Magazinbodenverlängerung Hera Arms H1

Ich habe mir lange überlegt, wie ich die Einleitung zu diesem Beitrag am besten formuliere, denn dieser Blog soll auch weiterhin unpolitisch bleiben. Wer sich als Sportschütze in den letzten Monaten aber auch nur ein kleines Bischen über aktuelle oder anstehende Themen informiert hat, dürfte mittlerweile schon gecheckt haben, wie sehr manche Politiker die Sportschützen instrumentalisieren, bzw. regelrecht verarschen und vorführen. Zu traurig das Ganze, diesem speziellen Thema könnte man glatt mehr als einen eigenen Beitrag widmen…

Ok, lasst uns der Sache ins Auge blicken: 10er-Magazine am AR-15 sehen einfach nach nichts aus. Nach neuer Gesetzgebung, die zwar aktuell noch nicht in Kraft ist, aber die bei Veröffentlichung dieses Beitrags garantiert schon beschlossen sein wird, sind Magazinkörper für Langwaffen, die imstande sind, 10 oder mehr Patronen zu fassen, demnächst für das sportliche Schießen nicht mehr zugelassen. Vom Magazinboden war allerdings nicht die Rede und ein Boden kann eben auch keine Patronen aufnehmen. Aus diesem Grund habe ich auf Basis meiner bereits konstruierten Magazinbegrenzung (damals war ich noch jung und naiv und dachte, die Sache wäre damit erledigt) ein verlängertes Bodenstück konstruiert. Ziel ist es, das 10er-Magazin optisch wieder auf die Länge eines 20er-Magazins zu bringen.

Zu sehen ist hier also der Prototyp, mit welchem die Länge des 20er-Magazins leider noch nicht ganz getroffen wird; er macht das 10er-Magazin insgesamt ca. 15mm länger als das 20er-Magazin. Ist aber kein Problem, das nochmal anzugleichen. Das Bauteil passt an die Magazine H1 und H2 und müsste eigentlich auch an ein H3 passen.

Nach dem Entfernen des Stützmaterials musste nur an sehr wenigen Stellen nachgefeilt werden. Das war zum einen unterhalb der Rastnase auf der Rückseite und der Oberseite der Durchführung für den Sicherungsclip der Fall. Auf den obigen Bildern ist der Magazinboden noch unlackiert, als Farbe habe ich mir dafür RAL 7006 anmischen lassen.

So sieht das ganze nach der Montage aus:

…und so nach der Lackierung:

Der Magazinboden vom oberen Bild trägt den Index „V2“, eine nochmals an die tatsächliche Länge des 20er-Magazins angepasste Variante wird dann den Index „V3“ haben. Auch der Übergang zum eigentlichen Magazinköper wurde angepasst, damit ein möglichst kleiner Spalt zwischen den Bauteilen entsteht.

Achtet darauf, die Dateiendung nach dem Download in „.STL“ umzubennen!

Oben findet ihr die besagte Datei zum Download. Einige Maße wurden im Vergleich zur Version „_V2“ nochmals angepasst. Der Bereich um die Rastnase des Bodens sollte mit einer Feile gründlich entgratet werden, das Bodenstück rastet dann hörbar ein und ergibt zum eigentlichen Magazinkörper einen sehr guten Übergang an den Kanten. Die Durchführung für die Sicherungsklammer muss ggf. auch nochmal nachgefeilt werden.

Nachtrag 17.03.20

Auf Nachfrage stelle ich nachfolgend zwei längere Varianten (+20mm/+30mm) der obigen Datei zur Verfügung. Sollten noch längere Varianten gewünscht sein, dann nehmt kurz Kontakt mit mir auf.

Weitere Druckergebnisse

Die nachfolgenden Bilder wurden von einem Leser zur Verfügung gestellt. Sie zeigen die Drucke des normalen (unverlängerten) Magazinbodens.

Ein Experiment

Ein Experiment…

Ich habe aufgeschnappt, dass Aceton angeblich in der Lage wäre, die Struktur der gedruckten Kunststoffoberfläche durch anätzen zu glätten. Da Aceton bereits bei Raumtemperatur verdampft, war der Versuchsaufbau mit einem alten Kochtopf denkbar einfach. Nur leider konnte ich keine Verbesserung der Oberfläche feststellen. Zur Info: Die etwas helleren Bereiche sind zuvor etwas mit dem Bandschleifer bearbeitet worden. Aber auf keiner der Oberflächen (bearbeitet/unbearbeitet) konnte ich später eine Veränderung feststellen.

4 Kommentare zu „Magazinbodenverlängerung Hera Arms H1

  1. Schöne (leider bald notwendige) Sache! Aktuell verwenden wir beim IPSC NEBENEINANDER gekoppelte Magazine. Interessant wären also zwei von Deinen Verlängerungen, die am unteren Rand verbunden sind, siehe z,.B. hier für G/PMAGs:

    Könntest Du Deine Vorlage dementsprechend verdoppeln und mit einem Zwischenboden versehen?

    Danke im Voraus!
    Grüße
    C.

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    1. Ich werde in den nächsten Tagen mal einige Varianten mit zwei und drei Magazinen (gefächert und parallel) im CAD ausprobieren. Wenn es auch optisch einigermaßen was taugt, werde ich dazu etwas veröffentlichen. Die oben zu sehende parallele 3er-Kombi ist sicherlich zweckmäßig, für meinen Geschmack aber zu groß.

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  2. Hi!
    Ich habe mir mal die STLs runtergeladen und drucke heute / morgen mal mit PETG und teste mal durch.
    PETG lässt sich meiner Meinung nach, deutlich besser nacharbeiten bzw. anarbeiten als PLA. Aktueller Workflow -> Druck -> Anschleifen -> Füll-Lackieren/Grunddieren (ca. 3-4 Schichten und die Linien sind Geschichte) -> Finale Farbbeschichtung. Ich arbeite mit Airbrush, somit trägt die Farbe und Füllmaterial max. 1mm auf, was aber bei den bisher getesteten Teilen nicht spürbar ins Gewicht gefallen ist. Führt eher dazu das nichts mehr wackelt 🙂
    LG
    Florian

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