Ladedaten Schwedenmauser M/63, Teil 2

Endlich fertig!

Diesen Artikel wollte ich eigentlich schon vor Wochen, wenn nicht Monaten geschrieben haben. Jetzt, da er online ist, bedeutet das aber auch gleichzeitig, dass der Schwedenmauser endlich so schießt, wie ich mir das vorgestellt habe! War nochmal richtig spannend in den letzten beiden Wochen, denn ich wollte rechtzeitig vor dem nächsten Longe-Range-Event fertig werden. Tja, den Kampf habe ich dank gebrochener Klemmung an beiden Montageringen (zu fest an der Pica-Schiene angezogen) und dank eines Defekts am Zielfernrohr leider verloren… Die Schussbilder von diesem Tag erspare ich Euch mal.

Das ZF wurde kurzerhand ersetzt, auf dem Schwedenmauser ist nun -wie bei meiner Savage 10BA auch – Altbewährtes montiert: Ein Sightron S-III 8-32×56 – nur diesmal mit 1/4-MOA-Klickverstellung.

Zurück auf der 100m-Bahn ging es dann ans Einschießen mit nachfolgenden Ergebnissen. Alle Schussbilder zeigen 5-Schuss-Gruppen, sitzend mit Zweibein und Sandsack am Hinterschaft. Die Laborierungen gibt es gleich dazu. Schlechtere Ergebnisse von anderen Laborierungen zeige ich hier nicht mehr, davon gab es im ersten Teil des Beitrags bereits genug.

Achtung, für die Richtigkeit der Ladedaten wird keine Garantie übernommen! Wiederlader handeln auf eigenes Risiko!

Ladedaten Schwedenmauser 15
  • Hülse: Lapua Match, Kailber 6,5×55 Swedish Mauser
  • Zündhütchen: Federal Ammunition FA 210
  • Pulver: Vihtavuori N160
  • Menge: 39,0 gr.
  • Geschoss: Lapua Scenar HPBT, 139gr.
  • OAL: 76,5mm
  • Crimp: keiner
Ladedaten Schwedenmauser 16
  • Hülse: Lapua Match, Kailber 6,5×55 Swedish Mauser
  • Zündhütchen: Federal Ammunition FA 210
  • Pulver: Vihtavuori N160
  • Menge: 38,0 gr.
  • Geschoss: Lapua Scenar HPBT, 139gr.
  • OAL: 76,5mm
  • Crimp: keiner

Die Laborierung mit 39,0 gr. N160 liefert auch auf 300m sehr gute Ergebnisse. Geschossen wurde liegend aufgelegt mit Zweibein und Sandsack am Hinterschaft.

Hier geht es zum dritten und letzten Teil der Serie Ladedaten Schwedenmauser…

Ladedaten Schwedenmauser M/63, Teil 1

Die Entwicklung eines taktischen Schafts für den Schwedenmauser hat lange Zeit in Anspruch genommen und ein gelungener Abschluss dazu wäre sicherlich ein tolles Schussbild mit einer Ladeempfehlung gewesen. Kleine Streukreise hatte ich anfangs tatsächlich, allerdings hat sich das Schussbild mit der Zeit zusehends verschlechtert, sodass ich diesem Umstand erstmal auf den Grund gehen musste…

Das hat mich leider geschlagene 6 Wochen auf Trab gehalten und während ich diese Zeilen hier schreibe, drängt sich mir der Gedanke auf, dass ich es auch erheblich leichter hätte haben können. Ich musste mal wieder mein eigenes Süppchen kochen und habe mich bei der Wahl des Pulvers an den Hersteller Lovex geklammert, mit dem ich für meine Savage 10 BA und meine Hera Arms The 15th bereits sehr gute Ergebnisse erzielen konnte. Letztlich braucht man nur in diversen Foren nachzulesen, welche Ladedaten andere Sportschützen so veröffentlichen und Lovex ist da nicht so häufig vertreten, das S065 schonmal gar nicht.

Achtung, für die Richtigkeit der Ladedaten im Verlauf dieses Artikels wird keine Garantie   übernommen! Wiederlader handeln auf eigenes Risiko!

Ausgangssituation

Stolz wie Oskar habe ich mit meiner ersten oder zweiten Laborierung sogar eine Vereinsmeisterschaft der DSU mit ca. 20 Teilnehmern gewonnen, die Wettkampfentfernung betrug 100m. Vom Ergebnis habe ich leider kein Bild gemacht, allerdings kann das nachfolgende Bild stellvertretend einen Eindruck der damaligen Präzision vermitteln:

Ladedaten Schwedenmauser 01

Mein Schwedenmauser M/63 hat übrigens einen 27″ langen Lauf von Schulz und Larsen. Die damalige Laborierung war folgende:

  • Hülse: Lapua Match, Kailber 6,5×55 Swedish Mauser
  • Zündhütchen: Federal Ammunition FA 210
  • Pulver: LOVEX S065
  • Menge: 40,0 gr.
  • Geschoss: Nosler  HPBT Custom Competition, 140gr.
  • OAL: 79,3mm
  • Crimp: keiner

Der Ausreißer unterhalb der Gruppe hat mich damals noch nicht stutzig gemacht, das sollte sich aber bald ändern. Mit der Zeit hat sich das Schussbild derart verschlechtert, dass ich mir ernsthaft Sorgen gemacht habe, ob es nicht vielleicht an dem neu entwickelten Schaft liegen könnte. Hinweisen von Kollegen, dass die Systemschrauben vielleicht zu stark angezogen sein könnten, bin ich ebenfalls nachgegangen – so entstanden diverse Schussgruppen auch mit unterschiedlichen Anzugsmomenten der Systemschrauben. Gleichermaßen habe ich mir Gedanken darüber gemacht, dass der Lauf im originalen Schwedenmauser ja nicht freischwingend ist. So habe ich zusätzlich versucht, die Laufschwingung mittles untergelegter Klötzchen zu beeinflussen.

Und so sahen die Schussbilder mit allen erdenklichen veränderbaren Parametern aus, allesamt nicht zufrieden stellend:

Ladedaten Schwedenmauser 02
Ladedaten Schwedenmauser 03
Ladedaten Schwedenmauser 04

Neues Pulver

Wie gesagt, ich habe mich viel zu lange daran festgehalten, den Schwedenmauser mit S065 von Lovex wieder auf Präzision zu bringen, dabei gibt es eine Vielzahl von Empfehlungen mit den langsameren Pulvern N150 und N160. Bei Rückblickender Betrachtung ist das natürlich logisch: Wird ein rasantes Pulver verwendet, wird der Lauf beim Abbrennen gleich zu Beginn des Projektildurchlaufs heftig erschüttert. Das Projektil verlässt dann die Mündung, wenn der Lauf u.U. noch maximal in Bewegung ist. Das für den Sportschützen eher unbrauchbare Resultat ist oben ersichtlich.

Durch die Verwendung des eher langsamen N150 oder sogar N160 ergibt sich eine Beschleunigung des Projektils, die über einen vergleichsweise längeren Zeitraum erfolgt und somit weniger Erschütterungen/Schwingungen im Lauf erzeugt. Die nachfolgenden Bilder zeigen Schussgruppen mit verschiedenen Laborierungen und Setztiefen. Ich hoffe, die Schrift ist einigermaßen leserlich, ich musste mich für die Kennzeichnung weit aus dem Stand hinaus lehnen. Allen Laborierungen gemeinsam ist übrigens die Hülse Lapua Match 6,5×55, das Zündhütchen FA 210M und das neu gewählte Geschoss Lapua Scenar HPBT 139 gr.

Mein vorläufiges Fazit:

Bis auf zwei Schussbilder (Nr. 1 ohne Kennzeichnung und Nr.3) haben alle Laborierungen mit N150 immer noch einen Ausreißer. Jetzt sind Nr. 1 und 3 aber auch genau jene Schussgruppen mit nur vier Einschüssen, statt fünf. Ich lass´ mich von diesen kleinen Streukreisen aber erstmal nicht beindrucken, denn die Tendenz zum Ausreißer ist ja an den anderen Schussgruppen ersichtlich. Das noch langsamere Pulver N160 hat bei den Schussbildern Nr. 6, 7 und 8 zwar um wenige Millimeter größere Streukreise, aber insgesamt die geringere Streuung und für mich somit mehr Verlässlichkeit. Dies ändert sich erst mit den Schussbildern Nr. 9 und 10 (letzteres ohne Kennzeichnung) wenn zwei Grain mehr Pulver in der Hülse geladen sind. Vielleicht ist damit also wieder eine Schwelle überschritten und das langsamere Pulver verliert seinen Vorteil, weil der Abbrand aufgrund der Menge wieder ähnlich heftig wie beim N150 ausfällt. Das Schussbild Nr. 7´ist übrigens durch Nachsetzen von zwei Schüssen entstanden, deren Patronen versehentlich kürzer ausgefallen sind. Die Tatsache, dass das Gewehr auch mit sehr warmem/heißem Lauf noch gute Streukreise wie bei Schussbild Nr. 7 produziert, war sehr beruhigend.

Ich werde die Laborierung mit 38,0 gr. N160 und den Setztiefen 76,5mm und 78,0mm weiter verwenden und versuchen, diese bei bestmöglicher Präzision durch leichte Veränderungen in der Pulvermenge und/oder der Gesamtlänge auf Geschwindigkeit zu trimmen. Schließlich will ich die Munition auch auf langen Distanzen bis max. 1200m noch verwenden. Sobald hierzu Ergebnisse vorliegen, folgt ein zweiter Teil.

Hier geht es zum zweiten Teil der Serie Ladedaten Schwedenmauser…

Pistole 1911, Les Baer Premier II, 5″

Les Baer Premier II 1

Die Les Baer Premier II im Kaliber .45 ACP mit einer Lauflänge von 5“ war meine erste Waffe überhaupt. Sportschützen die hoch hinaus wollen, entscheiden sich häufig doch eher für die 6“-Variante wegen der längeren Visierlinie. Ich bin aber der Meinung, dass man durchaus auch eine 5“-Waffe meistern kann, denn Schießen lernt man eben nur durch schießen. Nebenbei bemerkt gefallen mir die Proportionen einer 6“ langen 1911er einfach nicht, aber das muss jeder selbst wissen.

Generell kann ich über diese Kurzwaffe nicht viel Neues schreiben, was nicht schon durch eine Vielzahl von anderen Berichten bekannt wäre. Les Baer hat einen gewissen Ruf und der liegt nach einschlägiger Meinung in der Eigenpräzision der Waffe begründet – das spiegelt sich dann aber leider auch im hohen Preis wieder. Nicht, dass andere Waffen nicht auch präzise wären, aber über die kann ich nun mal nichts sagen, mir fehlt da ganz einfach der Vergleich. Was auf jeden Fall als Mass für eine gute Eigenpräzision an einer 1911er angesehen werden kann, ist das Spiel zwischen Schlitten und Griffstück. Das kann jeder vor dem Kauf selbst überprüfen, indem er versucht, eben diese Bauteile an der Waffe gegeneinander zu verschieben und zu verdrehen (das gilt natürlich auch für den Kauf anderer Pistolen). Fabrikneue Les Baers heutiger Fertigung haben kein spürbares Spiel, davon konnte ich mich bereits selbst überzeugen. Klar, dass sich die berührenden Teile am Schlitten noch minimal abnutzen oder eine Beschichtung auch mal blank wird. Das ist aber kein Grund zur Sorge. Bei meiner Waffe handelt es sich um eine fast 20 Jahre alte Fertigung, zum Glück für mich wurde die Les Baer bis vor meinem Kauf kaum geschossen, sie war ein klassisches Erbstück. Das erwähnte Spiel an meiner Waffe ist kaum merklich und hat sich nach ca. 4000 Schuss die nun durch sind auch nicht spürbar verändert. Wer es zusätzlich doch etwas minimieren will, kann ja Fett anstatt Öl zur Schmierung des Schlittens verwenden. Doch Vorsicht vor grenzwertig laborierten Patronen, es kann im Winter zu Fehlfunktionen kommen, insbesondere bei Longslide-Modellen mit 6“ langem Lauf.

Les Baer Premier II 2

Die einzige Veränderung, die ich an der Waffe bisher vorgenommen habe, ist der Austausch der Griffschalen gegen einen Gummigriff von Hogue. Wer diesen bestellt, sollte nicht vergessen, auch die separat erhältlichen Schrauben zu kaufen.

 

Wartung und Pflege:

Vor jedem Schießen öle ich im Zustand mit offenem Verschluss den Laufmantel von außen ein, damit er es beim Gleiten durch die Mündungshülse etwas leichter hat. Wie und wo man eine Kurzwaffe ansonsten ölt, setze ich als Wissen jetzt einfach mal voraus. Das einzige Ersatzteil, das der Besitzer einer 1911er meiner Meinung nach noch auf Lager haben sollte, ist der ringförmige Gummipuffer, auf den der Schlitten beim Nachladen aufprallt. Hier empfehle ich eher hochwertige Produkte wie z.B. von Wilson, diese halten auch schon mal bis zu 3000 Schuss – bei mir jedenfalls. Das einzige, was diesem Gummipuffer wirklich weh tut, ist, die Schlittenfeder mit dem offenen Wicklungsende auf ihn drauf zu schieben. Man sollte also besser das angelegte Federende auf ihn schieben.

Zur Munition, die ich auf die Waffe abgestimmt habe, kann ich noch etwas beitragen. Hier findet sich meine Tabelle an Laborierungen wieder, die schon aus der Rubrik Downloads bekannt sein dürfte.

 

Achtung, es wird keine Garantie für die Richtigkeit der Ladedaten übernommen!

Wiederlader handeln auf eigenes Risiko!

Ladedaten .45 ACP

 

Vor dem Kauf meines AR-15 habe ich mich längere Zeit mit dem Gedanken befasst, die Les Baer in ein Triarii-System von Hera Arms einzubauen. Voraussetzung dafür ist, dass die Waffe nach Mil-Spec. gefertigt ist – und das ist die Les Baer definitiv nicht! An einem Triarii-System eines Kollegen habe ich es ausprobiert – der auf der linken Seite angebrachte Sicherungshebel ist leider im Weg. Der Durchladehebel des Triarii-Systems ist übrigens über ein Gestänge mit einem aus Stahl gefertigten Mitnehmer verbunden. Dieser Mitnehmer zieht den kompletten Schlitten der 1911 an der Mündung beim Durchladen nach hinten und hinterlässt nach einiger Zeit deutliche Spuren auf der Oberfläche der Waffe, das sollte man vor dem Kauf einfach wissen. Ansonsten kann ich das Triarii-System sehr empfehlen, es macht einigen Reiz aus, mit einer Carbine-änlichen Waffe auf dem Kurzwaffenstand zu schießen. Dank Picatinny-Schienen lassen sich sogar Zielfernrohre, Reflexvisiere oder weiteres Zubehör montieren. Die Katergorie dieser Waffe wird durch den Umbau übrigens nicht verändert, das System ist und bleibt juristisch gesehen eine Pistole!

 

Was man mit der 5“-Variante auf 25m erreichen kann, seht Ihr anhand der nachfolgenden Schussbilder.

 

 

Nachtrag:

Es hat lange gedauert, aber ich habe ein neues Höchstergebnis geschossen:

Schussbild Les Baer 25m

 

Diese Ergebnisse wurden auf 50m geschossen:

 

Anschlagschaft

Für die Waffe habe ich einen Anschlagschaft entwickelt, dessen Entwicklung ich in einer Beitragsserie beschrieben habe. Der finale Beitrag kann unter diesem Link gelesen werden.

Picatinny-Montage

Im gleichen Zuge habe ich für die Pistole eine Griffschale entwickelt, die über eine Picatinny-Montage die Anbringung einer Zieloptik oberhalb des Schlittens erlaubt. Die Picatinny-Montage ist hier verlinkt, wer den Beitrag zum Rotpunktvisier Meopta Mesight 3 lesen möchte, kann dies hier tun.