Eigenbau-Kopfplatte und -Standfuss für Dillon XL650

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Die Kopfplatte von Dillon ist ein Aluminium-Druckgussteil, das maschinell nachbearbeitet wurde. Für die Massenfertigung konzipiert, sollte man dieses Teil nur nach unten stehender Zeichnung anfertigen, wenn einem wirklich langweilig ist – und wenn eine Fräse in der Nähe rumsteht … Ansonsten lohnt sich der Aufwand zur Anfertigung kaum, das Teil ist beim Händler schon für ca. 35 € oder sogar weniger zu haben.

Ich habe eine originale Kopfplatte vor Zeichnungserstellung auf einer Maschine vermessen, es hat sich aber im Nachhinein auf der Presse herausgestellt, dass die Bohrungen für die zwei dünnen Verriegelungsstifte leicht versetzt waren. Das hatte zur Folge, dass es bei längeren Hülsen wie z.B. .357 Mag. Zuführstörungen in die Matrizen gab. Also wurden die Bohrungen heraus geschnitten, wieder zugeschweißt und anschließend glatt geschliffen – wenn man genau hinschaut, sieht man diese Nacharbeit auch. Die Zeichnung zeigt bereits den neuen Zustand ohne Bohrungen für die Verriegelungsstifte.

Für die beste Ansichtsqualität empfehle ich einen Download des nachfolgenden Bildes.

Kopfplatte

Für die Verwendung ist nun noch etwas Handarbeit gefragt:

Ich habe die Kopfplatte voll mit Matrizen bestückt (sie müssen nicht korrekt justiert sein) und auch in die Hülsenhalteplatte alle fünf Hülsen eingelegt. Anschließend wird die Presse betätigt, bis sie oben im Endanschlag ist. Alle Hülsen befinden sich nun in den Matrizen und die Kopfplatte ist korrekt ausgerichtet, denn das Bohrungsmuster für die Matrizen stimmt 100%ig. Jetzt kann man mit einer Bohrmaschine vorsichtig durch die Stiftlöcher der Presse in die Kopfplatte bohren (nur leicht anbohren!), um die beiden Bohrungsmittelpunkte zu bestimmen. Auch wenn es verlockend ist, gleich durchzubohren – die Kopfplatte sollte nun entnommen und an einer Standbohrmaschine durchgebohrt werden! Wer das mit einer Handbohrmaschine bei eingelegter Kopfplatte versucht, läuft Gefahr, die Stiftlöcher an der Presse durch Schrägstellung des Bohrers aufzuweiten, nachfolgend eingelegte Platten können dann Spiel aufweisen, was wiederum zu beschädigten Hülsen führen kann.

Noch ein Hinweis:

Die Kopfplatte besitzt mittig einen Bohrungsdurchmesser von 19mm, um sie auf dem nachfolgend beschriebenen Ständer ablegen zu können. Wenn sie stattdessen auf einen originalen Ständer von Dillon passen soll, muss diese Bohrung mit einem Durchmesser von 19,8mm ausgeführt werden.

Für die Anfertigung des Ständers benötigt man lediglich die beiden Teile laut nachfolgenden Zeichnungen und eine Senkschraube ISO 10642 M8x20-A2. Der Zusammenbau ist denkbar einfach.

XL 650 Ständer - Basisplatte

XL 650 Ständer - Aufnahme

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Hier noch eine Ansicht meines Quick-Change-Kits für das Kaliber .357 Mag. :

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Wie Ihr seht, war ich zu knauserig, für jedes Kailber auch noch einen Powder-Check von Dillon zu kaufen. Das Umbauen und neue Justieren des Powder-Checks ist generell schnell gemacht, wenn man wenigstens noch eine Einschraubmatrize auf dieser Position hat. Da mich aber mal wieder der Erfindergeist gepackt hat, arbeite ich derzeit noch an einer optischen Variante des Powder-Checks, die werde ich bei Gelegenheit vorstellen. Und hier ist der Artikel auch schon!

Digiscope-Adapter zum Zeiss Diascope 85

Zeiss Digiscope Adapter 8

Bei meiner Suche nach einem geeigneten Spektiv hatte ich – wie bereits im vorigen Artikel (hier nachlesen) erwähnt – damals auch die Marke Swarovski ins Auge gefasst. Als Zubehör habe ich dabei für sehr viel Geld einen Digiscope-Adapter für diese Marke gefunden, der mich dazu inspiriert hat, auch einen für meine Digitalkamera zu konstruieren. Wer meinen mit jenem von Swarovski vergleicht, wird übrigens schnell merken, dass das Teil von Swarovski wesentlich professioneller und zudem für hochpreisige Kameras vorgesehen ist. Mein Adapter ist jedenfalls für eine einfache Digitalkamera – hier die Casio Exilim EX-ZS100 – konzipiert.

Die Installation ist dabei denkbar einfach und bemerkenswert stabil: Der Digiscope-Adapter kann leicht auf das Okular des Spektivs aufgeschoben werden und wird am hinteren Teil desselben mit drei Kugeldruckschrauben ausgerichtet und geklemmt. Die das Spektiv berührenden Teile der Schrauben sind dabei übrigens aus Kunststoff. Die Augenmuschel des Okulars besteht aus einem leicht konischen Gummiring durch den eine Klemmung herbeigeführt werden kann: Der erste Aluring mit größerem Durchmesser wird einfach darüber geschoben, der zweite hingegen ist untermaßig und klemmt beim Aufschieben. Sollte der Adapter nicht ideal koaxial zum Okulartubus liegen, kann nun an den Kugeldruckschrauben vorsichtig nachjustiert werden. Kameraspezifisch ist nur das Bauteil „Aufnahme“, hier finden sich zwei Bohrungen mit Durchmesser 12mm, durch die später eine ¼“-Stativschraube zur Klemmung der Kamera durchgeführt wird. Die Positionen der Bohrungen sind auf die Position des Kamera-Stativgewindes und der Objektivlänge bei minimalem und maximalem Zoom abgestimmt. Die übergroßen Durchmesser von 12mm ermöglichen es später, die Kameralinse korrekt am Okular des Spektivs noch horizontal auszurichten, wenn der Bildausschnitt nicht mittig liegen sollte.

Für den Digiscope-Adapter werden folgende Teile benötigt:

  • 1x Klemmring
  • Klemmring
  • 1x Klemmring Okular
  • Klemmring Okular
  • 1x Aufnahme
  • Aufnahme
  • 2x Verbindungsbolzen
  • Verbindungsbolzen
  • 3x Kugeldruckschraube Norelem (Gewinde M6), NLM 07110-70620
  • 3x Kugelkopf Norelem (Gewinde M6), NLM 06250-11606
  • 3x Sechskantmutter (flach) DIN439 M6-A2
  • 4x Senkschraube ISO 10642 M3x10-A2
  • 2x Zylinderkopfschraube ISO 4762 M3x12-A2
  • 1x Stativschraube ¼“, Gewinde ca. 17mm lang

Der Zusammenbau ist denkbar einfach:

Einfach die beiden Verbindungsbolzen in den Klemmring einschrauben. Ich habe auf gefräste Schlüsselflächen verzichtet, deshalb sollte etwas Schraubensicherung verwendet werden.

Zeiss Digiscope Adapter 1

Anschließend wird der „Klemmring Okular“ aufgeschoben und mit den beiden Zylinderkopfschrauben befestigt. Auf dem Bild stehen sie noch heraus, beim Einschrauben werden sie aber vollständig versenkt.

Zeiss Digiscope Adapter 2

Für die Klemmung am Okulartubus sind drei Kugeldruckschrauben notwendig, die ich der besseren Handhabbarkeit wegen mit Kugelköpfen und flachen Sechskantmutter versehen habe. Schraubensicherung sollte hier auch nicht fehlen. Am Schraubenende sind gut die roten Kunststoffeinlagen sichtbar. Sie sind in einer Kugelpfanne gelagert und passen sich auch einem geneigten Untergrund an. Mir ging es hauptsächlich darum, das Spektiv zu schonen.

Zeiss Digiscope Adapter 3

Die präparierten Stellschrauben werden eingeschraubt und die Aufnahme für die Digitalkamera wird mit den vier Senkschrauben befestigt. Am Prototypen mussten die Aluringe etwas nachgearbeitet werden, das kann man an der fehlenden Eloxalschicht deutlich erkennen. Die hochgeladenen Konstruktionszeichnungen weisen aber schon die korrigierten Maße auf.

Jetzt kann die Konstruktion auf das Okular geschoben und geklemmt werden. Bei einem Spektiv mit Schrägeinblick gibt es keine Kollision mit dem Spektivkörper.

Größten Wert wurde bei der Konstruktion darauf gelegt, dass die Vergrößerung des Okulars weiterhin verstellbar bleibt und zudem noch komfortabel bedient werden kann. Auf dem nächsten Bild kann man deutlich den Spalt zwischen Okular und Verbindungsbolzen erkennen.

Zeiss Digiscope Adapter 10

Noch einige Ansichten mit eingeschwenktem Laser-Entfernungsmesser:

Als letztes besorgt man sich eine Stativschraube mit ¼“-Gewinde und kürzt sie auf ca. 17mm Länge. Das Längenmass musste ich natürlich an die Kamera anzupassen.

Zeiss Digiscope Adapter 14

Dann kann man endlich die Kamera montieren:

Das nächste Bild ist in Verbindung mit dem Digiscope-Adapter entstanden. Der Adapter ist so ausgelegt, dass die Vergrößerung am Okular des Spektivs weiterhin problemlos bedient werden kann. Da die Digitalkamera auf dem Okular aufliegt, sollte die Vergrößerung des Spektivs auch so eingestellt werden, dass sich auf dem Kameradisplay der größtmögliche Bildausschnitt ergibt.

Digiscope Bild 1

Nachtrag vom 27.09.2015:

Habe versucht, den Vollmond zu fotografieren.

Hier könnt Ihr Euch ein Video mit dem Adapter anschauen. Man erkennt deutlich eine Verzerrung des Bildrandes, da natürlich von der Austrittslinse abgefilmt wird. Für mich ist dieser Effekt aber vernachlässigbar. Wer die Lautstärke etwas aufdreht, wird hören, wie die Kamera selbständig nachfokussiert bzw. die Blende nachjustiert – wenn man Ihr Zeit dazu lässt. Klasse Sache, dass man nicht mehr ständig selbst an der Scharfstellung des Spektivs herum fummeln muss.

Spektiv Zeiss Diascope 85 & Laser-Entfernungsmesser Leica CRF 1600-B

Zeiss Diascope 85

Im Bericht zu meiner Savage 10 BA (hier weiterlesen) habe ich bereits erwähnt, dass für mich die Möglichkeit besteht, auch auf Ziele jenseits der Entfernung von 300m zu schießen. Diese Tatsache hat mich dazu gebracht, den Kauf einer neuen Optik für eine geeignete Trefferbeobachtung überhaupt erst in Erwägung zu ziehen. Zunächst war jedoch noch nicht klar, ob die Beobachtung durch ein Spektiv oder durch ein Zielfernrohr erfolgen soll. Folgende Szenarien gingen mir durch den Kopf:

  1. Beobachtung der eigenen Trefferlage durch das eigene ZF. Gravierend wirkt sich hier meine Anschlagsart aus: Beim Präzisionsschießen ziehe ich das Gewehr kaum in die Schulter, stütze es vorne mit einem Zweibein ab, lege es hinten auf einem Ohrensack auf und betätige den Abzug dann, indem ich nur noch mit dem Daumenansatz gegenhalte. So hätte ich definitiv Probleme bekommen, vor dem Einschlagen des Projektils wieder mit der Visierlinie ins Ziel zu kommen (Nachtrag vom 15.11.15: Diese Anschlagsart habe ich mir wieder abgewöhnt, sie hat zu Präzisionsverlust bei mir geführt!!!). Also wäre die Schussbeobachtung durch das ZF erst noch zu erlernen gewesen und teuer wäre es obendrein, falls ein neues ZF fällig gewesen wäre. Solche Disziplinen, bei denen der eigene Treffer durch das ZF beobachtet wird, sind mir von Wettkämpfen aus den USA bekannt und hier wird sicherlich ein hohes Mass an Können gefordert.
  2. Beobachtung fremder Trefferlagen mit dem eigenen ZF. Voraussetzung dafür wäre, dass sich ein Team aus zwei Schützen bildet, welche beide qualitativ hochwertige Gläser besitzen und sich gegenseitig spotten. Auch hier wäre ein entsprechendes neues Glas nicht billig geworden – sofern es notwendig gewesen wäre. Aber Erfolge beim Schießen hätten sich sicherlich schneller eingestellt, als alles im Alleingang zu machen.
  3. Das klassische Team aus Schütze und Spotter. Hier wäre ein Spektiv die sinnvollste Anschaffung und das auch noch ohne große Kompromisse, was die optische Leistungsfähigkeit angeht. Dazu leicht zu bedienen und auch mal für Beobachtungen der anderen Art zu gebrauchen – was auch immer man sich da anschauen mag …

Leider wird dadurch die Ausrüstung richtig sperrig und günstig ist diese Lösung auch nicht – aber immerhin vielseitiger, was den späteren Verwendungszweck angeht.

Neben der reinen Beobachtung der Geschossflugbahn bleibt natürlich noch die Notwendigkeit der Entfernungsmessung, die man nicht außer Acht lassen sollte. Rumballern und ZF nachjustieren, bis man irgendwann etwas trifft geht natürlich immer, aber etwas professioneller sieht das schon mit einer „Drop Chart“ aus, die man für sein Gewehr erstellen kann und diesen Anspruch habe ich nun einmal auch. Zielfernrohre mit integrierten Entfernungsmessern sind richtig teuer und die günstige Alternative, Entfernungen mit einem Mil-Absehen zu ermitteln, wäre mir zu ungenau – aber ich bin ja auch kein Profi.

Optik mit Zubehör:

Unter all´ diesen Gesichtspunkten fiel meine Wahl deshalb letztendlich auf ein Spektiv mit separatem Entfernungsmesser, weil es mir als geringstes finanzielles Risiko durch vielseitigste Verwendung bei einfachster Anwendung erschien.

Das komplette Zubehör, das ich mir für den Einsatz beim Long Range Shooting zugelegt habe, möchte ich in diesem Beitrag vorstellen. Dabei erhebe ich keinen Anspruch darauf, die besten Entscheidungen getroffen zu haben. Ich wollte lediglich mitteilen, welche Faktoren diese beeinflusst haben.

Als der Groschen erst mal gefallen war, stand fest, dass ich mir meine Ausrüstung nicht zweimal kaufen wollte und habe deshalb nur nach hochwertigen Optiken Ausschau gehalten: Zeiss Diascope 85, Swarovski ATX/ATM und Zeiss Spotter 60 – all´ diese Optiken gehören meiner Meinung nach zur Oberklasse (zumindest zu der, die ich mir gerade noch so leisten kann). Zu allen Geräten lassen sich die technischen Daten natürlich direkt miteinander vergleichen, ich will mich daher auf die subjektiven Eindrücke beschränken. Zwischen dem Diascope 85 – für das ich mich später entschieden habe – und dem ATM/ATX mit 80mm Objektivdurchmesser konnte ich keine gravierenden Unterschiede feststellen, hier würde ich mich im Zweifelsfall aber immer für den größeren Objektivdurchmesser entscheiden (das Diascope hat gemäss dem Namen 85mm, das Swarovski wie erwähnt 80mm und das Spotter 60 hat einen von 72mm). Das Spotter 60 hat im direkten Vergleich zum Diascope und zum Swarovski auch ein größeres Sichtfeld, ein auf Knopfdruck beleuchtetes Absehen, drei Picatinny-Schienen auf 3-, 9- und 12-Uhr und einen Geradeinblick bei recht kompakter Bauweise. Für den militärischen Bereich konzipiert, hat es hier natürlich einige Vorteile gegenüber den anderen Spektiven. Von der Auflösung her konnte ich keine Unterschiede feststellen, obwohl der Besitzer des Spotter 60 meinte, sein Gerät ergäbe ein besseres Bild als das Diascope 85. Hier möchte ich nebenbei darauf hinweisen, dass ich Spektive miteinander verglichen habe, die ungefähr in einer Preisklasse lagen. Das Swarovski gibt es natürlich auch mit 95mm Objektivdurchmesser oder in einer Variante mit beleuchtetem Absehen, aber das fiel bei mir finanziell definitiv aus dem Rahmen.

Bei allen oben erwähnten Optiken muss man in diesem Fall mit Preisen zwischen 2800 und 3200 Euro rechnen, wenn man mit 20- bis 60-facher Vergrößerung zufrieden ist. Speziell für die Modelle Diascope und ATM/ATX gibt es aber auch Okulare, die eine bis zu 70-fache Vergrößerung aufweisen und nochmal ein wenig teurer sind.

Ich hatte Glück und habe das Diascope 85 inklusive 20- bis 70-fach vergrößerndem Okular für einen Gesamtpreis von 2100 Euro als Neuware bei Ebay entdeckt und zugeschlagen. Für diesen Preis konnte ich mich dann auch leichter damit abfinden, kein Spotter 60 zu kaufen – schade, das Teil hätte schon was her gemacht, der Preis hätte aber auch geschmerzt…

Wenn man nun schon bereit ist, soviel Geld in eine Optik zu stecken, dann sollte man beim Stativ nicht anfangen zu sparen. Ich habe mich beraten lassen und bin letztendlich beim MT190XPro3 von Manfrotto gelandet (die „3“ steht für insgesamt 3 Beinsegmente, die das Stativ besitzt). Es ist sehr stabil und ausgesprochen vielseitig anwendbar. Die Höhenverstellung durch Auszug der Teleskopbeine und des Mittelrohrs reichen aus, um bei einer Körpergröße von 1,85m von oben in das Spektiv mit Schrägeinblick schauen zu können. Ich bin mir sicher, dass ein Spektiv mit Geradeinblick bei dieser Körpergröße auch noch im Stehen bedient werden kann, denn das Mittelrohr kann man zusätzlich auch noch um ca. 300mm ausfahren. Kauft man das Stativ ohne weiteres Zubehör, besitzt es auf der Anschlussplatte ein starres 3/8“-Aussengewinde. Für das Stativ sollte man einen Neupreis von ca. 170 Euro einkalkulieren.

 

 

Was als Zubehör unbedingt noch zu empfehlen ist, ist der Getrieberegler Junior MA 410 von Manfrotto. Mit diesem Teil lässt sich das Spektiv ziemlich flüssig (nicht absolut ruckelfrei, aber das liegt am voll ausgezogenen Stativ) mittels der beiden großen Drehknöpfe ausrichten. Die Tragfähigkeit des Getriebereglers liegt bei ca. 5kg und für den Fall, dass das Stativ nicht wirklich gerade steht, gibt es einen dritten Drehknopf, der die seitliche Neigung des Spektivs noch regulieren kann. Alle Drehknöpfe besitzen übrigens die Möglichkeit zur Schnellverstellung. Das Spektiv selbst wird auf einer Schnellwechselplatte montiert, die den Auf- und Abbau erheblich erleichtert. Für den Kauf dieses Getriebereglers sollte man nochmals ca. 170 Euro einplanen, diese Investition lohnt sich aber auf jeden Fall! Es gibt ihn noch in einer größeren Variante mit einer Tragkraft bis zu 7kg. Diese (Typ MA 405) kostet allerdings gleich doppelt so viel und die wichtigsten Drehknöpfe (Verstellung horizontal und vertikal) sind nicht mehr im Winkel von 90° angeordnet, sondern zeigen beide in geringem Abstand zueinander direkt auf den Anwender. Ergonomisch ist das für mich absolut schlecht zu bedienen – ich hab´s ausprobiert! Der Getrieberegler besitzt an seiner unteren Flanschplatte ein 3/8“-Innengewinde und lässt sich einfach auf das o.g. Stativ aufschrauben, bis es von selbst kontert.

 

 

Was auch immer Ihr nun beobachten wollt, die Ausrüstung in dieser Kombination wird einen mit Sicherheit zufrieden stellen. Besonders beindruckend fand ich z.B. die Beobachtung unseres (Voll-)Mondes.

Laser-Entfernungsmesser:

Zur Auswahl standen für mich der Laser-Guide 8×30 von Swarovski und der Leica Rangemaster 1600-B. Ich habe einen Vergleichstest zu beiden Geräten gelesen, in dem ich drei Seiten lang auf eine klare Kaufempfehlung zu einem der beiden Entfernungsmesser (Laser Range Finder, LRF) gewartet habe – doch Fehlanzeige, es ging unentschieden aus. Da das Gerät von Swarovski leider nicht mehr im Handel erhältlich ist (ich denke, der Verkauf der Ferngläser mit integrierter Entfernungsmessung soll gefördert werden) wurde es schließlich jenes von Leica, weil es in Sachen Entfernung einfach die höchste Reichweite bei angemessenem Preis versprach.

Leica CRF 1600-B 24

So einfach war das, deshalb kam ein Zeiss Victory PRF mit maximalen 1200m für mich auch nicht in Frage. An die Liga eines Vectronix Terrapin oder gar eines Vector IV war für mich nicht zu denken, auch wenn ich mit letzterem schon einen Tag lang schießen/messen durfte – klasse Gerät!!! Was die Genauigkeit angeht, so sehe ich beide Geräte (Swarovski & Leica) nach Lesen des Testberichts als gleichwertig an, Swarovski kann aber mit einer höheren Vergrößerung und mit einem größeren Objektivdurchmesser punkten. Zum Vergleich: Der LRF von Leica hat „nur“ 7×24. Außerdem besitzt der LRF von Swarovski gleich ein Stativgewinde am Gehäuse, bei Leica –wie auch bei vielen anderen Herstellern – hat man daran leider gespart. Für ein Gerät, das bis zu einer Entfernung von 1600 Yards (ca. 1420m) für den jagdlichen und sportlichen Einsatz funktionieren soll, ist das meiner Meinung nach am falschen Ende gespart. Das In-der-Hand-Halten kann man bei diesen Distanzen gleich mal vergessen, Auflegen bringt da schon etwas mehr, die beste Lösung wäre aber eine Befestigung auf dem Stativ. Die Vorteile des Leica LRF sehe ich in dem kleinen „Zielfenster“ für den Laserstrahl, der hilft, das zu messende Objekt genau anzupeilen. Beim Swarovski ist der Zielkreis recht groß, weshalb man sich bei kleinen und/oder weit entfernten Objekten fragen mag, ob der Laserstrahl auch wirklich das Ziel getroffen hat. Zudem sind beim Leica LRF ballistische Kurven gängiger Kaliber hinterlegt, die das Schießen unterstützen können. Ich selbst werde mich damit aber weniger befassen, da ich wie bereits erwähnt, eine Drop Chart erstellen will. Inwiefern das Swarvoski noch durch ballistische Funktionen unterstützen kann, ist mir leider nicht bekannt.

Die Bedienungsanleitung und die technischen Daten des Leica Laser-Entfernungsmessers CRF 1600-B können hier herunter geladen werden:

Bedienungsanleitung CRF 1600-B

Technische Daten CRF 1600-B

Quelle: http://de.leica-camera.com/Sportoptik/Entfernungsmesser/Leica-Rangemaster/Downloads

Der Leica LRF funktioniert bisher gut und was mich besonders freut, ist das helle und sehr gut sichtbare Display. Aus der Bedienungsanleitung geht hervor, dass schönstes Sommerwetter wegen der Sonneneinstrahlung nicht unbedingt zu guten Messwerten beiträgt, das Gerät hat unter diesen Bedingungen aber bisher einwandfrei funktioniert. Lediglich bei weißen Verkehrsschildern, sogar im Bereich von unter 80m, versagt die Technik. Ein besseres Beispiel ist die Hochspannungsleitung, die ich aus meinem Dachfenster sehen kann. Ich habe recherchiert, dass die daran befestigten, sogenannten „Luftwarnkugeln“ hierzulande einen Durchmesser von 60cm besitzen. Von diesen Objekten erhielt der Leica LRF bei Abendsonne auf einer Distanz von 830m stets ein gutes Echo, seht Euch dazu bitte den unten verfügbaren Film an.

 

Diese Luftwarnkugeln wurden übrigens auch bei leichtem und mittelschwerem Regen gut erkannt – auf dem folgenden Film mit Regen war aber leider die Schwenkmontage (siehe weiter unten) noch nicht verfügbar, wodurch die eine oder andere Fehlmessungen durch Verwackeln zu erklären ist. Sobald sich eine neue Gelegenheit mit ordentlich Regen bietet, werde ich noch einen Film mit Schwenkmontage aufnehmen.

14.09.2015:

Das Video wurde entfernt, nachfolgend nun die verbesserte Version die ich mit Schwenkmontage aufgenommen habe:

 

Durch das Abfilmen scheint das Display zudem zu flimmern, es ist aber stets gestochen scharf und einwandfrei zu sehen! Die bisher höchste Gemessene Entfernung war übrigens ein Schornstein in einer Entfernung von 1606m – ich war sehr erfreut! Die Umgebungsbedingungen waren allerdings auch sehr gut. Allein die Tatsache, dass das Gerät eine solche Messung durchführen kann, dürfte es auch für Schützen bis zum Kaliber .338 Lapua Magnum interessant erscheinen lassen.

Da das Auflegen des LRF für mich keine Dauerlösung ist, habe ich mir eine kombinierte Montage zusammen mit dem Spektiv auf dem Getrieberegler überlegt. Das Design ist einfach gehalten, der Fokus liegt auf Zweckmäßigkeit.

 

LRF-Schwenkmontage:

Bei der Konstruktion der Montage standen bei mir zwei Dinge im Fokus: Erstens musste ich eine geeignete Klemmvorrichtung für den LRF entwickeln, da dieser wie bereits erwähnt kein Stativgewinde besitzt und zweitens wollte ich ihn an einer Stelle positionieren, an der der Spotter mit möglichst wenig eigener Bewegung schnellstmöglich Ziele erfassen kann. Hier hat sich der Kauf eines Spektivs mit Schrägeinblick gerächt, aber eines mit Geradeinblick habe ich schlichtweg nicht zu solch einem günstigen Preis bekommen. Problematisch war es deshalb, weil das Spektiv in seiner Gesamthöhe durch das schräge Okular höher baut, als eines mit Geradeinblick. Da man sowohl einäugig durch das Spektiv, als auch durch den LRF blickt, liegt es nahe, beide Okulare möglichst eng beieinander zu positionieren. Durch eine Drehung des LRF um seine Okularachse würde man ggf. sogar noch etwas Platz gewinnen, das hätte aber zur Folge, dass sich alle Anzeigen auf dem Display des LRF mit gedreht hätten – dumm gelaufen. Nach vielen Versuchen mit Alustreben, Klebeband und Verdrehungen des Spektivs in seinem Klemmring, habe ich mich dann dazu entschlossen, das Spektiv nicht zu verdrehen und von schräg oben hinein zu schauen. Sobald man dann aber den Kopf wieder aufrichtet, sollte das Okular des LRF vor dem Auge sein. Um weder bei der Entfernungsmessung, noch beim Spotten mit den Geräten zu kollidieren (Stirn, bzw. Kinn), habe ich für den LRF eine Schwenkmontage konstruiert, die über eine Rändelschraube arretiert werden kann. Ich wollte die Arretierung zunächst bequem durch kleine Neodym-Magnete erreichen, hatte dann aber doch Bedenken wegen der möglichen Auswirkungen auf die Elektronik. Da die Schnellwechselplatte des Manfrotto-Getriebereglers noch Platz für einen zusätzlichen Schraubenkopf hatte, habe ich die Basis der LRF-Montage so ausgeführt, dass das Spektiv demontiert werden kann, wenn der LRF allein benutzt werden soll. Aber auch der LRF ist mit seiner Halterung sehr schnell von seiner Basisplatte demontierbar, dafür sind lediglich zwei Schrauben zu lösen. Durch die beiden Zylinderstifte in der Basis besteht bei der Demontage auch nicht die Gefahr, dass der Entfernungsmesser herunter fällt, da die Halterung weiterhin stabil aufgesteckt bleibt.

Für den Nachbau der Schwenkmontage werden folgende Teile benötigt:

  • 1x Basisplatte
  • Basisplatte
  • 1x Zylinderkopfschraube ISO 4762 M5x14-A2
  • 1x modifizierte Sechskant-Stativschraube 3/8“, Länge >25mm
  • 2x Zylinderstift ISO 8734 4m6x12
  • 1x Strebe 1
  • Strebe 1
  • 2x Linsenkopfschraube mit Innensechskant ISO 7380 M5x16-A2
  • 1x Strebe 2
  • Strebe 2
  • 1x GGB Bundbuchse, Typ BU1207
  • 3x Senkschraube ISO 10642 M3x16-A2
  • 1x LRF Adapter
  • LRF Adapter
  • 1x Stift
  • Stift
  • 2x Zylinderstift ISO 8734 2m6x20
  • 1x Riegel
  • Riegel
  • 2x Zylinderkopfschraube ISO 4762 M3x12-A2
  • 1x Leschhorn Rändelschraube DIN 464 M6-12, Art.-Nr. 10183763
  • 1x Scheibe
  • Scheibe
  • 1x Zylinderkopfschraube ISO 4762 M3x8-A2
  • 1x Passscheibe DIN 988 6x12x0,4
  • Dünnes, doppelseitiges Klebeband
  • Dünne Gummimatte, 0,5mm

Begonnen wird mit der Stativschraube mit 3/8“-Gewinde, sie muss der originalen Schraube des Spektivs in der Form nachgearbeitet werden und dabei 8mm Länger sein. Zur besseren Befestigung des Spektivs habe ich die Fläche der Basisplatte, auf der später das Spektiv befestigt wird, mit doppelseitigem Klebeband und einer dünnen Gummimatte beklebt.

Leica CRF 1600-B 1

Die längere Spektivschraube wird nun durch die Manfrotto-Schnellwechselplatte geführt und die Basisplatte mit der Zylinderkopfschraube M15x14-A2 befestigt.

Leica CRF 1600-B 2

Eigentlich sollten die Zylinderstifte 4m6x12 in die Strebe 1 gepresst werden und leicht in die Basisplatte gleiten, bei mir wurden die Passungen aber entgegen der Zeichnungen vertauscht gefertigt. Egal, die Funktion blieb auf jeden Fall sinngemäss erhalten. Wie auf dem Bild ersichtlich, habe ich also noch die besagten Zylinderstifte in die Basisplatte gepresst.

Das Spektiv kann jetzt durch Schnellwechselplatte und Basisplatte hindurch mit der modifizierten Stativschraube verschraubt werden, anschließend wird das Ganze auf dem Getrieberegler befestigt. Die Strebe 1 wird dann auf die Basisplatte gesteckt und mit den beiden Linsenkopfschrauben M5x16-A2 fixiert.

 

In die Strebe 2 wird jetzt die Bundbuchse gepresst, sodass der Bund in der Anspiegelung sitzt und leicht hervor steht. Die Strebe 2 kann dann mit den drei Senkschrauben M3x16-A2 an der Strebe 1 befestigt werden.

 

Der Stift wird nun bündig in den LRF-Adapter gepresst, sodass der Zapfen mit dem Gewinde nach unten heraus schaut.

Leica CRF 1600-B 9

Am Ende des LRF-Adapters werden jetzt die Zylinderstifte 2m6x20 hindurch getrieben.

Leica CRF 1600-B 10

An den Innenseiten des Adapters werden dann im oberen Bereich zwei Streifen doppelseitiges Klebeband verklebt, auf die anschließend noch etwas dünne Gummimatte geklebt wird. Der Entfernungsmesser wird anschliessend in den Adapter geschoben, sodass er hinten von den dünnen Zylinderstiften gehalten wird. Durch die dünnen Streifen von Gummimatten sollte der Entfernungsmesser jetzt durch leichten Druck gehalten werden.

 

Den Riegel habe ich mit drei Schichten Klebeband und Gummimatte beklebt, bis er beim Einsetzen in die Aussparung des LRF-Adapters im Kontakt mit dem Entfernungsmesser leicht heraus gestanden hat. Mit den beiden Zylinderkopfschrauben M3x12-A2 wird dieser Riegel dann angeschraubt, wodurch der Entfernungsmesser zusätzlich gegen die Zylinderstifte gepresst wird. Wie auf dem Bild ersichtlich, ist das Batteriefach weiterhin frei zugänglich.

 

Der Adapter mit Entfernungsmesser wird danach in die Strebe 2 eingesetzt und durch die gebogene Langlochfräsung mit der Rändelschraube befestigt. Zuvor muss allerdings noch die Passscheibe 6x12x0,4 zwischen Adapter und Strebe 2 eingelegt werden.

 

Als letztes wird die Scheibe mit der Schraube M3x8-A2 von unten gegen den am Adapter heraus stehenden Stift geschraubt und die Konstruktion ist einsatzbereit!

 

 

 

VLTOR BMC Mod 3 Ladehebel

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Über die VLTOR BMC – Ladehebel kann man sich mehr als ausreichend Beiträge bei Youtube anschauen, deshalb möchte ich hier auch nur einige wenige Details loswerden, die mir wichtig erscheinen.

Kurz zu den Unterschieden: Die Ladehebel gibt es in drei verschiedenen Größen und zwei verschiedenen Ausführungen. Allen gemeinsam ist das Material, aus dem sie gefertigt sind, Aluminium 7075 T6 mit einer Eloxal-Beschichtung. Es gibt die Größe „Small“ (Mod.5), „Medium“ (Mod.4), „Large“ (Mod.3), sowie eine Ausführung „Ambidextrous“ (Mod.44) mit beidseitigen Bedienhebeln – diese letztgenannte Ausführung gibt es ausschließlich in der Größe „Medium“ –deshalb auch die „Doppel-4“.

Dadurch, dass mein neues ZF auf dem AR-15 relativ weit hinten sitzt, wird es unbequem, den originalen Ladehebel zu greifen und zu bedienen. Ich habe mich also im Kollegenkreis nach einem Neuen umgehört und durfte auch prompt mal den „Raptor“ (von Rainier Arms) – ein beidseitiger Hebel – von einem Schützen montieren und ausprobieren. Das Teil sieht klasse aus, ist mit knapp 120-150 Euro aber kein wirklich günstiger Ladehebel. Da es für mich nicht unbedingt ein beidseitiger Ladehebel sein musste, habe ich schließlich den VLTOR BMC Mod.3 in der Größe „Large“ gekauft – mit 55 bis 60 Euro ist er auch nicht allzu teuer.

Die Bezeichnung „Large“ mag vielleicht suggerieren, dass man einen wirklich großen Hebel für sein Geld bekommt, das ist meiner Meinung nach aber nicht der Fall. Der Hebel steht von der Systemhülse gerade mal 23mm ab, die Bilder geben sicherlich eine Vorstellung der Größenverhältnisse.

VLTOR BMC Mod3 Front

VLTOR BMC Mod3 Top

Der VLTOR BMC Mod.3 dürfte auch für Schützen interessant sein, die gerne Handschuhe beim Schießen tragen. Richtig komfortabel finde ich diesen Ladehebel erst in Kombination mit dem Magpul BAD Lever, der es ermöglicht, den seitlichen Verschlussfanghebel auch mit dem (rechten) Zeigefinger zu bedienen.

Wer mehr über das AR-15 lesen möchte, sollte hier klicken.

Hiperfire 24c für das AR-15

Der Hiperfire 24c ist ein Tuning-Abzug, der sowohl für das AR-10 als auch für das AR-15 konzipiert ist und folglich in beide Gewehre gleichermaßen eingebaut werden kann. Beim Abzugstuning habe ich mich bisher auf einen Wechsel-Federnsatz von JP beschränkt, der das Abzugsgewicht auf knapp 1600g herab setzt. Der originale Abzug meines HERA AR-15 kroch dann aber doch ein wenig auf den ersten 1-2mm. Gestört hat mich das zuerst nicht, allerdings habe ich durch Zufall miterlebt, welche Schussfolgen mit einem American Gold Trigger möglich sind: 10 Schuss in 1,96 Sekunden – beindruckend! Das hat mich neugierig gemacht und ich habe im Internet Infos über diesen und andere Abzüge gesammelt. Schnell hat man bei Youtube Videos gefunden, in denen verschiedene Abzüge verglichen wurden, wobei auch die hierzulande weit verbreiteten Versionen von Geissele und Timney dabei waren. Ebenfalls vertreten war der Hiperfire 24c, mit dem annähernd die gleiche Schussfolge wie mit dem American Gold Trigger möglich ist und von dem berichtet wird, dass er fast keinen Vorzugsweg hat und nach dem Schuss nicht durchfällt. Diese beiden Argumente haben bei mir den Ausschlag gegeben, denn Abzüge von Geissele und Timney haben durchaus ähnlich gute Bewertungen erhalten, auch was die Feuergeschwindigkeit angeht. Also habe ich ihn (Ihr ahnt es vielleicht) bei www.spartac.de angefragt und bekam diesen Abzug dort lagernd für 288 Euro (aktuelle Preise sind bitte anzufragen) – der American Gold Trigger hätte locker 100 Euro mehr gekostet, bei einer Wartezeit von 4-5 Wochen. Nein danke.

Für diejenigen, die sich den Abzug selbst einbauen wollen, folgt nun eine ausführliche Beschreibung mit Bildern zu jedem Schritt:

Zuerst werden Upper und Lower getrennt, indem man die Sicherungsbolzen (sie stehen aus dem Lower-Gehäuse heraus) durchschiebt. Ich habe mir dafür ein einfaches Werkzeug aus Kunststoff gedreht, das ich im Laufe der Anleitung noch kaputt mache.

Hiperfire 24c 1

Der Bolzen, der die Baugruppe Abzug im Lower sichert, muss nun entfernt werden (auf dem Bild steht er noch heraus), ich habe dafür einen Satz Durchschläge aus Metall und einen Schonhammer benutzt.

Hiperfire 24c 2

Viel sieht man auf dem nächsten Bild nicht. Aber es wird ein Teil freigegeben – keine Ahnung, wie man es nennt – das ebenfalls entnommen wird.

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Jetzt wird der zweite Bolzen entfernt und die Baugruppe Schlaghammer kann entnommen werden.

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An dieser Stelle hätte ich gerne die Baugruppe Abzug entfernt, nur leider war der Bolzen im Weg, der die beidseitigen Sicherungshebel aufnimmt. Zuerst wird also der Sicherungshebel auf der rechten Seite mit einem Inbus-Schlüssel demontiert.

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Und anschließend der linke Sicherungshebel, die Schraube ist auf dem Bild bereits lose.

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Jetzt wird´s knifflig: Der Bolzen, der beide Sicherungshebel aufnimmt, sieht aus, als ob er hinein gezaubert wurde. Die Lösung ist, auf der rechten Gehäuseseite einen Durchschlag anzusetzen und den Bolzen nach links durch zu treiben. Metall-Durchschläge und Metall-Hämmer sind hier eine ganz schlechte Idee – außer, Ihr wollt Eurer Knarre den originalen 69er Nam Gedächtnis-Look verpassen… Ich hab hier jedenfalls meinen eingangs beschriebene Durchschlag aus Kunststoff geopfert, aber geplant war das ehrlich gesagt auch nicht. Die Schläge müssen kräftig ausgeführt werden, dann löst sich der Bolzen und gibt den Blick auf einen Federstift frei, der beim Zusammenbau in eine Nut des Bolzens rastet (Bildmitte) und ansonsten nicht mehr sichtbar ist. Merkt Euch besser, in welcher Richtung der Bolzen wieder eingesetzt wird.

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Nachdem die Abzugsgruppe nun entnommen wird, wäre jetzt mal die Gelegenheit, zu putzen.

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Das nachfolgende Bild zeigt von links nach rechts sämtliche Teile und Baugruppen, die bisher ausgebaut wurden, mehr werden es aber auch nicht.

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Die vormontierte Abzugsgruppe wird nun eingebaut.

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Dazu wird die Baugruppe so eingelegt, dass die Federbeine nach links in den Schacht ragen und sich dann am Boden der gefrästen Tasche im Lower abstützen.

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Jetzt könnte man den Abzugsschuh aufziehen…

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… wenn der nicht wie ein Billig-Spielzeug aus Fernost daher käme. Ich war echt enttäuscht, als ich den Kunststoffgrat auf dem Teil gesehen habe. Klar, dass fertigungstechnisch irgendwo ein Grat zu finden sein wird, aber direkt auf der Abzugsfläche? Für einen Tuningabzug ist das echt armselig! Also wurde der Feilensatz ausgepackt und vorsichtig nachgeschliffen. Nachpolieren mit Schleifvlies in zwei Körnungen und etwas WD40 ist ratsam. Sobald das Scheißteil glatt war, konnte es dann auch montiert werden.

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Jetzt erst wird die Abzugsgruppe mit einem der beiden Bolzen gesichert. Wer dies zu früh macht, bekommt ggf. Probleme, den Abzugsschuh auf den Züngel aufzuziehen, weil der Trigger-Guard im Weg sein dürfte.

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Nun werden die Teile rund um die Abzugssicherung wieder eingebaut. Zuerst der Bolzen und dann die beiden Sicherungshebel. Komischerweise ging der Rückeinbau des Bolzens ausgesprochen leicht: Bolzen bis zum Federbolzen im Lower-Gehäuse vorschieben und dann mit einem Durchschlag größeren Durchmessers den Federbolzen herunter drücken. Den Bolzen so gut es geht nachschieben und dann den Federbolzen mit einem dünneren Durchschlag weiter herunter drücken. Der Bolzen geht dann ziemlich leicht zurück in das Gehäuse und wird verriegelt.

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Ein kurzer Zwischenstand:

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Anschließend muss die neue Baugruppe Schlaghammer aus den folgenden Teilen vormontiert werden:

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Die Feder muss in der gezeigten Lage montiert werden und der kurze Bolzen mit beidseitiger Ringnut wird durch die Bohrung rechts gesteckt. Achtung, der kurze Bolzen ist imstande wieder herauszufallen, bis die komplette Baugruppe im Lower sitzt.

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Die Baugruppe wird nun wie gezeigt auf das Lower aufgesetzt. Wichtig ist hierbei, dass die Federbeine nach rechts zeigen und beidseitig der Abzugsgruppe liegen. Die Baugruppe Schlaghammer wird nun von rechts oben nach links unten in das Lower-Gehäuse hinein gedrückt, bis man den zweiten Sicherungsbolzen teilweise hindurch stecken kann. Es ist unwahrscheinlich, dass es beim ersten Versuch gelingt, den Bolzen komplett durchzustecken, weil das System bereits durch Federkraft vorgespannt ist und verkanten wird. Wichtig ist, dass Euch die Teile nicht wieder raus fliegen. Das Lower wird nun mit einer Hand von oben gepackt und mit dem Daumen derselben Hand spannt Ihr den Schlaghammer bis fast nach ganz hinten. Jetzt lässt sich das gesamte System etwas besser kontrollieren und so ausrichten, dass die Durchgangsbohrung mit der verbleibenden Bohrung im Lower in Deckung gebracht werden kann – das lässt sich nun von der anderen Seite, an der der Bolzen herauskommen soll, gut beobachten. Der Bolzen lässt sich jetzt sehr leicht mit der freien Hand ganz durchschlagen – ich habe dafür einen Schonhammer benutzt.

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Weiter geht´s mit der Installation der Federn. Weil nicht alle Teile für den letzten Schritt für ein brauchbares Foto liegen bleiben, muss hier auch mal die Anleitung herhalten. Die Federführungsbolzen müssen nämlich richtig herum eingesetzt werden, das Detailbild zeigt das nochmal sehr deutlich.

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Jetzt muss man sich langsam für ein Abzugsgewicht entscheiden. Die Federn sind entweder blank oder gelb bzw. blau eingefärbt. Die blanken Federn haben zwar den höchsten Federkennwert, da aber das Federpaar die Abzugsbewegung / Schlagenergie des Hammers unterstützt und ihr nicht entgegen wirkt, hat das den Effekt des geringsten Abzugsgewichts bei höchster Energie des Hammers. Die gelben Federn bewirken etwas mehr Abzugsgewicht und die blauen Federn das höchste (das bei Verwendung der blauen Federn immer noch knapp unter 1600g liegen dürfte). Die Abzugsgewichte der einzelnen Federn hätte ich gerne recherchiert, diese hängen aber auch noch von der Position des Abzugsschuhs auf dem Züngel ab. Für diesen gibt es 5 Rastpunkte, die in Kombination mit den drei Federpaaren zu 15 verschiedenen Abzugsgewichten führen.

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Auf jeden Fall werden die Federn auf die Führungsbolzen aufgefädelt und mit dem letzten verbleibenden Teil aus der Packung komprimiert, bis dieses dann unter dem gegenüber liegenden Rasthaken der Abzugsgruppe einrastet.

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Jetzt sollte noch eine Funktionsprüfung – auch in Verbindung mit der Abzugssicherung – durchgeführt werden. Dazu kann man den Hammer gegen ein Stück Kunststoff oder Gummi prallen lassen, wenn es zur Hand ist.

Upper und Lower werden wieder zusammen gesetzt und der Spass kann losgehen !

Mein Fazit nach dem ersten Einsatz:

Sehr lohnenswert investiertes Geld! Der breite Abzugsschuh ist sehr bequem und es gibt einen kaum spürbaren Vorzugsweg. Wenn ich diesen abschätzen sollte, dann wären es vielleicht 0,2mm bis höchstens 0,3mm, gemessen habe ich ihn nicht. Der Schuss bricht sofort, sowas hab´ ich noch nicht erlebt. Direkt nach dem Schuss gibt es für den Abzug nur noch eine Richtung: Vorwärts, denn durchfallen tut er fast gar nicht! Gemessen an der möglichen Schussfrequenz braucht sich der Hiperfire 24c nicht hinter dem American Gold Trigger zu verstecken, aber das war sowieso nicht mein Kaufkriterium. Mir kam es darauf , dass der Abzug so gut wie keinen Weg vor und nach dem Schuss macht, und dieses Merkmal ist voll erfüllt!

Nachtrag vom 13.12.2015:

Ich bin endlich mal dazu gekommen, ein kurzes Video vom Abzug zu machen. Es zeigt bis 0:11 den Vorzugsweg mit offenem Verschluss und ab diesem Zeitpunkt den Vorzugsweg mit geschlossenem Verschluss und anschließendem „Durchfallen“ des Abzugs, sofern man davon reden kann.