CZ 75 Shadow 2-Tuning

Ich habe mich vor ca. zwei Wochen sehr spontan dazu entschlossen, nochmal etwas Geld in das Tuning meiner CZ 75 Shadow 2 zu stecken, nachdem ich durch puren Zufall mal die getunte Shadow 2 eines Schützenkollegen schießen durfte. Mit etwas anderen Griffstücken und einem völlig anders konzipierten geraden Abzug lag diese Waffe schonmal sehr gut in der Hand. Das Schussverhalten hat mich dann aber restlos überzeugt! Als längjähriger Schütze einer Les Baer 1911 war der für mich eher späte Umstieg auf das Kaliber 9mm sowieso schon eine spürbare Erleichterung, was den Rückstoß angeht. Aber diese getunte Waffe zu schießen war regelrecht angenehm! Ich weiß kaum, wie ich diesen Unterschied genau beschreiben soll: Da war zum einen der gerade Abzug mit wirklich wenig Vorweg, der zudem nach Überwinden des Druckpunkts auch gar nicht mehr gekrochen ist – Abzug und Trigger-Reset waren außerdem spürbar kürzer eingestellt. Hinzu kommt das gesamte Repetierverhalten der Waffe, das ich als schneller und trotzdem weicher vom Rückstoßverhalten empfunden habe. Ich habe es nicht an Ort und Stelle ausprobiert, aber ich glaube, dass das Schießen von Dubletten damit um einiges einfacher sein könnte.

Lucky Delta

Vom besagten Schützenkollegen habe ich dann freundlicherweise auch die Quelle der Tuningteile erhalten: Lucky Delta aus Schwechat in Österreich.

Zu erreichen ist die Homepage über diesen Link: www.luckydelta.com

Hier ist die vom Schützenkollegen überlieferte Liste seiner damaligen Tuningteile, die Benennung ist heute im Shop der Homepage teilweise etwas anderslautend:

  • SA Trigger Alu, gerade, rot
  • CZ 75 SP 01 Trigger Spring
  • Sear Pin Hartmetall poliert
  • SA Custom-Hammer TS Orange
  • Trigger Pin long
  • Trigger Pin short (Hammer Pin)
  • Hammerfeder 10lbs
  • Zündstiftfeder soft
  • Recoil Spring Federset 11lbs und 13lbs (wobei 11lbs in der Waffe verbaut war)

Practical Shooting solutions

Bis ich die o.g. Infos zu den Einzelteilen erhalten hatte, vergingen allerdings einige Tage, und so habe ich mich vorab schonmal im Internet umgeschaut, wo ich auf folgende Seite gestoßen bin:

www.shooting-solutions.de

Die dort angebotenen Produkte sind allesamt von der Firma Eemann Tech und ich bin mir sicher, dass es mit deren Upgrade-Kits und den vielen Einzelteilen dieses Shops ebenfalls möglich sein wird, zum gleichen Tuning-Ziel zu kommen. Was mir hier besonders positiv aufgefallen ist, ist die Vielzahl von Abzügen für die Shadow 2, die sogar auf verschiedenartige Fingerlängen abgestimmt sind.

Ich habe übrigens mit beiden Shopinhabern telefoniert – teilweise sogar am Wochenende außerhalb der Öffnungszeiten – und kann nur positiv von deren Beratung berichten.

Für den Fall, dass man den Umbau selbst machen möchte, war bei Practical Shooting Solutions zu einem der Eemann Tech-Produkte ein ausgesprochen hilfreiches Youtube-Video verlinkt, dass ich hier ebenfalls verlinken möchte:

Quelle: http://www.youtube.com , Herausgeber: Eemann Tech

Meine Bestellliste

Entschieden habe ich mich für den Shop von Lucky Delta, weil durch das Schießen mit der Waffe des Schützenkollegen einfach schon der Schalter bei mir umgelegt war, ich wollte keine andere Erfahrung mehr machen.

Ein wichtiger Hinweis noch vorab: Die nachfolgenden Teile machen aus meiner Waffe eine SA-Only-Waffe! Wer das nicht haben möchte, kann sich bei Lucky Delta einen entsprechenden anderen Custom-Hammer aussuchen, wird aber auch bei Practical Shooting Solutions fündig werden.

  • Ultimate Federnsatz & Zündstift, bestehend aus:
  • Ultimate Hammerfeder/Hammer Spring 12lbs

(Weil ich Wiederlader bin und die ZH von Magtech zuverlässig zünden sollen – Empfehlung v. Lucky Delta)

  • Schließfeder/Recoil Spring 11lbs
  • Ultimate Zündstift/Firing Pin + zugehörige Feder/Firing Pin Spring

(Ich denke, die Teile sind aufeinander abgestimmt. Ich kombiniere sie nicht mit Originalteilen.)

  • Ultimate Schlösschenfeder/Sear Spring
  • Ultimate Abzugsfeder/Trigger Spring
Sear Spring: Links neu, rechts original
  • CZ Floating Trigger Pin

Dieser Pin ersetzt den originalen „Trigger-Pin long“ des Abzugs. Er besitzt in der Mitte eine Verjüngung, um die Montage der Abzugsfeder leichter zu gestalten.

  • Sear Pin Hartmetall poliert

Dieser Pin ist im Außendurchmesser besser an die Bohrung angepasst, wodurch sich Spiel minimieren lässt (Info & Empfehlung Lucky Delta).

  • Hammer Pin/Trigger Pin Short

Man kann hier auch den originalen Pin wiederverwenden, aber da er in der vom Schützenkollegen übermittelten Liste war, ist er mit in den Warenkorb gewandert. Der Kauf dieses zusätzlichen Pins hat mir später noch den Tag gerettet, mehr dazu weiter unten.

  • Custom Hammer SA CZ75 TS Orange

Keine Angst, der passt ohne Nacharbeit in die Shadow 2. Es entfällt allerdings der sogenannte Unterbrecher (es gibt an diesem Hammer einfach keine dritte Bohrung mehr, an dem der Unterbrecher montiert werden könnte), weshalb die Waffe nach dem Umbau nicht mehr Double Action schießen kann.

Hammer: Links der originale, rechts der neue der TS Orange

  • SA Abzug Tactical Sports, schwarz

Der SA-Trigger (er ist komplett gerade) war leider nicht mehr lieferbar, so habe ich diese Alternative gewählt. Auch hier kann man den Vorzugsweg und den Trigger Reset mittels Madenschrauben einstellen. Die breite Auflagefläche für den Abzugsfinger kann dabei helfen, Abzugsfehler zu verindern.

  • Kimme SW verstellbar

Hier war nur der Wunsch nach mehr Komfort ausschlaggebend,  auch die Seitenverstellung endlich mal per Klickverstellung machen zu können.

  • Sonstiges

Mit 5 Stück Ersatzpuffern der Dicke 2mm und einer weiteren Zündstiftfeder, die ich noch versehentlich im Warenkorb hatte, bin ich auf eine Rechnungssumme von knapp 315€ inklusive Versand nach Deutschland gekommen. Drei kleine Madenschrauben gab es freundlicherweise noch kostenlos dazu.

Hilfsmittel/Werkzeuge

Zuallererst muss ich mal das oben verlinkte Video von Eemann Tech loben! Es zeigt alles, was wichtig ist und ist eine wirklich hervorragende Anleitung, den Umbau auch selbst zu machen. Das Video ist auf englisch – wer die Sprache weniger gut versteht, wird dafür aber mit einer sehr detailreichen Anleitung entschädigt. Es zeigt zudem die Verwendung zweier sinnvoller Werkzeuge für die Platzierung von Abzugsfeder und der Feder des Sears beim späteren Zusammenbau. Beide Werkzeuge erleichtern die Arbeit, kosten aber auch jeweils knapp unter 30€ in beiden Onlineshops. Ich hab´ auf einen Kauf beider Werkzeuge verzichtet und es beim Wiedereinbau der Sear Spring – aber speziell beim Wiedereinbau der Abzugsfeder – ganz schön bereut.

Ansonsten habe ich die Demontage mit einem Satz Durchschläge, einem Hammer,  einem feinen Elektroniker-Schlitzschraubendreher, einer Pinzette  und meinem Dental-Werkzeug in knapp 40 Minuten erledigt.

Weitere Infos:

Ein wichtiger Punkt zum Thema Zusammenbau der Pistole: Es geht wirklich jeder Pin ohne nennenswerte Gewalt wieder zurück in seine Bohrung. Den Hammer habe ich später zugunsten eines Kunststoffklotzes beiseite gelegt und fortan damit die Pins eingeschlagen. Sollte ein Pin mal nicht bündig in seiner Bohrung verschwinden wollen, ist er so gut wie immer nicht mit seiner Bohrung fluchtend. Das ist meist dann der Fall, wenn die Bohrung durch zwischenligende Teile oder Ausfräsungen unterbrochen ist.

Zum Einstellen beider Madenschrauben am Abzug empfiehlt Lucky Delta hochfeste Schraubensicherung zu verwenden. Jene Schraube für den Vorzugsweg ist dabei schwierig einzustellen, weil man sie lediglich von oben bei demontiertem Schlitten erreichen kann. Man muss bei dieser Schraube also zügig mit dem Zusammenbau und der Erprobung sein, bevor der Klebstoff trocknet. Lucky Delta empfielt hier,  einen Vorzugsweg von 1,5-2mm zu belassen.

Auch die Schrauben der Griffschalen waren mit Klebstoff gesichert. Dem Kraftaufwand beim Öffnen zufolge schätze ich, dass hier nur „normale“ Schraubensicherung verwendet wurde.

Der im Youtube-Video sogenannte Hammer Pin-Pin, also der Pin zur Sicherung des Hammer-Pins (links), lässt sich leicht mit dem Trigger-Pin/Hammer Pin (rechts) verwechseln, weil die Durchmesser übereinstimmen.

Montage der Sear Spring ohne Spezialwerkzeug

Verdammt nochmal – ich hab´ locker eine ganze Stunde herumprobiert, bis ich geschnallt habe, dass der Zusammenbau mit herkömmlichem Werkzeugen gar nicht zu schaffen ist!!! Ohne Gewalt kommt man nicht weiter, als man es  auf dem nachfolgenden Bild sehen kann. Die Feder stellt sich minimal schräg und die erste Federwindung will sich einfach nicht über den Pin zentrieren lassen. Das Bild zeigt den Sear von unten.

Nach einer Pause ist mir dann die entscheidende Idee gekommen:

Die neue Sear Spring ist im Durchmesser ja etwas kleiner, man kann es oben am Bild bei der Komponentenbeschreibung sogar erkennen. Die Feder mit einer Pinzette so einzulegen, dass das kleine Federbein vorgespannt ist und nicht nach unten durchfällt ist schon ein kleines Geduldsspiel für sich. Durch die gesamte Feder (mit ihrem kleineren Innendurchmesser) aber dann noch den „Sear Pin Hartmetall poliert“ korrekt zu führen, ist eigentlich unlösbar. Ich habe mir damit beholfen, dass ich den originalen Sear Pin von CZ einfach gleichzeitig von der anderen Seite her eingeführt habe. Der Sear wird dabei schonmal perfekt ausgerichtet. Die neue Sear Spring wird dann in die Lücke zwischen den Pins zugeführt (ein klein wenig Druck von oben auf die Windungen ist schon notwendig) und vorläufig mit dem originalen Sear Pin von CZ zentriert, bis man mit diesem auf den „Sear Pin Hartmetall poliert“ stößt. Mit dem originalen Sear Pin ist mir die Zentrierung durch die neue Sear Spring stets leichter gefallen, vielleicht besitzt dieser ja ein wenig mehr Fase, sodass die Feder besser drüberrutscht? Jedenfalls kann jetzt auf den „Sear Pin Hartmetall poliert“ geschlagen werden, bis der originale Sear Pin komplett ausgetrieben ist. Durch die gegenüberliegende Zentrierung mittels altem Sear Pin (Bild unten, links) flutscht der neue (Bild unten, rechts) regelrecht durch.

Blauer Pfeil: Richtung der Waffenmündung

Gelber Pfeil rechts oben: Drahtende des langen Schenkels der Sear Spring

Gelber Pfeil unten: Nicht sichtbares Drahtende des kurzen Schenkels der Sear Spring

Montage der Abzugsfeder ohne Spezialwerkzeug

Auch hier habe ich etwas Zeit beim Probieren verloren, allerdings hielt es sich diesmal in Grenzen. Während man bei der Montage des kompletten Sears vielleicht den Gedanken entwickelt hat, den neuen Sear Pin einfach mit einem kräftigen Schlag durch die neue  Sear Spring durchzutreiben, kommt man bei der Montage der Abzugsfeder noch nicht mal so weit, dass man diese auch nur annähernd so einlegen kann, dass man einen Pin durchtreiben kann.

Nur mal zur Veranschaulichung:

  • Grüner Pfeil: Kurzer Federschenkel, der innen am Abzug senkrecht nach unten ragen muss
  • Gelber Pfeil: Langer Federschenkel, der in die Auskerbung (Flucht mit gelber Linie) eingelegt sein muss
  • Blaue Pfeile: Die Achse der dann vorgespannten Feder (!) muss auch noch mit den Bohrungen von Abzug und Griffstück fluchten, damit am Ende der Pin durchgetrieben werden kann.

Probiert´s ruhig mal aus und macht Euch anschließend auf die Suche nach der weggeflogenen Abzugsfeder…

Auch hierfür habe ich eine Lösung gefunden, aber glücklicherweise nur, weil ich zufällig einen „Hammer Pin/Trigger Pin Short“ gekauft habe (s.o. Bestelliste), den ich normalerweise nicht gebraucht hätte. Ich habe diesen Pin speziell für den neuen Custom-Hammer gekauft und später erst gemerkt, dass er identisch mit dem Pin des originalen Hammers von CZ war. Die Namensgebung im Shop von Lucky Delta ist aber auch nicht zufällig: Der gleiche Pin kommt ebenso in den Abzug rein, siehe nachfolgendes Bild, gelber Pfeil. Aber damit nicht genug: Die obere Bohrung des Abzugs (blauer Pfeil; hier kommt normalerweise der „Trigger Pin long“, bzw. der „CZ Floating Trigger Pin“ durch und steckt ebenfalls auch noch im Griffstückgehäuse) besitzt zufällig den gleichen Durchmesser, wie die untere Bohrung.

Das habe ich mir zunutze gemacht und hier den überzähligen „Hammer Pin/Trigger Pin Short“ eingesetzt (im weiteren Verlauf „provisorischer Pin“ genannt), die Feder damit schonmal zentriert, bzw. befestigt und sogar das kurze Federbein im Abzug etwas vorgespannt.

Der Abzug wird dann eingesetzt und im Griffstück ausgerichtet. Auch der „Trigger Pin long“ (original) oder „CZ Floating Trigger Pin“ (neu) wird in eine Bohrung am Griffstück eingesetzt. Jetzt ist eine starke Lichtquelle hilfreich, die durch die andere, freie Pin-Bohrung im Griffstück erkennen lässt, wann der provisorische Pin im Abzug mit der Bohrung im Griffstück fluchtet. Ist das der Fall auf der Seite, die man aktuell betrachtet, ist das auch auf der abgewandten Seite der Fall, in der der lange Trigger Pin bereits halb eingesteckt wurde. Jetzt kann das gesamte Griffstück mit allen zuvor eingesetzten und ausgerichteten Teilen z.B. auf die Tischplatte gedrückt werden, wodurch sich der lange Trigger Pin weiter eindrückt und letztendlich den provisorischen Pin im Abzug in Richtung des Betrachters verdrängt. Mit ein paar weiteren leichten Schlägen auf den langen Trigger Pin lässt sich der provisorische Pin dann komplett durchtreiben.

Noch ohne den Schlitten zu montieren, können jetzt noch alle Madenschrauben am neuen Abzug erreicht werden, um Vorzugsweg und Trigger Reset einzustellen.

Äußerlich sichtbar nur am Abzug verändert, sieht die Shadow 2 nun so aus:

Nachtrag

Bei der ersten Erprobung kam es manchmal vor, dass eine Patrone über den Abzug nicht mehr abgefeuert werden konnte, obwohl der Repetiervorgang der Patrone problemlos war. Das kam davon, dass ich den Vorzugsweg am Abzug zu knapp eingestellt habe. In diesem Zustand entladen und mit demontiertem Schlitten habe ich die entsprechende Madenschraube dann weiter nach links gedreht. Ein leises Klicken und es war deutlich, dass der Abzug wieder funktioniert. Zur Sicherheit habe ich noch eine viertel Umdrehung weiter gedreht und ich bin froh, dass ich die Madenschrauben nicht schon vor der Erprobung im scharfen Schuss mit der Schraubensicherung eingeschraubt habe!

Die Schraube zur Einstellung des Vorzugswegs ist im nachfolgenden Bild zu sehen. Ist der Abzug erstmal komplett eingebaut, kann diese Madenschraube nicht mehr verloren gehen, da sie beim Versuch komplett herauszudrehen, an der gekennzeichneten Stelle vom Metallbügel blockiert wird.

Funktioniert die Waffe im scharfen Schuss zuverlässig, sollte die Position des Abzugszüngels vor dem Herausdrehen der Schraube markiert werden, ich habe das mit Malerkrepp und einem Stift folgendermaßen erledigt:

Um jetzt noch an das Gewinde der Schraube zu gelangen, musste ich mir mit einem sehr dünnen Pinsel aus Modellbauzeiten behelfen. Es reicht wirklich eine kleine Menge Schraubensicherung. Eine halbe Umdrehung weiter und man erreicht dann auch die andere Seite des Gewindes mit der Schraubensicherung. Ich habe folgendes Produkt von Loctite verwendet (hochfest, Farbe ist grün):

Der letzte Schritt war, auch noch die Schraube des Trigger-Resets einzukleben. Hier habe ich die Schraube ebenfalls nicht komplett rausgedreht, sondern aus der bereits gefundenen Position um 6 Umdrehung gelöst. Loctite drauf, Schraube rein und fertig.

Nachtrag Oktober 2024

Die Kombination aus Verschlussfeder 11lbs und Hammerfeder 12lbs hat bei mir leider relativ regelmäßig zu Störungen geführt: Ca. alle 15-20 Schuss ist es vorgekommen, dass eine leere Hülse nicht korrekt ausgeworfen wurde, während schon wieder eine neue Patrone zugeführt wurde. Aus diesem Grund habe ich mir eine neue Hammerfeder 10lbs bestellt. Noch bevor diese eingebaut wurde, habe ich wieder die originale Verschluss- und Hammerfeder eingebaut und das Phänomen war komplett verschwunden. Der Einbau der Hammerfeder 10lbs (dann wieder in Kombination mit der Verschlussfeder 11lbs) hat zwar zu einer Verbesserung geführt, allerdings gab es immer noch Auswurfstörungen – jetzt allerdings nur noch ca. alle 40-50 Schuss. Beim eingangs erwähnten Schützenkollegen hat die Kombination Verschlussfeder 11lbs/Hammerfeder 10lbs bis heute keine Probleme bereitet. Es ist natürlich möglich, dass das Phänomen seine Ursache in der selbst geladenen Munition hat, allerdings gehe ich bei der Ladeempfehlung mit 4,0gr. N320 schon fast bis an die empfohlene Maximalgrenze von 4,2gr. Ich werde noch eine Versuchsreihe mit einer 13lbs starken Verschlussfeder durchführen und dann berichten, wie es ausgegangen ist.

Holster Ghost Thunder 3G Elite & Adaption an Blackhawk TiefziehHolster

Genau wie meine 1911er Les Baer Premier II wollte ich nun auch meine CZ 75 Shadow 2 aus dem Holster schießen. Für die 1911er hatte ich ja bereits ein CQC Holster von Blackhawk, das ich auch am Tiefziehholster der gleichen Marke befestigt hatte. Leider hat Blackhawk für die Shadow 2 kein passendes Holster im Angebot und so habe ich mich bei Sportshooter.de nach einer Alternative umgeschaut.

Das hat erstmal länger gedauert, weil die Auswahl bei Sportshooter relativ groß ist. Von den Speedholstern, bei denen die Waffe mit der Mündung nur noch auf einen Dorn gesetzt und nahe dem Abzugsbügel einrastet, war ich anfangs sehr begeistert und bin es auch immer noch. Letztendlich habe ich mich dann aber doch für ein klassisches Holster entschieden. Die Vor-Auswahl fiel erstmal auf jene Holster, bei denen ich noch die Möglichkeit sah, es auch auf der Plattform des Blackhawk-Tiefziehholsters zu montieren – solche aus Leder fielen also von Vornherein raus. Dank der vielen Bilder auf der Homepage kamen dann zwei Holster in die engere Auswahl: Das „Thunder 3G Elite“ und das „Thunder Stinger“ – beide von Ghost.

Beide Holster sind größtenteils identisch und unterscheiden sich auf den ersten Blick lediglich in Ihrer Befestigung am Gürtel: Das „Thunder 3G Elite“ wird mittels Klemmvorrichtung aus Kunststoff am Gürtel befestigt (gelber Pfeil: Einstellung der Gürtelbreite), währen das Thunder Stinger mit zwei Gegenhaltern aus Stahl oder Alu durch Schrauben am Gürtel verklemmt wird.

Letztere Methode halte ich durch das Anziehen der Schrauben zwar für die effektivere, allerdings ist es am Ende doch die Variante „Thunder 3G Elite“ geworden: Es hat gegenüber dem Thunder Stinger ein Inlay aus sehr dünnem Leder, um die Brünierung der Waffe zu schützen. Diese Lederschicht ist übrigens nicht dicker als ca. 0,5mm und findet sich so bei keiner anderen Artikelbeschreibung. Für mich war das ein sehr wertvolles Artikelmerkmal und letztendlich kaufentscheidend.

Außerdem ist mir aufgefallen, dass die Alu-Grundplatte bei beiden Holstern identisch ist und die Gürtel-Klemmvorrichtung am Thunder 3G Elite schnell demontiert werden kann (blauer Pfeil; die Schrauben greifen in Gewindebohrungen in besagter Alu-Grundplatte). Die in der Grundplatte ebenfalls vorhandenen und dann nicht mehr verdeckten Durchgangsbohrungen (gelber Pfeil) können dann wiederum verwendet werden, um mittels einer eigens hergestellten Aluplatte später doch wieder eine feste Klemmung mittels Schrauben am Gürtel zu erreichen. Das Holster würde in diesem Fall wieder hoch am Gürtel sitzen und diese Option lasse ich mir einfach offen. Je nach Disziplin, die man später einmal schießen möchte, ist der Sitz des Holsters dafür ggf. sogar vorgegeben und Tiefziehholster möglicherweise gar nicht zugelassen.

Um bezüglich der beiden Holster für 1911 & Shadow 2 maximal flexibel zu sein, habe ich mir zusätzlich ein Quick Disconnect Kit sowie einen Quick Disconnect Male Adapter von Blackhawk bei ASMC gekauft. Das Aufnahmeteil wird dabei an die Plattform des Beinholsters geschraubt, die „Male Adapter“ jeweils an die verschiedenen Holster.

die Montage

Die Quick-Disconnect Aufnahmeplatte am Tiefziehholster ausrichten und in die entsprechenden Bohrungen der Aufnahmeplatte die mitgelieferten Gewindehülsen eindrücken.

Von der Gegenseite her die mitgelieferten Schrauben festziehen, die Hülsen auf der Gegenseite ziehen sich dann automatisch bei, sollten sie noch nicht ganz anliegen.

Weitere Gewindehülsen in die Bohrungen am Holster – nachfolgend jenes für die 1911er – drücken und mit dem Quick Disconnect Male Adapter verschrauben.

Beide Adapterhälften ineinander mit leichtem Druck einsetzen und dann bis zum Einrasten/Verriegeln eindrehen.

Für das Holster der Shadow 2 galt es nun ebenfalls, daran irgendwie einen Quick Disconnect Male Adapter anzubringen. So wurde die Alu-Grundplatte mitsamt Gürtel-Klemmvorrichtung und Abstandshalter demontiert, um am Holster Maß zu nehmen. Wie auf dem dritten Bild der Galerie zu sehen, deckt sich das Bohrungsmuster des Ghost-Holsters leider nicht mit der Adapterplatte von Blackhawk.

Anstelle der Adapterplatte aus Kunststoff (mittleres Bild der Galerie) habe ich dann folgende aus Aluminium konstruiert:

Diese lasse ich noch auf einer Maschine anfertigen, für´s Erste habe ich sie aber bereits auf die Schnelle handgefertigt und lackiert. Zur Info: Die Gewindehülsen stehen nach außen durch das Material des Holster etwas über. Dadurch, dass ich die Durchgangsbohrungen für die Senkschrauben in der Aluplatte aber „fein“ ausgeführt habe, mussten die Gewindehülsen auch eine Unterlegscheibe für die Schraubengröße „M5“ erhalten. Die Adapterplatte von Blackhawk habe ich mit Inbusschrauben mit niedrigem Kopf (DIN 6912-M6x10) befestigt.

Ein Bild des fertig adaptierten Holsters:

Verbesserungen

Wenn man die neue Adapterplatte aus einer Materialstärke von 8mm statt 6mm anfertigt, dann kommt man sehr wahrscheinlich um das Kürzen sämtlicher Schrauben herum. Speziell eine Senkschraube (gelber Pfeil) stand bei mir in der ersten Erprobung im Verdacht, die Waffe verkratzen zu können. Alle anderen Schrauben sollten beim Holstern der Waffe aber nicht mehr erreichbar sein. Ich hatte noch ausreichend Ersatzschrauben auf Lager und habe also fleißig gekürzt und sogar nachbrüniert, bis alle bündig mit den Gewindehülsen abgeschlossen haben.

Holosun HE510C Riser

Manchmal ist es notwendig, die Visierlinie einer Optik über das normale Maß eines herkömmlichen Risers hinaus zu erhöhen. Die Gründe können vielseitig sein: Der eigene Komfort, spezielle Schießgestelle, die man einnehmen möchte oder beispielsweise die Verwendung von Nachtsichtgeräten oder Gasmasken. Auf der Suche nach solchen Erhöhungen/Risern für mein Holosun HE510C war für mich im Internet aber leider nichts Passendes zu finden. Die Riser waren meist nicht ausreichend hoch, hatten aber eine passende Länge oder waren beispielsweise richtig hoch und dafür für kleinere Reflexvisiere spezifiziert, auf die man das HE510C dann nicht montieren konnte. Für einige kleine Rotpunktvisiere der Marke Holosun bietet der Hersteller übrigens jene hohen Riser an, wer sich dafür näher interessiert, findet sie online. Selbst machen war mal wieder angesagt und darüber möchte ich in diesem Beitrag berichten.

Demontage und Konstruktion

Das HE510C ist von der Unterseite her mit seiner Grundplatte verschraubt, vier Torx-Schrauben T10 sind zu lösen und man hält beide Teile in der Hand.

Interessant ist, dass das eigentliche Reflexvisier mittels „Nutensteinen“ nochmals in seiner Grundplatte fixiert und ausgerichtet wurde. In Längsrichtung kommen jeweils die kurzen Seiten zur Anlage, damit sich im Schuss durch die Trägheit kein Setzverhalten ergibt. Die Fortsätze und die Nuten sind an ihren langen Kanten allerdings nochmals angefast. Diese Geometrie ermöglicht eine exaktere Positionierung in vertikale Richtung, macht es mir hingegen aber wieder schwer, weil ich diese Maßnahme konstruktiv auch nicht außer Acht lassen kann: Das Visier soll später ja auch nicht sonstwohin nach links oder rechts zeigen.

So sieht mein Prototyp aus, die Erhöhung beträgt +40mm:

Herstellung

Ich wollte das Bauteil zunächst aus Alu fräsen lassen, Marvin hat mir aber vorgeschlagen, es vorab mit seinem 3D-Drucker herzustellen. Die Bilder, die er mir vorab zugeschickt hatte, ließen schonmal auf eine feine Oberfläche hoffen. Im Inneren, wo die Stützstruktur gedruckt wurde, war die Oberfläche erwartungsgemäß etwas rauher. Hier habe ich später mit Schmirgelleinen nachgearbeitet.

Einpassen

Die beiden Fortsätze, die sich später in den Nuten zentrieren sollten, waren bewußt auf Kollision konstruiert worden. Ich wollte durch das nachträgliche Anfasen der Kanten erreichen, dass die Erhöhung möglichst spielfrei eingepasst wird (gelb). Gleiches galt für die langen Kanten der Nuten – hier ist mir das aber nicht ganz so gut gelungen. Grün markiert ist nochmals die Basis der Stützstruktur. Das Schleifen dieser Flächen war lediglich kosmetischer Natur.

So sieht das Gewehr nun mit unlackierter Visierlinienerhöhung aus. Eigentlich auch ganz passabel, denn die schwarz eloxierte Buffertube setzt ja auch schon ´nen sehr ähnlichen Akzent. Das Upper ist übrigens von Hera Arms und entspricht dem „SRB“, über das ich bereits geschrieben habe.

Am Ende ist der Riser aber doch lackiert worden und die ganze Konstruktion hat natürlich auch vier neue Schrauben ISO 4762 M4x60-V2A erhalten. Die Schrauben mussten noch auf eine Länge von 43,9 mm +0mm/-0,2mm gekürzt werden. Mit der Ausgangslänge habe ich etwas vorgehalten, falls der Prototyp mit +40mm dann doch zu niedrig ausgefallen und beispielsweise +50mm notwendig gewesen wäre.

Die Höhe des Risers hat sich in der Erprobung dann aber als komfortabel und zugleich praktikabel erwiesen. Ich strebe trotzdem noch eine weiteren Version an, weil ich die Zentrierung der nunmehr drei Bauteile zueinander noch verbessern will. Im Anschluss daran werde ich die Datei dann im Bereich „3D Druckarchiv“ veröffentlichen. Abschließend noch ein Bild der kompletten Waffe mit lackiertem Riser.

Nachtrag Juli 2023

Ich habe eine angepasste Version der Erhöhung konstruiert, die ich hier zum Download bereitstellen möchte. Beachtet bitte, dass Ihr wie bei allen 3D-Druckteilen auf diesem Blog die Dateiendung von „.docx“ zu „.STL“ ändern müsst. Nach dem Druck müssen die entsprechenden Kanten der Taschen und Erhöhungen noch mit der Feile angefast werden, um eine Montage zu ermöglichen. Somit ist auch gleich die Zentrierung der Teile zueinander gewährleistet. Die Durchgangsbohrungen sollten auch nochmals mit D=4,00mm aufgebohrt werden.

AR-15 Verschlusskammer reinigen

Die Reinigung der Verschlusskammer eines AR15 ist konstruktionsbedingt wegen der hinterschneidenden Geometrie leider eine schwierige Angelegenheit. Ich habe mich schon oft darüber geärgert und etliche abgeknickte Wattestäbchen verwendet, um auch in diesem Bereich Schmauch, Abrieb und Messingspäne entfernen zu können. Wirklich gut hat das nie funktioniert, weil man lediglich durch den Magazinschacht oder das Auswurffenster an den Bereich herankommt und ein genicktes Wattestäbchen ist jetzt auch nicht wirklich ein Werkzeug, mit dem man zuverlässig Druck ausüben kann. Und selbst wenn das einigermaßen gelingt, so kann man es doch nur mit Öl tränken und hoffen, dass möglichst viel Dreck daran haften bleibt, ansonsten schiebt man selbigen auch nur fröhlich im Kreis umher.

Für solch schwierige Stellen gibt es ja Patronenlagerbürsten, aber das ist auch genau das, was ich solchen Bürste vorwerfe: Ihrem Namen werden sie meiner Meinung nach nur im Bereich des Patronenlagers gerecht. Die dort berührenden Borsten können den Dreck mit einer Drehbewegung lösen, sodass man ihn anschließend mit einem Patch auch zur Mündung hin rausschieben kann (wenn man keine Putzstockführung benutzt, die diesen Bereich wieder „überbrückt“).

Eher selten sehe ich Angebote von Patronenlagerbürsten für AR-15 aus Nylon. Hier kann man aufgrund der Flexibilität der Borsten teilweise noch ein ölgetränktes Patch um den „Bereich der Verschlusskammer“ wickeln, das man dann mit mehr Kraftaufwand einführt und umherdreht. Das geht natürlich auch nur mit einem starren Putzstock – in meinem Fall habe ich mir aus einer Alustange mein eigenes Werkzeug gebastelt. Aber ohne derlei improvisierte Hilfsmittel ist und bleibt die Angelegenheit echt schwierig.

Ich habe aus diesem Grund mal einen Versuch mit Knete gestartet: Nicht allzu teuer, gewissermaßen „klebrig“ und nimmt leicht auch die schwierigsten Formen durch simples Anpressen an. Ich habe dazu bewusst nicht die allseits bekannte Knete genommen, die so gerne im TV beworben wird, weil ich diese als sehr weich und ölig in Erinnerung hatte. Ihr wisst, welche ich meine…

Das Vorhaben hat nach einer kurzen Zeit des „Warmknetens“ eigentlich ganz gut funktioniert, aber ich hatte dann doch etwas Sorge, ob sich am Ende wieder alles rückstandsfrei entfernen lässt. Das Problem besteht nämlich darin, die Knete auch wieder rauszubekommen! Der erste reflexartige Gedanke war, das Ganze in üblicher Weise wieder aus dem Lauf zu putzen, aber erstens sollte die Knete eine Arbeitserleichterung sein und zweitens gibt es überhaupt keinen Grund, den ganzen Kram auch noch komplett durch den gesamten Lauf zu drücken! Also habe ich den Putzstock eben von der Laufmündung eingeführt und so die – mittlerweile wieder etwas erkaltete und steifer gewordene Knete – vorsichtig wieder in Richtung Verschluss herausgedrückt. Das ging leider nicht in einem Stück und hilfreich war hier letztendlich abermals mein Dentalwerkzeug, das ich in anderen Artikeln bereits erwähnt habe. Die Schmutzanhaftungen an der Knete waren ordentlich, aber zufrieden war ich wegen der Schrecksekunde, ob ich das Zeugs jemals restlos wieder rausbekomme, nicht wirklich.

Es musste etwas vergleichbar Weiches aber im Endeffekt Zäheres her, das die Aufgabe ebenfalls erfüllen konnte. Ehrlicherweise nicht meiner Idee entsprungen, fiel die Wahl dann schließlich auf einen Gehörschutzstopfen. Den kann man mit einem Stift oder Ähnlichem (ich habe den Holzstab eines Malpinsels verwendet) dann sehr gut in die Kammer pressen. Mit dem Dentalwerkzeug ließ er sich zudem auch noch leicht aufspießen und durch dessen Krümmung dann sehr gut in der zylindrischen Bohrung rundherum schleifen. Wie auf den Bildern zu sehen, hat diese Methode nach der AKtion mit der Knete noch einiges an Dreck herausgeholt. Zu sehen ist ein und derselbe Gehörschutzstopfen von beiden Seiten fotografiert.

Den „Härtetest“ mit ausschließlicher Verwendung von Gehörschutzstopfen ohne Knete vorab habe ich dann mit meinem zweiten Upper, dem „SRB“ von Hera Arms durchgeführt. Das hier sind die beiden Seiten des ersten Stopfens:

Es sind noch ein zweiter und dritter Stopfen verwendet worden. Hierzu noch eine Übersicht mit abnehmendem Verschmutzungsgrad der drei Stopfen und meinem Dentalwerkzeug.

An der Methode mit den Gehörschutzstopfen werde ich künftig festhalten und an der Knete erfreut sich mittlerweile die kleine Lena, ein Kind aus unserer Nachbarschaft. Die Patronenlagerbürste hat bei mir aber noch nicht ausgedient: Ich werde sie weiterhin in der Nylonausführung verwenden, um den Schmutz mit etwas Öl vorab anzulösen und rauszuholen, was geht.

Holosun HE510C-GR

Mein letzter Beitrag ist schon recht lange her und das liegt auch daran, dass ich mir in den letzten Monaten nicht viel Neues zugelegt habe. Aber ich habe durch ein Event mal wieder ein paar Tage lang mit einem Gewehr mit Rotpunktvisier trainiert und bin wieder auf den Geschmack gekommen…

Gleich losgestürmt bin ich jetzt ehrlich gesagt auch nicht, aber ich habe mich mal wieder auf den Seiten von Vegaoptics umgeschaut, die ich als recht umfangreich im Sortiment in Erinnerung hatte. Beim Kauf meines Meosight 3 von Meopta hatte ich ja bereits das Holosun 510 erwähnt (lang ist´s her) und als ich durch Zufall dann vom Rabattcode (-9%) zum Firmengeburtstag von Holosun erfahren habe, habe ich Nägel mit Köpfen gemacht. Das Reflexvisier konnte ich mit dem Rabattcode natürlich nur direkt auf der Herstellerseite von Holosun kaufen und wer genauso kurzentschlossen ist wie ich, kann bei Erscheinen dieses Beitrags vielleicht sogar noch deren 20% Rabattaktion auf Lagerware im Rahmen der Black Friday-Week nutzen.

Wie dem Beitragsnamen zu entnehmen ist, ist es das Holosun HE510C-GR geworden, wobei das „E“ für Elite und „GR“ für ein grünes Absehen stehen. Außerdem war es in der Farbe FDE erhältlich, die vom Farbton her erstaunlich gut auf mein AR-15 Upper „SRB“ von Hera Arms passt, das ich bei dieser Gelegenheit mal wieder aus seinem Dornröschenschlaf geholt habe.

Unboxing

Der Versand war wirklich schnell und hat nur ca. 3 Tage gedauert. Das Reflexvisier kam in Schaumstoff gebettet in einer robusten Kunststoffbox an, letztere wurde natürlich nochmals stoßsicher in einem Paket versandt.

Das Visier ist sehr gut verarbeitet und passt farblich hervorragend zum Rest meines Gewehrs. Es besitzt ein paar Solarzellen auf der Oberseite des Gehäuses, die mich dort auch nicht weiter stören, da ich auf die automatische Helligkeitsregulierung verzichten werde. Bei mir ist Batteriebetrieb angesagt!

Neben dem Visier liegen als Zubehör noch die Bedienungsanleitung, ein Reinigungstuch, ein Ersatz-Batteriefach inkl. zwei Stück Batterien Typ CR2032, ein Torx-Schlüssel, sowie ein Werkzeug für die Klickverstellung bei.
Bemerkenswert ist, dass überhaupt ein komplettes Ersatzfach für die Batterie im Lieferumfang vorhanden ist. Es ist mit zwei Torxschrauben am Reflexvisier befestigt und macht jetzt nicht den Eindruck, dass es ein Verschleißteil wäre oder leicht verloren gehen könnte. Positiv überrascht bin ich zudem über die umlaufende Dichtung am Batteriefach – das ist mir so auch noch von keinem anderen Hersteller bekannt. Erwähnenswert wäre noch das Aluminiumcover über dem Reflexglas, das links und rechts mit je zwei weiteren Torx-Schrauben befestigt ist und sich bei Bedarf demontieren lässt.

Montage

Selbst hierzu kann man ein paar Worte verlieren: Klar, der QD-Hebel kann in seiner Klemmfestigkeit wie alle anderen seiner Art justiert werden und dann heißt es nur noch ab auf die Picatinny-Schiene damit (der Ordnung halber sei hier nur nochmals erwähnt, dass man Optiken wegen des Rückschlags stets nach vorne auf Anschlag in der Picatinny-Nut schiebt, bevor man sie letztendlich klemmt). Aber richtig clever ist die zusätzliche Sicherung des Hebels gelöst, die ich hier kurz erwähnen möchte: Eine federnd gelagerte Kralle greift in die Aussparung des QD-Hebels, sobald dieser zur Klemmung an das Gehäuse geklappt wird, ein versehentliches Lösen durch Hantieren mit oder durch am Körper getragene Ausrüstung ist damit kaum mehr möglich.

Bedienung

Die Taste „Plus/+“ schaltet das Reflexvisier ein und zwar in dem Modus, in dem man es zuletzt verwendet hat. Gemeint ist damit der Solarbetrieb oder der Batteriebetrieb.

Weiteres Drücken der Taste „Plus/+“ erhöht natürlich die Leuchtintensität.

Durch Drücken der Taste „Minus/-“ verringert man logischerweise die Leuchtintensität.

Drücken und Halten der Taste „Plus/+“ für drei Sekunden, schaltet zwischen den Modi „Solar“ und „Batterie“ hin und her. Mir ist es übrigens im nicht völlig dunklen Zimmer auch nicht gelungen, das Reflexvisier im Modus „Solar“ auf der letzten Helligkeitsstufe tatsächlich auszuschalten. Eine Zimmerleuchte hat noch gebrannt und die Solarzellen machen bis Zuletzt wohl genau das, was sie sollen, nämlich Strom erzeugen.  

Durch Drücken und Halten der Taste „Minus/-“ für drei Sekunden, schaltet man zwischen den verschiedenen Absehen durch: Punkt (2MOA), Kreis (65 MOA) oder Punkt-Kreis. Durch gleichzeitiges Drücken der Tasten „Plus/+“ und „Minus/-“ lässt sich das Reflexvisier schließlich komplett ausschalten. Es schaltet sich nach 5 Minuten des Nichtgebrauchs ebenfalls aus, befindet sich dann aber in einem Ruhemodus. Beim Aufheben oder leichten Hantieren der Waffe wird es dann wieder schlagartig reaktiviert. Dieser Ruhemodus hält meines Wissens bis zum vollständigen Leerstand der Batterie an, wenn man es wirklich darauf anlegt.

Im Schuss

Die Justage ist zunächst auf 50m indoor erfolgt und lief problemlos.

Auf der 100m-Bahn – ich schoss aus der Halle und das Ziel war outdoor – war es für mich angenehmer, die Helligkeit des Absehens um eine Stufe zu erhöhen. Sehr gerne hätte ich das Reflexvisier unter sommerlichen Bedingungen hinsichtlich der Sichtbarkeit des Absehens unter ordentlicher Sonneneinstrahlung getestet, um zu beurteilen, ob ich ein grünes Absehen letztendlich tatsächlich besser sehen kann, als ein rotes. Das Ergebnis erfahre ich dann wohl im nächsten Sommer.

Das untenstehende Schussbild ist jedenfalls jenes der 100m Bahn und dessen Streukreis ist laut anderen Schützen auch nicht ungewöhnlich für ein Reflexvisier auf diese Entfernung. Von der 50m-Bahn kommend, habe ich keine Korrekturen an der Visiereinstellung vorgenommen.

Zurück auf der 50m-Bahn habe ich dann wiederum nachfolgenden Streukreis geschossen.

Hier noch ein paar Eckdaten zum Holosun HE510C-GR, die ich einem anderen Beitrag von mir entnommen und aktualisiert habe:

  • Punkt 2 MOA oder Kreis 65 MOA oder Punkt-Kreis, Variante „GR“=grünes Absehen
  • Fenster: 30x23mm
  • Verstellung: 0,5 MOA Klickverstellung
  • Höhenverstellung 100 MOA
  • Seitenverstellung 100MOA
  • Helligkeit manuell: 12 Stufen
  • Helligkeit automatisch: ja
  • Picatinny-Montage enthalten: ja, mit QD-Hebel
  • Preis 430 Euro für die Version „Elite“