Eigenbau Setzstempel für Matrizensatz 9mm Luger, Dillon XL650

Dillon XL 650 Setzstempel 9mm

Als ich mit dem Wiederladen anfing, habe ich meine XL 650 zusammen mit allem Zubehör für das Wiederladen von Patronen im Kaliber 9mm Luger geordert. Für viele Sportschützen ist das eine Patrone, für die sich das Wiederladen zeitlich und finanziell nicht lohnt, aber dass muss jeder für sich entscheiden.

Den obigen Setzstempel habe ich jedenfalls anfertigen lassen, weil ich beim Setzen von Hollow-Point-Geschossen unzufrieden mit der sich ergebenden Ausrichtung und der nicht konstanten Setztiefe war. Es handelte sich dabei um HP-Geschosse von H&N, ob es bei anderen Fabrikaten ähnlich ist, habe ich bisher nicht ausprobiert.

Das Problem war, dass sich die Spitze des HP-Geschosses weder mit der einen Seite des Dillon-Setzstempels für Rundkopf-Geschosse, noch mit jener mit flachem Boden richtig zentrieren liess, da letztere mittig eine Bohrung aufweist und sich dadurch zu wenig Auflagefläche für das HP-Geschoss ergab.

Der Setzstempel nach nachfolgender Zeichnung hat diese mittig liegende Bohrung jedenfalls nicht und war somit die Lösung meines Problems.

 

Seating Die 9x19mm SWC

 

 

Vielleicht kann Euch die Zeichnung noch dazu dienen, weitere Setzstempel zu entwickeln oder anzupassen.

 

 

Optischer Powder Check für Dillon XL 650

Dillon XL650 Powder Check 10

Wer wie ich mehrere Kaliber schießt und zu faul ist, sein Pressenzubehör ständig umzurüsten aber auf Sicherheit trotzdem nicht verzichten mag, findet in diesem Artikel eine Anleitung, den sog. „Powder Check“ an einer Dillon XL 650 für günstiges Geld in einer abgewandelten Form zu realisieren. Der Schiesssport ist ohnehin schon teuer genug, da versucht man eben zu sparen wo es geht und ich gestehe, dass der Geiz hier mein eigentlicher Antrieb war. Aber genug in die Abgründe meiner Seele geblickt, es geht los:

Ausgangsbasis ist meine Eigenbau-Kopfplatte für die Dillon-Ladepresse XL 650, den Artikel zum Nachbau dieser Kopfplatte kann man hier nachlesen. Soll der Powder Check in dieser optischen Variante für eine originale Kopfplatte von Dillon nachgebaut werden, muss an dieser vorher die Bohrung für den Fühlerstab des originalen Powder Checks auf einen Durchmesser von 12mm aufgebohrt werden (gemeint ist das Loch rechts unten in der Kopfplatte, siehe nachfolgendes Bild).

Dillon XL650 Powder Check 1

Für den optischen Powder-Check werden folgende Teile benötigt:

  • 1x Gewindeadapter
  • Gewindeadapter
  • 1x Gewindestange M6
  • Gewindestange M6
  • 1x Indikator (Alternativwerkstoff: Aluminium)
  • Indikator
  • 1x Indikatoraufnahme
  • Indikatoraufnahme
  • 1x Indikatorblech
  • Indikatorblech
  • 1x Originale Dillon Einschraubmatrize
  • 3x flache Sechskantmutter ISO 4035-M6-A2
  • 1x flache Sechskantmutter ISO 4035-M5-A2
  • 1x Kupferdichtscheibe oder Karosseriescheibe ISO 7093-6,4-A2
  • Schneideisen M5 mit Halter
  • Sekundenkleber

In die Bohrung D=12mm der Kopfplatte wird zuerst der Gewindeadapter eingelegt.

Dillon XL650 Powder Check 2

In diesen wird dann die Gewindestange geschraubt, bis sie an der Unterseite der Kopfplatte leicht übersteht.

Dillon XL650 Powder Check 3

Von unten wird die Gewindestange dann mit der Scheibe und einer der flachen Sechskantmuttern M6 gekontert.

Dillon XL650 Powder Check 4

Jetzt wird der gewünschte Fühlerstab von Dillon mit dem Schneideisen M5 nachgeschnitten. Das Ergebnis ist nicht gerade schön, aber der Zweck heiligt ja bekanntlich die Mittel. Das Bauteil „Indikator“ wird aufgeschraubt und mit der flachen Sechskantmutter M5 provisorisch gekontert.

 

Spätestens jetzt sollte die universale Einschraubmatrize von Dillon auf der Position drei eingeschraubt werden. Wenn ich mich recht erinnere, dürfte der Preis dafür bei ca. 15 Euro liegen. Auf die obere Ringfläche der Einschraubmatrize geben wir jetzt etwas Sekundenkleber und setzen das Teil „Indikatoraufnahme“ darauf. Später kann dieses Teil wieder gut abgelöst werden. Wer es bombenfest haben will, sollte die Indikatoraufnahme besser an der eintauchenden Zylinderfläche verkleben.

 

Falls noch nicht geschehen, sollte die Presse jetzt ladefertig gemacht und justiert werden. Ich gehe mal davon aus, dass die richtige Menge Pulver bereits mit einer Waage kontrolliert wurde, sodass das letzte Teil – das „Indikatorblech“ – jetzt bei betätigter Presse (oberer Totpunkt) auf der Gewindestange mit den letzten beiden Muttern M6 gekontert werden kann.

 

Was ich auf der Zeichnung nicht festgehalten habe, ist die leichte Auskehlung am Keil des Indikatorbleches, damit sich von der Seite schauend kein Spalt ergibt. Das kann man mit einer halbrunden Feile noch leicht nacharbeiten.

 

Hier noch ein kurzer Film zur Funktionsweise:

 

Eigenbau-Kopfplatte und -Standfuss für Dillon XL650

CIMG5123

Die Kopfplatte von Dillon ist ein Aluminium-Druckgussteil, das maschinell nachbearbeitet wurde. Für die Massenfertigung konzipiert, sollte man dieses Teil nur nach unten stehender Zeichnung anfertigen, wenn einem wirklich langweilig ist – und wenn eine Fräse in der Nähe rumsteht … Ansonsten lohnt sich der Aufwand zur Anfertigung kaum, das Teil ist beim Händler schon für ca. 35 € oder sogar weniger zu haben.

Ich habe eine originale Kopfplatte vor Zeichnungserstellung auf einer Maschine vermessen, es hat sich aber im Nachhinein auf der Presse herausgestellt, dass die Bohrungen für die zwei dünnen Verriegelungsstifte leicht versetzt waren. Das hatte zur Folge, dass es bei längeren Hülsen wie z.B. .357 Mag. Zuführstörungen in die Matrizen gab. Also wurden die Bohrungen heraus geschnitten, wieder zugeschweißt und anschließend glatt geschliffen – wenn man genau hinschaut, sieht man diese Nacharbeit auch. Die Zeichnung zeigt bereits den neuen Zustand ohne Bohrungen für die Verriegelungsstifte.

Für die beste Ansichtsqualität empfehle ich einen Download des nachfolgenden Bildes.

Kopfplatte

Für die Verwendung ist nun noch etwas Handarbeit gefragt:

Ich habe die Kopfplatte voll mit Matrizen bestückt (sie müssen nicht korrekt justiert sein) und auch in die Hülsenhalteplatte alle fünf Hülsen eingelegt. Anschließend wird die Presse betätigt, bis sie oben im Endanschlag ist. Alle Hülsen befinden sich nun in den Matrizen und die Kopfplatte ist korrekt ausgerichtet, denn das Bohrungsmuster für die Matrizen stimmt 100%ig. Jetzt kann man mit einer Bohrmaschine vorsichtig durch die Stiftlöcher der Presse in die Kopfplatte bohren (nur leicht anbohren!), um die beiden Bohrungsmittelpunkte zu bestimmen. Auch wenn es verlockend ist, gleich durchzubohren – die Kopfplatte sollte nun entnommen und an einer Standbohrmaschine durchgebohrt werden! Wer das mit einer Handbohrmaschine bei eingelegter Kopfplatte versucht, läuft Gefahr, die Stiftlöcher an der Presse durch Schrägstellung des Bohrers aufzuweiten, nachfolgend eingelegte Platten können dann Spiel aufweisen, was wiederum zu beschädigten Hülsen führen kann.

Noch ein Hinweis:

Die Kopfplatte besitzt mittig einen Bohrungsdurchmesser von 19mm, um sie auf dem nachfolgend beschriebenen Ständer ablegen zu können. Wenn sie stattdessen auf einen originalen Ständer von Dillon passen soll, muss diese Bohrung mit einem Durchmesser von 19,8mm ausgeführt werden.

Für die Anfertigung des Ständers benötigt man lediglich die beiden Teile laut nachfolgenden Zeichnungen und eine Senkschraube ISO 10642 M8x20-A2. Der Zusammenbau ist denkbar einfach.

XL 650 Ständer - Basisplatte

XL 650 Ständer - Aufnahme

CIMG5124

Hier noch eine Ansicht meines Quick-Change-Kits für das Kaliber .357 Mag. :

CIMG5125

Wie Ihr seht, war ich zu knauserig, für jedes Kailber auch noch einen Powder-Check von Dillon zu kaufen. Das Umbauen und neue Justieren des Powder-Checks ist generell schnell gemacht, wenn man wenigstens noch eine Einschraubmatrize auf dieser Position hat. Da mich aber mal wieder der Erfindergeist gepackt hat, arbeite ich derzeit noch an einer optischen Variante des Powder-Checks, die werde ich bei Gelegenheit vorstellen. Und hier ist der Artikel auch schon!

Eigenbau Hebel für Dillon XL650

Hebel Dillon XL 650

Hier ist eine kurze Anleitung für diejenigen, die sich einen winkligen Hebel für Ihre Dillon XL 650 Ladepresse selbst anfertigen wollen. Neben vielen Zubehörteilen rund um das Thema Wiederladen die teilweise echt übertrieben sind, ist das ein Teil, das mal wirklich mehr Komfort bringt, wenn man größere Mengen Munition auf einmal herstellen will. Wer mit dem Standardhebel und der dämlichen Holzkugel oben drauf schonmal 300-400 Patronen am Stück hergestellt hat, weiss wovon ich rede …

Da das Zubehörteil im Handel ca. 55 € kostet, wird es sich wohl kaum lohnen, es in einem Betrieb zur Fertigung in Auftrag zu geben. Die Anleitung richtet sich also eher an diejenigen, die ohnehin eine Drehbank und Standbohrmaschine zur Verfügung haben. Benötigt werden neben einer 500mm langen Stange (Durchmesser 16mm) aus Edelstahl noch ein drehbarer Griff mit Gewinde (in diesem Fall M10), z.B. den Artikel 06321-10250810 der Firma Norelem und eine selbstsichernde Mutter ISO 7040 M14-A2. Die Zeichnung weist ordentlich Bearbeitungszugabe in der Stangenlänge auf, damit man noch etwas Material hat, um später die Biegevorrichtung anzusetzen. Neben den bereits erwähnten Maschinen und Vorrichtungen werden noch folgende Werkzeuge benötigt: Gewindeschneider M10, Bohrer D=6,2mm, Gewindeschneideisen M14 und ein Zapfensenker oder ein Fräser D=15mm – letzteren sollte man in das Bohrfutter spannen können. Für die Montage benötigt man einen Inbusschlüssel SW 5, Schraubensicherung für das Gewinde des Griffs, einen Maulschlüssel SW 22 und einen Schraubendreher zum Gegenhalten.

Fast hätte ich´s vergessen: Nach der Anfertigung sollte die Bearbeitungszugabe knapp oberhalb des Gewindes M10 mit einer Flex abgeschnitten werden.

Hier ist die Zeichnung dazu:

Hebel ungebogen

Der Begriff „Biegelinie“ ist dabei möglicherweise irreführend: Das Werkstück ist an der markierten Stelle um den gezeigten Winkel zu biegen. In dieser Ansicht biegt Ihr natürlich um eine Achse, die in die Zeichenebene hinein verläuft. Zeichnet entlang der „Biegelinie“ (Strich-Punkt-Linie in der Zeichnung) einfach einen Strich von oben auf das Werkstück, der dann die richtige Stelle in der Biegevorrichtung markiert. Und achtet darauf, auf welcher Seite die Flachsenkung liegt, sonst war der ganze Spass umsonst !

Mehr zum Thema Wiederladen gibt es hier und in diesem Artikel.

Eigenbau Pulvertrichter für .223 Rem. und .308 Win.

Wie ihr bereits lesen konntet, lade ich sämtliche Patronen .308 Win. für meinen Repetierer mit einer Ein-Stationenpresse von Lee. Die korrekte Pulvermenge ermittle ich mit einer analogen Pulverwaage von Dillon. Da mir das Umfüllen des Pulvers vom Waagschälchen in die Hülse ohne Hilfsmittel zu umständlich war, habe ich einen Trichter konstruiert, bei dem man das Pulver schnell ausschütten kann. Auch grobe Körnungen verschwinden schnell durch den Trichter in der Hülse, was wohl an der noch relativ großen Durchgangsbohrung liegt.

Hier ist eine Zeichnung dazu:

Trichter308

Das Kaliber .223 Rem. lade ich hingegen auf der Dillon XL 650 wieder. Da hier von Zeit zu Zeit auch eine Überprüfung der verladenen Pulvermenge ratsam ist, habe ich die ursprüngliche Konstruktion auf dieses Kaliber angepasst. Aufgrund der kleineren Durchgangsbohrung muss hier dem Pulver aber mit kleinen Erschütterungen nachgeholfen werden – zumindest bei der von mir verwendeten Pulversorte.

Und hier die Zeichnung des anderen Trichters:

Trichter556

Und so sehen beide Trichter „im Gebrauch“ aus:

 

 

Pulvertrichter 556 und 308 2

Pulvertrichter 556 und 308 1

Mehr Informationen zu meinem Wiederlade-Zubehör gibt es hier.