Gasdruck beim Wiederladen

Nach den Kommentaren eines aufmerksamen Lesers aus Teil 3 zu den Ladedaten für Schwedenmauser, möchte ich in diesem Beitrag anhand meiner bevorzugten Laborierung für den Schweden nochmal näher auf das Thema des zulässigen Gasdrucks beim Wiederladen eingehen. Diese Thematik betrifft eigentlich jede Patrone, die wiedergeladen wird. Ich bin vor einiger Zeit zu Recht darauf hingewiesen worden, dass meine bevorzugte Laborierung die maximale Ladeempfehlung von Vihtavuori bereits überschreitet. Mithilfe von Marvin und der Software „Quickload“ möchte ich also in diesem Beitrag einige Ergebnisse präsentieren und erläutern. Da ich nicht weiß, ob es lizenzrechtlich gestattet ist, Screenshots der Software von den kompletten Berechnungen zu veröffentlichen, beschränke ich mich hier auf die Beschreibung der Ergebnisse und ein kleines Diagramm. Der Schwerpunkt liegt mit diesem Beitrag auf den berechneten Gasdrücken und nicht mehr auf der Präzision oder der Mündungsgeschwindigkeit wie in den vergangenen Beiträgen.

Der Vorsicht halber möchte ich auch nochmals darauf hinweisen, dass es sich nachfolgend um theoretisch berechnete Werte durch eine Software handelt. Einen besseren Aufschluss über die im System herrschenden Gasdrücke ergibt wohl erst eine Messreihe aus Patronen, die man zur Ermittlung des Gasdrucks an ein Beschussamt einsendet. Ich möchte das mit meiner bevorzugten Laborierung auch noch tun und werde das Ergebnis veröffentlichen, sobald es vorliegt.

Ungeachtet des Ergebnisses gilt für alle nachfolgenden Ladedaten weiterhin folgender Warnhinweis:

Für die Richtigkeit der Ladedaten wird keine Garantie übernommen! Wiederlader handeln auf eigenes Risiko!

 

Ausgangssituation

So, warum mache ich so´n Quatsch eigentlich, dass ich Patronen mit höherem Gasdruck herstelle? Das Gewehr hat ja bereits mit anderen (weicheren) Laborierungen sehr gut geschossen. Ganz einfach: Ich wollte für das Long-Range-Schiessen eine Patrone mit höherer V0 haben, aus diesem Grund habe ich die Ladeempfehlung verlassen. Den maximal zulässigen Ladedruck eines Schwedenmausers habe ich mit 3800 bar recherchiert. Man muss sich nicht viel Mühe geben, Wikipedia kann da z.B. schnell Auskunft geben, ist aber sicherlich nur eine Quelle von vielen. Auch Quickload hat übrigens den Grenzwert von 3800 bar für diese Patrone. Als Maschinebau-Ingenieur ist mir bewusst, dass die Vorhersage eines Bauteilversagens nicht nur in Bezug auf die Höhe der eingeleiteten Kraft (i.V.m. Querschnittsprofil und Werkstoff), sondern auch in Bezug der Anzahl der Lastwechsel zu beurteilen ist (Stichwort Materialermüdung). Auch andere Faktoren spielen eine Rolle, aber das sind Details, die hier den Rahmen sprengen würden. Da ich noch nicht davon gehört habe, dass man aus Gewehren nur eine bestimmte Anzahl von Schüssen abgeben darf, gehe ich also erstmal davon aus, dass der Literaturwert von 3800 bar jener Maximaldruck ist, bei dem die Dauerfestigkeit des Werkstoffes noch gewährleistet ist.

Zur Erinnerung, dies sind meine bevorzugten Ladedaten:

  • Hülse: Lapua Match, Kailber 6,5×55 Swedish Mauser
  • Zündhütchen: Federal Ammunition FA 210
  • Pulver: Vihtavuori N150
  • Menge: 38,0 gr.
  • Geschoss: Lapua Scenar HPBT, 139gr. (GB458)
  • OAL: 76,5mm
  • Crimp: keiner
  • V0 (nach Quickload): 783 m/s
  • V0 (gemessen): 803 m/s
  • Max. Gasdruck (nach Quickload): 3069 bar
  • Max. zulässiger Gasdruck: 3800 bar

Damit bin ich noch etwas mehr als 700 bar vom maximal zulässigen Gasdruck entfernt. Klingt erstmal ausreichend, Schwankungen in der Produktion des NC-Pulvers oder in der Herstellung der Patrone können aber gefährlich werden, das sollte man einfach wissen.

 

Das sagt Vihtavuori

Ich verlinke hier mal die Ladeempfehlungen des Pulverherstellers. Beachtet bitte, dass es auch modernere Gewehre im klassischen „Schwedenkaliber“ gibt, die einen höheren zulässigen Gasdruck haben und meist unter 6,5×55 SE oder 6,5×55 SKAN geführt werden. Mein Gewehr besitzt zwar einen modernen Lauf von Schulz und Larsen aus dem Jahre 2010, allerdings ist meine Systemhülse noch die des klassischen Schwedenmauses mit einer Prägung der Fabrik „Carl Gustavs“. Da die Systemhülse letztendlich über den Verschluss sämtliche Kräfte aufnimmt, bleibe ich mal bescheiden und lege weiterhin einen zulässigen Maximaldruck von 3800 bar zugrunde.

Vihtavuori: 6,5×55 Swedish Mauser

Vihtavuori: 6,5×55 SE / 6,5×55 SKAN

Die Ladedaten 6,5×55 SE oder 6,5×55 SKAN sind hier nur der Vollständigkeit halber verlinkt und spielen bei der weiteren Betrachtung keine Rolle!

Bezogen auf das Geschoss Lapua Scenar GB458, ist die Maximalempfehlung von Vihtavuori folgende (von den fettgedruckten Werte weiche ich ab, s.o.):

  • Hülse: 6,5×55, Hersteller unbekannt
  • Zündhütchen: Hersteller unbekannt
  • Pulver: Vihtavuori N150
  • Menge: 35,2 gr.
  • Geschoss: Lapua Scenar HPBT, 139gr.
  • OAL: 78,0mm
  • Crimp: unbekannt
  • V0 (nach Vihtavuori): 761 m/s
  • V0 (nach Quickload): 742 m/s
  • Max. Gasdruck (nach Quickload): 2456 bar
  • Max. zulässiger Gasdruck: 3800 bar

Vihtavuori ist damit 1350 bar vom Maximaldruck entfernt. Ein theoretisch recht komfortabler Abstand. Ich gehe mal davon aus, dass keine Ladeempfehlungen veröffentlicht werden, die irgendwelche Klagen gegen den Pulverhersteller nach sich ziehen könnten.

 

Das sagt Vihtavuori aber auch

Schaut man sich die Ladeempfehlungen aus dem ersten Link etwas genauer an, so fällt eine auf, bei der beim 139gr.-Norma-Geschoss ganze 39,4 gr. N150 (maximal) erlaubt sind. OK, kann ja sein, dass sich Geschosse in Ihrer Geometrie äußerlich unterscheiden und gewisse Parameter der Patrone angepasst werden müssen. Aber entscheidend für ein gesundes Weiterschießen sollte ja immer noch der Gasdruck sein. Schauen wir uns die Daten mal mit Quickload an:

  • Hülse: 6,5×55, Hersteller unbekannt
  • Zündhütchen: Hersteller unbekannt
  • Pulver: Vihtavuori N150
  • Menge: 39,4 gr.
  • Geschoss: Norma HP, 139gr., (Mit Artikel 66517 aus der Datenbank von Quickload bezeichnet)
  • OAL: 78,0mm
  • Crimp: unbekannt
  • V0 (nach Vihtavuori): 779 m/s
  • V0 (nach Quickload): 807 m/s
  • Max. Gasdruck (nach Quickload): 3214 bar
  • Max. zulässiger Gasdruck: 3800 bar

Jetzt sind es sogar nur noch knapp 600 bar zum Maximaldruck.

Sind die Parameter für die Berechnungen mit Quickload alle richtig gewählt, so ist doch schon auffällig, dass es solche Unterschiede in den maximalen Ladeempfehlungen gibt. Für jemanden, der kein Quickload besitzt, erschließen sich diese Unterschiede im Gasdruck überhaupt nicht! Ist das jetzt ein Indiz dafür, dass man Gasdrücke  nahe 3800 bar nicht fürchten muss? Die Antwort folgt weiter unten…

 

Aussichten

Spielen wir mal ein wenig mit den Parametern der Software. Behalten wir dabei immer im Hinterkopf, dass den Ergebnissen nur Rechenalgorithmen zugrunde liegen und die Wirklichkeit anders aussehen kann.

  • „Meine Laborierung“, jedoch nur 37,0 gr. N150 (statt 38,0 gr.):

–> V0 sinkt auf 783m/s, Pmax sinkt von 3069 bar auf 2861 bar.

  • „Meine Laborierung“, jedoch OAL von 78,0mm (statt 76,5mm):

–>V0 sinkt auf 772m/s, Pmax sinkt von 3069 bar auf 2986 bar.

Möchte man den Gasdruck senken, hat es also den größeren Effekt, die Pulvermenge zu reduzieren, statt die Patronenlänge zu erhöhen. Nicht wirklich verwunderlich… Der umgekehrte Effekt tritt erst wieder ein, wenn man das Geschoss bis an die Züge setzt.

Irgendwann will man natürlich zu dem Punkt kommen, an dem man tatsächlich beurteilen kann, ob man sich mit einer Laborierung sicher fühlen kann, oder nicht. Nehmen wir dabei Quickload zu Hilfe und seine Grenzwertbereiche für Gasdrücke, die je nach Gefahrenpotenzial farblich hinterlegt sind (hier bezogen auf den Schweden mit 3800 bar Maximaldruck).

 

Diagramm
Exemplarisches Diagramm

 

  • Ohne Markierung/Weiss: bis 2800 bar

–> Warnmeldung: keine

  • Gelb markierter Bereich: 2800 bar – 3200 bar

–> Warnmeldung: keine

  • Lila markierter Bereich: 3200 bar – 3800 bar

–> Warnmeldung: „WARNUNG: Nahe am höchstzulässigen Gasdruck. Toleranzen können gefährliche Drücke verursachen!“

  • Rot markierter Bereich: >3800 bar

–> Warnmeldung: Hierzu liegt mir keine Info vor, soweit habe ich es nicht kommen lassen.

 

Beschussamt Mellrichstadt

Ich habe kurzerhand mal beim Beschussamt Mellrichstadt angerufen und das Glück gehabt, einen freundlichen Mitarbeiter zu sprechen, der sich für mich Zeit genommen hat. Meine wichtigste Frage wurde mir wie folgt beantwortet: Der Gasdruck nach CIP kann als dauerfest angesehen werden. Allerdings wurde mir auch empfohlen, einen Abstand von ca. 10 Prozent zum maximalen Gasdruck zu wahren, denn eine Materialermüdung kann immer im Bereich des Möglichen sein.

 

Mein Fazit

Ich habe mich im Rahmen dieses Beitrags nochmal eingehender mit den Ladedaten befasst, werde aber an meiner Laborierung für den Schweden aus folgenden Gründen festhalten:

  • Alle bisher ca. 600 abgeschossenen Patronenhülsen ließen sich problemlos herausrepetieren.
  • Kein einziges Zündhütchen war derart platt, dass der abgesetzte Ring an der Zündglocke bereits verdeckt war.
  • Vollkalibrieren von abgeschossenen Hülsen bedurfte nie eines erhöhten Kraftaufwands. Die Schleifspuren des Vollkalibrierens waren im Bereich des Hülsenbodens stets minimal, im Bereich des Hülsenhalses naturgemäß deutlich.
  • Alleiniges Halskalibrieren bereits abgeschossener Hülsen mit Anfertigung von Patronendummies ergab keine Probleme beim Laden/Repetieren des Verschlusses – somit keine Hinweise auf „Ausbauchen“ der Hülsen aufgrund erhöhten Gasdrucks.
  • Maximal zulässiger Gasdruck wird um 700 bar (entspricht 18% Differenz zum Maximalwert) unterschritten.
  • Keine Warnhinweise durch Software Quickload.

 

Das war nun ein recht trockener Beitrag zum Thema Wiederladen. Ich halte nicht aus Trotz an meiner Laborierung fest, sondern tue das nach sorgfältiger Auswertung aller Informationen, die ich bekommen konnte. Ich will mit diesem Beitrag auch niemanden dazu animieren, die Ladeempfehlungen der Hersteller generell zu überschreiten, für die meisten Sportschützen ist das auf den disziplinenkonformen Distanzen auch gar nicht notwendig. Sollte ich jemandem mit Long-Range-Ambitionen nützliche Anregungen geliefert haben, so freut mich das. Die letzte beobachtete Reichweite meines Schwedenmausers mit meinen o.g. Ladedaten beträgt übrigens 1350m. Weitere Kommentare oder Anregungen zu diesem Beitrag sind herzlich willkommen!

Ladedaten Schwedenmauser M/63, Teil 3

Die Schussbilder aus dem ersten Teil der Ladedaten für den Schwedenmauser haben mich noch eine ganze Weile beschäftigt, weil sie alle noch mit dem Zielfernrohr von Tac Vector Optics und den gebrochenen Klemmungen an den Montageringen entstanden sind. Im Hinblick auf einen bevorstehenden Besuch eines Long Range-Events Anfang Dezember habe ich mich aber gefragt, ob die im zweiten Teil getesteten Laborierungen mit dem jetzt neuen ZF Sightron SIII 8-32×56 nicht besser abschneiden würden? Immerhin ist die neue Optik einfach hochwertiger und die Montageringe wurden schließlich auch gegen neue ausgetauscht…

Im zweiten Teil hat sich ja eine Laborierung mit N160 (und neuem ZF Sightron SIII) als sehr geeignet heraus gestellt. Jene Laborierungen mit N150 habe ich aber damals nicht weiter verfolgt. Das wollte ich vor dem Long Range-Schießen noch nachholen, weil man auf lange Distanzen einfach auch eine ordentliche Mündungsgeschwindigkeit benötigt und da hat N150 gegenüber N160 einfach etwas die Nase vorn.

Gesagt, getan – hier ist das Ergebnis. Geschossen wurde auf eine Distanz von 100m sitzend aufgelegt mit Zweibein und Sandsack am Hinterschaft.

N150, 100m:

13mm Streukreis ist schonmal ne Hausnummer! Bei der zweiten Scheibe habe ich dann schon etwas schneller geschossen: Mit 17mm, 16mm und 21mm sind aber immer noch richtig gute Ergebnisse dabei. Zum Vergleich: Bei der Laborierung mit N160 war ich damals mit 14mm ebenfalls sehr zufrieden. Weiter ging es zur 300m-Bahn. Dort habe ich zunächst mal den Haltepunkt beibehalten, ohne die Schussgruppe in die Mitte zu klicken.

N150, 300m:

Schussbild Schwedenmauser N150_01

Hier sind nochmals die Ladedaten in der Übersicht:

Achtung, für die Richtigkeit der Ladedaten wird keine Garantie übernommen! Wiederlader handeln auf eigenes Risiko!

Achtung, erhöhter Gasdruck!!!

siehe auch: Gasdruck beim Wiederladen

  • Hülse: Lapua Match, Kailber 6,5×55 Swedish Mauser
  • Zündhütchen: Federal Ammunition FA 210
  • Pulver: Vihtavuori N150
  • Menge: 38,0 gr.
  • Geschoss: Lapua Scenar HPBT, 139gr.
  • OAL: 76,5mm
  • Crimp: keiner
  • V0 (berechnet): 783 m/s
  • V0 (gemessen): 803 m/s

Zum Vergleich Schussbilder, die ich mit N160 auf 300m geschossen habe:

Die Sache ist auf jeden Fall klar: Der Wechsel zur Labrierung mit N150 ist beschlossene Sache! Eine gleiche Präzision bei höherer V0 ist genau das, was ich mir erhofft hatte.

Zurück vom Long Range-Schießen hat sich dann gezeigt, dass mit der N150-Laborierung Ziele in bis zu 1200m Entfernung erfolgreich getroffen wurden. Anhand des bei dieser Distanz immer noch verfügbaren Verstellbereichs des ZFs von ca. 14 MOA, schätze ich die Reichweite des Gewehrs auf sicherlich 1300m bis maximal 1400m ein. Mal schauen, ob es eines Tages noch soweit kommt.

Rettet den Schweden! Teil 5 – Bettung Nr. 3+

Mit dem Ergebnis aus Teil 4 der Serie sind zwei Dinge klar:

  1. Die Bettung ist immer noch mittelmäßig, die Schwergängigkeit des Verschlusses eine Zumutung (auch wenn ein Teil davon ganz klar dem Abzug zuzuordnen ist)
  2. Das Pulver spielt eine größere Rolle als gedacht, auch wenn sich dieser Verdacht nach den Ergebnisses des Kollegen schon früher hätte aufdrängen sollen.

Für Punkt 1 wird für den nächsten Ausflug auf die Schießbahn eine Misch-Ansatz gewählt: hintere Systemschraube nur locker mit der 10er Nuss und den Fingern anziehen, vordere Systemschraube mit den 7 Nm anziehen und den barrel block einsetzen. Das Ergebnis ist ein Verschluss der sich im eingebauten Zustand des Systems beinahe genau so gut schließen lässt wie im  ausgebauten Zustand ohne jegliche äußere Krafteinwirkung. Dafür tritt jetzt in der Wahrnehmung der Abzug noch stärker nach vorne. Überfahren des Sear (amerikanischer Timney Abzug für den 96er, da heißt das so ;)) aus der geschlossenen in die offene Stellung ist ein Kraftakt, der Kraftaufwand für das Spannen der Feder ist auch nicht zu verachten. Hier wird noch etwas überarbeitet werden müssen.

Da nicht klar ist, ob der Schwedenmauser jemals vernünftig schießt, wird eine Tikka T3x Varmint als potentieller Nachfolger im Kaliber 6,5×55 auserkoren. Da diese lediglich über einen 600 mm langen Lauf verfügt, wird über Quickload ein Pulver ausgewählt, dass auch aus dieser Lauflänge 830+ m/s für die 140 gr Hornady BTHP Geschosse in .264″ liefert. Die Wahl fällt auf Vihtavuori N550.

Für den folgenden Ausflug zur Schießbahn werden einige Schuss mit der bekannten Lovex S065 Ladung geladen sowie weitere mit N550, gleiche Pulvermenge und Patronenlänge. Dazu kommen noch einige Schuss 6,5×55 mit N160 vom Kollegen.

Die ersten Ergebnisse sind wieder mal enttäuschend bis grauenhaft. Alle gezeigten Gruppen wurden so vermessen, dass die 2 am weitesten entfernten Löcher abzüglich Kaliber angegeben sind. Angabe ist nicht der Durchmesser des Kreises über alle Einschusslöcher!

Gruppe mit S065, nicht der Rede wert:

schwedenmauserrettung-12

Gruppen N160, durchwachsen:

Gruppen N550, auch nicht besser:

Da die geschossenen N160 und N550 Laborierung im Schwedenmauser des Kollegen gute Ergebnisse liefern, wird kurzerhand das einzige, was die beiden Gewehre jetzt noch wesentlich unterscheidet auf meinen Schwedenmauser montiert: Der Schwedenmauser des Kollegen verfügt über ein Sightron ZF statt des TacVector ZF und durch die Montage auf dem Schaft mittels der Picatinny-Brücke, ist der Umbau auf meinen Schweden-Schaft eine Sache weniger Minuten.

Gruppe N550 aus Patient Schwedenmauser mit „implantiertem“ Austausch ZF:

schwedenmauserrettung-18

Die letzten 6 Schuss der Laborierung mit dem neuen Pulver N550 liefern ein wahnsinnig gutes Schussbild. Bei der Scheibenbeobachtung auf 100 m wird vor dem Einholen davon ausgegangen, das nur 2 Löcher vorhanden sind und der Rest sich wieder sonst wo verteilt hat.

Diese Gruppe mit 6 Schuss lässt doch sehr hoffen und so geht es nun, mit neuen Patronen mit gleicher Laborierung, demnächst wieder auf den Schießstand um zu prüfen, ob das Zielfernrohr jetzt noch der wesentliche Teil des Problems ist.

Dillon XL 650, Lagergeführte Steuerkulisse

Ihr merkt schon, das Thema 3D-Drucken ist immer noch hoch im Kurs…

Ich habe das Netz mal nach Datenbanken für 3D-Drucker-Dateien durchforstet und allerhand Bauteile für die Dillon XL 650 gefunden. Unter anderem auch das Teil, um das es sich in diesem Beitrag hier handelt. Die Vorschau sah vielversprechend aus: Eine Halterung für ein Rillenkugellager, an der die Steuerkulisse des Drehtellers schließlich abrollt. Denn wer kennt es nicht, dass bei KW-Patronen durch das Einrasten der Hülsenhalteplatte das Pulver oftmals aus der noch offenen Hülse wieder rausfliegt? Tja und genau da wollte ich ursprünglich ansetzen, denn die Konstruktion sah sehr nach einem künftig ruhigeren Lauf der Hülsenhalteplatte aus…

Es handelt sich ausnahmsweise mal um ein Teil, das ich nicht selbst konstruiert habe. Heruntergeladen von einer amerikanischen Seite, konnte ich also schonmal davon ausgehen, dass die sechseckige Tasche für eine imperiale Mutter dimensioniert sein müsste. Letztlich hat eine metrische Sechskantmutter M6 dann mit einigem Kraftaufwand doch hineingepasst. Zuvor muss aber das Durchgangsloch für eine entsprechende Schraube M6 etwas aufgebohrt werden, ich habe mich für einen Durchmesser von 6,5mm entschieden.

 

 

 

 

 

 

Auf der später abgewandten Seite wird dann ein kleines Rillenkugellager vom Typ 626 montiert. In diesem Fall ist es eines vom Typ 626-2Z (oder auch -ZZ). Das Nachsetzzeichen dieses Typs Rillenkugellager gibt also einen Hinweis darauf, dass es mit Deckscheiben versehen ist. Diese Deckscheiben sind nicht berührend und können nur vor grober Verschmutzung schützen. Ein Rillenkugellager 626-2RS würde ebenfalls gehen, dieses wäre aber mit Dichtscheiben versehen. Es hat zwar einen erheblich besseren Schutz gegen Verschmutzung, die Dichtlippen sind aber berührend, was man am Rollwiederstand wieder spüren würde. Was mir zur Montage des Lagers gefehlt hat, ist ein kleiner kreisrunder Absatz auf dem Druckteil, damit beim Anziehen der Schraube auch wirklich nur der Innenring des Lagers geklemmt wird. Hier habe ich mit einer Unterlegscheibe für Schrauben M6 etwas improvisiert und das gleiche Ergebnis erzielt.

 

 

 

 

 

 

Achtung, beim Anschrauben des Lagers kann leider keine beliebige Schraube verwendet werden:

Herkömmliche „Inbus“-Schrauben, also DIN 912-M6x25 (neu ISO 4726-M6x25) stoßen mit Ihrem Kopf leider an den hinteren Absatz der Steuerkulisse an. Dieser Absatz wird nur leicht verbogen, das muss aber nicht sein.

Der Kopf einer Sechskantschraube nach DIN 934 (neu ISO 4032) stößt leider immer noch leicht an, perfekt wäre eine Linsenkopfschraube mit Innensechskant nach DIN 7380-M6x25.

 

Dillon XL 650 Steuerkulisse 10

 

Hat man alles beisammen, sieht die Presse und deren Bewegung nach der Montage so aus.

 

 

 

 

 

 

Und jetzt kommt´s: Die Aktion nützt gegen das Rütteln überhaupt nichts! Haha! Tja, dumm gelaufen…

Immerhin funktioniert´s das muss man dem Erfinder schon lassen. Ich hab´ mich anschließend natürlich auch gefragt, wofür ich jetzt meine Zeit verschwendet habe und kann dem Ganzen dann doch noch ein wenig abgewinnen: Da die Steuerkulisse aus Kunststoff ja sonst an dem brünierten Stahlkeil reiben würde, wird hier meiner Meinung nach einfach einem Verschleiß vorgebeugt.

Schauen wir uns den Stahlkeil mal genauer an, kann an diesem Teil von Verschleiß eigentlich keine Rede sein: Nach ca. 9.000 geladenen Patronen ist gerade mal etwas Brünierung abgerieben.

Dillon XL 650 Steuerkulisse 05

Bei der Steuerkulisse könnte das schon anders aussehen, sie ist aus dem weicheren Material und ist zumindest schonmal Bestandteil des Ersatzteil-Kits. Ein erster Hinweis darauf, dass dieses Bauteil vielleicht nicht ewig halten wird. Aber fährt man mit dem Finger an der Lauffläche entlang, will hier auch nicht so recht einleuchten, dass der Umbau jetzt wirklich nötig war: Ich kann nach vier Jahren Gebrauch noch nicht mal eine Abnutzung ertasten!

Meine Meinung zu dem Teil: Absolut unnötig! Wenn überhaupt,  ein wenig Fett verwenden und das Thema „Verschleiß“ ist endgültig erledigt.

Wer sich das Bauteil dennoch herunterladen möchte, findet es hier.

Zurück zum Rütteln, das Thema existiert ja leider noch. Das Rütteln tritt also an der Hülsenhalteplatte auf – das hab ich jetzt auch geschnallt – und dreht man diese um, wird auch klar, was den Ruck verursacht: Es ist die federgelagerte Kugel, die in die Bohrung der Platte einrastet.

Dillon XL 650 Steuerkulisse 11

Man könnte nun sehr aufwendig Ein-Und Auslauf an den Bohrungen so gestalten, dass es einen möglichst sachten Übergang gibt. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Federkraft an der Kugel zu minimieren. In einigen Foren wird darüber berichtet, dass das Kürzen der Feder um eine halbe oder ganze Windung bisweilen schon das Problem lösen kann. Aber auch dazu gibt es wieder konträre Wortmeldungen, dass das Problem trotz kürzerer Feder immer noch besteht. Ich habe für mich entschieden, das Ruckeln erstmal weiterhin hin zu nehmen. Immerhin kann man beim Setzen des Geschosses ja auch schon die Bewegung des Revolvers an der entgegen kommenden Hülse abbremsen. Auch das ist nicht unbedingt neu und liest sich in Forenbeiträgen auch immer wieder mal. Es ist blöd, aber das Thema Ruckeln bleibt für mich erstmal ungelöst…

Dillon XL 650: Zündhütchen-Stopper

Wer kennt sie nicht, die rausfliegenden, nicht verpressten Zündhütchen?

Selbst wenn sie nicht an Ihrem Umfang abrollen, sondern einfach nur auf der glatten Seite herunter rutschen, haben die Zündhütchen bisweilen so viel Schwung, dass sie am Ende der Rampe einfach über den Rand fliegen. Ok, oft passiert das nicht aber nerven tut es trotzdem!

Mithilfe eines 3D-Druckers kann aber für Abhilfe gesorgt werden. Die Konstruktion des Bauteils und Konvertierung in ein Schichtmodell im STL-Format habe ich bereits übernommen. Das Bauteil ist zwar nicht das erste, das ich habe drucken lassen (diverse Custom Rail-Panels für Picatinny-Schienen habe ich bereits vorgestellt), aber es ist das erste Modell, das ich zum Download bereit stelle. Dabei ist es wahrlich nichts Besonderes, eben nur ein kleiner, einfacher Helfer…

Wer sich das Teil drucken (lassen) will, sollte zunächst mal die Breite der Rampe an seiner Dillon XL 650 vermessen, siehe Bild:

Dillon XL 650 ZH-Stopper 02

Ihr werdet feststellen, dass die Rampe nicht überall gleich breit ist, das ist der Fertigungstechnik geschuldet, da es sich um ein Spritzgussteil handelt und den Seiten eine Formschräge hinzugefügt wurde. Das ermöglicht später das bessere Lösen/Ausstoßen des fertigen Teils aus seiner Spritzgussform. So dürfte die Rampe im oberen Bereich direkt zwischen den Pfeilspitzen eine Breite von  ca. 16,6mm aufweisen, zumindest war das bei mir der Fall. Der Stopper, den ich konstruiert habe, lässt sich auf diesen Rand aufsetzen, wobei er mit minimaler Kraft aufgeschoben wird.

Der innen abgesetzte Rand, bzw. die offene Tasche besitzt dabei eine Breite von lediglich 16,5mm. Dieses Untermaß soll bewirken, dass eine minimale Klemmwirkung beim Aufschieben erreicht wird, sodass das Bauteil durch Erschütterungen nicht gleich wieder herunter fällt.

Dillon XL 650 ZH-Stopper 03

Für diejenigen, die das Mass von 16,6mm nicht bestätigen können, stelle ich eine zweite Datei zur Verfügung, welche eine Taschenbreite von nur 16,4mm besitzt.

Achtung:

Zur Nutzung der beiden nachfolgenden Dateien müssen sie nach dem Download umbenannt werden. Ändert dazu die Dateiendung von „.doc“ einfach zu „.STL“, ladet die Datei dann in den Speicher Eures 3D-Druckers und es kann losgehen.

ZH-Stopper 16,5mm, Dillon XL 650

ZH-Stopper 16,4mm, Dillon XL 650

 

Aufgesetzt sieht der Stopper dann so aus:

Dillon XL 650 ZH-Stopper 04