Savage 10 BA, Montage auf Dreibein-Stativ

Savage 10 BA Dreibein-Stativ 23

In logischer Konsequenz zur Dreibein-Montage meines ARs folgt hier nun ein kurzer Bericht zur Vorgehensweise bei meiner Savage 10 BA. Sie besitzt zwar an der Unterseite des Vorderschafts eine großzügige Langlochfräsung, allerdings befinden sich die Picatinny-Schienen auf 3- und 9-Uhr noch weiter hinten in Richtung Schwerpunkt der Waffe, also habe ich diese zur Befestigung ausgewählt. Zusätzlich entfällt dadurch eine umständliche Fummelei, denn jetzt muss nur noch die Waffe von oben eingelegt werden und dabei kann eigentlich nichts schiefgehen.

Es geht mal wieder nicht ohne Picatinny-Adapter aus dem Zubehör, die man zweckentfremdet. Die Kosten dafür halten sich mit rund 7 Euro pro Stück auch noch in Grenzen. Wie auf den Bildern ersichtlich, sind die beiden Picatinny-Profile bis auf den Nutgrund abgefräst worden. Eine kleine hervor stehende Kante habe ich auch noch herunter gefeilt, damit man das Gewehr später problemlos von oben in die Vorrichtung legen kann.

Für die Befestigung wurden noch jeweils zwei Gewinde M6 hinein geschnitten und weil an meiner Savage auch die seitlichen Nutabstände der Picatinny-Schiene nicht stimmen, musste auch noch je ein Gewindestift abgeschliffen werden. Auf das Problem mit der nicht nach Norm gefertigten Picatinny-Schiene bei der 10 BA hatte ich ja bereits in meinem Artikel zur Installation der ERA-TAC-Blockmontage hingewiesen. Der Optik halber werden alle blanken Flächen dann nochmal lackiert.

Wenn die oben beschriebenen Arbeiten an den Picatinny-Adaptern abgeschlossen sind, werden diese zu beiden Seiten des Gewehrs montiert und mit einem Messschieber der Abstand der gegenüber liegenden Flächen vermessen (bei mir 89mm). Auf dieses ermittelte Mass habe ich dann nochmals 4,5mm addiert (damit die Klemmsteine beim Klemmen nicht mit der Vorrichtung kollidieren, habe ich noch zwei Distanzplatten von je 2mm Materialstärke konstruiert. Die restlichen 0,5mm sind als Spaltmass für die Montage übrig). Der oben erwähnte gemessene Wert zzgl. 4,5mm ergibt dann das lichte Innenmass der Basisaufnahme: 89mm + 4,5mm = 93,5mm, siehe nachfolgende Zeichnung:

Basisaufnahme 10 BA

Hier noch die Zeichnung der Distanzplatte, sie wird 2x benötigt:

Distanzplatte

Wegen der Stellräder des Getriebekopfs liegt nach der Montage der Waffe der Gesamtschwerpunkt nicht ganz perfekt. Dennoch bleibt die Waffe an Ort und Stelle, wenn man sie in die Vorrichtung einlegt. Aber die Waffe kann ja noch im Bereich der seitlichen Picatinny-Schienen versetzt werden oder bei Bedarf auch um 180° verdreht in die Aufnahme gelegt werden, falls das Stellrad des Getriebekopfes im Weg sein sollte.

Die gesamte Aufnahme wird noch auf eine weitere Schnellwechselplatte montiert und ist dann bereit für den Einsatz.

Das Prinzip der Konstruktion kann durch Massänderung in den Zeichnungen natürlich auf verschiedene Gewehre angepasst werden.

Hier noch einige Bilder mit eingelegtem und noch nicht fixiertem Gewehr:

 

Kniender/sitzender Anschlag:

 

Stehender Anschlag:

 

Hier macht sich das Gewicht des Gewehrs mit ca. 7,5kg und des Zubehörs vom Dreibein-Stativ schon bemerkbar: Die Beine federn etwas bei Belastung.

Und noch eine Ansicht der Savage mit Adapter:

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IWA 2016 – Bericht von Engineer 78

Mein erster Besuch auf der IWA ist nun vorbei und ich will lieber gleich über alle Eindrücke schreiben, so lange die Erinnerungen noch frisch sind. Das Gelände ist übrigens sehr groß, Tim und ich waren jetzt eineinhalb Tage dort und hätten locker noch einen Tag dran hängen können. Wer sich mit Schiesssport und Wiederladen beschäftigt, findet auf der IWA alle namhaften Hersteller von Waffen, Ausrüstung, Zubehör – auch aus dem Bereich Wiederladen mit Herstellern von Pressen, Hülsen, Geschossen und Treibladungspulver. Im Bereich des Wiederladens habe ich nur sehr wenige Stände besucht (eigentlich war es mehr ein Vorbeigehen). weil ich mich aufgrund meiner Ausrüstung nicht für Neues interessiert habe. Ansonsten war von „interessant“ über „muss ich haben – ach scheiße, kann ich mir nicht leisten“ bis „kurios“ alles dabei. Der Bericht zeigt die besuchten Stände in alphabetischer Reihenfolge. Der Bereich Airsoft war übrigens sehr gut mit allen namhaften Herstellern vertreten, ich muss gestehen, dass ich diese Sparte bisher deutlich unterschätzt habe! Um ehrlich zu sein, habe ich sie sogar etwas belächelt. Asche auf mein Haupt, damit ist es nun vorbei! Schließlich können die Airsofter von heute schon die Sportschützen von morgen sein (falls sie es nicht schon parallel sind). Und wie wichtig es ist, eine große Waffenlobby zu haben, merkt man erst, wenn einige Schwachmaten in der EU versuchen, einem das Hobby wegzunehmen! Nach dem Besuch der IWA ziehe ich also ernsthaft in Erwägung, mir zu Trainingszwecken auch eine Airsoft-Kurzwaffe zu kaufen. Wer wie ich aus Gründen der Fitness z.B. auch einen Crosstrainer oder ähnliches zu hause stehen hat, kann seine Zielübungen ja mal probehalber mit einem Puls von 120-140 absolvieren. Nach einem halben Jahr des Trainings hat man dann bei den Wettkämpfen einen unschlagbaren Vorteil…

So, und jetzt viel Spass beim Stöbern!

 

5.11

Bei 5.11 habe ich mich nicht lange aufgehalten. Interessant fand ich ein sehr leichtes Kleidungsstück, das auch noch aus gelochtem Stoff bestand. In diesem Fall war es ein Damenhemd, gibt´s aber sicherlich auch für Herren.

 

Aimpoint

Ein großer und sehr gut besuchter Stand – sorry, hier habe ich mich nicht länger aufgehalten…

Aimpoint 1

 

Akkar

Ein türkischer Hersteller von Repetier- und Selbstladeflinten. Hierzulande durchaus bekannt für sein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

A-Tacs

Dieser Stand hat mich wegen des Tarnanzugs in Snow-Camo angezogen.

A-Tec

Ein Hersteller von Schalldämpfern, einige davon waren teilweise aus Carbon und daher extrem leicht. Ausgestellt wurden übrigens nur nicht-montierbare Dummies.

A-Tec

Benelli

Das Produktportfolio von Benelli lässt für mich den Schluss zu, dass die Auswahl an taktischen Flinten eher klein ist. Trotzdem haben mich diese am meisten angezogen. Abgebildet ist unter anderem eine M4 in einem für mich schönen Erdton und eine sehr kurze M4.

Bergans

Von Freitag auf Samstag hat sich dieser Stand nochmal sichtlich verändert. Der von mir ausprobierte Rucksack wurde speziell für die norwegische Armee entwickelt und soll dort an medizinische Einheiten ausgegeben werden.

Bushnell

Bushnell hatte einen großen Stand und vor allen Dingen sehr viele Produkte zum Testen. die wenigen Bilder werden dem Stand leider nicht gerecht. Bemerkenswert war das zu sehende Monokular mit einem sehr scharfen Bild und gutem Handling. Die Spektive haben wir uns auch angesehen, die kleine Aufnahmefläche fand ich aber leider ziemlich misslungen. Die Spektive fangen sehr bald an, sich auf der Montageplatte zu drehen, weil einfach die Haftreibung fehlt, es ordentlich zu befestigen.

Centurio

Sehr gelungenes Gerät zur Abwehr in Form einer Handgranate. Die Lichter erzeugen ein extrem grelles Licht, kombiniert mit einem Ton von ca. 175 dB(A) Lautstärke (durch Batterie betrieben). Das Teil scheint wirkungsvoll zu sein, von einer Demonstration wurde aber abgesehen, weil sich die benachbarten Stände schon beschwert haben…

Civil Arms

Am Stand von Civil Arms haben wir uns einige ARs von Daniel Defense angeschaut. Mich hat besonders eines in einem schönen grau interessiert. Und Tim konnte endlich mal sein begehrtes Bushmaster ACR ausprobieren.

Classic Army

Airsoft-Kanone im Stil einer Minigun. Ausprobieren war erlaubt, das Gewicht lag schätzungsweise bei 15kg.

Classic Army 1

Fab Defense

Hier hätte man sich auch durchaus länger aufhalten können. Die Schäfte mit integriertem Staufach für ein weiteres Magazin (5 Schuss) sind außergewöhnlich. Wie ich finde, aber eine gute Lösung.

Fabarm

Ein gut besuchter Stand mit ausreichend Flinten in schönen Farben – hat mich natürlich gleich angezogen! Flinte mit Zielfernrohr? Nein, ein Gewehr im Kaliber 30-06 Springfield, ich musste auch erst zwei Mal hinschauen.

Ferkinghoff

Zubehör aller Art und natürlich Waffen. In der Vitrine eine ganze Ladung Desert Eagle Pistolen.

Frankonia

Frankonia hatte eine sehr ansehliche Ausstellungsfläche, aber mit dem Laden habe ich einfach abgeschlossen – und das musste auch mal gesagt werden!

Ghost

Hier habe ich viel zu lange gequatscht und viel zu wenig Bilder gemacht. Ein italienischer Hersteller von z.B. Holstern und Aufnahmesystemen für Flintenmunition. Die Produkte werden übrigens über die Firma Sportshooter vertrieben.

Ghost 1

Glock

Wer etwas über die Firma Glock im Zusammenhang mit der IWA erfahren möchte, den muss ich an Tim´s Beitrag verweisen, vielleicht gibt es dort mehr über die Firma zu lesen. Mich hat hier jedenfalls wenig interessiert, einzig eine Glock im Kaliber .45 ACP (.45 Auto) hatte ich mal in der Hand. Aber ich steh´ halt nicht auf Polymer. Die Fangemneinde von Glock ist allerdings beachtlich und das hat sich am Stand auch widergespiegelt – er war sehr gut besucht und lobenswert muss ich auch die Vielzahl und Menge an ausgestellten Pistolen erwähnen. Gut gemacht!

Haenel

Haenel hat ein paar bemerkenswerte Gewehre ausgestellt, unter anderem eines mit vollummanteltem, schallgedämpftem Lauf – sündhaft teuer.

Hatsan

Auf den ersten Blick eine sehr interessante Flinte, das Trommelmagazin zieht die Leute eben  an. Im Design gelungen fand ich auch den Mündungsfeuerdämpfer, beim Losschrauben ging das Interesse aber verloren: Bei einer Gewindelänge von ca. 10mm hat der MFD schon nach drei vollen Umdrehungen des Losschraubens tierisch gewackelt. Präzise Fertigung ist für mich etwas anderes.

Heckler & Koch

Ein sehr gut besuchter Stand von ansehnlicher Größe. Mich hat allerdings nichts wirklich interessiert, weil ich mit der Preisgestaltung dieser Firma einfach nicht klar komme. Nicht mal ein einziges Bild ist dabei rausgekommen und damit tue ich der Firma eigentlich unrecht – tut mir leid für die mitlesenden Fans von H&K!

Hera Arms

Oje, der Stand war leider eine Enttäuschung – zumindest am Freitag, denn es gab kaum etwas zu sehen. Und dennoch: Klasse Gewehre, die ich jederzeit weiterempfehlen kann!!! Das 18-Zoll AR mit seinem Keymod-Vorderschaft ist übrigens eine echte Bereicherung, weil es im Vergleich zu meinem AR doch sehr leicht ist. Eine neue Farbvariante gab es auch noch, leider ist mir der Name entfallen.

Hun-Target

Hun-Target – so steht´s zumindest auf dem Prospekt – war für mich einer der Highlights auf der Messe!!! Ein an sich sehr kleiner Stand mit Dingen, die ich unbedingt noch brauche! Wer lange genug nur auf Scheiben geschossen hat, weiss vielleicht, wovon ich rede. Die Preise waren für mich schonmal überzeugend mit 209 Euro für den „Tree“ und knapp über 400 Euro für den „Texas-Star“ (ja, das schmerzt schon etwas mehr). Aber stellt Euch mal den Spass im (nicht DSB-dominierten) Schützenverein vor, den man damit haben kann!

Hydrofinish

Eine sehr große Auswahl von Beschichtungen, die im Wasser-Transferdruckverfahren aufgebracht wird.

IEA Mil-Optics

Hier trifft man sogar Schützenkollegen vom Truppenübungsplatz. Mit dem Buggy als Eyecatcher ist das einer der wirklich gelungen Stände, trotz der überschaulichen Größe. Das meiste der ausgestellte Geräte ist meiner Meinung nach eher Behörden oder gut betuchten Kunden vorbehalten. Nichts für meinen Geldbeute – schade!

Kahles

Kahles wartet mit hochwertigen Zieloptiken auf, allerdings habe ich bei einem der Zielfernrohre einen deutlichen Linseneffekt wahrgenommen (andere übrigens auch). Ich bin jetzt kein Profi in Sachen ZFs, aber ich meine, das sollte man besser nicht ausstellen. Dennoch ist Kahles in einem preislichen und qualitativen hohen Bereich anzusiedeln, in den ich nicht bereit bin, vorzudringen. Ich will hier also gar nicht den Eindruck erwecken, nur herum zu nörgeln. Eine sehr gute Idee ist übrigens das Eckpodest, mit dem man auch mal über die Menschenmassen hinweg etwas anpeilen kann.

LACS

LACS ist eine Firma, die Laser-Systeme für Behörden herstellt, um den scharfen Schuss zu simulieren. Neben den vielen Sensoren, die unterschiedliche Trefferbereiche erkennen können, ist die Software sogar imstande, ballistische Panzerung und verschiedene Geschosstypen bei der Trefferauswertung zu simulieren.

Lancer Tactical

Diese Firma ist eher im Bereich Airsoft angesiedelt. Mit einem sandfarbenen M85 von Barrett Firearms (Nachbau) auf dem Tresen hat sie mich auch gleich angezogen. Interessant fand ich die Antwort auf meine Frage der Mündungsenergie von 6mm BBs in den Vereinigten Staaten: Unerheblich, solange man Zielübungen auf Objekte macht und natürlich auf einen Grenzwert (leider entfallen) limitiert, wenn man gegenseitig auf sich schießt.

Leupold

Hier habe ich mich nicht wirklich lange aufgehalten, der Stand war weiträumig gemacht und hatte mit seinem Ausschank von Bier natürlich gleich mal einen Publikumsmagneten. Als Nicht-Alkoholiker (oder wie das heißt) war das natürlich kein Ding für mich. Erwähnenswert war die Vielzahl von Zielfernrohren, die man ausprobieren konnte. Jedes Modell war gleich mehrmals mit verschiedenen Absehen vorhanden, so entstand auch kein Andrang. Etwas für mich gänzlich Neues könnt Ihr auf den Bilder  sehen. Dabei handelt es sich um eine in Reihe montierte, jedoch zweigeteilte Optik. Angeblich kann man mit einem Auge gleichzeitig durch beide schauen. Mich hat das eher etwas verwirrt, deshalb bin ich nicht wirklich damit klargekommen. Aber gut schaut´s aus, das muss ich schon sagen – ok, ist nicht das klügste Kaufkriterium, ich weiss…

Lindnerhof

Lindnerhof steht bei mir eher weniger hoch im Kurs. Der Stand ist von Freitag auf Samstag noch merklich ausgebaut worden, aber auch am Samstag hätte man wesentlich mehr ausstellen können.

Lindnerhof

Lowa

Ich muss sagen, ich hab gleich Bock auf neue Schuhe bekommen…

Luvo Firearms

Für mich eine bis dato unbekannte Firma, mich haben ganz klar die Granatpistolen und erdfarbenen Gewehre angezogen.

March

Ich kenne kaum einen Hersteller von exklusiveren Zielfernrohren. Sehr schön fand ich zudem die ausgestellten Chassis von Victrix (links), auf dem rechten Bild sind jene von KRG abgebildet.

MGM Gillmann

Hab ich eher im Vorbeigehen aufgeschnappt, die vergoldete Mauser sticht ja schon ins Auge. Ich denke, hier handelt es sich um eine Firma für Veredelung von Oberflächen. Mahlzeit übrigens.

Molot

Schöne Auswahl an martialisch aussehenden Flinten. Was es mit dem Schriftzug „Rhuzic“ auf sich hat, konnte ich leider nicht herausfinden.

Molot 1

Nature

Jagdlich angehaucht ist dieser Blog ja bekanntlich nicht, aber ich konnte nicht wiederstehen und musste ein Foto machen. Bei den Hasen bin ich mir auch noch nicht ganz sicher, was ich davon halten soll – gut gemacht sind sie aber.

Nonlethal Technologies

Wenn ich das richtig recherchiert habe, hat diese Firma ein Abwehrsystem für Fahrzeuge im Auftrag von IMI entwickelt – Iron Fist genannt.

Oberland Arms

Leute, seid mir nicht böse, aber mit Oberland Arms werde ich nicht richtig warm. Erklären kann ich das aber auch nicht wirklich. Wer mich eines besseren belehren will, ist herzlich dazu eingeladen, mal ein Review zu seiner Waffe zu verfassen. Ansonsten war der Stand trotz seiner eher durchschnittlichen Größe mit vielen Modellen bestückt und sehr gut besucht. Das spricht ja schonmal für die Firma, ein Lob an dieser Stelle!

Papershooters

Eher zufällig entdeckt, haben wir uns hier am zweiten Tag trotz Zeitdruck doch eine ganze Weile aufgehalten. Bei den Produkten dieses Herstellers handelt es sich ganz klar um Spielzeug – vielleicht waren wir zwei Jungs auch deshalb so lange dort. Die Spielzeugwaffen bestehen aus einem Gerüst aus Kunststoff, das die Mechanik zum Rausschleudern der Geschosse enthält. Die Wesentlichen Bedienelemente eines ARs sind sogar vorhanden. 6 Schuss kann man in ein Kunststoffmagazin laden und die Geschosse bestehen aus in Wasser aufgeweichten Papierkegeln. Man kann sich übrigens gefahrlos auf die Hand schießen lassen, tut nicht gerade weh. Spielenden Kindern würde ich aber eher noch eine Schutzbrille verpassen, denn sicher ist sicher. Die verschiedenen Designs bestehen übrigens aus einem Verbund aus Papier und Kunststoff, Sekundenkleber für den Zusammenbau ist in jedem Kit enthalten.

ProDrone

Drohnen finde ich sehr interessant, aber man kan ja bekanntlich nicht alles haben. Der Stand besass einen mit Netzen abgetrennten Bereich, in dem eine Flugvorführung stattfand. Aufgefallen ist, dass sich die Drohne bis zu einem gewissen Mass sogar zusammen falten lies. Tim meinte, sie wäre etwas laut und ich hab von sowas gar keine Ahnung.

Realtree

Klasse Gag, das Brautpaar will ich sehen!

Realtree 1

Remington

Zu Remington bin ich mit großen Erwartungen hingekommen, aber die Auswahl an taktisch aussehenden Gewehren war eher überschauber, schade. Trotz allem ein gut aussehender Stand mit großzügigem Platz für Besucher.

Safariland

Den Stand habe ich besucht, weil ich mir für meine 1911er endlich auch mal ein Holster kaufen möchte. Die Beratung war gut, der Stand war groß und hatte reichlich Exponate. Begeistert hat mich noch die sehr leichte Leiter aus Kunststoff, leider habe wir diese nicht getestet.

Savage Arms

Hier bin ich leider auch enttäuscht worden. Savage Arms stellt meiner Meinung nach gute Gewehre her, jene mit taktischem Erscheinungsbild waren aber richtig dünn gesäht. Aufgrund der Modellpalette glaube ich, dass sich die Zielgruppe von Savage Arms besonders im jagdlichen Bereich wiederfindet. Ich fand es zudem schade, dass die ursprünglichen Modelle 10 BA und 110 BA nun durch die Varianten „Stealth“ abgelöst werden. Ich weiss noch nicht so recht, was ich davon halten soll, der Hinterschaft gefällt mir aber schonmal nicht, da fand ich den vom Vorgänger robuster und besser verarbeitet. Immerhin ein Trost: Die neuen Gewehre verwenden Magazine von Magpul, das teure Nachkaufen entfällt somit.

Schmeisser

Schmeisser hatte einen sehr schön gestaltetetn Stand der richtig gut besucht war. Wegen der relativ eng aufgestellten Produkträger kam es hier auch schonmal zu kleinen Staus. Das spricht ja durchaus auch für den Aussteller. Der Loungebereich war hingegen großzügig bemessen, hier konnte ich mich mit dem Hersteller dann auch mal über die Gesetzeslage zu Schalldämpferattrappen unterhalten. Wegen der Unterhaltung habe ich auch leider nicht so viele Bilder gemacht.

Schmidt & Bender

Ja, Adel verpflichtet. Schmidt & Bender hatte eine der größten Ausstellungsflächen mit einem sehr großzügigem Platzangebot für die Besucher. Für ein neues ZF habe ich mich nicht wirklich interessiert, allerdings habe ich hier zufällig meinen Schießleiter/Ausbilder vom Truppenübungsplatz getroffen. Die meiste Zeit an diesem Stand habe ich also mit ihm gequatscht.

Schmidt + Bender

Siber Outdoor

Zuerst mal ist mir das Gewehr mit seinem Mündungsfeuerdämpfer aufgefallen. Bei näherer Betrachtung hat sich dann herausgestellt, dass es sich um eine Flinte handelt und sich die Verarbeitung dank Tim´s geschultem Auge als gar nicht so toll heraus gestellt hat. Ich war kürzlich auch auf der Internetseite des türkischen Herstellers: Hier werden hauptsächlich Produkte für den Outdoorbereich, das Angeln und die Jagd angeboten – ich hab´s auch nur überflogen.

Sig Sauer

Sig Sauer hat für mich auf der IWA alles richtig gemacht und war einer der wenigen Stände, die ich sogar zwei Mal besucht habe: Tolles Design, ausreichend Platz für die Besucher und eine Vielzahl von Produkten in den einzelnen Bereichen, sodass meiner Meinung nach nichts zu kurz gekommen ist, ich meine damit explizit den Airsoft-Bereich. Ich habe mich besonders für den Laser-Entfernungsmesser interessiert, weil ich aufgrund der Namensgebung eine Reichweite jenseits der 2000m-Marke erwartet habe. Das haben die technischen Daten dann auch ausgewiesen und für Objekte wie Bäume gab es sogar Entfernungsangaben bis 3000m, wenn ich mich recht erinnere. Es bleibt aber mal zu testen, denn wer visiert schon Bäume an? Egal, mit einem Listenpreis von ca. 730 Euro war das Teil auch nicht übertrieben teuer. Aufmerksamt geworden bin ich erstmals auf die P229, die etwas kompaktere Version der P226. Natürlich hat mich erstmal die Farbe angezogen, aber auch die Sondermodelle in den Vitrinen mit auffälligem Design sollten erwähnt werden – allesamt sehr schön anzusehen.

Silverback Airsoft

Für mich einfach ein schickes Design.

Silverback Airsoft 1

Smith & Wesson

Auch ein sehr gelungener Stand mit einer Vielzahl von Exponaten. Ich hatte das Gefühl, es wurde so ziemlich alles ausgestellt, was an aktuellen Artikeln verfügbar ist. Dass S&W auch Gewehre herstellt, war mir eher unbekannt, passende ARs sind für Damen und Herren auf jeden Fall schon verfügbar.

Steiner

Die Wenigen Bilder von einem einzigen ZF werden auch diesem Stand leider nicht gerecht. Die Auswahl an Produkten war genau wie bei Schmidt&Bender, Leupold, Zeiss, Kahles etc. sehr gut – aber auch hier habe ich eher wenig Zeit investiert.

Steyer

Einer der ersten Stände, die ich angesteuert habe. Endlich bin ich mal in den Genuss gekommen, eine AUG-Z in Händen zu halten und ich muss sagen, sie ist sehr handlich und vor allem kurz! Das integrierte ZF hat mit seiner geringen Vergrößerung, dem sehr klaren Bild und einem angenehmen Absehen einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Die Steyer HS 50 war der Eyecatcher schlechthin und man konnte sich mit einem weiteren Exemplar von einer Kamera des Standbetreibers ablichten lassen. Das Bild kommt also demnächst per Mail.

Sure Strike

Den Stand von Sure Strike habe ich im Vorbeigehen als einen weiteren Stand wahrgenommen, an dem man mal wieder ein paar Schießübungen machen kann. Bei der nachträglichen Recherche habe ich dann mehr herausgefunden: Bei dem System handelt es sich um in echte Waffen einsetzbare Laser-Dummypatronen, mit dem man ein Trockentraining absolvieren kann. Natürlich benötigt man dazu noch die entsprechenden Sensoren.

Sure Strike 1

Swarovski

Ich mach´s kurz: Ich hatte immer noch keinen Bedarf an neuen Gläsern und habe diesen Stand nicht einmal betreten. Finde ich auch nicht allzu schlimm, von den namhaften Herstellern kann man eigentlich genügend in den Fachzeitschriften lesen. Wenn diese von der IWA berichten, fallen dafür wahrscheinlich eher die kleineren Firmen hinten runter, die teilweise mit durchaus pfiffigen Ideen daher kommen. Aber ´nen richtigen Tempel hat Swarovski da schon hingestellt, der Firma scheint es gut zu gehen.

Tasmanian Tiger

Bei Warrior war der Plate Carrier definitiv zu klein, hier konnte ich endlich mal einen anziehen – obwohl auch dieser zu klein war.

Tasmanian Tiger 1

TriTac

TriTac ist ein deutsches Unternehmen, das hier vorrangig Tim´s Interesse wegen den modular aufgebauten Carriern geweckt hat. Bilder habe ich davon leider keine gemacht. Ich habe mich stattdessen mal mit dem Aufbau eines universellen Magazinhalters beschäftigt. Mit fast 50 Euro leider nicht ganz billig.

Unique Alpine

Genau mein Stand, schöne taktische Gewehre und einen Sinn dafür, diese auch noch auf ein Dreibein-Stativ zu montieren. Die sind auch schon einen Schritt weiter als ich, denn verwendet wurde dafür ein Gelenkkopf. Manfrotto ist aber ein allseits beliebtes Stativ, egal ob nun Ausrüstung oder Waffen darauf montiert werden, denn fast alle Aussteller greifen auf solche stative zurück.

Valken

Hier hab ich nur so´n Tarn-Johnny fotografiert.

Valken 1

Vega Holsters

Der Stand von Vega Holsters war wesentlich größer, als meine Bilder vermuten lassen. Es scheint, die haben mal einfach jeden Artikel mitgebracht und ausgestellt. Das lädt natürlich zum Verweilen ein.

Verney Carron Security

Leute, daran KANN man einfach nicht vorbeigehen. Ich muss gestehen, ich weiss jetzt nicht genau, ob oder wie genau man diese kleinen Tennisbälle aus der Taschenartillerie verschießen kann, aber einige der nicht fotografierten Kartuschen hatten durchaus auch solche Tennisbälle drin. Abgesehen davon gab es auch Kartuschen, die so groß wie ´ne 0,5er Dose Bier waren – aua!

Warrior

Plate Carrier, Taschen und sonstiges Zubehör aller Art. Ich hatte von dieser Firma bisher noch nichts gehört, der Stand konnte sich wegen der Hülle und Fülle von Artikeln aber absolut sehen lassen!

Warrior 1

Wisport

Ein polnischer Hersteller von Rucksäcken und Taschen.

Yazicilarav

Rückblickend betrachtet war der Stand nicht wirklich interessant. Der Mündungsfeuerdäpfer, der scheinbar gar keiner ist, wollte aber fotografiert werden.

Sonstige Bilder

Hier ist noch eine kleine Auswahl an Bildern, die ich leider nicht mehr zuordnen kann.

 

Eigenbau – Pufferpatrone Kaliber 12

Pufferpatrone Kaliber 12 1

Kurz nach dem Kauf meiner Selbstladeflinte Benelli M4 Super 90 habe ich mich nach Pufferpatronen auf dem Markt umgesehen und bin eher enttäuscht worden, weil kein Artikel meinen Anspruch an ein Preis-Leistungs-Verhältnis erfüllt hat. Das soll nicht heißen, dass alles Schrott war, was ich gesehen habe, es sind nur einfach meine Kriterien nicht erfüllt worden. Und die waren simpel: Ich benötige eine Pufferpatrone um den Nachladevorgang an meiner Flinte zu trainieren. Diese soll so weit wie möglich dem Original in Größe und Gewicht entsprechen, denn es geht ja schließlich um das sichere und wiederholgenaue Hantieren beim Nachladen. Schließlich will ich mit der Flinte ja auch dynamische Disziplinen schießen, wo es auf ein schnelles Nachladen ankommt. Das sichere Abschlagen der Waffe steht bei mir dabei nicht im Vordergrund. Deshalb sind solche durchaus sinnvollen Eigenschaften wie ein gefedertes Schlagstück aus Messing in diesem Fall auch eher zweitrangig für mich – ich würde die Pufferpatrone im Trockentraining zuhause sowieso wieder heraus repetieren, ohne den Abzug zu betätigen.

Da gab es also aus Aluminium gedrehte Pufferpatronen, die nur halb so lang waren, wie die Originale. OK, die hatten ein gefedertes Schlagstück aus Messing, Gewicht und Größe entsprachen aber nicht dem Original – durchgefallen. Dann eine Variante ebenfalls halb so lang wie das Original, jedoch komplett aus Kunststoff: Wegen mangelnder Größe und zu geringem Gewicht ebenso durchgefallen. Aber es wird besser: Großes durchsichtiges (leider sprödes) Kunststoffgehäuse mit Messingschlagstück: Für mich in Sachen Haltbarkeit und Gewicht durchgefallen, die Größe war hingegen schon mal gut.

Machen wir´s kurz: Das Original wäre immer noch das Optimum, wenn es nicht die Gefahr gäbe, beim Training versehentlich einen Schuss in den eigenen vier Wänden abzugeben. Und genau da setze ich an: Der Slug wird ganz einfach entschärft!

 

Treibmittel entfernen

Zuerst wird das Treibmittel entfernt, dazu wird die Kunststoffhülse an drei Stellen angebohrt. Ich habe dazu einen Metallbohrer genommen und die Löcher von Hand (d.h. ohne Maschine) gebohrt. Es sind zwei Löcher mit Durchmesser 2mm und ein Loch mit Durchmesser 4mm. Ab 3mm rieselt beim Brenneke Slug nämlich das Pulver in plättchenform heraus. Die Löcher sollten sehr nahe am Boden des innen liegenden Kunststoffbechers gebohrt werden. Nach Entfernen des Treibladungspulvers sind die Innenteile nämlich beweglich und man kann den Bohrer dazu nutzen, alles wieder in Richtung Hülsenmund zu drücken. Die insgesamt drei Löcher verhindern übrigens, dass beim Auslösen des Zündhütchens die Hülse des Slugs zu stark einseitig ausbaucht: Mit drei Löchern entweicht das Gas nämlich ausreichend schnell und gleichmäßig, sodass die Hülse formstabil bleibt.

 

Zündhütchen deaktivieren

Zur Schalldämmung kann der Slug nun mit einer Plastiktüte umwickelt und dann z.B. in einen Blumentopf gesteckt werden. Das Zündhütchen habe ich mit einem automatischen Körner ausgelöst. Ich empfehle dazu Gehörschutz und Schutzbrille zu tragen und die Patronenhülse nicht mit der anderen freien Hand fest zu halten!!!! Es ist nämlich damit zu rechnen, dass das Zündhütchen durch die drei gebohrten Löcher noch heiße Gase ausstoßen wird!

 

Pufferpatrone Kaliber 12 5

Ersatzstoff einfüllen

Ok, die Pufferpatrone ist jetzt eigentlich schon brauchbar, für mich aber noch nicht ganz fertig. Die Komponenten im Inneren der Patrone werden jetzt – falls notwendig – nochmal mit dem Bohrer zum Hülsenmund gedrückt und die beiden Löcher mit Durchmesser 2mm werden durch Klebeband verschlossen. Jetzt benötigt man eine Kartusche Acryl oder Silikon, füllt etwas davon in eine Spritze und spritzt das Zeug durch die Bohrung mit D=4mm. Nach dem Aushärten ist die Pufferpatrone dann fertig. Die Kosten für fünf Dummies belaufen sich somit auf knappe 4 Euro und näher am Original geht kaum.

Lackieren kommt übrigens nicht gut, man hat Ruck Zuck Lacksplitter in der Waffe, ich hab die Farbe mit Nitro-Verdünnung ganz schnell wieder abgewaschen.

Pufferpatrone Kaliber 12 6
So nicht!

 

Benelli M4 Super 90, desert

Benelli M4 Super 90 desert 1

Eine schicke Flinte war so ziemlich das Letzte auf meiner Wunschliste, was mir noch fehlte. Ausprobieren durfte ich diverse Modelle von Remington und Benelli auf dem Sicherheitslehrgang des BMDP, wobei sich für mich wieder mal bestätigt hat, dass ich mit herkömmlichen Schäften und Griffen nicht zu recht komme, es musste also wieder etwas mit Pistolengriff her. Meine Wahl fiel auf die M4 Super 90 von Benelli, sie sieht in schwarz mit ihrem Teleskopschaft schon richtig klasse aus, aber ich war (oder bin) halt immer noch auf so ´nem Individualtrip und musste sie deshalb unbedingt in der Farbe desert haben. In dieser Variante ist sie jedoch nur mit einem Festschaft erhältlich – schade! Dachte ich damals, bis mir ein Schützenkollege (mit M4 und Teleskopschaft) versicherte, dass der fest stehende Schaft für dynamische Flintendisziplinen besser geeignet ist, da er für den Nachladezyklus viel handlicher ist. Jetzt ist er nun mal dran und er gefällt mir besser, als zuvor gedacht. Aber so oder so – mit genügend Übung kann man ohnehin jedes Werkzeug meistern!

Zusammenbau, Wartung und Pflege

Die Flinte kam in Einzelteilen und musste erst mal zusammengesetzt werden, war unkomplizierter als gedacht: Verschlussbaugruppe in das Schaftgehäuse einführen, Nachladehebel in die Verschlussbaugruppe einstecken und Verschluss nach hinten ziehen, bis dieser arretiert. Den Lauf mit seinem Führungsring auf das Röhrenmagazin auffädeln und nach unten zur Schaftbaugruppe schieben. Kurz vor dem Einrasten des Laufs werden die Halbschalen für den Handschutz noch eingesetzt und mit dem Lauf ganz nach unten geschoben, bis alles einrastet. Danach wird auf das Röhrenmagazin der Abschlussstopfen aufgeschraubt – er fungiert als Klemmmutter für die Laufbaugruppe, Choke reinschrauben und der Spass kann losgehen!

Die Demontage funktioniert in umgekehrter Reihenfolge, nur eines gibt es bei der Entnahme des Verschlusses zu beachten: Verschluss mit dem Fanghebel ganz nach hinten ziehen, bis er einrastet und der Abzug gespannt wird. Jetzt die Abzugssicherung und danach den Verschlussfangknopf betätigen, der Verschluss fährt jetzt wieder nach vorne. Den Verschlusshebel durch leichtes Drehen und gleichzeitiges Ziehen entfernen und dann die Verschlussbaugruppe nach vorne aus der Schaftbaugruppe entnehmen. Der Verschluss selbst ist leicht zu demontieren.

Die Reinigung erfolgt bei mir durch einen Putzstock mit Messingbürste, wobei ich einen kleinen Stoffrest auf die Messingbürste wickle, diesen öle und dann nur einmalig durchschiebe. Nach 5- bis 6-facher Prozedur ist der Lauf dann wieder spiegelblank, sogar nach 100 abgeschossenen Slugs.

Ansonsten öle ich noch alle Bauteile die irgendwelche Führungs- oder Gleiteigenschaften besitzen, dazu benutze ich FP-10 von Shooters Choice. Einzig die Gasgestänge beidseitig des Laufs sollten nicht geölt werden, das steht auch extra in der Bedienungsanleitung. Die Flinte scheint mir wegen ihrer einfachen Bauart nicht sonderlich anspruchsvoll zu sein, sie muss also sicherlich nicht so intensiv geputzt werden, wie eine Büchse.

 

Erste Eindrücke

Mein erster Eindruck von der Flinte war durchweg positiv, insbesondere hat mich der weiche und saubere Mechanismus´ des Drehkopfverschlusses beeindruckt, er läuft sehr sauber ohne zu hakeln mit kaum Reibungswiderstand. Die Verschlussbaugruppe selbst läuft ebenfalls gut geführt im Schaftgehäuse. Die Patronenkammer ist entweder verchromt oder vernickelt, der Lauf ist auf jeden Fall verchromt – was will man mehr?

Mit im Lieferumfang enthalten sind übrigens ein Universalchoke und der zugehörige Schlüssel, sowie ein kleines Fläschchen Öl (ich finde es zu dünnflüssig und nutze es jetzt zum Reinigen). Die Ghost-Ring-Visierung ist gewöhnungsbedürftig, weil die Visierlinie sehr lang ist, ich habe mit ihr aber schon gute Erfolge erzielen können. Für die Montage von Zieloptiken befindet sich auf 12 Uhr an der Waffe eine Picatinny-Schiene von ca. 150mm länge.

Es gibt bisher nur einige wenige Punkte, die mir an der M4 nicht gefallen: Das sind hier und da etwas unsauber lackierte Stellen, an denen es aussieht, als ob nicht genug Farbe aufgetragen wurde (rund um den Kornträger und an der Laufmündung z.B.). Auch der schwarze Griff passt meiner Meinung nach nicht ganz ins Bild der Tarnlackierung, deshalb habe ich ihn auch mit auf sich selbst haftendem Tarnband von ASMC umwickelt. Ich habe das Zeug vorher noch nicht benutzt und es zuerst komplett unterschätzt. Für eine gute optische Abdeckung benötigt man eine doppelte Lage, das Tarnband lässt sich nach dem Andrücken auch mit größter Reibkraft durch die Hand nicht mehr ablösen oder verrutschen! Schade finde ich auch die im Vergleich zur schwarzen M4 Super 90 begrenzte Magazinkapazität. Dies kommt dadurch, dass die Waffe in 3-Farben-desert auch in einer CQB-Variante mit nur 37cm kurzem Lauf zu haben ist und in der hier zu sehenden „langen“ Variante mit 47cm langem Lauf trotzdem noch irgendwie die Möglichkeit zur Klemmung des selben gewährleistet sein muss. Daher auch die Dummy-Magazinverlängerung in Tarnfarbe. Als letztes wäre der Preis noch erwähnenswert: Mit bis zu 2200 Euro ist die Flinte kein Schnäppchen, bekommt man doch für die Hälfte oder sogar weniger auch schon brauchbare Flinten.

 

Im Einsatz

Im Vergleich zu meinem AR-15 von Hera Arms ist die M4 schön leicht (ok, im Vergleich zu meinem AR ist alles leicht…). Verschlusshebel und Sicherungsknopf lassen sich gut bedienen, bzw. sind sehr leicht erreichbar. Was mich besonders beim Nachladen freut, ist der nicht zu stark gefederte Ladelöffel. Dieser ist zudem so ausgeführt, dass er keine scharfen Kanten besitzt. Mit einem Ladelöffel hatte ich wegen seiner starken Feder beim Sicherheitslehrgang bereits zu kämpfen, kann mich aber nicht mehr an das Modell erinnern, bei dem das der Fall war. Nach 20-25 Schuss in Folge wird der Lauf auch schon merklich heiss, das merkt man genau dann recht schnell, wenn man die Flinte bei dynamischen Disziplinen zum Nachladen umdreht – hier kann ein Handschuh aber leicht für Abhilfe sorgen. Das Nachladen an sich geht gut, weil die Magazinfeder nicht allzu lang ausfällt und sie daher nicht so stark komprimiert wird – logisch bei weniger Magazinkapazität. Für das schnelle Nachladen in den Anfängen kann ich übrigens einen Besuch in Tierfachmärkten empfehlen: Ich habe mir hierzu einen „Leckerlibeutel“ der Marke „Hunter“ gekauft. Der Beutel fasst ca. 30 Slugs und lässt sich mit seinem breiten und sehr stabilen Metallclip leicht und sicher in den Gürtel einhängen oder mit seinen ebenfalls vorhandenen beiden Gürtelschlaufen bei Bedarf noch sicherer auf den Gürtel auffädeln. Die Kordel zum Verschließen benötigt man jetzt nicht gerade, aber unschlagbar ist der verstärkte Rand des Beutels der verhindert, dass er wieder zufällt und man umständlich nach den Patronen graben muss.

Wer dynamische Disziplinen mit der M4 schießen will, punktet mit zunehmender Erfahrung auch eher durch Schnelligkeit beim Nachladen, als durch perfekte Trefferlage. Deshalb wird der Leckerlibeutel anfangs auch eher eine Übergangslösung sein und später wahrscheinlich einem IPSC-Gürtel oder einer entsprechenden Weste weichen. Mit 12-15 Euro Investition für den Beutel ist das auch zu verschmerzen.

Ein kurzer Hinweis noch zur Visierung: Benutzt man die Ghost-Ring-Visierung, so liegt die Wange des Schützen in einer bequemen Haltung an der Schaftbacke an. Bei Verwendung eines Reflexvisiers ist das nicht mehr der Fall, zumindest nicht beim EOTech 512: Die Wange des Schützen liegt frei, unbequem wird´s dadurch aber nicht.

 

Munition und Schussbild (1)

Bisher sind knapp 170 Schuss Brenneke KO Slugs (28,4 gr.) im Kaliber 12/67,5 ohne jegliche Ladehemmung abgeschossen worden. Mit dieser Munition kann man das Röhrenmagazin mit 5 Patronen füllen, eine Patrone liegt natürlich zusätzlich im Patronenlager. Der Rückstoss ist bisweilen heftig und war bisher nur wenige Male schmerzhaft – lag vielleicht aber auch an einer schlechten Haltung von mir. Das folgende Schussbild ergab sich bei aufgelegter Waffe auf eine Distanz von 50m mit einem EOTech 512. Der kaliberbereinigte Streukreis beträgt 92mm. Der Reinigungsaufwand war nach 100 Schuss übrigens bemerkenswert gering!

Benelli M4 Super 90 desert Schussbild 1

 

Munition und Schussbild (2)

Hier ist noch ein Schussbild mit 5 Schuss Brenneke Slugs aus einer Entfernung von 15m mit offener Visierung und stehendem Anschlag (linke obere Ecke auf der Scheibe). Diesen Streukreis habe ich nicht vermessen, schätze ihn kaliberbereinigt aber auf ca. 45mm.

Benelli M4 Super 90 desert Schussbild 2

 

Munition und Schussbild (3)

Ich wollte jedenfalls wissen, ob´s auf einer Distanz von 50m noch besser geht und habe eine Packung Slugs von Geco gekauft, natürlich mit gleichem Geschossgewicht von 28,4 gr. und dem Kaliber 12/67,5. Das Ergebnis auf 50m war schlechter als zuvor mit der Munition von Brenneke. (1. Bild). Also habe ich das Ergebnis anschließend nochmal mit Slugs von Brenneke verifizieren wollen – mit noch schlechterem Ergebnis! (2.Bild).

 

Hm, da liefere ich auf jeden Fall noch was nach, das kann so nicht stehen bleiben!

NACHTRAG:

Die Streukreise sind glücklicherweise wieder so eng wie am Anfang, es hat mich aber einiges an Munition gekostet, herauszufinden, dass die Waffe sehr empfindlich ist, wenn man sie lediglich auflegt und nicht weiter festhält. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass der Rückstoss so gross ist, dass die Flinte einfach hochschlägt, wenn Sie nur am Pistolengriff umfasst wird. Die besten Sterukreise erhalte ich, wenn die Waffe klassisch noch am Vorderschaft gehalten wird – so, wie es eigentlich sein soll. Die M4 einhändig abzufeuern bedarf übrigens einiges an Kraft um die Waffe im Ziel zu halten.

Zubehör

Künftig wird noch ein Mündungsfeuerdämpfer von Benelli an die Flinte montiert. Diesen habe ich bisher in zwei verschiedenen Ausführungen gesehen: Zum Aufschrauben mit einem Choke-Adapter und zum Klemmen an den Lauf. Letzterer erschien mir etwas klobig, des halb habe ich die Variante zum Aufschrauben bestellt. Der MFD kommt in schwarz und wird wahrscheinlich noch in entsprechender Farbe lackiert.

NACHTRAG:

Vor dem Kauf konnte ich den MFD eines Kollegen entleihen und einige Wochen testen. Das Teil sieht richtig geil an der Flinte aus, bringt aber leider gar nichts! Der Rückstoss verändert sich überhaupt nicht, wer das Teil für über 200 Euro kaufen will, sollte wissen, dass es rein kosmetischer Natur ist…

Für mein übrig gebliebenes EOTech 512 habe ich nun endlich auch wieder eine Verwendung gefunden. Ich habe es nach der Lackierung in FDE kurzerhand nochmal mit Textilklebeband von ASMC beklebt. Für einen wirklich festen Sitz empfehle ich die Verwendung der Klemmschraube mit Innensechskant und nicht die Rändelschraube.

Der Spassfaktor darf natürlich auch nicht zu kurz kommen, deshalb habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, auch an diese Waffe eine Kamerahalterung zu montieren. Nach einigem Stöbern habe ich von der Firma Seben den Picatinny-Adapter RSM03 für zöllige Rohre gefunden, der sich mit leichter Nacharbeit perfekt am Magazinrohr festklemmen lässt. Dazu ist einseitig nur etwas Material bis knapp an die Schraubenköpfe abzuschleifen oder abzufeilen. Anschließend lässt sich die bereits vorgestellte Kamerahalterung für Picatinny-Schienen problemlos daran montieren. Herausgekommen ist ein Selfie-Stick der besonderen Art:

 

Am meisten Spass hat das nachfolgende Video mit nach vorn gerichteter Kamera gemacht. Beschossen wurde das erste Ziel von links aus 40m Entfernung, dann das zweite von links aus 20m und schließlich eine Tontaube an der zweiten Latte von rechts und drei weitere im Sandbunker gemeinsam auf 10m. Man beachte die Scheibe der Seilzuganlage ab 1:33.

 

Wer für dynamische Disziplinen gerne das Nachladen trainieren möchte, findet hier eine kurze Anleitung zur Herstellung von Pufferpatronen im Kaliber 12.

Revolver S&W 686 Target Champion

CIMG5511

Da ich mit meiner 1911er im Kaliber .45ACP von Les Baer zum Zeitpunkt des zweiten Antrags einer Kurzwaffe immer noch sehr zufrieden war und ich da noch nicht das Verlangen einer Pistole im Kaliber 9mm Luger hatte, sollte meine zweite Kurzwaffe mal etwas völlig anderes werden und etwas mehr „Bumms“ haben. So entschied ich mich für einen Revolver im Kaliber. 357 Magnum. Ja klar, .44 Magnum hätte das noch getoppt aber ich will das Training beenden, weil es zu Ende ist und nicht, weil mir die Hand schmerzt. Das gilt auch für noch größere Kaliber.

Die Wahl fiel schnell auf das beliebte Modell 686 von Smith & Wesson. Da die Stückzahlen dieses Modells relativ hoch sind, kommt dem Käufer damit ein relativ niedriger Preis sehr entgegen. Da ich mich vorher ausgiebig über die verschiedenen Serien informiert habe, sollte es kein Modell jenseits der Serie 686-4 werden. Bis dahin wurden die Rahmen noch geschmiedet, der Auswerfer der Trommel wurde besser geführt und die Waffen haben noch einen Hammersporn, statt einen Schlagbolzen. Der Sporn nutzt sich zwar schneller ab, lässt sich bei Bedarf aber viel leichter und damit günstiger ersetzen.

Aber zur Waffe wollte ich eigentlich gar nicht so viel schreiben, deshalb füge ich hier nur nochmals meine Wiederladedaten ein, die ich zuvor schon im Bereich Downloads zur Verfügung gestellt habe:

 

Achtung, es wird keine Garantie für die Richtigkeit der Ladedaten übernommen!

Wiederlader handeln auf eigenes Risiko!

Ladedaten .357 Mag.

 

 

Wie auf dem Bild ganz oben ersichtlich, wurde es bei mir das Modell 686-4 Target Champion mit 6″ langem Lauf und Nill Griff. Und damit wären wir beim eigentlichen Grund dieses Artikels: Der Schwachstelle dieses Revolvers, denn der Griff wackelt! Da ich dieses Phänomen auch bei Revolvern von Schützenkollegen beobachtet habe und das wiederholte Festziehen der einzigen (!) Schraube auch nicht half, habe ich ihn kürzlich geöffnet – bereit, ihn mit mehreren Löchern anzubohren und mit weiteren Schrauben und Muttern endlich fest zu bekommen.

Während ich mir noch so meine Gedanken gemacht habe, wie die Griffstücke zum Bohren am besten eingespannt werden, habe ich nebenbei herausgefunden, warum der Griff überhaupt wackelt – doch seht selbst:

 

Danach war die Lösung denkbar einfach: Ich habe die Breite des Rahmens vermessen und entsprechend dünne Streifen Edelstahl-Folie abgeschnitten (geht noch mit einer Haushaltsschere). Die Folie hat eine Dicke von 0,5mm, die Streifenbreite beträgt ca. 8mm.

SW 686 Nill Griff 2

SW 686 Nill Griff 1.2

Diese Streifen werden dann an den gekennzeichneten Stellen eingelegt. Die obere Griffschale wird wieder aufgesetzt und verschraubt und das Thema ist erledigt!

Der Ordnung halber folgt hier noch ein Schussbild (25m) mit dem jetzt fixierten Griff.

Schussbild SW 686