Savage Elite Precision .300 PRC, Teil 3

In diesem kurzen Beitrag präsentiere ich nochmal einige wenige Schussbilder und schließe die Serie zur Savage Elite Precision 110 vorerst auch ab. Vorerst, weil ich das Gewehr voraussichtlich erst wieder im ersten Quartal 2026 auf Long Range-Distanzen schießen werde. Der Plan ist, dann einen weiteren Beitrag zu eben diesem Event zu veröffentlichen und darin natürlich auch die Drop-Chart aus dem vorherigen Beitrag zu verifizieren.

Um auf der Range keine bösen Überraschungen zu erleben, habe ich mir vorgenommen, eine neue Laborierung zu testen und meinen bisherigen Favoriten nochmals zu überprüfen. Das war nochmal spannend, weil ich heute wieder eines deutlich gemerkt habe: Um aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen, muss ich mir Zeit nehmen.

Zur Erinnerung, das hier ist meine favorisierte Laborierung:

  • Hülse: Lapua Match
  • Pulver: 75,9 gr. N570
  • Geschoss: Hornady ELD-Match, 225 gr.
  • Zünder: RWS 5333, Large Rifle Magnum
  • OAL: 94,0mm
  • Crimp: keiner

Los ging es im oberen Bereich der Scheibe auch gleich mit dieser Ladung. Viel gibt es dazu nicht zu sagen: In Anbetracht des letzten Schussbildes zur Favoriten-Laborierung ist das obere mit einem Durchmesser von 24mm über Mitte einfach enttäuschend. Wie angekündigt, habe ich auch noch Munition mit nur 75,5gr. N570 hergestellt und auf das untere Schusspflaster geschossen. Mit einem Durchmesser über Mitte von 20mm war ich auch nicht wirklich zufrieden und habe erstmal eine Schießpause eingelegt.

Bei späterer Betrachtung des unteren Schussbildes ist mir dann aufgefallen, dass vier von fünf Schuss eigentlich doch eine ansehnliche Gruppe gebildet haben: 10mm über Mitte kann sich doch sehen lassen.

Weiter ging es anschließend mit der zweiten Scheibe und den wenigen Schuss, die von beiden Laborierungen noch übrig waren. Wie man sieht, war das dann auch genau die Ruhezeit, die ich scheinbar gebraucht habe. Auf das obere Schusspflaster habe ich mit meiner favorisierten Ladung dann ca. 9,0 bis 9,5mm über Mitte mit vier Schuss geschossen. Das war genau die Bestätigung, die ich mir nochmal zum Jahresabschluss gewünscht habe! Für die Laborierung mit geringfügig weniger Pulver waren hingegen nur noch zwei Patronen übrig. Klar, dass ich hier auch eine Auswertung mache, auch wenn zwei Schuss nun nicht wirklich aussagekräftig sind. Aber die Tendenz war ja schon auf der ersten Scheibe da, sieht man von dem einen Ausreißer mal ab.

Für dieses Jahr bin ich soweit absolut zufrieden, habe ich doch endlich einen brachial großen Repetierer, der auch noch hervorragend schießt! Blicke ich auf Marvin´s Drop Chart und sehe, dass das Geschoss mit der gewählten Laborierung erst im Bereich von ca. 1500m wieder in den Unterschallbereich kommt, ist das Ziel für 2026 auch schon gesetzt:

Der 1-Mile-Shot

Savage Elite Precision .300 PRC, Teil 2

Wie bei allen meinen Neuwaffen, führe ich auch hier die Prozedur des „Einschießens“ oder „Glattschießens“ des Laufs durch. Und nein, ich mach´ das nicht, weil ich ganz genau weiss, dass es notwendig ist oder was genau im Laufinneren passiert, sondern einzig und allein zur Gewissensberuhigung und weil es mir damals so von den „alten Hasen“ überliefert wurde. Hier und da hört man von Geschichten, was angeblich passiert, wenn man´s nicht macht. Ob da jetzt was dran ist, kann ich nicht sagen, aber ausprobieren wollte ich´s auch nicht – das Märchen vom bösen Wolf zieht halt auch bei mir…

Jedenfalls sei hier nochmal kurz erwähnt, dass es zum Einschießen bei mir fünf Einzelschüsse sind, wobei nach jedem Schuss der Lauf mit allem Drum und Dran geputzt wird, gefolgt von fünf Doppelschüssen mit je einer Putzroutine, gefolgt von fünf 5er-Serien mit je einer Putzroutine. Danach ist dann auch endlich mal gut.

Zum Zeitpunkt dieses Beitrags habe ich bereits den zweiten Tag mit Einschießen verbracht: 5 Stunden und lächerliche 11 Schuss am ersten Tag, sowie 2,5 Stunden und immerhin 12 Schuss am zweiten Tag. Das einzig Gute am Einschießen ist, dass man durchaus schon mal seine Laborierungen testen kann und davon will ich hier berichten.

Die erste Laborierung war die des erwähnten Schützenkollegen mit Zermatt-System im Kaliber .300 PRC, die ich leichtsinnigerweise ungefragt übernommen habe.  Die Laborierung will ich der Ordnung halber hier veröffentlichen, betone aber, dass sie sich an der Grenze zur „Pressladung“ befindet und die Ladeempfehlung von Vithavuori bereits überschritten wird. In seinem Gewehr läuft die Laborierung sehr gut, das mag jetzt aber auch daran liegen, dass es einen Lauf von durchgehend 30mm Durchmesser hat und somit noch unempfindlicher gegen Schwingungen und thermische Belastung ist.

Wie immer gilt:

Es wird keine Garantie für die Richtigkeit von Wiederladedaten übernommen – Wiederlader handeln auf eigene Gefahr!

  • Hülse: Lapua Match
  • Pulver: 80,5 gr. N570
  • Geschoss: Hornady ELD-Match, 225 gr.
  • Zünder: RWS 5333, Large Rifle Magnum
  • OAL: 94,0mm
  • Crimp: keiner

Zur Info:

Die obige Berechnung basiert als einzige auf einem 26“-, statt 30“-Lauf. Nachfolgende Laborierungen basieren dann auf einem 30″-Lauf und es wurden nur noch Pulvermenge und/oder Pulvertyp geändert.

Geschossen habe ich übrigens immer auf eine Distanz von 100m sitzend aufgelegt auf Zweibein mit Sandsack am Hinterschaft. Die obige Laborierung hat bei mir leider überhaupt nicht gut funktioniert. Schützenkollegen haben berichtet, dass der Lauf im Schuss sichtbar geschwungen hat und das Schussbild war entsprechend mäßig. Ich habe es nicht vermessen, aber es dürften so ca. 30mm auf 100m gewesen sein.

Wieder zurück von der Schießbahn habe ich das gemacht, was ich zuerst hätte machen sollen: Ich habe mir die Ladedaten von Vithavuori angeschaut und siehe da, es gab auch eine Ladeempfehlung für das Pulver N160, von dem ich auch noch etwas auf Lager habe.

So habe ich Marvin gebeten, mal die nachfolgenden Laborierungen mit Quickload zu berechnen. Da ich kein Freund von zu eng abgestimmten Ladeleitern bin, habe ich dazu auch immer eine alternative mit nennenswertem Abstand zur maximalen Ladeempfehlung gewählt und teilweise auch getestet.

N570, 78,4gr. (Max-Empfehlung)

Vier Schuss habe ich abgegeben und das Schussbild gibt Rätsel auf: Nur drei sichtbare Treffer inkl. einem Ausreißer. Ist hier wirklich ein Schuss perfekt „Loch in Loch“ gegangen? Haben die restlichen drei Schuss dann tatsächlich ein Lochbild von 9,5mm über Mitte? Hier ist für mich klar, dass ich diese Laborierung ein weiteres Mal testen werde.

Das hier ist dann meine zweite Testserie mit fünf Schuss, die Hoffnung auf einen hervorragenden Streukreis ist damit Vergangenheit. Diese Laborierung halte ich nach der zweiten Testserie für zu stark für die Laufgeometrie der Savage, sodass ich sie nicht weiter verfolgen werde.

N570, 75,9gr. (Max-Empfehlung minus 2,5gr.)

Auch hier waren es vier Schuss mit einem Streukreis, der zwar nicht an jenes des Zermatt-Systems (bzw. dessen Schützen) herankommt, aber für mich jetzt schon absolut top ist.

N570, 77,2gr. (Max-Empfehlung minus 1,2gr.)

Hierzu ist kein Diagramm von Quickload verfügbar.

Diese Laborierung habe ich gewählt, weil ich mit 75,9gr. schon einen sehr engen Streukreis geschossen habe und nochmal etwas näher an die maximale Ladeempfehlung von 78,4gr. kommen wollte. Für das Long Range Schießen will man eben auch das Maximum an Geschwindigkeit rausholen, solange die Präzision gut ist.

Das Ergebnis hat mir aber gezeigt, dass diese 1,3gr. mehr an Pulver schon einen Unterschied machen und den Streukreis verdoppeln – ich werde die bisher beste Laborierung mit 75,9gr. N570 also nicht härter laden. Im Gegenteil, ich werde mit wenigen Schüssen mal testen, ob 75,5gr. N570 nicht einen noch besseren Streukreis ergeben.

N165, 70,5gr. (Max-Empfehlung)

Mangels Pulvertyp habe ich diese Laborierung nicht getestet, wollte aber wenigstens das Diagramm dazu liefern.

N160, 63,3gr. (Max-Empfehlung)

Auch hier habe ich vier Schuss abgegeben und sehe nur drei Treffer. Leider ist mir hier beim Test zudem das Schusspflaster als Haltepunkt abgefallen, sodass ich auch hier eine zweite Testserie durchführen wollte.

Das Ergebnis der zweiten Testserie mit dieser Laborierung und fünf Schuss hat mich positiv überrascht, der Streukreis ist genauso gut, wie die bisher beste Laborierung mit 75,9gr. N570: 11mm über Mitte gemessen.

N160, 60,8gr. (Max-Empfehlung minus 2,5gr.)

Das Diagramm wurde zwar berechnet, diese Laborierung habe ich letztendlich aber nicht mehr getestet, weil 63,3gr. Pulver einfach schon hervorragend laufen.

Hier noch ein kleiner Nachtrag: Das von mir konstruierte Gewicht für den Vorderschaft ist mittlerweile verfügbar und wurde auch gleich eingebaut.

Von der Seite betrachtet sieht man das Gewicht durch den Schaft nicht, die Ventilation um den Lauf herum ist nach wie vor möglich. So sieht der Schaft nun von unten aus, die Picatinny-Schiene für das Zweibein ist auf dem Bild noch nicht montiert. Sie kann nun durch die Langlöcher in einem 87mm-Raster entsprechend Ihrem eigenen Lochabstand nach hinten versetzt werden.

Das Gesamtgewicht der Waffe inkl. Zweibein und leerem Magazin beträgt nun 10,4 kg.

Drop-Chart

Für die von mir gewählte Laborierung…

  • Hülse: Lapua Match
  • Pulver: 75,9 gr. N570
  • Geschoss: Hornady ELD-Match, 225 gr.
  • Zünder: RWS 5333, Large Rifle Magnum
  • OAL: 94,0mm
  • Crimp: keiner

… hat mir Marvin freundlicherweise noch eine Drop-Chart mit Quickload erstellt, ich stelle sie hier zur Verfügung.

Taktischer Schaft für R700 LA, Teil 3

Die Teile sind vom Eloxieren endlich wieder zurück, leider wenige Tage zu spät, ansonsten wäre das Gewehr gleich komplett beim Long Range-Schießen eingesetzt worden. Viel bleibt hierzu dann auch nicht mehr zu sagen, außer, dass der Schaft für meinen Geschmack jetzt ganz in schwarz erheblich besser aussieht, als nur „Alu gefräst“. Nun heißt es auch hier: „Feuer frei“.

Taktischer Schaft für R700 LA, Teil 2

Parallel zur Konstruktion des taktischen Schafts für die R700 Long Action habe ich auch versucht, das Magazin-Auswurfsystem des taktischen Schafts meines Schwedenmausers zu verbessern. Um das Rad nicht komplett neu zu erfinden, habe ich im CAD getestet, ob die Auslösewippe der R700 für das Magazin nicht auch in diesen Schaft integrierbar ist. Die Einbauuntersuchung war erfolgreich und es war nur wenig Nacharbeit an vorhandenen Teilen notwendig, allerdings mussten die Rastnasen an den Magazinen des Schweden versetzt werden. Ich habe mir das zum Anlass genommen, um das Magazin komplett zu überarbeiten und in wesentlichen Bereichen stabiler zu machen. Wie beim militärischen Standard üblich, fällt auch beim Schweden nun ebenfalls das leere Magazin aus dem Schacht heraus, wenn man die Wippe betätigt. Das Bauteil „Abzugsgehäuse“ ist hier noch im abgebeizten Zustand zu sehen.

vorher
Nachher

Aber zurück zum Vorderschaft für die R700 LA.

Sobald der verstärkte Vorderschaft verfügbar war, ist er wieder mit den restlichen Teilen zum kompletten Schaft zusammengesetzt worden.

Beim Einsetzen des Zermatt-Systems ist dann nochmal etwas länger am Schaft nachgefeilt worden, um den Kammerstengel restlos freizumachen, der zuvor noch leicht mit dem Basisschaft in Berührung kam.

Die komplette Waffe – jetzt auch mit ihrer Mündungsbremse – war anschließend bereit für eine weitere Erprobung.

Die zwei nachfolgenden Videos – mit freundlicher Genehmigung des Besitzers des Zermatt-Systems veröffentlicht – zeigen die Komplettwaffe nun im scharfen Schuss auf 100m.

Wie bei einem solch teuren System zu erwarten, ist der Streukreis ziemlich klein. Gemeint ist natürlich jener in der Mitte, bestehend aus drei Schuss.

Ausschlaggebend für die neue Version des Vorderschafts war die Analyse einer Schusssequenz in Zeitlupe: Bei der Vorgängerversion des Vorderschafts wurde deutlich sichtbar, dass der komplette Schaft aufgrund fehlender Steifigkeit im Schuss einer Schwingung unterlag. Dieses Video gibt hingegeen Aufschluss darüber, dass beim neuen Vorderschaft alles richtig gemacht wurde, weil es zu keiner nennenswert sichtbaren Schwingung mehr in diesem Bereich kommt.

Das Ziel ist erreicht, der Schaft wird nun wieder zerlegt und die noch blanken Aluteile eloxiert. Ich selbst bin vom Kaliber .300 PRC so begeistert, dass ich mir bereits vor Monaten eine Savage Elite Precision (übrigens im MDT-Schaft) in diesem Kaliber bestellt habe. Das Zubehör ist für diese Waffe größtenteils schon zusammengetragen und ich bin gespannt, was zuerst verfügbar sein wird: Die fertig eloxierten Schaftteile oder meine eigene Komplettwaffe.

Patronen (nicht!) nachkalibrieren

Hier mal zur Abwechslung ein kurzer Beitrag aus der Reihe „Nicht nachmachen“:

Wer die Beitragsreihe zum halbautomatischen AG42B Ljungman im Kaliber 6,5×55 SE verfolgt hat, konnte lesen, dass ich nach etlichen Laborierungen immer noch nicht wirklich am Ziel der gewünschten Schussleistung angekommen bin und es aufgrund des abgenutzten Laufs auch wohl nie dahin schaffen werde. Jedenfalls hatte ich noch eine ansehnliche Anzahl von fertigen Patronen, deren Laborierung sich mit 37,5gr. N150 für den Halbautomaten als zu stark herausgestellt hat. Was lag da näher, als diese dann wenigstens noch im Schwedenmauser zu verschießen, dessen Laborierung 38,0gr. aufweist? Einfach das ZF ein paar Klicks nachjustieren und fertig!

Gesagt getan, bzw. erst mal nicht getan, weil sich die Hülsen nach der Verwendung im Halbautomaten im Bereich des Bodens als etwas zu weit für den Schwedenmauser herausgestellt haben: Ich habe den Kammerstengel des Schweden einfach nicht zu bekommen! Also sind die fertigen Patronen nochmal in die Vollkalibriermatrize gewandert, natürlich ohne montierten Ausstoßer für das Zündhütchen. Danach sind sie erstmal in Vergessenheit geraten.

Als die Landesmeisterschaft ZG3 des BDMP näher rückte, sah ich die Gelegenheit, diese Munition dann doch noch loszuwerden. Ich wusste ja, dass 0,5gr. weniger Pulver drin waren und bin immer noch davon ausgegangen, dass ein paar Klicks am ZF das wieder ausgleichen könnte.

Das Ergebnis des Wettkampfs ist zwar aktuell noch nicht veröffentlicht, ich weiß aber jetzt schon, dass ich meinen Namen gaaanz unten auf der Ergebnisliste finden werde. Meine Schussleistung am gestrigen Tag war einfach katastrophal! Teilweise konnte ich schon froh sein, die Scheibe auf 300m einfach nur getroffen zu haben!

Warum eigentlich? Vor knapp drei Wochen habe ich mit diesem Gewehr noch bei einem Long Range Event alles getroffen, was ich anvisiert hatte. Und das dortige Einschießen auf 100m hatte auch bestens geklappt.

Viele Patronen sind von besagtem Wettkampf jedenfalls nicht übrig geblieben und so habe ich mich heute daran gemacht, diese zu delaborieren und siehe da:

Dort, wo das Geschoss im Hülsenhals saß, wurde es durch das Nachkalibrieren der komplett fertigen Patrone – das eigentlich nur auf das Umformen der Hülse am Boden abzielte – nochmals schön gequetscht. Mit dieser Form ist es natürlich nicht aus der Mündung ausgetreten, natürlich hat sich das Geschoss im Schuss wieder an den Laufdurchmesser angepasst. Allerdings vermute ich, dass es, bis es soweit war, zu einer Druckerhöhung gekommen ist und das ist natürlich nicht zu unterschätzen. Ich gehe davon aus, dass dadurch die Laufschwingung im Schuss erhöht wurde, wodurch sich der Streukreis sichtlich verschlechtert hat.