugsgewicht derzeit liegt, aber leider fehlt mir dazu das Messgerät.

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Im Falle einer Verstellung würde dann das beiliegende Spezialwerkzeug zum Einsatz kommen, um eine Torsionsfeder zu spannen oder zu entspannen. Das eine oder andere Video bei Youtube zeigt diesen Vorgang recht deutlich. Wie auf den Bildern ersichtlich, besitzt der Pistolengriff noch eine Handballenauflage, die sich in der Neigung verstellen oder auch ganz demontieren lässt.

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Kommen wir zum Hinterschaft: Wie es sich für ein Präzisionsgewehr gehört, gibt es eine verstellbare Wangenauflage und Schaftkappe. Die Verstellmöglichkeit ist mehr als ausreichend und z.B. für die Wangenauflage so hoch verstellbar, dass man noch nicht einmal mehr mit dem Putzstock in den Lauf kommt, wenn man es darauf anlegt. Im Lieferumfang enthalten sind zwei verschieden hohe Schaftkappen, womit in Kombination mit der Verstellung derselben eigentlich jede Armlänge abgedeckt werden kann. Die Arretierungen am Schaft sind sehr schwergängig, das garantiert aber auch, dass sich „im Betrieb“ nichts mehr lösen wird. Beim Herumstöbern bei Youtube bin ich übrigens auf eine Variante des Gewehrs gestoßen, bei dem sich an der unteren Ecke des PRS-Schafts eine Kappe lösen ließ. Darunter befand sich eine kurze Picatinny-Schiene zur Aufnahme eines Monopods. Ich bin echt ein wenig neidisch, dass mein Gewehr das nicht hat …

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Alles in allem bin ich mit dem Gewehr und seiner Präzision sehr zufrieden. Die einzigen Nachteile, die ich daran sehe sind der bereits erwähnte Verschluss, der im offenen Zustand etwas wackelt und das hohe Gewicht von 7,6 kg mit ZF und leerem Magazin. Das Gewicht ist natürlich bedingt durch den Aluminiumschaft. Moderne Gewehre weisen heute gerne auch mal Verbundwerkstoffe auf, diese Exklusivität kostet dann aber auch dementsprechend. Die Möglichkeit zur Anbringung eines Monopods wäre auch wünschenswert, das betrifft dann aber eher den Einsatz im Gelände. Der Verwendung eines Sandsacks wird aber etwas mehr an Präzision nachgesagt, sodass sich Sportschützen wohl eher für dieses Accessoire entscheiden dürften.

Verbaut sind an meinem Gewehr folgende Komponenten:

  • Harris-Zweibein vom Typ 1A2-BRM
  • Montageringe von HM, Höhe 12,7mm (wieder demontiert)
  • ZF Sightron SIII 8-32×56 Long Range Target mit Target-Dot-Absehen und 1/8-MOA-Klickverstellung
  • ERA-TAC Blockmontage T2063-0020
Savage 10 BA 12
Savage 10 BA 13
Savage 10 BA 18
Savage 10 BA 19
Savage 10 BA 20

Weiteres Zubehör:

Savage 10 BA Dreibein-Stativ 23

Präzision auf 100m:

Mit den unten stehenden Laborierungsdaten habe ich auf 100m im sitzenden Anschlag Streukreise von 10mm, 13mm und 15mm geschossen. Diese Streukreise entstanden aus 5-Schuss-Gruppen (kaliberbereinigt) mit Zweibein und Sandsack. Hierzu gibt es leider kein Schussbild zu sehen.

Präzision auf 300m (1):

Das unten zu sehende Schussbild entstand auf 300m im liegenden Anschlag mit Zweibein und Sandsack. Es handelt sich um eine elektronische Anlage, die Mouche besitzt einen Durchmesser von 50mm, die “10” einen von 100mm.

Schussbild Savage 10 BA 1
Schussbild Savage 10 BA 2

Präzision auf 300m (2):

Das nächste Schussbild entstand auf 300m im liegenden Anschlag mit Zweibein und Sandsack unter Wettkampfbedingungen (es war mein erster Wettkampf mit einer Langwaffe überhaupt). Im Vergleich zum obigen Schussbild, zeigt es wohl eher die Leistungsgrenze des Schützen, als jene der Waffe. Gereicht hat das Ergebnis für Platz 28 von 65. Der innere helle Kreis besitzt übrigens einen Durchmesser von 30mm, der zweite helle Kreis einen von 60mm.

Schussbild Savage 10 BA 3
Schussbild Savage 10 BA 4

Präzision auf 100-700m:

Im Juni 2015 bot sich mir die Gelegenheit, die Waffe auf bis zu 1400m Distanz zu schießen. Ich bin zurückhaltend gewesen und bin mit der Einstellung an den Start gegangen, bis auf 800m gute Ergebnisse zu erzielen. Das gelang zwar, danach war aber auch Schluss. Nur um keinen falschen Eindruck zu erwecken, ich rede nicht mehr davon, Ringe gezählt zu haben, die Ziele bestanden aus Stahlplatten 50x50cm. Bis 700m Distanz lief alles problemlos und die dortige Stahlplatte wurde etliche Male getroffen. Da mich der Ehrgeiz gepackt hat, wurde mal kurzerhand auf die DIN-A4 große Zielbeschriftung umgeschwenkt: Nach drei Treffern in Folge habe ich dann von Ihr abgelassen. Mein Spotter konnte die Treffer mit seinem Spektiv sogar bestätigen – ich glaube, für ein solches Spektiv muss man aber fast so viel Geld ausgeben, wie mein Gewehr gekostet hat. Geschossen wurde an diesem Tag über alle Distanzen übrigens im Liegen von einer Schießmatte aus mit Zweibein und Sandsack am Hinterschaft.

Präzision auf 800m:

Bei der 800m-Distanz ist das System dann an seine Grenzen gestoßen: Das ZF hatte seinen maximalen Verstellbereich erreicht und ich musste ca. 1,5m über dem Ziel anhalten. Aber: Ich hab´s getroffen!!! Das Gewehr selbst oder die Munition hätten mit Sicherheit noch eine weitere Distanz zugelassen. Die Munition hatte übrigens die unten stehenden Ladedaten.

Mein Fazit: Da ich mit meinem ZF bisher ganz zufrieden war, jedoch auch jenseits der 800m noch treffen will ohne mich in weitere hohe Kosten zu stürzen, werde ich mir eine ERA-TAC-Blockmontage der Firma Recknagel zulegen, die eine einstellbare Vorneigung zwischen 0 und 70 MOA zulässt. Wenn das System erweitert ist und weitere Ergebnisse vorliegen, werde ich darüber berichten.

Mittlerweile ist die Blockmontage montiert. Da das speziell bei der Savage 10 BA nicht ganz so einfach war, gibt es hier einen Bericht dazu. Das zusätzliche Gewicht hat schwingungstechnisch zum Glück keine Auswirkungen auf die Präzision der Waffe gehabt, die Streukreise sind nach ca. 1600 Schuss noch genauso eng wie eh und je.

Ladedaten:

Achtung, es wird keine Garantie für die Richtigkeit der Ladedaten übernommen !

Wiederlader handeln auf eigenes Risiko !

  • Hülse: Lapua Match, Kailber .308 Win
  • Zündhütchen: Federal Ammunition FA 210
  • Pulver: LOVEX S060 (ist ein einbasiges Pulver)
  • Menge: 39,3 gr.
  • Geschoss: Sierra Matchking HPBT #2200, 168gr.
  • OAL: 71,7mm
  • Crimp: keiner

Dazu ein kleiner Tipp:

Ich bin dazu übergegangen, die Sierra-Geschosse aus Kostengründen gegen Nosler BTHP 168gr.-Geschosse (Artikel-Nr. 65934, 1000er Packung) zu ersetzen. Auf den 100m- und 300m-Bahnen hat sich gezeigt, dass absolut keine Korrekturen am Zielfernrohr notwendig sind, wenn zu Munition mit diesen Geschossen gewechselt wird. Ein Kollege mit einer ballistischen Software hat mich darin noch bestätigt: Die ballistischen Koeffizienten beider Geschosse haben sich in ihrem Literaturwert erst in der dritten Nachkommastelle unterschieden. Ein leichter geometrischer Unterschied besteht allerdings, den bemerke ich aber nur beim Laden der Patronen: Die Geschoss-Setzmatrize muss ich beim Wechsel von Sierra- zu Nosler-Geschossen um einige zehntel Millimeter niedriger schrauben um die OAL zu halten.

Während für die 1000er-Packung Sierra bisher rund 320 Euro fällig waren, bekomme ich dieselbe Menge Nosler-Geschosse für 204 Euro.

Nachtrag Oktober 2016:

Für einen weiteren Besuch eines Truppenübungsplatzes habe ich eine Laborierung mit einem 200 Grain HPBT-Geschoss entwickelt, die genauen Ladedaten können hier nachgelesen werden. Die dort ermittelten Klickwerte für die Laborierungen mit 168- und 200-Grain-Geschossen können in meinen Drop-Charts im Bereich Downloads nachgelesen werden.

Kamerahalterung für Picatinny-Schiene

 

Kamerahalterung Picatinny 9

Angeregt von den vielen Videos, die man sich auf Youtube anschauen kann, wollte ich mich selbst auch mal beim Schießen filmen oder eben die Treffer auf der Scheibe aufnehmen. Meine Suche begann mal wieder beim großen Online-Versandhändler: Dort gibt es eine Halterung für eine sog. Go-Pro-Kamera, die schon für die Montage auf eine Picatinny-Schiene vorbereitet ist. Nettes Teil und auch nicht zu teuer. Da die Halterung mit Sicherheit nicht an meine Digitalkamera passen würde, habe ich in Sachen Go-Pro noch ein wenig nachgeforscht, um sie ggf. gleich mit zu kaufen. Dabei habe ich herausgefunden, dass eine solche Kamera für meine Bedürfnisse eher ungeeignet ist. Ich bin jetzt kein Fachmann in Sachen Kameras, aber ich glaube gelesen zu haben, dass die Go-Pro keine Verstellung des Zooms hat und stets weitwinklige Aufnahmen macht. Ob das mit meiner derzeitigen Kamera besser ist, wird sich aber auch noch zeigen.

Mit dem einen oder anderen Zubehörteil, dass ich noch zuhause herum fliegen hatte, habe ich also ein paar Überlegungen angestellt – heraus gekommen ist diese Variante:

Ich hatte noch einen kleinen Picatinny-Adapter übrig, solch einen bekommt man schon für wenige Euro im Online-Versandhandel. Wichtig ist nur, dass er zwei ordentliche Stege aufweist, die zwischen der Klemmbasis und dem Picatinny-Profil liegen. In diese senkrechten Stege werden später Gewinde geschnitten – sind sie zu dünn, kann die Konstruktion später nicht halten, bzw. der Picatinny-Adapter wird beim Anbohren zerstört.

Zu Beginn wird an diesem Adapter erst mal das Picatinny-Profil bis auf den Nutgrund abgefräst oder an einem Bandschleifer abgeschliffen. Danach reißt man ein Bohrungsmuster von 12x21mm für vier Kernlochbohrungen M3 an. Dieses Bohrungsmuster muss so symmetrisch liegen, dass alle Kernbohrungen in den oben beschriebenen Stegen liegen. Danach werden die vier Gewinde M3 hinein geschnitten.

Kamerahalterung Picatinny 1

Kamerahalterung Picatinny 2

Als nächstes werden die beiden Bauteile laut nachfolgenden Zeichnungen angefertigt. Ich hatte Glück und habe dazu einen Aluwinkel 40x80x4 gefunden. Wahrscheinlich findet man eher einen Winkel 80x80x8, aber mit 8mm Materialstärke wäre mir dieser zu schwer gewesen. Mit einer Fräse könnte man natürlich nachhelfen, aber die hat jetzt auch nicht jeder herum stehen …

Kamerahalterung Winkel

Es kann vorkommen, dass zwei Maße an die vorhandene Kamera angepasst werden müssen: Konzipiert habe ich den Winkel für eine einfache Digitalkamera Casio Exilim (EX-ZS100). Deshalb habe ich von der Auflagefläche des Winkels in 58mm Entfernung die Bohrung für die Klemmschraube festgelegt. Die Kamera lässt sich an dieser Position dann kollisionsfrei um 360° drehen. Dieses Mass ist natürlich zu verändern, wenn die Halterung für eine breitere und/oder tiefere Kamera angefertigt werden soll (Eckenabstand zur Drehachse beachten!) – ich gehe dabei davon aus, dass sich das Stativgewinde idealerweise in der Mitte der Kamera befindet, ihr solltet das bei einem Nachbau erst mal prüfen. Ebenso verhält es sich mit der Gesamtlänge von 70mm, auch diese Mass ist an die Breite meiner Kamera angepasst. Für mich war es ausreichend, die Kamera bis etwas über den Schwerpunkt hinaus abzustützen.

 

So sieht das Teil im fertigen Zustand aus:

Kamerahalterung Picatinny 3

Kamerahalterung Picatinny 4

Danach fehlt nur noch der Distanzring, er darf dabei aus beliebigem Material sein, auch der Außendurchmesser kann variieren. Die Höhe sollte der Schaftlänge der Stativschraube angepasst sein, damit diese noch eine Klemmwirkung erreichen kann.

Kamerahalterung Distanzscheibe

Für die Klemmung der Kamera habe ich von meinem alten Stativ meines Spektivs einfach die Schraube geklaut.

 

Hier noch ein Bild vom Distanzring mit der Stativschraube:

Kamerahalterung Picatinny 5

Zuletzt montiert man den Winkel mit vier Senkschrauben ISO 10642 M3x10 – A2 an die modifizierte Picatinny-Basis und lackiert die Baugruppe dann in schwarz oder RAL 7006 – alles andere wäre Frevel… Ich habe zusätzlich noch mit doppelseitigem Klebeband eine 0,5mm dicke Gummimatte auf den Winkel geklebt, es dürfte wohl nicht so einfach sein, solch dünnes Gummi aufzutreiben – unbedingt notwendig ist es aber auch nicht.

Kamerahalterung Picatinny 6

Kamerahalterung Picatinny 7

Kamerahalterung Picatinny 8

So sieht die Konstruktion dann am Gewehr aus, die dünne Gummimatte hilft, die Stativschraube ein wenig zu halten:

Kamerahalterung Picatinny 10

Kamerahalterung Picatinny 11

Die nächsten beiden Bilder zeigen schon die Perspektive aus Sicht der Kamera, beide Male ist der Blickwinkel nur minimal von der Laufachse abweichend:

Kamerahalterung Picatinny 12

Kamerahalterung Picatinny 13

Hier noch ein kurzes Video dazu:

 

 

Wer mehr über das gezeigte AR-15 wissen möchte, kann hier weiterlesen.