Parallel zur Konstruktion des taktischen Schafts für die R700 Long Action habe ich auch versucht, das Magazin-Auswurfsystem des taktischen Schafts meines Schwedenmausers zu verbessern. Um das Rad nicht komplett neu zu erfinden, habe ich im CAD getestet, ob die Auslösewippe der R700 für das Magazin nicht auch in diesen Schaft integrierbar ist. Die Einbauuntersuchung war erfolgreich und es war nur wenig Nacharbeit an vorhandenen Teilen notwendig, allerdings mussten die Rastnasen an den Magazinen des Schweden versetzt werden. Ich habe mir das zum Anlass genommen, um das Magazin komplett zu überarbeiten und in wesentlichen Bereichen stabiler zu machen. Wie beim militärischen Standard üblich, fällt auch beim Schweden nun ebenfalls das leere Magazin aus dem Schacht heraus, wenn man die Wippe betätigt. Das Bauteil „Abzugsgehäuse“ ist hier noch im abgebeizten Zustand zu sehen.
vorher
Nachher
Aber zurück zum Vorderschaft für die R700 LA.
Sobald der verstärkte Vorderschaft verfügbar war, ist er wieder mit den restlichen Teilen zum kompletten Schaft zusammengesetzt worden.
Beim Einsetzen des Zermatt-Systems ist dann nochmal etwas länger am Schaft nachgefeilt worden, um den Kammerstengel restlos freizumachen, der zuvor noch leicht mit dem Basisschaft in Berührung kam.
Die komplette Waffe – jetzt auch mit ihrer Mündungsbremse – war anschließend bereit für eine weitere Erprobung.
Die zwei nachfolgenden Videos – mit freundlicher Genehmigung des Besitzers des Zermatt-Systems veröffentlicht – zeigen die Komplettwaffe nun im scharfen Schuss auf 100m.
Wie bei einem solch teuren System zu erwarten, ist der Streukreis ziemlich klein. Gemeint ist natürlich jener in der Mitte, bestehend aus drei Schuss.
Ausschlaggebend für die neue Version des Vorderschafts war die Analyse einer Schusssequenz in Zeitlupe: Bei der Vorgängerversion des Vorderschafts wurde deutlich sichtbar, dass der komplette Schaft aufgrund fehlender Steifigkeit im Schuss einer Schwingung unterlag. Dieses Video gibt hingegeen Aufschluss darüber, dass beim neuen Vorderschaft alles richtig gemacht wurde, weil es zu keiner nennenswert sichtbaren Schwingung mehr in diesem Bereich kommt.
Das Ziel ist erreicht, der Schaft wird nun wieder zerlegt und die noch blanken Aluteile eloxiert. Ich selbst bin vom Kaliber .300 PRC so begeistert, dass ich mir bereits vor Monaten eine Savage Elite Precision (übrigens im MDT-Schaft) in diesem Kaliber bestellt habe. Das Zubehör ist für diese Waffe größtenteils schon zusammengetragen und ich bin gespannt, was zuerst verfügbar sein wird: Die fertig eloxierten Schaftteile oder meine eigene Komplettwaffe.
Ab und an verliert man das Interesse an Dingen, auch wenn es mal richtige Herzensprojekte waren, in die man viel Zeit investiert hat. Das war beim Projekt Taktischer Schaft für den AG42B Ljungman bei mir leider schon länger der Fall und in mir ist der Entschluss gereift, meine beiden Ljungmans zu verkaufen. Dass das für den extra dafür konstruierten taktischen Schaft alles andere als einfach werden würde, war mir klar, übertrifft der Preis des Schafts jenen des Gewehrs ja locker um das Doppelte.
Davon ist die Rede:
Vorher
Nachher
Als ich dann von einem Kollegen erfahren habe, dass er ein sündhaft teures R700 Long Action-System von Zermatt – übrigens im recht neuen Kaliber .300 PRC – in Auftrag gegeben hat, ergab sich für mich die Gelegenheit dieses System für künftige Schaft-Projekte mal zu vermessen. Da ein weiterer gemeinsamer Kollege das exakt gleiche System ebenfalls bestellt und mit einem eigens dafür georderten Schaft von MDT sogar noch einen obendrauf gelegt hat, durfte ich auch diese Gelegenheit nutzen und den Schaft gleich mit vermessen. Ein richtiger Glücksfall für mich, allerdings mit ordentlich Arbeit verbunden, deren Abschluss erst in einigen Monaten zu erwarten war.
Dass ich für das zukünftige Projekt „Schaft R700 LA“ Teile des oben erwähnten Schafts des Ljungmans wiederverwenden könnte, hatte ich bereits im Hinterkopf. Los ging es also mal wieder im CAD, wo die gesammelten Daten in Modelle umgewandelt wurden. So wurden der komplette Hinterschaft sowie der Vorderschaft des Ljungman-Schafts für die Konstruktion quasi wiederverwendet, das Ergebnis sah im CAD dann so aus:
Da besagter (erster) Schützenkollge auch noch einen sehr guten 3D-Drucker besitzt, wurden der neue Basisschaft sowie das Abzugsgehäuse und einige Kleinteile ausgedruckt und zu einem kompletten Schaftsystem zusammengesetzt. Bemerkenswert ist, dass der komplette Auslösemechanismus für das Magazin tadellos funktioniert hat! Aufgrund des in der Größe beschränkten Druckbetts musste beim Basisschaft ein wenig improvisiert werden: Dieser ist für die erste Montage/Kollisionsanalyse zweiteilig ausgefallen, man kann die Schrauben und Muttern in seiner Mitte gut erkennen.
Anschließend ist das R700 LA-System in den Schaft gesetzte worden. Aufgrund des überaus massiven Laufs von 30“ Länge und durchgehend 30mm Durchmesser, war das für den Kunststoff schon durch das Eigengewicht eine harte Belastungsprobe. Der Schaft ist sichtbar durchgebogen, wenn man die Waffe abgestellt hat. Aber völlig OK, das war bei Kunststoff aus dem 3D-Drucker auch zu erwarten. Hier und da wurden einige Stellen mit der Feile am Prototypen und natürlich parallel im CAD korrigiert. So sah das komplette Gewehr im Anschluss aus:
Da dem Kollegen der kurze Vorderschaft nicht optimal gefiel, habe ich die Konstruktion nochmal geändert und einen ebenfalls noch verfügbaren Vorderschaft vom taktischen Schaft eines Schwedenmausers integriert:
Die Erprobung hat allerdings ergeben, dass dessen Dimension für den massiven Lauf des Zermatt-Systems zu gering sind und das spätere Gesamtsystem damit im Schuss zu sehr schwingt. Also wurde ein neuer Vorderschaft konstruiert, bei dem alle Wandstärken maximal ausgereizt und alle Wandungen mit Abstützungen auf maximale Biegesteifigkeit ausgelegt wurden.
Nachdem dieses Bauteil dann in die Fertigung ging, hieß es erstmal „Warten“ auf die Lieferung für einen weiteren Versuch im scharfen Schuss.
Meine Benelli M4 hole ich vergleichsweise selten aus dem Schrank und so war ich seit langer Zeit mal wieder dynamisch mit ihr schießen. Bei Abschluss des Trainings habe ich dann aber doch die Möglichkeit vermisst, eine Single-Point-Sling wie bei meinem AR-15 verwenden zu können. Da beide Gewehre farblich ähnlich sind und somit auch meine Magpul-Sling MS4 – ursprünglich für das AR beschafft – wieder farblich zur M4 passt, wollte ich probieren, einen QD-Sling-Adapter für die Flinte zu entwickeln. Das Gewehr besitzt wie ersichtlich einen feststehenden Schaft, an dessen Ende beidseitig durchaus ein Gewehrriemen eingefädelt werden kann, nur leider hat keiner meiner Gewehrriemen (HK G36 oder Magpul QD-Sling MS4) daran gepasst. Der HK G36-Riemen passt zumindest schonmal am Vorder-, aber eben leider nicht am Hinterschaft.
Zunächst mal habe ich im Internet nach einer existierenden Lösung geforscht und diese auf dem US-Markt auch gefunden. Jetzt war zumindest klar, dass die Lösung eine schmale Platte zwischen Systemgehäuse und Schaft sein wird.
Als Nächstes galt es herauszufinden, wie die Flinte dahingehend zerlegt wird, um an den entscheidenden Stellen mal Mass zu nehmen. Ein Youtube-Video hat mir schließlich den Hinweis gegeben, dass die Abzugsbaugruppe vorher entfernt werden muss, indem ihr seitlicher Pin herausgedrückt wird.
Der Hinterschaft kann dann durch Drehen abgenommen werden. Was zum Vorschein kommt, ist das gleiche Schaftgestänge wie bei der Benelli M4 mit Teleskopschaft. Das mittlere Bild zeigt den maximalen Spalt von ca. 4mm, kurz bevor sich die beiden Schaftteile lösen.
Tief im Inneren des Hinterschafts befindet sich ein kurzer Gewindedorn M8x1, der mit dem Ende des Schaftgestänges verschraubt wird: In diesem befinden sich eine Druckfeder, eine eingeschraubte Gewindebuchse M8x1 und ein Sprengring zur Sicherung, siehe nächstes Bild.
Jetzt erst war ich so weit, dass ich die Schnittstelle zwischen Systemschaft und Hinterschaft vermessen konnte, damit die dazwischen platzierte Aufnahmeplatte die richtige Außenkontur erhält, es soll ja später nichts überstehen.
Da ich das Gewinde der Schraubverbindung mit M8x1 vermessen habe, war klar, dass bei einer vollen Umdrehung des Festschafts eine Translation von 1mm gegen den Systemschaft folgen wird, (gemäß der vermessenen Gewindesteigung von 1,0). Als nächstes habe ich mir den QD-Stopfen von Magpul vorgenommen und bei herausgedrückten Kugeln den Abstand zum Anschlag vermessen: 1,5mm – dieses Mass muss die Blechdicke der Adapterplatte haben, damit der QD-Stopfen sicheren Halt findet.
Das Problem war, dass 1,5mm nun mal kein ganzzahliges Vielfaches der Gewindesteigung von 1mm ist. Theoretisch bedeutet das also, dass der später aufgeschraubte Schaft nicht mehr gerade, sondern quer stehen wird, wenn er auf die Adapterplatte trifft und das geht natürlich gar nicht!
Der erste Gedanke war also, das Blech dicker zu machen, z.B. 2mm, allerdings hätten es an der Stelle des QD-Adapters dann wieder 1,5mm sein müssen. Das Material flacher fräsen geht natürlich, erhöht aber den Fertigungsaufwand und außerdem zählt bei lediglich 4mm freier Gewindegang jeder Millimeter. Der Versuchung, das komplette Gestänge aus dem Systemschaft etwas weiter herauszuschrauben, um noch einige Gewindegänge/Einschraubtiefe zu gewinnen, habe ich glücklicherweise widerstanden. Es ist mit Schraubensicherung befestigt und hätte mit Sicherheit wieder mühsam ausgerichtet werden müssen.
Etwas Verbesserung hat gebracht, dass ich die Gewindebuchse M8x1 in Ihrer Bohrung des Hinterschaftgestänges noch ein wenig verdrehen konnte, viel war es aber nicht.
Ich bin mit diesen Umständen erstmal ins Rennen gegangen und habe einen Prototyp der Adapterplatte mit Dicke 1,5mm drucken lassen.
Ich war positiv überrascht, dass sich der Hinterschaft trotz aller gegenteiliger Theorie wieder gerade ausrichten liess und ich denke, dass dies der Flexibilität der Bauteile im Inneren des Hinterschafts geschuldet ist. Ich habe es bis heute leider nicht geschafft, dem auf den Grund zu gehen, bzw. den Gewindedorn M8x1 aus dem Hinterschaft auszubauen – es wäre sonst ein Leichtes gewesen, diesen zu verlängern. Meinen Erkenntnissen zufolge wäre der erste Schritt dazu, die Schaftkappe abzubekommen. Das habe ich bei aller Mühe aber leider nicht geschafft und wann will ja auch nichts kaputt machen.
So, die erste Hürde war genommen: Die Plattendicke stellt mit 1,5mm schonmal kein Hindernis mehr dar. Jetzt musste noch der richtige Biegewinkel für den Fortsatz des QD-Adapters gefunden werden. Der QD-Adapter ist zwar klein, wird aber von einem Drahtbügel aufgenommen, durch den auch der Riemen geschlauft wird. Die Biegung des Bleches muss also derart sein, dass die Breite des Drahtbügels unter keinen Umständen am Hinterschaft entlangkratzen kann. Mit einem Prototyp aus Kunststoff und einem Feuerzeug mit Jetflame war das in Sekunden erledigt: Der Winkel beträgt fortan 45°, siehe 3D-gedruckter Prototyp:
Die nochmalige Probe hat ergeben, dass so weit alles passt und die Adapterplatte wurde mit sehr leichten Masskorrekturen in Auftrag gegeben. Hier ein Bild von Ihr mit passendem Montageklotz. Die Adapterplatte wurde aus Blech gelasert und den Montageklotz habe ich aus einer 4mm-Platte auf ca. 23,5mm Breite zurechtgesägt, um ihn bei Montage als Verdrehsicherung in den Ausschnitt am Schaft einzulegen, siehe zweites Bild.
Nach Entnahme des Montageklotzes sieht man, dass die Blechkontur perfekt an jene des Schaftgehäuses angepasst ist (das war die oben erwähnte Masskorrektur).
Ein Bedenken blieb aber dennoch: Nämlich, dass man mit Gewehr im Anschlag (und über die Single-Point-Sling an der Schulter abgespannt) nicht doch so viel Kraft aufbaut, dass diese kleine Blechlasche letztendlich verbogen wird. Zum Glück weit gefehlt: Die 1,5mm Stahlblech halten mehr aus, als man denkt! Die QD-Lasche ist aber auch nur so kurz wie unbedingt notwendig ausgeführt, eine große Hebelwirkung wird damit erfolgreich vermieden.
So sieht die Benelli M4 nach Montage der Adapterplatte nun aus. Zur Verdeutlichung ist auf dem vierten Bild der Drahtbügel des QD-Adapters maximal verstellt und zeigt keine Berührung mit dem Hinterschaft.
Auch der HK G36-Gewehrriemen passt nun vorne und hinten an die Flinte :
Die Reinigung meiner Langwaffe ist nach jedem Gebrauch für mich ein Pflichtprogramm, das für den Lauf bei mir immer nach folgendem Schema abläuft:
Entfernung des Schmauchs mit Patches auf die ich etwas Hoppe´s No.9 gebe, bis selbige nicht mehr allzu verschmutzt wieder rauskommen (ca. 6-10 Durchgänge).
Danach Wechsel zur Messingbürste – diese ziehe ich mit Hoppe´s No. 9 benetzt ca. 20-30x hin und her. Es lösen sich dabei ordentlich Rückstände, die ich mit einem benetztem Patch (wieder Hoppe´s No.9) aufnehme – sie kommen dabei fast schwarz wieder raus. (ca. 3-4 Druchgänge für diese Kombination)
Im Anschluss daran kümmere ich mich darum, den Abrieb der Geschossmäntel – auch Tombak genannt – aus dem Laufinneren zu lösen. Hierfür gibt es eine Vielzahl von Reinigern auf dem Markt, ich verwende dazu allerdings 25%iges Ammoniak, da es günstiger ist und meiner Meinung nach die gleiche Wirkung erzielt. Dieses gebe ich auf das Patch, schiebe es langsam durch den Lauf, wende es und schiebe es dann ein zweites Mal durch. Das Ammoniak reagiert mit dem im Lauf abgelagerten Kupferanteil des Geschossmantels, was sich in einer Blaufärbung des Patches zeigt. Insgesamt können es mit Ammoniak auch schonmal 15-20 Durchgänge sein, bis sich die Färbung des Patches von einem anfänglichen tiefblau bis hin zu einem schwachen blau ändert. Die Intensität der Färbung hängt natürlich von der Schussbelastung ab. Wichtig bei der Verwendung von Ammoniak ist, dass man den Lauf nach der Anwendung wieder gründlich mit trockenen Patches reinigt und dann mit einem ölbenetzten Patch durchzieht (ich mache das zur Sicherheit immer zwei Mal), danach wird die Waffe wieder eingelagert.
Bei meinem letzten Besuch des Schießstands bin ich beim Reinigen meines Laufes mit einem Schützenkollegen zum Thema Tombakentfernung ins Gespräch gekommen. Er verwendet zur Laufreinigung den Bore Tech Eleminator, dieser kann allein durch seine Viskosität schon länger im Lauf haften bleiben und wird von ihm erst nach einer Einwirkzeit von ca. 30 Minuten wieder herausgewischt. Wie oft er diese Prozedur wiederholt, habe ich leider nicht gefragt.
Da das von mir verwendete Ammoniak in seiner Viskosität eher Wasser gleichkommt, sah ich hier keine direkte Vergleichsmöglichkeit hinsichtlich einer Einwirkzeit. Zuhause angekommen, habe ich deshalb ein Experiment gestartet, über das ich hier berichten möchte.
Ausgangsbasis war die bereits von mir auf dem Schiessstand gereinigte Waffe nach insgesamt 42 Schuss – also das volle Reinigungsprogramm, das ich bereits in der Einleitung beschrieben habe. Mir kam es jetzt darauf an, mal eine Vergleichsmöglichkeit zur Verwendung eines zähflüssigeren Tombakentferners zu haben, dessen Einwirkzeit den erwähnten 30 Minuten des Schützenkollegen entspricht. Zwar war meine Waffe nun schon gereinigt, aber die Idee war, diese lange Einwirkzeit mal nachzustellen um dann ggf. festzustellen, ob meine Methode vielleicht doch nicht so gut ist. Ich habe mich aus diesem Grund dazu entschieden, am Ammoniak festzuhalten und den Lauf einfach nochmal komplett damit zu fluten. Anhand der nachfolgend durchgezogenen Patches würde ich dann schon sehen, ob sich noch wesentliche Anteile Tombak lösen, oder nicht.
Ich hatte die Idee, meine Waffe für den Versuch ohne Verschluss und ohne Mündungsbremse kopfüber am Fitnessgerät aufzuhängen, das hat soweit auch ganz gut geklappt.
Jetzt musste der Lauf zuverlässig abgedichtet werden, dazu kann man im Internet sicherlich auch passende Gummistopfen kaufen. Ich hatte leider keine und auf eine Lieferung warten kam für mich auch nicht infrage. Nach einiger Zeit ist mir eingefallen, dass ich dafür aber eine angetrocknete Kartusche Sikaflex (ein Montagekleber für den KFZ-Bereich) habe. Aus der abgeschnittenen Scheibe habe ich mir anschließend einen Keil herausgeschnitten und diesen ein wenig angespitzt. Die Maßnahme hat erstaunlich gut gehalten, ich hab´ der Sache aber nicht ganz getraut und noch eine Edelstahlwanne für alle Fälle untergelegt.
Dass Ammoniak habe ich dann mit einer großen Spritze über die Verschlusskammer in den Lauf eingefüllt. Das, was auf dem nächsten Bild auf der Oberfläche des Ammoniaks schwimmt, dürften Reste von Öl aus der vorangegangenen Reinigung sein.
Nach einer Einwirkzeit von 30 Minuten war das in die Wanne eingelegte Papiertuch tatsächlich immer noch trocken und das Ammoniak wurde abgelassen.
Achtung:
Wird das Ammoniak aus dem Lauf in eine große Wanne abgelassen, vergrößert sich damit auch die Oberfläche, mit der das Ammoniak verdunsten kann. Hier ist Vorsicht geboten, da es zu Verletzungen der Atemwege kommen kann!
Als nächstes habe ich ein trockenes Patch (links im Bild) durchgeschoben und war erstaunt, wie wenig es blau eingefärbt war. Das zweite trockene Patch (rechts) sah auch eher danach aus, als würde noch Schmauch im Lauf sein und nicht Tombak.
Das dritte trockene Patch (rechts im Bild, links davon Patch Nr. 2 aus dem oberen Bild) sah auch wieder nach Schmauch, denn nach Tombak aus.
Das vierte Patch habe ich in alter Manier wieder mit Ammoniak benetzt und erst von der einen Seite durchgeschoben, …
… dann nochmals gewendet und von seiner anderen Seite durch den Lauf geschoben.
Ich hatte den Eindruck, dass die Blaufärbung der Patches so ziemlich dem entsprach, wie ich es bereits bei der ersten Reinigung direkt auf dem Schiessstand gesehen habe. Man muss hier noch bedenken, dass die Spitze meines Putzstocks aus Messing besteht, dessen Kupferanteil ebenfalls mit Ammoniak reagiert. Aus diesem Grund wird man dort, wo das Patch von der Messingspitze durchstochen wird, immer etwas Blaufärbung erkennen können.
Ich habe abschließend noch drei weitere trockene Patches hinterhergeschoben, die sich der Reihe nach von links nach rechts im unteren Bereich des Bildes wiederfinden. Zuletzt wurde wieder zwei Mal mit Öl durchgewischt.
Ich muss sagen, dass ich mir vom Fluten des Laufs mit Ammoniak ein besseres Reinigungsergebnis erhofft hatte, bin andererseits aber auch erleichtert: Der Aufwand mit dieser Methode ist schon vergleichsweise hoch und einen Mehrnutzen zu meiner bisherigen Art und Weise, mit getränkten Patches zu Reinigen, kann ich auch nicht erkennen. Für mich ist das ein Zeichen dafür, dass meine bisherige Putzroutine gar nicht so verkehrt gewesen ist und so halte ich auch zukünftig an ihr fest.
Ich habe mich vor ca. zwei Wochen sehr spontan dazu entschlossen, nochmal etwas Geld in das Tuning meiner CZ 75 Shadow 2 zu stecken, nachdem ich durch puren Zufall mal die getunte Shadow 2 eines Schützenkollegen schießen durfte. Mit etwas anderen Griffstücken und einem völlig anders konzipierten geraden Abzug lag diese Waffe schonmal sehr gut in der Hand. Das Schussverhalten hat mich dann aber restlos überzeugt! Als längjähriger Schütze einer Les Baer 1911 war der für mich eher späte Umstieg auf das Kaliber 9mm sowieso schon eine spürbare Erleichterung, was den Rückstoß angeht. Aber diese getunte Waffe zu schießen war regelrecht angenehm! Ich weiß kaum, wie ich diesen Unterschied genau beschreiben soll: Da war zum einen der gerade Abzug mit wirklich wenig Vorweg, der zudem nach Überwinden des Druckpunkts auch gar nicht mehr gekrochen ist – Abzug und Trigger-Reset waren außerdem spürbar kürzer eingestellt. Hinzu kommt das gesamte Repetierverhalten der Waffe, das ich als schneller und trotzdem weicher vom Rückstoßverhalten empfunden habe. Ich habe es nicht an Ort und Stelle ausprobiert, aber ich glaube, dass das Schießen von Dubletten damit um einiges einfacher sein könnte.
Lucky Delta
Vom besagten Schützenkollegen habe ich dann freundlicherweise auch die Quelle der Tuningteile erhalten: Lucky Delta aus Schwechat in Österreich.
Hier ist die vom Schützenkollegen überlieferte Liste seiner damaligen Tuningteile, die Benennung ist heute im Shop der Homepage teilweise etwas anderslautend:
SA Trigger Alu, gerade, rot
CZ 75 SP 01 Trigger Spring
Sear Pin Hartmetall poliert
SA Custom-Hammer TS Orange
Trigger Pin long
Trigger Pin short (Hammer Pin)
Hammerfeder 10lbs
Zündstiftfeder soft
Recoil Spring Federset 11lbs und 13lbs (wobei 11lbs in der Waffe verbaut war)
Practical Shooting solutions
Bis ich die o.g. Infos zu den Einzelteilen erhalten hatte, vergingen allerdings einige Tage, und so habe ich mich vorab schonmal im Internet umgeschaut, wo ich auf folgende Seite gestoßen bin:
Die dort angebotenen Produkte sind allesamt von der Firma Eemann Tech und ich bin mir sicher, dass es mit deren Upgrade-Kits und den vielen Einzelteilen dieses Shops ebenfalls möglich sein wird, zum gleichen Tuning-Ziel zu kommen. Was mir hier besonders positiv aufgefallen ist, ist die Vielzahl von Abzügen für die Shadow 2, die sogar auf verschiedenartige Fingerlängen abgestimmt sind.
Ich habe übrigens mit beiden Shopinhabern telefoniert – teilweise sogar am Wochenende außerhalb der Öffnungszeiten – und kann nur positiv von deren Beratung berichten.
Für den Fall, dass man den Umbau selbst machen möchte, war bei Practical Shooting Solutions zu einem der Eemann Tech-Produkte ein ausgesprochen hilfreiches Youtube-Video verlinkt, dass ich hier ebenfalls verlinken möchte:
Entschieden habe ich mich für den Shop von Lucky Delta, weil durch das Schießen mit der Waffe des Schützenkollegen einfach schon der Schalter bei mir umgelegt war, ich wollte keine andere Erfahrung mehr machen.
Ein wichtiger Hinweis noch vorab: Die nachfolgenden Teile machen aus meiner Waffe eine SA-Only-Waffe! Wer das nicht haben möchte, kann sich bei Lucky Delta einen entsprechenden anderen Custom-Hammer aussuchen, wird aber auch bei Practical Shooting Solutions fündig werden.
Ultimate Federnsatz & Zündstift, bestehend aus:
Ultimate Hammerfeder/Hammer Spring 12lbs
(Weil ich Wiederlader bin und die ZH von Magtech zuverlässig zünden sollen – Empfehlung v. Lucky Delta)
Schließfeder/Recoil Spring 11lbs
Ultimate Zündstift/Firing Pin + zugehörige Feder/Firing Pin Spring
(Ich denke, die Teile sind aufeinander abgestimmt. Ich kombiniere sie nicht mit Originalteilen.)
Ultimate Schlösschenfeder/Sear Spring
Ultimate Abzugsfeder/Trigger Spring
Sear Spring: Links neu, rechts original
CZ Floating Trigger Pin
Dieser Pin ersetzt den originalen „Trigger-Pin long“ des Abzugs. Er besitzt in der Mitte eine Verjüngung, um die Montage der Abzugsfeder leichter zu gestalten.
Sear Pin Hartmetall poliert
Dieser Pin ist im Außendurchmesser besser an die Bohrung angepasst, wodurch sich Spiel minimieren lässt (Info & Empfehlung Lucky Delta).
Hammer Pin/Trigger Pin Short
Man kann hier auch den originalen Pin wiederverwenden, aber da er in der vom Schützenkollegen übermittelten Liste war, ist er mit in den Warenkorb gewandert. Der Kauf dieses zusätzlichen Pins hat mir später noch den Tag gerettet, mehr dazu weiter unten.
Custom Hammer SA CZ75 TS Orange
Keine Angst, der passt ohne Nacharbeit in die Shadow 2. Es entfällt allerdings der sogenannte Unterbrecher (es gibt an diesem Hammer einfach keine dritte Bohrung mehr, an dem der Unterbrecher montiert werden könnte), weshalb die Waffe nach dem Umbau nicht mehr Double Action schießen kann.
Hammer: Links der originale, rechts der neue der TS Orange
SA Abzug Tactical Sports, schwarz
Der SA-Trigger (er ist komplett gerade) war leider nicht mehr lieferbar, so habe ich diese Alternative gewählt. Auch hier kann man den Vorzugsweg und den Trigger Reset mittels Madenschrauben einstellen. Die breite Auflagefläche für den Abzugsfinger kann dabei helfen, Abzugsfehler zu verindern.
Kimme SW verstellbar
Hier war nur der Wunsch nach mehr Komfort ausschlaggebend, auch die Seitenverstellung endlich mal per Klickverstellung machen zu können.
Sonstiges
Mit 5 Stück Ersatzpuffern der Dicke 2mm und einer weiteren Zündstiftfeder, die ich noch versehentlich im Warenkorb hatte, bin ich auf eine Rechnungssumme von knapp 315€ inklusive Versand nach Deutschland gekommen. Drei kleine Madenschrauben gab es freundlicherweise noch kostenlos dazu.
Hilfsmittel/Werkzeuge
Zuallererst muss ich mal das oben verlinkte Video von Eemann Tech loben! Es zeigt alles, was wichtig ist und ist eine wirklich hervorragende Anleitung, den Umbau auch selbst zu machen. Das Video ist auf englisch – wer die Sprache weniger gut versteht, wird dafür aber mit einer sehr detailreichen Anleitung entschädigt. Es zeigt zudem die Verwendung zweier sinnvoller Werkzeuge für die Platzierung von Abzugsfeder und der Feder des Sears beim späteren Zusammenbau. Beide Werkzeuge erleichtern die Arbeit, kosten aber auch jeweils knapp unter 30€ in beiden Onlineshops. Ich hab´ auf einen Kauf beider Werkzeuge verzichtet und es beim Wiedereinbau der Sear Spring – aber speziell beim Wiedereinbau der Abzugsfeder – ganz schön bereut.
Ansonsten habe ich die Demontage mit einem Satz Durchschläge, einem Hammer, einem feinen Elektroniker-Schlitzschraubendreher, einer Pinzette und meinem Dental-Werkzeug in knapp 40 Minuten erledigt.
Weitere Infos:
Ein wichtiger Punkt zum Thema Zusammenbau der Pistole: Es geht wirklich jeder Pin ohne nennenswerte Gewalt wieder zurück in seine Bohrung. Den Hammer habe ich später zugunsten eines Kunststoffklotzes beiseite gelegt und fortan damit die Pins eingeschlagen. Sollte ein Pin mal nicht bündig in seiner Bohrung verschwinden wollen, ist er so gut wie immer nicht mit seiner Bohrung fluchtend. Das ist meist dann der Fall, wenn die Bohrung durch zwischenligende Teile oder Ausfräsungen unterbrochen ist.
Zum Einstellen beider Madenschrauben am Abzug empfiehlt Lucky Delta hochfeste Schraubensicherung zu verwenden. Jene Schraube für den Vorzugsweg ist dabei schwierig einzustellen, weil man sie lediglich von oben bei demontiertem Schlitten erreichen kann. Man muss bei dieser Schraube also zügig mit dem Zusammenbau und der Erprobung sein, bevor der Klebstoff trocknet. Lucky Delta empfielt hier, einen Vorzugsweg von 1,5-2mm zu belassen.
Auch die Schrauben der Griffschalen waren mit Klebstoff gesichert. Dem Kraftaufwand beim Öffnen zufolge schätze ich, dass hier nur „normale“ Schraubensicherung verwendet wurde.
Der im Youtube-Video sogenannte Hammer Pin-Pin, also der Pin zur Sicherung des Hammer-Pins (links), lässt sich leicht mit dem Trigger-Pin/Hammer Pin (rechts) verwechseln, weil die Durchmesser übereinstimmen.
Montage der Sear Spring ohne Spezialwerkzeug
Verdammt nochmal – ich hab´ locker eine ganze Stunde herumprobiert, bis ich geschnallt habe, dass der Zusammenbau mit herkömmlichem Werkzeugen gar nicht zu schaffen ist!!! Ohne Gewalt kommt man nicht weiter, als man es auf dem nachfolgenden Bild sehen kann. Die Feder stellt sich minimal schräg und die erste Federwindung will sich einfach nicht über den Pin zentrieren lassen. Das Bild zeigt den Sear von unten.
Nach einer Pause ist mir dann die entscheidende Idee gekommen:
Die neue Sear Spring ist im Durchmesser ja etwas kleiner, man kann es oben am Bild bei der Komponentenbeschreibung sogar erkennen. Die Feder mit einer Pinzette so einzulegen, dass das kleine Federbein vorgespannt ist und nicht nach unten durchfällt ist schon ein kleines Geduldsspiel für sich. Durch die gesamte Feder (mit ihrem kleineren Innendurchmesser) aber dann noch den „Sear Pin Hartmetall poliert“ korrekt zu führen, ist eigentlich unlösbar. Ich habe mir damit beholfen, dass ich den originalen Sear Pin von CZ einfach gleichzeitig von der anderen Seite her eingeführt habe. Der Sear wird dabei schonmal perfekt ausgerichtet. Die neue Sear Spring wird dann in die Lücke zwischen den Pins zugeführt (ein klein wenig Druck von oben auf die Windungen ist schon notwendig) und vorläufig mit dem originalen Sear Pin von CZ zentriert, bis man mit diesem auf den „Sear Pin Hartmetall poliert“ stößt. Mit dem originalen Sear Pin ist mir die Zentrierung durch die neue Sear Spring stets leichter gefallen, vielleicht besitzt dieser ja ein wenig mehr Fase, sodass die Feder besser drüberrutscht? Jedenfalls kann jetzt auf den „Sear Pin Hartmetall poliert“ geschlagen werden, bis der originale Sear Pin komplett ausgetrieben ist. Durch die gegenüberliegende Zentrierung mittels altem Sear Pin (Bild unten, links) flutscht der neue (Bild unten, rechts) regelrecht durch.
Blauer Pfeil: Richtung der Waffenmündung
Gelber Pfeil rechts oben: Drahtende des langen Schenkels der Sear Spring
Gelber Pfeil unten: Nicht sichtbares Drahtende des kurzen Schenkels der Sear Spring
Montage der Abzugsfeder ohne Spezialwerkzeug
Auch hier habe ich etwas Zeit beim Probieren verloren, allerdings hielt es sich diesmal in Grenzen. Während man bei der Montage des kompletten Sears vielleicht den Gedanken entwickelt hat, den neuen Sear Pin einfach mit einem kräftigen Schlag durch die neue Sear Spring durchzutreiben, kommt man bei der Montage der Abzugsfeder noch nicht mal so weit, dass man diese auch nur annähernd so einlegen kann, dass man einen Pin durchtreiben kann.
Nur mal zur Veranschaulichung:
Grüner Pfeil: Kurzer Federschenkel, der innen am Abzug senkrecht nach unten ragen muss
Gelber Pfeil: Langer Federschenkel, der in die Auskerbung (Flucht mit gelber Linie) eingelegt sein muss
Blaue Pfeile: Die Achse der dann vorgespannten Feder (!) muss auch noch mit den Bohrungen von Abzug und Griffstück fluchten, damit am Ende der Pin durchgetrieben werden kann.
Probiert´s ruhig mal aus und macht Euch anschließend auf die Suche nach der weggeflogenen Abzugsfeder…
Auch hierfür habe ich eine Lösung gefunden, aber glücklicherweise nur, weil ich zufällig einen „Hammer Pin/Trigger Pin Short“ gekauft habe (s.o. Bestelliste), den ich normalerweise nicht gebraucht hätte. Ich habe diesen Pin speziell für den neuen Custom-Hammer gekauft und später erst gemerkt, dass er identisch mit dem Pin des originalen Hammers von CZ war. Die Namensgebung im Shop von Lucky Delta ist aber auch nicht zufällig: Der gleiche Pin kommt ebenso in den Abzug rein, siehe nachfolgendes Bild, gelber Pfeil. Aber damit nicht genug: Die obere Bohrung des Abzugs (blauer Pfeil; hier kommt normalerweise der „Trigger Pin long“, bzw. der „CZ Floating Trigger Pin“ durch und steckt ebenfalls auch noch im Griffstückgehäuse) besitzt zufällig den gleichen Durchmesser, wie die untere Bohrung.
Das habe ich mir zunutze gemacht und hier den überzähligen „Hammer Pin/Trigger Pin Short“ eingesetzt (im weiteren Verlauf „provisorischer Pin“ genannt), die Feder damit schonmal zentriert, bzw. befestigt und sogar das kurze Federbein im Abzug etwas vorgespannt.
Der Abzug wird dann eingesetzt und im Griffstück ausgerichtet. Auch der „Trigger Pin long“ (original) oder „CZ Floating Trigger Pin“ (neu) wird in eine Bohrung am Griffstück eingesetzt. Jetzt ist eine starke Lichtquelle hilfreich, die durch die andere, freie Pin-Bohrung im Griffstück erkennen lässt, wann der provisorische Pin im Abzug mit der Bohrung im Griffstück fluchtet. Ist das der Fall auf der Seite, die man aktuell betrachtet, ist das auch auf der abgewandten Seite der Fall, in der der lange Trigger Pin bereits halb eingesteckt wurde. Jetzt kann das gesamte Griffstück mit allen zuvor eingesetzten und ausgerichteten Teilen z.B. auf die Tischplatte gedrückt werden, wodurch sich der lange Trigger Pin weiter eindrückt und letztendlich den provisorischen Pin im Abzug in Richtung des Betrachters verdrängt. Mit ein paar weiteren leichten Schlägen auf den langen Trigger Pin lässt sich der provisorische Pin dann komplett durchtreiben.
Noch ohne den Schlitten zu montieren, können jetzt noch alle Madenschrauben am neuen Abzug erreicht werden, um Vorzugsweg und Trigger Reset einzustellen.
Äußerlich sichtbar nur am Abzug verändert, sieht die Shadow 2 nun so aus:
Nachtrag
Bei der ersten Erprobung kam es manchmal vor, dass eine Patrone über den Abzug nicht mehr abgefeuert werden konnte, obwohl der Repetiervorgang der Patrone problemlos war. Das kam davon, dass ich den Vorzugsweg am Abzug zu knapp eingestellt habe. In diesem Zustand entladen und mit demontiertem Schlitten habe ich die entsprechende Madenschraube dann weiter nach links gedreht. Ein leises Klicken und es war deutlich, dass der Abzug wieder funktioniert. Zur Sicherheit habe ich noch eine viertel Umdrehung weiter gedreht und ich bin froh, dass ich die Madenschrauben nicht schon vor der Erprobung im scharfen Schuss mit der Schraubensicherung eingeschraubt habe!
Die Schraube zur Einstellung des Vorzugswegs ist im nachfolgenden Bild zu sehen. Ist der Abzug erstmal komplett eingebaut, kann diese Madenschraube nicht mehr verloren gehen, da sie beim Versuch komplett herauszudrehen, an der gekennzeichneten Stelle vom Metallbügel blockiert wird.
Funktioniert die Waffe im scharfen Schuss zuverlässig, sollte die Position des Abzugszüngels vor dem Herausdrehen der Schraube markiert werden, ich habe das mit Malerkrepp und einem Stift folgendermaßen erledigt:
Um jetzt noch an das Gewinde der Schraube zu gelangen, musste ich mir mit einem sehr dünnen Pinsel aus Modellbauzeiten behelfen. Es reicht wirklich eine kleine Menge Schraubensicherung. Eine halbe Umdrehung weiter und man erreicht dann auch die andere Seite des Gewindes mit der Schraubensicherung. Ich habe folgendes Produkt von Loctite verwendet (hochfest, Farbe ist grün):
Der letzte Schritt war, auch noch die Schraube des Trigger-Resets einzukleben. Hier habe ich die Schraube ebenfalls nicht komplett rausgedreht, sondern aus der bereits gefundenen Position um 6 Umdrehung gelöst. Loctite drauf, Schraube rein und fertig.
Nachtrag Oktober 2024
Die Kombination aus Verschlussfeder 11lbs und Hammerfeder 12lbs hat bei mir leider relativ regelmäßig zu Störungen geführt: Ca. alle 15-20 Schuss ist es vorgekommen, dass eine leere Hülse nicht korrekt ausgeworfen wurde, während schon wieder eine neue Patrone zugeführt wurde. Aus diesem Grund habe ich mir eine neue Hammerfeder 10lbs bestellt. Noch bevor diese eingebaut wurde, habe ich wieder die originale Verschluss- und Hammerfeder eingebaut und das Phänomen war komplett verschwunden. Der Einbau der Hammerfeder 10lbs (dann wieder in Kombination mit der Verschlussfeder 11lbs) hat zwar zu einer Verbesserung geführt, allerdings gab es immer noch Auswurfstörungen – jetzt allerdings nur noch ca. alle 40-50 Schuss. Beim eingangs erwähnten Schützenkollegen hat die Kombination Verschlussfeder 11lbs/Hammerfeder 10lbs bis heute keine Probleme bereitet. Es ist natürlich möglich, dass das Phänomen seine Ursache in der selbst geladenen Munition hat, allerdings gehe ich bei der Ladeempfehlung mit 4,0gr. N320 schon fast bis an die empfohlene Maximalgrenze von 4,2gr. Ich werde noch eine Versuchsreihe mit einer 13lbs starken Verschlussfeder durchführen und dann berichten, wie es ausgegangen ist.