Adaption Lee Pulverfüller an Dillon XL 650

Wie in einem anderen Artikel bereits erwähnt, begann das Wiederladen für mich mit dem Kaliber 9mm Luger, mangels Waffe in diesem Kaliber fristet genau dieses Zubehör aber ein eher karges Dasein. Dann und wann bekomme ich zwar Leihwaffen in 9mm in die Finger, aber das hat bisher nicht ausgereicht, mir NOCH einen Pulverfüller von Dillon zu kaufen. Die Dinger sind ja auch nicht gerade günstig.

Da ich zudem zu bequem bin, die Dillon Pulverfüller umzubauen und auf neue Kaliber zu justieren, beschreibe ich hier also einen Versuch, den eher günstigen Lee Perfect Powder Measure auf die Mehrstationenpresse XL 650 von Dillon zu adaptieren. Dass hier das gesparte Geld einer Mehrarbeit gegenübersteht, liegt natürlich auf der Hand. Mehr Handgriffe bedeuten außerdem auch, dass mehr Konzentration bei der Arbeit notwendig ist.

Den meisten Gewinn aus diesem Artikel erhält also derjenige, der Zugang zu einer Drehbank hat und sich einen Lee Pulverfüller günstig besorgen kann oder noch besser irgendwie einen übrig hat. Mal abgesehen von den Dreharbeiten kommt man selbst bei Neuanschaffung des Lee Pulverfüllers und der Dillon Einschraubmatrize auf lediglich 50% der Kosten eines Pulverfüllers von Dillon. Für mich war dann auch noch der Reiz da, es technisch umsetzen zu können.

Hier ist die Anleitung:

Zunächst muss eine Dillon Einschraubmatrize gekauft werden, sie kostet so um die 15 Euro. Von meinem Conversion Kit hatte ich noch den Pulverfülltrichter Typ F übrig, dieser muss noch modifiziert werden. Ohne den originalen Pulverfüller von Dillon kann sich dieser nämlich in der Einschraubmatrize frei bewegen, das bringt für das Antrichtern der Hülse aber leider gar nichts. Deshalb wird nahe dem Absatz zum polierten Teil ein Einstich für eine Sicherungsscheibe DIN 6799 – 9 gefertigt, wenn das passende Werkzeug vorhanden ist. Bei mir war das leider nicht der Fall, sodass die Ringnut einfach doppelt so breit angefertigt wurde, natürlich sollte man dann auch zwei Sicherungsscheiben einlegen.

Aus reiner Vorsicht wurde am anderen Ende durch Nachsetzen mit einem Senker die schmale Ringfläche etwas verkleinert, sodass eine scharfe Kante entsteht, an der keine Pulverkörner hängen bleiben sollen. Wenn der Pulvertrichter nun von oben in die Einschraubmatrize gesteckt wird, sorgen die Sicherungsscheiben DIN 6799 – 9 dafür, dass dieser nach wenigen Millimetern nicht weiter hoch gedrückt werden kann und die von unten nachdrückende Hülse angetrichtert wird.

Sofern alle anderen Matrizen korrekt ausgerichtet sind, sollte die Einschraubtiefe an der Station zum Trichtern/Pulverfüllen jetzt so justiert werden, dass die Hülse wie gewünscht angetrichtert wird. Das Resultat sieht bei mir so aus:

Als nächstes wird das Bauteil „Trichteraufnahme“ laut nachfolgender Zeichnung angefertigt. Alternativ kann das Teil auch aus der Zeichnung „Indikatoraufnahme“ aus dem Artikel „Optischer Powder Check“ nachgearbeitet werden – das war bei mir der Fall.
Trichteraufnahme

Nachfolgend also links die Indikatoraufnahme“ und rechts die „Trichteraufnahme“.

Die Trichteraufnahme wird über das Gewinde des Lee Pulverfüllers geschoben (Achtung: Presssitz! Bei Bedarf können die Gewindeflanken noch leicht angeschliffen und/oder Klebstoff zur Fixierung verwendet werden) und das Ganze wird dann auf die Einschraubmatrize gesteckt, wo es an der oberen Ringfläche mit Sekundenkleber fixiert wird. Die Einschraubmatritze mit Trichter muss vorher justiert werden, da ein Verdrehen mit dem aufgeklebten Pulverfüller kaum mehr möglich ist.

Sofern alle Stationen auf das Kaliber justiert sind, kann jetzt das Wiederladen beginnen. Im oberen Totpunkt der Presse wird ab sofort halt nochmal kurz der Pulverfüller von Lee betätigt.

 

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